Forum: Wirtschaft
Katalonien-Konflikt: Die Schuld der Euro-Krisenmanager
REUTERS

Was gerade in Katalonien passiert, wirkt wie ein rein innerspanischer Streit um Sprache und Geld. Tatsächlich ist der Konflikt auch eine Folge der globalen Finanzkrise - und des deutschen Euro-Krisenmanagements.

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Thorsten_Barcelona 13.10.2017, 18:48
70. Ein schlechter Artikel

Die Qualität der Artikel im Spiegel über den Konflikt hängt dramatisch vom Autor ab und dieser Artikel gehört eindeutig zu den schlechteren. Ich lebe seit 12 Jahren in Barcelona und nein, man wird nicht gemassregelt, wenn man Spanisch spricht. Wenn man höflich erwähnt, dass man kein Katalanisch spricht, wechseln die Leute ins Spanisch ohne Probleme. Und ja, die PP Regierung versucht, dass Katalanisch zurückzudrängen. Geld spielt eine Rolle. Ich würde die Studie des Instituts aus Madrid von einem internationalen Institut bestätigen lassen bevor ich den Ergebnissen trauen würde. Der spanische Finanzausgleich ist auf jeden Fall schlechter als der deutsche und es gibt viele wahltaktische Entscheidungen dabei von Seiten der Regierung in Madrid.
Die katalanischen Separatisten sind ein merkwürdig zusammengewürfelter Haufen: ich kenne Leute, die zB aus Madrid stammen und andere, die kein Katalanisch sprechen und doch jetzt Separatisten sind. Ein harter Kern von echten Katalanen, vielleicht 20%, und der Rest hat teils finanzielle Gründe und teils lehnen sie die veralteten politischen Strukturen ab. Es sind die 68er Spaniens mit dem Unterschied, dass sie glauben, dass man Spanien nicht ändern kann und angefangen haben zu glauben, dass es besser sei, was Neues anzufangen. Diese Separatisten haben Rajoy und seine Minister erschaffen. Ich persönlich bin kein Unabhängigkeitsanhänger und spreche auch kein Katalanisch.

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luny 13.10.2017, 18:54
71. Nicht möglich

Zitat von Echt jetzt
Wenn einem Land die Regeln der Währungsunion oder der EU nicht passen, steht es ihm jederzeit frei auszutreten. Andernfalls muss es eben mit den anderen Clubmitgliedern irgendwie leben. Es gibt kein Grundrecht darauf sich von deutschem Geld ohne Bedingungen retten zu lassen.
Hallo Echt jetzt,

ein Austritt aus der EUR-Zone ist vertraglich nicht vorgesehen.

Diese Diskussion gab es bei Griechenland auch schon.

Der Mechanismus beim Beitritt zur EUR-Zone funktioniert so:

Jedes EU-Land, das die Konvergenzkriterien erfüllt (= 60%
Staatsverschuldung und 3% Neukreditaufnahme vom BIP), ist
automatisch drin.

Wer aus der EUR-Zone wieder raus will, muß auch aus der EU raus.

Aus was für Gründen auch immer gelten die Konvergenzkriterien
nur für den Beitritt in die EUR-Zone. Die Konvergenzkriterien werden
nicht nachgehalten. Kaum ein EUR-Mitglied erfüllt sie momentan.

Eine Haftung für die Schulden anderer EUR-Staaten wurde ausge-
schlossen.

Die EUR-Staaten sind einem noblen Segelclub beigetreten.
Inzwischen wird dort nur noch geboxt.

LUNY

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kayato_kasaki 13.10.2017, 18:55
72.

