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Kassenpatient - Patient zweiter Klasse?

Kassenpatienten müssen im Durchschnitt dreimal so lange auf einen Termin beim Facharzt warten wie privat Versicherte. Ist der Kassenpatient immer der Dumme?

Seite 123 von 454
dr-young 04.04.2008, 23:17
1220.

Zitat von Klo
Wenn er nicht helfen will, sollte er nicht Arzt werden. Im übrigen steht auch nirgendwo, dass Putzfrauen, Spargelstecher, Friseusen, Arzthelferinnen, Altenpfleger oder sonstwer ausgebeutet werden darf, Ärzte aber nicht.
Wenn ich so etwas lese, fühle ich mich geradezu bestätigt, dass ich eben nicht mehr klinisch ärztlich tätig bin. Die Argumentation mit Spargelstecher etc. ist ja nun wirklich blödsinnig. Ich glaub kaum, dass man Unrecht an dem Einen durch Unrecht an dem anderen rechtfertigen kann. Übrigens haben inzwischen selbst Erntehelfer ausserhalb von Deutschland bessere Arbeitsbedinungen gefunden. Und glauben Sie nicht, dass gut ausgebildete Ärzte Alternativen im In- und Ausland finden? Sie können sich dann ja von Ihrem Friseur ärztlich behandeln lassen.

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dr-young 04.04.2008, 23:34
1221.

[QUOTE=


Das ist er zweifelsohne.



Herr Lauterbach hat sich seinen Status erarbeitet. So weit sind Sie noch nicht.

Das Klo.[/QUOTE]

Kennen Sie mich? Nein, sonst wüssten Sie, dass ich beruflich sehr erfolgreich bin. Lauterbach hat seinen Status sicherlich auch erarbeitet, das möchte ich gar nicht abstreiten. Das haben andere Politiker auch. Mehr möchte ich nicht dazu sagen.

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Ulrich lr. 04.04.2008, 23:48
1222. Voll daneben

Zitat von oliverme.
@dcaviat Gehen Sie doch freiwillig in die GKV. Ach, das wollen Sie nicht. Wie selbstentlarvend doch einige Beiträge sind.
Den Gang kann er/sie sich sparen:

Ein Selbständiger kann nach Ablauf von 3 Monaten nicht mehr in die GKV eintreten. Nicht kassenversicherungsfähig!
So war bisher das Gesetz.

Insoweit entlarvt sich hier lediglich der Gesetzgeber als Heuchler, indem seine Vertreter einerseits Solidarität via Solidargemeinschaft fordern, die sie andererseits per Gesetz verhindern!

Ihr Schuss ging voll daneben. ;-)

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marks&spencer 04.04.2008, 23:53
1223.

Zitat von Andreas Heil
Was ist denn an einer "Kopfpauschale" unbürokratischer als an einem einkommensabhängigen Beitrag, der sich auf ohnehin für die Steuererklärung erfassten Daten stützt ?
Wenn man den Steuerbescheid als Grundlage nimmt, habe ich nichts dagegen. Das ist aber bei Selbständigen in der GKV zurzeit nicht die Praxis. Etwa werden Zinseinkünfte zum Einkommen hinzugezählt, selbst wenn sie unter dem Sparerfreibetrag liegen. Mit solchem Unfug müsste man erstmal aufhören.
Außerdem macht die Einkommensabhängigkeit nicht deutlich, dass es sich um die gleiche Leistung handelt. Das heißt, man murkst wieder in demselben, gescheiterten System rum wie bisher. Eine Pauschale, wie ich sie mir vorstelle, impliziert, dass es sich um eine Grundversorgung handelt, die alleine ohne Zusatzversicherung kaum reichen wird. Sie deckt nur das nötigste ab und muss günstig sein.
Beim heutigen System versandet zu viel Geld in dunklen Kanälen. Und wenn man das System in ähnlicher Weise beibehält, wird das auch so bleiben.
Mein Vorschlag also: Einheitskasse und Pauschale. Extras werden anderweitig versichert.

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Ulrich lr. 05.04.2008, 00:44
1224. Ideales Kassenmitglied

Zitat von Fakten statt Ideologie!
GKV, 32 Jahre alt, und Single.
Und etwas rechenschwach sowie voller Stolz auf die Teilnahme an einem chaotischen System.
Kurz: das ideale Kassenmitglied. ;-)
Nichts für ungut! Wollte Ihnen nicht zu nahe treten.

Zitat von Fakten statt Ideologie!
Ich finanziere das System quer. Ich gebe weit mehr, als ich koste, und wenn ich alt und krank werde, wird man mir einen Arschtritt geben.
Nein, im Alter werden Sie für einen absolut lächerlichen Beitrag immer noch voll kassenversichert sein und erheblich mehr kosten, als Sie an Beitrag zahlen.

