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Katastrophe in Fukushima: Tepco wäscht sich von der Atom-Schuld rein
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Der Energiekonzern Tepco hat den GAU von Fukushima zu verantworten - nun versucht er sich von seiner Schuld freizukaufen. Entschädigungsberater sollen helfen, bezahlt wird auch mit Steuergeld. Hinter dem Ablass steckt ein fundamentales Problem unserer Gesellschaft.

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achmed1 07.03.2012, 16:38
10. Die Menschen...

Zitat von moev
Es wird so weiter gemacht weil die Menschen das so wollen. Wo ist also das Problem oder der fundamentale Fehler? Das ist eins von vielen Risiken die mit verschiedenen Dingen verbunden sind und die Menschen wollen eben diese Dinge. Die Menschen wollen Auto fahren, sie wollen Erzeugnisse der chemischen Industrie, etc. Die Risiken das damit Unfälle verbunden sind belaufen sich auf weitere 0,000... Promille in der Liste aller Unfälle die uns jeden Tag nach dem aufstehen treffen könnten.
müssten deutlich machen, dass sie diese superteure und extrem gefährliche Energie nicht wollen.... Niemand in dieser Welt kann die Risiken, die weit in die nächsten Jahrhunderte reichen, ausreichend beziffern.
TEPCO hat seinen eigenen Ministerpräsidenten schamlos angelogen und der Welt lange Zeit vergegauckelt, es habe keine Kernschmelze gegeben. Obwohl diese bereits am ersten TAg erfolgte.
Sämtliche Sicherheiten wurden von der TEPCO negiert. 130 Abgeordnete und viele andere Menschen sind anhängig von TEPCO, deshalb funktionierte das Schmier- und Schweigekartéll so wunderbar...
Hoffentlich ändert sich was....
Hoffentlich schalten andere Staaten diese Geisteröfen auch ab.
Politiker, die so etwas als SICHER genehmigen, sollten ihre Häuser unweit dieser Anlagen beziehen....

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harry_buttle 07.03.2012, 16:44
11.

Zitat von Der Pragmatist
Der Energiekonzern Tepco hat den GAU von Fukushima zu verantworten??? Ist es den SPIEGEL Authoren ueberhaupt nicht belkannt, dass vor einem Jahr ein gewaltiges Erdbeben und eine noch gewaltigere tsumami die ganze Region zerstoert hat? Tragen etwa die Erbauer von Haeusern und Fabriken in dieser Gegend auch die Schuld daran, dass diese Haueser un Fabriken von der tsunami voellig zerstoert wurden? Es handelte sich um eine gewaltige Naturkatastrophe und TEPCO dafuer verantwortlich zu machen, geht wohl etwas weit. Etwas mehr Realismus, bitte! Pragmatist
Was für eine Polemik ...

Ohne das am falschen Ort, mit mangelnden, den Gegebenheiten erforderlichen Schutzeinrichtungen bzw mit einer den Gegebenheiten
gemäß mangelhaften Infrastruktur, wäre man lange schon ans Aufräumen gegangen in der Gegend.
Niemand müsste sein Ernte einstampfen, seine Milch entsorgen, Angst um die Gesundheit seiner Kinder haben, (beliebig erweiterbar) ...

Natürlich trägt Tepco die Schuld am Super-GAU!
Ohne diesen Schrottmeiler in einem Erdbeben- und Tsunamigebiet hätte der Super-GAU nicht stattgefunden.

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quark@mailinator.com 07.03.2012, 16:46
12. Survival of the fittest