Zitat von muellerthomas
nö, die spansiche Staatsschuldenquote lag vor dem Eurostart bei 62,5% und sank dann bis zum Ausbruch der Krise auf 35,6% im Jahr 2007.
Bei Eurostart lag sie sogar nur bei 52,6 % des BIP, also geringer als Sie schreiben. Ob sie damals stimmte, liegt so oder so in den Sternen.
Tatsache ist, bis zur Finanzkrise wurde sie auf ca. 35 - 36 % abgebaut.
Insofern haben Sie Recht. Nur sollte man auch die Hintergründe betrachten. Durch den Bauboom auf Kredit (!) von 2002 bis 2007 nahm der Staat natürlich reichlich Steuern ein und konnte damit den Schuldenberg abbauen. Nach 2007 kam dann das Erwachen und ein Anstieg der Schulden, der bis heute anhält. Seitdem ist die Staatschuldenquote auf 102 % angestiegen.

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xifo 13.10.2017, 19:06
73. Aber , aber meine Damen und Herren

Wie ist es möglich in unsere Demokratie solche Behauptungen über unserer noch Finanzminister zu verbreiten .
Der hat es geschafft mit die Zerstörung anderer uns zu RETTEN . Alles Lügen ?

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pygmy-twylyte 13.10.2017, 19:10
74. Was ist eine Kolumne?

Zitat von HasiHase
Zum Glück gibt es den "Staatsfunk" ARD und ZDF, sonst müsste man sich wahrscheinlich nur noch solchen hanebüchenen Quatsch anhören und lesen! Ich denke schon länger darüber nach Spiegel-Online nicht mehr zu lesen, diese Art von Artikel bestätigen mich immer mehr darin!
Die Kolumne ist ein meinungsbildender Text, der meist in einem Printmedium erscheint und von einem einzelnen (bekannten) Autoren oder von renommierten Gastautoren verfasst wird. Diese Autoren sind meist Journalisten und werden als Kolumnisten bezeichnet. - Kolumnen erscheinen regelmäßig, wobei das jeweilige Medium den Rhythmus selbst festlegt. Oftmals erscheinen sie allerdings tages- oder wochenweise und finden sich immer an der gleichen Stelle und sind farblich, durch Überschriften oder Bilder vom Rest abgegrenzt. - Abgegrenzt sind sie deshalb, weil Kolumnen in der Regel nicht redigiert und somit nicht vor der Veröffentlichung bearbeitet sowie unverändert gedruckt werden. Weiterhin sind sie abgegrenzt, da so klar wird, dass sich die Zeitung nicht unbedingt mit der vertretenen Meinung identifiziert. - Dadurch offenbart sie außerdem den unverkennbaren Stil des jeweiligen Autoren und offenbart ungefiltert dessen Ansichten. Dieser Effekt kann zur Bindung des Lesers führen, der aufgrund einer regelmäßigen Kolumne erneut zur jeweiligen Zeitschrift oder Zeitung greift. - Die Kolumne ist grundsätzlich eine Art der Meinungsäußerung und deshalb auf kein bestimmtes Thema festgelegt, dennoch werden oft aktuelle Nachrichten und bekannte Bereiche behandelt. - Die Autoren bedienen sich oftmals ganz alltäglicher Geschichten, die in der Ichform geschrieben sind und enden mit einer Pointe, wobei zahlreiche Kolumnen auch einen polemischen Charakter aufweisen. Die letzten drei Merkmale sind allerdings nicht in jedem Text-Beispiel zu finden. (aus: http://wortwuchs.net/kolumne/)

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luny 13.10.2017, 19:10
75. Einhaltung der Konvergenzkriterien

Zitat von Europa-Realist
Wenn sich die EU gerade im Hinblick auf den EURO und die Einhaltung der Konvergenzkriterien an diesen hehren Grundsatz gehalten hätten und wenigstens in Zukunft halten würden, dann hätten wir ganz andere und viel größere Probleme nicht. Es ist leider noch nichts ausgestanden, wir haben noch alles vor uns. „Danke“ insbesondere an Mario dafür!
Hallo Europa-Realist,

die Einhaltung der Konvergenzkriterien über den Zeitpunkt des
Beitritts in die EUR-Zone hinaus, wurde nicht nachhaltig verfolgt.

Deutschland brach die Konvergenzkriterien im Zuge der Wiederver-
einigung zuerst.

