Forum: Wirtschaft
Katalonien-Konflikt: Die Schuld der Euro-Krisenmanager
REUTERS

Was gerade in Katalonien passiert, wirkt wie ein rein innerspanischer Streit um Sprache und Geld. Tatsächlich ist der Konflikt auch eine Folge der globalen Finanzkrise - und des deutschen Euro-Krisenmanagements.

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kufu 13.10.2017, 14:41
30.

Zitat von curiosus_
Komisch, trotz "mehr oder weniger heillos Ausgaben zu kürzen" stieg und steigt die Spanische Staatsverschuldung munter und ohne Unterlass weiter. Von 2007 (Krisenbeginn) bis 2016 um sage und schreibe +188%! Also, Butter bei die Fische - was heißt "sachte zu reformieren"? Plus 250%? Plus 300%?
Nach Ihrer Auffassung ist es also 15 mal schlimmer, wenn die Verschuldung von 40% BIP auf 100% steigt (+150% absolut) als wenn sie von 90% auf den selben Wert steigt (+10% absolut). Was glauben Sie wohl, wieso die Ökonomen die Verschulding und deren Ansteig immer in % BIP angeben?

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mozartkugelbcn 13.10.2017, 14:44
31. Herr Fricke,

Sie scheinen ja ein profunder Kenner des spanischen Schulsystems zu sein. Ich bin seit gut elf Jahren Lehrerin in Barcelona. Natürlich musste ich bei meinem Antritt Katalanisch-Kenntnisse auf C1-Niveau nachweisen, was ich auch für selbstverständlic.h halte, wenn ich hier unterrichten möchte. Ich musste aber ebenso wie alle, die Ihren Hochschulabschluss nicht in Spanien erworben haben, entsprechende Spanisch-Kenntnisse nachweisen.

Unter meinen Kollegen kenne ich übrigens sowohl Unabhängigkeitsgegner- als auch Befürworter. Und die Tatsache, dass jemand Katalanisch spricht ist, doch keine politische Meinungsäusserung. Katalanisch ist einfach die Muttersprache von Millionen von Personen, die nicht unbedingt alle für die Unabhängigkeit sind.

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kufu 13.10.2017, 14:48
32.

Zitat von zorrilla
Ich habe vor wenigen Tagen mit einem Freund telefoniert, der in Barcelona wohnt. Er bestätigte mir, dass seine beiden Söhne in der Schule massiv indoktriniert werden. "Die Spanier" werden demnach als Besatzer dargestellt, die "uns Katalanen" beraubten und misshandelten. Da wundert man sich dann über Garnichts mehr.
Vielleicht können Sie es bestätigen, aber laut einem Artikel, den ich neulich in einer spanischen Zeitung gelesen habe, hängen dort in einigen Pausenhöfen Schilder mit "Ein Volk, eine Sprache, ein Land".

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calimero2015 13.10.2017, 14:49
33. Abenteuerliche Begründung

Die Begründung, dass Schäuble+Merkel mitverantwortlich sein sollen, ist wirklich abenteuerlich. Das ist ein rein spanisches Problem, die Wirtschaftskrise mag ihren Teil beigetragen haben, aber auch dafür sind die Spanier selbst verantwortlich.

Der Autor gehört zu den Leuten mit linker Prägung, die wirklich alles was schief läuft einer konservativen deutschen Politik anlasten.

Deutschland ist nicht schuld daran, wenn sich Länder überschulden, nicht sinnvoll investieren, nach mehr Geld rufen, aber nicht bereit für Reformen sind. Die Foristen, die die Austeritätspolitik kritisieren, könne ja gerne spanische oder griechische Staatsanleihen kaufen und bestehende Misstände einfach weiter finanzieren, denn darauf würde es im Endeffekt hinauslaufen.

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x8989234 13.10.2017, 15:00
34. Vergiss es

Es gibt immer irgendwen, der an irgendwas schuld ist und sei es auch noch so absurd. Im Endeffekt soll ich dann Verständnis für irgendwas entwickeln, wo mir der gesunde Menschenverstand zum Gegenteil rät. Ok, nächstes Thema.

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Echt jetzt 13.10.2017, 15:09
35. Immer sind die deutschen Schuld?

Wenn einem Land die Regeln der Währungsunion oder der EU nicht passen, steht es ihm jederzeit frei auszutreten. Andernfalls muss es eben mit den anderen Clubmitgliedern irgendwie leben. Es gibt kein Grundrecht darauf sich von deutschem Geld ohne Bedingungen retten zu lassen.

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markniss 13.10.2017, 15:22
36. Wer ist schuld? Die Deutschen! Wer sonst...

So ein BS. Katalonien ist schon seit zwei Jahren aus der Krise raus. Das was dort vor sich geht hat mit uns nun wahrlich nichts zu tun. Aber es passt halt ins Weltbild von linken Spinnern, wie Herrn Fricke, die an allem Elend dieser Welt die Schuld immer bei uns Deutschen sucht. Das ist schon krankhaft.

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candido 13.10.2017, 15:23
37. @spon1269800649157

Die Kernaussage bestreiten Sie aber nicht, oder?. Der Lehrkörper besteht an den Schulen zu fast 100% aus Katalanen. Deren Geschichtsunterricht möchte ich gerne beiwohnen. Die Diskriminierung des Spanischen an Schulen und im öffentlichen Raum ist ein Faktum, dass unbestreitbar ist und bizarre Blüten treibt.So zum Beispiel das umbenennen von Straßen, die den Namen Cervantes, Lope de Vega, Calderón de la Barca, Antonio Machado, weil diese Dichter angeblich "antikatalanisch" waren. Ein Wahnsinn.

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locutus70 13.10.2017, 15:30
38. Die Analyse ist richtig ABER

Die Analyse ist richtig - in der Lombardei findet am 22. Oktober ja auch ein Referndum statt, wo es um die Finanzbeziehungen zwischen Rom und einer Region geht
Aber die Schuldigen in der sogenannten Austeritätspolitik oder Herrn Schäuble zu sehen ist falsch. Man sollte sich vielleicht erinnern das Finnland wegen den immer neuen nutzlosen Griechenland "Hilfs"paketen soweit war und ernsthaft die Euro-Zone verlassen wollte. Abgeschwächt kann man das auch von Holland und Österreich behaupten
Ich sehe das so: In Griechenland, in Spanien oder Italien gabs und gibts keine grundlegende Reformen weil es dafür offensichtlich keine parlamentarischen und gesellschaftlichen Mehrheiten gibt. Stattdessen gab es dann Kürzungen und Steuererhöhungen was zu Spannungen in den Regionen führt
Die Eurokrise ist also nicht weg, sie hat sich in die Regionen verlagert

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trimalchio 13.10.2017, 15:31
39. Das Traurige an der Abspaltung ist,

dass genau diejenigen die Verlierer der Selbständigkeit Kataloniens sein würden, die sich nun von den Nationalisten einfangen lassen: die "kleinen Leute". Ähnlich war es auch beim Brexit. Von Nationalismus profitieren höchstens diejenigen, die ihn anstacheln und instrumentalisieren. Hatten wir in Deutschland schon mehrmals, mit jeweils fürchterlichen Folgen. Nationalismus wird zwar u.U. durch äußere Umstände begünstigt, aber letztlich immer von innen geschürt. Einigermaßen abstrus, das dem Schäuble oder der Merkel in die Schuhe schieben zu wollen.

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