Zitat von Fakten statt Ideologie!
Sie machen also im Gegensatz zu mir keine Querfinanzierung, wie ich, sondern kommen nur für Ihre eigenen (Familien-)kosten auf.
Zu kurz und selbstgerecht!
Der Privatversicherte ist zwangssolidarisch mit seiner Tarifgruppe. Er muss auf jegliche Solidarität von außen verzichten - ganz besonders auf Ihre!

Der Privatversicherte wird zusätzlich in seiner Eigenschaft als Steuerzahler noch zur Solidarität über die Steuerzuschüsse für die Kinder der Kassenversicherten verdonnert.

Das beitragszahlende Kassenmitglied hingegen ist kein bisschen solidarisch mit den Kindern der Privatversicherten. Null! Steuerzuschüsse für die Versicherung privatzuversichernde Kinder sind nicht vorgesehen. Und wenn der Privatversicherte noch so arm ist.

Ihre Kassen-Solidarität ist eingeschränkt, selektiv und unzureichend (sonst bräuchte man den Steuerzuschuss nicht). Also geben Sie hier nicht so an.
Zitat von Fakten statt Ideologie!
Es überrascht mich nicht, dass ich mehr gebe, als Sie. Ich bin schließlich nicht privat versichert.
Es überrascht, wie Sie darauf kommen.
Ihr finanzieller Beitrag zum Gesundheitssystem ist - selbst in der teuersten Krankenkasse - deutlich weniger als 900 Euro des Privatversicherten.

Im übrigen schimpfen Sie mit dem Falschen: Es gereicht auch Ihnen zum finanziellen Vorteil, dass "dcaviat" nicht Kassenmitglied ist mit ca. 500 Euro max. Beitrag (statt 900 privat). Denn dann müssten Sie ihn und seine Familie auch noch "querfinanzieren".

Ganz klar: Die Privatversicherung einer ganzen Familie ist zwar teurer - aber auch ehrlicher als eine Kassenversicherung.

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Fakten statt Ideologie! 05.04.2008, 02:07
1225.

Zitat von Ulrich lr.
Und etwas rechenschwach sowie voller Stolz auf die Teilnahme an einem chaotischen System. Kurz: das ideale Kassenmitglied. ;-) Nichts für ungut! Wollte Ihnen nicht zu nahe treten.
Ich bin erstens nicht rechenschwach, und zwotens nicht stolz, sondern wütend. Das System verarscht 90% zu Gunsten der Privilegierten.

Zitat von Ulrich lr.
Nein, im Alter werden Sie für einen absolut lächerlichen Beitrag immer noch voll kassenversichert sein und erheblich mehr kosten, als Sie an Beitrag zahlen.
Und vorher? Habe ich Größenordnungen mehr eingezahlt, die Zinsen würden alles decken.

Zitat von Ulrich lr.
Zu kurz und selbstgerecht!
Selbstgerecht sind hier ausschließlich die Verteidiger der Rosinenpickerei der PKV.

Zitat von Ulrich lr.
Der Privatversicherte ist zwangssolidarisch mit seiner Tarifgruppe. Er muss auf jegliche Solidarität von außen verzichten - ganz besonders auf Ihre!
Och, das arme Hascherl.

Zitat von Ulrich lr.
Der Privatversicherte wird zusätzlich in seiner Eigenschaft als Steuerzahler noch zur Solidarität über die Steuerzuschüsse für die Kinder der Kassenversicherten verdonnert.
Falsch. Alle Steuerzahler sind gleichermaßen solidarisch mit den GKV-Kindern.

Zitat von Ulrich lr.
Das beitragszahlende Kassenmitglied hingegen ist kein bisschen solidarisch mit den Kindern der Privatversicherten. Null! Steuerzuschüsse für die Versicherung privatzuversichernde Kinder sind nicht vorgesehen. Und wenn der Privatversicherte noch so arm ist.
"Arm" und "PKV" sind zwar nahezu garantierte Widersprüche, aber was solls. Ich zahle genauso über die Steuern die GKV-Kinderzuschüsse, wie der PKV-Versicherte. Der immerin eine Wahl hatte.

Zitat von Ulrich lr.
Ihre Kassen-Solidarität ist eingeschränkt, selektiv und unzureichend (sonst bräuchte man den Steuerzuschuss nicht). Also geben Sie hier nicht so an.
Meine Solidarität ist übermäßig, Sie sind halt nur zu dumm, das nachzurechnen. Das mit den Kindern ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Also soll's die Gesellschaft zahlen.

Die Gesellschaft zahlt aber nicht die verkorkste Demographie der GKV. Das lastet auf den Zwangs-Zahlern meiner Generation.

Zitat von Ulrich lr.
Es überrascht, wie Sie darauf kommen. Ihr finanzieller Beitrag zum Gesundheitssystem ist - selbst in der teuersten Krankenkasse - deutlich weniger als 900 Euro des Privatversicherten.
Der PKV-Doktor bezahlt seine realen Kosten. Leute wie ich zahlen ihre realen Kosten, und noch massig Geld für andere Versicherte.

