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Kassenpatient - Patient zweiter Klasse?

Kassenpatienten müssen im Durchschnitt dreimal so lange auf einen Termin beim Facharzt warten wie privat Versicherte. Ist der Kassenpatient immer der Dumme?

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saul7 12.09.2010, 17:56
4530. ++

Zitat von Steve Holmes
Natürlich zahlt der Patient. Er nimmt ja auch eine Dienstleistung in Anspruch.
...und muß miterleben, dass er immer weniger Leistung für sein Geld erhält.Das ist die bittere Realität, die nicht verdeckt werden sollte!!

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uwp-berlin 12.09.2010, 23:08
4531.

Zitat von samsonax
Der Kassenpatient gegenfinanziert nur die privaten Firstclass-Tarife und- Leistungen der Beamten mit Hungerleistungen zu Toptarifen für sich selbst.
Zitat von altebanane
Hätte ich bis vor kurzem auch behauptet. Dann habe ich mir aber ganz ausnahmsweise mal eine ernsthafte Krankheit zugelegt, und fühle mich hervorragend behandelt. Obwohl ich Kassenpatient bin. Also wie ich das jetzt kennengelernt habe, kann ich damit leben : solange einem nichts wirklich fehlt, wartet man eben ein paar Monate auf einen Arzttermin. Aber sofern man tatsächlich krank ist, läuft eine Riesenmaschine mit sehr guten Standards an, über die -ich- mich überhaupt nicht beschweren kann.
Das mit den Standards kommt ziemlich auf die Art der Erkrankung und die Güte des jeweiligen Krankenhauses oder Facharztes an.
Sie scheinen vielleicht bei beidem Glück gehabt zu haben, who knows.
Das Problem der mittlerweile schlechten Basismedizin für GKV-Patienten kann übrigens ein Faktor für die Entwicklung und oftmals (zu) späte Entdeckung einer Erkrankung sein.
Beim PKV-Patienten ist eher das Problem, dass viel zu viel Diagnostik betrieben wird - oft völlig grundlos und sogar mit schädlichem side-Effekt - aber die Gefahr des "Übersehens" schwerer Erkrankungen ist dadurch zumindest deutlich vermindert.

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tuwat 13.09.2010, 01:07
4532.

Zitat von sysop
Kassenpatienten müssen im Durchschnitt dreimal so lange auf einen Termin beim Facharzt warten wie privat Versicherte. Ist der Kassenpatient immer der Dumme?
Ich glaube nicht, dass Kassenpatienten dumm sind.
Dumm sind die, die sich, verursacht durch Lokuspropaganda, in die Situation des "privat Versicherten" gebracht haben.
Horrende Versicherungsbeiträge müssen gezahlt werden für den Umstand, dass Privatpatienetn mit speziellen Gebührenordnungen für Ärzte und Zahnärzte überdurchschnittlich abgemolken werden können.
Für viele Gewerbetreibende im Gesundheitssektor sind diese deutlich höheren Leistungen der Privatpatienten ein willkommenes Zusatzeinkommen, durch dass die Notwendigkeit der Konkursanmeldung dann gerade noch mal verhindert wird.

Welchem Privatpatienten kann man es verdenken, dass er für mehr Geld auch bevorzugt behandelt werden möchte?
Welchem Gesundheitsbetrieb will man es als Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorwerfen, wenn er die besser bezahlenden Privatpatienten zwar nicht besser, aber schneller behandelt?

Wenn wirklich ein Problem besteht: Die SPD hat es in den vielen Jahren ihrer führenden Regierungsbeteiligungen nicht gewollt, dass das Unwesen der Zweiklassengesellschaft auf diesem Gebiet abgeschafft wird.

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altebanane 13.09.2010, 10:07
4533. .

Zitat von uwp-berlin
Das Problem der mittlerweile schlechten Basismedizin für GKV-Patienten kann übrigens ein Faktor für die Entwicklung und oftmals (zu) späte Entdeckung einer Erkrankung sein.
Ich schwöre, das mein Problem nichts mit schlechter Basismedizin zu tun hat. Es war bei der letzten Vorsorgeuntersuchung schlicht noch nicht vorhanden.