Da kam dann ein "blauer Brief" aus Brüssel, der sofort in der
Ablage "P" = Papierkorb landete.

Das ist wie im Privatleben auch. Wenn es keine monetären
Sanktionen gibt, sind Vorschriften für die Katz.

Und auch wenn Strafzahlungen fällig werden und die Einhaltung
der Vorschriften kontrolliert wird, gibt es noch genügend
"Sünder", wie man anhand des Beispiels Straßenverkehr un-
schwer erkennen kann.

Parkverbote und Geschwindigkeitsbegrenzungen würden ohne
Geldstrafen schlichtweg komplett ignoriert.

LUNY

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max_peck 13.10.2017, 19:21
76. Klar, die Deutschen sind schuld - wie immer

Klar, die Deutschen sind schuld - wie immer. Wäre ja gelacht, wenn man nicht zwei Kurven übereinander legen und die Korrelation von Arbeitslosenzahl und Zustimmung zur Kausalität erklären könnte. Gibt es eigentlich irgendein Unheil in der Welt, für das wir nicht verantwortlich sind? Und eine weitere Frage: Was passiert eigentlich, wenn wir irgendwann die vollendete europäische Transferunion eingeführt haben - was ja letztlich die Konsequenz von Thomas Frickes Argumentation wäre - und Deutschland dann selbst ins Straucheln gerät, weil auch unser wirtschaftlich starkes Land nicht dauerhaft Süd- und Osteuropa subventionieren kann? Wen wird Herr Fricke dann zum Schuldigen erklären? Oder wird er seine Mitverantwortung eingestehen und sich vom Wirtschaftsjournalismus zurückziehen?

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feld01 13.10.2017, 19:39
77. Nicht Schäuble ist schuld, sondern der Euro

Ohne den Euro hätte es schließlich nie den Deflationsdruck und die damit einhergehende hohe Arbeitslosigkeit gegeben. Es gibt also folglich nur einen schuldigen: Euro und wer für den verantwortlich ist.

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luny 13.10.2017, 19:45
78. Erklärung

Zitat von espluguenc
In dem Sinne wurde hier in den letzten drei Jahren dreimal abgestimmt und dreimal waren die Separatisten weit von einer Mehrheit entfernt. Das interessiert eine Gruppierung wie CUP herzlich wenig, da eine proletarische Revolution sich ja wohl nicht durch den Volkswillen stoeren lassen sollte. Allen anderen scheint es ja doch ein bisschen zu Denken gegeben haben und ich hoffe, dass sich noch ein Weg da raus finden laesst, der alle Menschen mitnimmt.
Hallo Espluguenc,

vielen Dank für die vielen Details, die mir bisher nicht bekannt waren.

Was ich trotzdem noch nicht verstanden habe: Wenn so viele GEGEN
eine Abspaltung Kataloniens von Spanien waren, weswegen sind
sie dann nicht zur Abstimmung gegangen?

90% Wahlbeteiligung, 80% DAGEGEN, 20% DAFÜR - das wäre doch
ein deutliches Signal gewesen.

Bei Referenden dieser Art sollte es eine Mindestbeteilung von
67% geben, ansonsten ist das Referendum eben gescheitert.

Großbritannien ist genau so "aus Versehen" aus der EU ausge-
treten.

"Warum sollte ich mich ins Wahllokal schleppen? Die Mehrheit
wird schon ganz vernünftig GEGEN einen EU-Austritt stimmen."

Wer nicht wählt, ist mit dem Wahlergebnis einverstanden, egal, wie
es ausfällt.

LUNY

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MeinerEine 13.10.2017, 19:59
79. Die Gefahr der Transferleistungen

Ich kann eigentlich aus dem Beispiel Katalonien eher entnehmen, dass die EU wie Spanien auseinander fliegt, wenn es zu mehr Transferleistungen von Nord nach Süd kommt. Aber das ist sicher nicht die Geschichte, die der Autor gerne hört.

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