"Unser" System basiert auf Wettbewerb. Er zwingt nicht nur jeden Menschen in einen Wettstreit mit seinen Mitbürgern, sondern eben auch Staaten zum Kampf untereinander. Z.B. führt Hartz IV (Agenda 2010) in DE nun dazu, daß andere Länder ihre Sozialsysteme "anpassen", sprich reduzieren müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Da die Energieerzeugung ein sehr wichtiges Merkmal der Infrastruktur eines Landes darstellt, muß jedes Land sehen, wie es auch auf diesem Gebiet wettbewerbsfähig bleibt. Da die Kosten der Atomenergie, von 1950 aus betrachtet, zum (großen) Teil erst in der Zukunft lagen und man die Risiken auch nicht richtig einschätzen konnte, hat man sich halt dafür entschieden. Das haben viele Länder getan. Das hat wenoger mit Tepco zu tun, denn sowas ist im Grunde immer eine politische Entscheidung. Der Reaktor kam aus den USA (soetwa das älteste Modell). Die Entscheidung, wo das Ding hin kommt (Küste) etc. dürfte auch größtenteils staatlich entschieden worden sein. Letztlich kommt alles von diesem unerbittlichen Wettstreit, Mensch gegen Mensch, Firma gegen Firma, Staat gegen Staat. Sowas zwingt immer den potentiell Schwächeren nach Abkürzungen zu suchen. Brauchen wir Monsanto und Gentechnik _unbedingt_ ? Nein. Ist das Risiko gleich Null ? Nein. Gemacht wird es trotzdem. Grund ist die Machtpolitik. Wir brauchen eine weltweite Begrenzung des Drucks untereinander. Aber das würde Solidarität voraussetzen. Die Starken müßten den Schwachen freiwillig etwas abgeben ...

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Themostikles 07.03.2012, 16:51
13. So schleicht man sich aus der Verantwortung

Zitat von Thom-d
Tepco ist doch nicht schuld an dem Unglück, sondern der Tsunami. Außerdem hat die Regierung die Anlagen genehmigt und hatte die Kontrollaufsicht. Also ist eigentlich die Regierung der Hauptverantwortlicher und muß für den Schaden aufkommen. Also alles rechtens, wenn es aus Steuergeldern bezahlt wird. Ist ja auch kein großes Problem. Die 3 Unglückreaktoren haben Japan bis zum Unfall einen wirtschaftlichen Nutzen von ca. 130 Milliarden Euro gebracht. Dagegen ist der Schaden von 5 Milliarden durch das Unglück ein Nichts. Insgesamt hat die Atomenergie für Japan seit seinem Bestehen einen wirtschaftlichen Nutzen von ca. 3000 bis 5000 Milliarden Euro gebracht. Das alles muß man bei der Diskussion über Kernkraft immer im Hinterkopf behalten
Natürlich ist der Tsunami schuld! Das war ja auch nicht vorherzusehen, dass in Japan auf Meeres-Niveau ein Tsunami vorkommen kann! Etwas weiter oben an den Berghängen stehen nur die hundert Jahre alten Tsunami-Warnsteine, sie zeigen die Höhe der damaligen Wellen an.

Und die Bilanz geht natürlich voll in Ordnung. Die Schäden am Boden, dem Wasser und der Bevölkerung sind marginal!

Ich kenne einen Verein, der solche unerschrockenen Leute, wie Sie einer sind, für die Liquidation der Schäden sucht. Bitte melden Sie sich. Sie scheinen darüber hinaus ein ausgewiesener Atom-Fachmann zu sein. Das sieht man an ihren Beiträgen, die ich hier anderen Foristen als Lektüre anempfehle. Die Qualität der Beiträge steht einzig da. Sie sind durch und durch ethisch einwandfrei. Es wird sehr schnell klar wo Sie arbeiten.

PS: heute wurden die letzten beiden Atomkraftwerke in Japan abgeschaltet. Man möchte einen Stresstest machen. In ein paar Jahren wird man versuchen wieder anzufahren. Mal sehen was dann los ist!

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huberwin 07.03.2012, 16:54
14. na da träumen sie mal weiter

Zitat von Thom-d
Tepco ist doch nicht schuld an dem Unglück, sondern der Tsunami. Außerdem hat die Regierung die Anlagen genehmigt und hatte die Kontrollaufsicht. Also ist eigentlich die Regierung der Hauptverantwortlicher und muß für den Schaden aufkommen. Also alles rechtens, wenn es aus Steuergeldern bezahlt wird. Ist ja auch kein großes Problem. Die 3 Unglückreaktoren haben Japan bis zum Unfall einen wirtschaftlichen Nutzen von ca. 130 Milliarden Euro gebracht. Dagegen ist der Schaden von 5 Milliarden durch das Unglück ein Nichts. Insgesamt hat die Atomenergie für Japan seit seinem Bestehen einen wirtschaftlichen Nutzen von ca. 3000 bis 5000 Milliarden Euro gebracht. Das alles muß man bei der Diskussion über Kernkraft immer im Hinterkopf behalten
und schauen sich einfach mal den film über tepco an

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Promethium 07.03.2012, 16:54
15. Hochriskante Kernenergie?