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uwp-berlin 13.09.2010, 11:32
4534.

Zitat von altebanane
Ich schwöre, das mein Problem nichts mit schlechter Basismedizin zu tun hat. Es war bei der letzten Vorsorgeuntersuchung schlicht noch nicht vorhanden.
Ist schon klar und kann auch durchaus sein. Sie kennen ja aber auch vielleicht den Spruch, "Es gibt keine Gesunden, nur schlecht Untersuchte".

Bei "privat"Versicherten ist die Wahrscheinlichkeit daher einfach deutlich HÖHER, dass Erkrankungen bereits in früheren und ggf. besser heilbaren Stadien erkannt werden.
Beim Kassenpatienten ist das ökonomische Optimum für den Arzt ein möglichst regelmäßiges Erscheinen, (aber nicht zu häufig, am besten 1x pro Quartal), in der Praxis. Was dann geschieht, ist dann weitestgehend egal für die Honorierung durch die GKV.
Man kann sich als Arzt, nach diesem Modus, nicht zu viele wirklich kranke und intensiv behandlungsbedürftige GKV-Patienten "leisten".
Bei der PKV ist die Abrechnungsmethode nicht ganz so desolat - und trotzdem ist das PKV-System parasitär. Das schließt sich nicht aus.

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Linlithgow 13.09.2010, 12:54
4535.

Zitat von altebanane
Also wie ich das jetzt kennengelernt habe, kann ich damit leben : solange einem nichts wirklich fehlt, wartet man eben ein paar Monate auf einen Arzttermin. Aber sofern man tatsächlich krank ist, läuft eine Riesenmaschine mit sehr guten Standards an, über die -ich- mich überhaupt nicht beschweren kann.
So aehnlich laeuft das auch hier: Wenn es etwas ernsthaftes und dringendes ist, dann ist die Versorgung sehr gut. Fuer die nicht so dringenden Wehwehchen gibts den Hausarzt und ggfs einen Facharzt, wo die Ueberweisung halt ein wenig dauern kann.
Das ist ein System, mit dem ich gut leben kann.

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uwp-berlin 13.09.2010, 13:23
4536.

Zitat von Linlithgow
So aehnlich laeuft das auch hier: Wenn es etwas ernsthaftes und dringendes ist, dann ist die Versorgung sehr gut. Fuer die nicht so dringenden Wehwehchen gibts den Hausarzt und ggfs einen Facharzt, wo die Ueberweisung halt ein wenig dauern kann. Das ist ein System, mit dem ich gut leben kann.
Für GB mag das gelten. In Deutschland wird diese vernünftige Systematik durch die bereits oben beschriebene Honorierungssystematik in der GKV teilweise konterkariert. Der Arzt ist darauf angewiesen, auch möglichst viele Patienten zu "sehen", auch wenn bei denen eigentlich seit Jahren regelmäßig nichts anliegt.
Daher rühren großteils die über alle Vergleiche häufigen Arztbesuche der Deutschen gegenüber anderen Europäern mit anderen Honorierungs(anreiz)methoden.

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altebanane 13.09.2010, 14:38
4537.

Zitat von uwp-berlin
Für GB mag das gelten. In Deutschland wird diese vernünftige Systematik durch die bereits oben beschriebene Honorierungssystematik in der GKV teilweise konterkariert. Der Arzt ist darauf angewiesen, auch möglichst viele Patienten zu "sehen", auch wenn bei denen eigentlich seit Jahren regelmäßig nichts anliegt. Daher rühren großteils die über alle Vergleiche häufigen Arztbesuche der Deutschen gegenüber anderen Europäern mit anderen Honorierungs(anreiz)methoden.
In diesem Forum geht es aber nicht um den Arzt, sondern um den Patienten. Und für den scheint es ja in GB und D ziemlich ähnlich auszusehen, und zwar nicht schlecht.

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