Zitat von Ulrich lr.
Im übrigen schimpfen Sie mit dem Falschen: Es gereicht auch Ihnen zum finanziellen Vorteil, dass "dcaviat" nicht Kassenmitglied ist mit ca. 500 Euro max. Beitrag (statt 900 privat). Denn dann müssten Sie ihn und seine Familie auch noch "querfinanzieren".
Ich freue mich, dass "dcaviat" nicht schmarotzt. Trotzdem zahlt er nur seine Kosten, während ich querfinanziere.

Zitat von Ulrich lr.
Ganz klar: Die Privatversicherung einer ganzen Familie ist zwar teurer - aber auch ehrlicher als eine Kassenversicherung.
Wenn es schon lobenswert ehrlich ist, als Reicher seine Versicherung kostendeckend zu bezahlen, läuft was falsch.

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Fakten statt Ideologie! 05.04.2008, 02:10
1226.

Übrigens, Ulrich Lr., auch an Sie gleich mal die Frage, die ich schon weiter oben gestellt habe.

Nehmen wir mal zwei Krankenkassen, Kasse A und Kasse B. Beide unterliegen genau den gleichen Regeln, haben keinerlei Altlasten, und so weiter und so fort. Nur einen Unterschied gibt es:

Kasse A muss praktisch jeden aufnehmen und versichern, auch den Penner, Sozialhilfeempfänger und Obdachlosen. Sie darf nur von jedem Versicherten den gleichen prozentualen Anteil seines Gehaltes oder seiner Rente einfordern. Beim Penner und Obdachlosen ist das ein klares Minusgeschäft, alle anderen müssen daher höhere Beiträge zahlen.

Kasse B hingegen darf sich auswählen, wen sie aufnimmt. Sie darf Leute ablehnen, unterschiedliche Beitragssätze festlegen und medizinische Voruntersuchungen vornehmen. Nur in ganz wenigen Fällen besteht eine Aufnahmepflicht, aber einem solchen Zwangsaufgenommenen darf im Zweifelsfall ein Beitrag abverlangt werden, der genauso hoch ist, wie der Betrag, den der am meisten bezahlende Beitragszahler von Kasse A zahlen muss. Der einzige kleine Nachteil, den Kasse B erdulden muss, besteht darin, dass sie Arbeitnehmer unter einem bestimmten Einkommen nicht nehmen darf, aber es bleiben so viele Leute übrig, dass keine negativen Skaleneffekte entstehen.

Die Frage, die sich nun stellt, lautet: Hat Kasse B hier einen eindeutigen Startvorteil? Ja oder Nein?

Ich möchte doch gerne Ihre Antwort haben, bevor ich noch mehr Zeit investiere.

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filou11 05.04.2008, 04:15
1227.

Zitat von Ulrich lr.
Nein, im Alter werden Sie für einen absolut lächerlichen Beitrag immer noch voll kassenversichert sein und erheblich mehr kosten, als Sie an Beitrag zahlen.
Quatsch. Das ist eine Behauptung welche bisher noch nie anhand konkreter nachprüfbarer Unterlagen von wem auch immer in die Welt gesetzt wurde.

Ich habe in meinen jungen Jahren der Krankenkasse wesentlich mehr gekostet als jetzt wo ich im Rentenalter bin.

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dcaviat 05.04.2008, 05:48
1228.

Zitat von oliverme.
@dcaviat Gehen Sie doch freiwillig in die GKV. Ach, das wollen Sie nicht. Wie selbstentlarvend doch einige Beiträge sind.
Das würde ich sofort und gerne, dann müsste ich für meine Familie nur noch 400 Euro bezahlen. So einfach ist das. Für Sonderleistungen würde ich mich privat versichern.

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dcaviat 05.04.2008, 05:53
1229.

Zitat von Ulrich lr.
Ganz klar: Die Privatversicherung einer ganzen Familie ist zwar teurer - aber auch ehrlicher als eine Kassenversicherung.
Genau und deswegen fordere ich als Arzt, dass endlich auch in der GKV jedes Familienmitglied einen Beitrag zu entrichten hat nicht mehr und nicht weniger. Den jungen Nörglern kann ich nur sagen, ihr werdet im Alter (also nicht jetzt, sondern in 25-30) Jahren egal wie Gesund ihr jetzt lebt krank werden. Ich kenne in der Zwischenzeit viele Menschen die gerade wenn sie ihr Rentenalter erreicht haben ernsthaft erkranken. Ein Spruch den ich oft höre :" Herr Doktor, ich habe das ganze Leben gearbeitet, habe mir nichts gegönnt, ich wollte alles im Alter machen....." Das ist nun vorbei.

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