Hochriskante Kernenergie?

Unter japanischen Verhältnissen hätten wir z.B. über 700 tote Säuglinge weniger pro Jahr! Trotz der Tatsache das die Japaner unter Erdbeben, Tsunamis, Taifunen und 2 Atombomben zu leiden haben!

Japan ist mit der vielen Kernenergie bisher ganz hervorragend gefahren.

Die einseitige Betrachtungsweise die alles auf den SuperGAU reduziert nützt niemandem wirklich.

Alles hat zwei Seiten!

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rst2010 07.03.2012, 17:03
16. Relationen

Zitat von sysop
...Abermillionen radioaktiver Partikel ...
mit solchen Zahlen machen sie sich lächerlich. z..b. 2 Gramm Wasserstoff enthalten 6,023x10^23 Moleküle ('Partikel'); was in Fukushima freigesetzt wurde ist in Zahlen vielleicht noch, aber in Worten sicher nicht mehr fassbar.
Ihre Abermillionen von Partikel sind lächerlich wenig, die passen milliardenfach (noch viel, viel mehr) in einen Teelöffel. i.A: nennt man sowas Verniedlichung, was hier gänzlich unangebracht ist.

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moev 07.03.2012, 17:06
17. _

Zitat von achmed1
müssten deutlich machen, dass sie diese superteure und extrem gefährliche Energie nicht wollen.... Niemand in dieser Welt kann die Risiken, die weit in die nächsten Jahrhunderte reichen, ausreichend beziffern.
Nur geht es in der "Anklage" des Artikels nicht um Atomenergie, die ist dort nur das am auführlichsten beschriebene Beispiel.

Der Artikel kritisiert Chemiewerke, Ölbohrungen und Co. und das die nicht verschwinden weil die Menschen diese Dinger wollen.

Und ja, die Menschen wollen sie und nein, das ist kein wie auch immer geartetes fundamentales Problem

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Promethium 07.03.2012, 17:10
18.

Japans Energieimporte kosten das Land wegen der abgeschalteten AKWs mittlerweile 216 Milliarden Euro!

Das bedeutet, das eine Menge Geld für den wichtigen Bau höherer Deiche fehlt!

Und die höheren Deiche sind wichtig um Menschenleben zu schützen. Man muss Prioritäten setzen und der Tsunami hat nun mal 20.000 Menschen getötet und der SuperGAU keinen einzigen.

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rst2010 07.03.2012, 17:12
19. falsch

Zitat von Promethium
Hochriskante Kernenergie? Unter japanischen Verhältnissen hätten wir z.B. über 700 tote Säuglinge weniger pro Jahr! Trotz der Tatsache das die Japaner unter Erdbeben, Tsunamis, Taifunen und 2 Atombomben zu leiden haben! Japan ist mit der vielen Kernenergie bisher ganz hervorragend gefahren. Die einseitige Betrachtungsweise die alles auf den SuperGAU reduziert nützt niemandem wirklich. Alles hat zwei Seiten!
SuperGAU ist ein Unfall von einer Größe, auf die man nicht mehr vorbereitet ist. Gemäß den Statistiken müssten GAUs und SuperGAUs wesentlich seltener auftreten, als es bisher der Fall war; Mithin ist der Störfaktor/Fehlerquelle Mensch nicht ausreichend berücksichtigt.
Das Risiko für eine SuperGAU ist also durchaus existent und nicht zu gering. Was bei der Ukraine noch verschmerzbar war, kann sich aber ein extrem dicht besiedeltes Land wie Japan nicht leisten, nämlich den Verlust von großen Flächen auf unbestimmte (lange) Zeit. Natürlich fährt man mit einem System hervorragend, solange es gemäß den Erwartungen funktioniert. Das ändert aber nichts an dem Risiko.
Da auf einen SuperGAU nicht vorbereitet werden kann (dann würde man es GAU nennen), muss sogar explizit darüber diskutiert werden, alles darunter ist ja für die Betreiber händelbar, und stellt per Definion für die Anwohner keine Gefahr da.

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