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Katastrophen-Maschine 737 Max: Boeings teures Parkmanöver
Mario Tama/Getty Images/AFP

Seit der Katastrophe mit zwei Boeing-Flugzeugen bleiben fast 400 Maschinen des Typs 737 Max am Boden. Airlines und Aktionäre wollen Schadensersatz. Wie teuer wird das für den Flugzeughersteller?

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Amadablam 20.04.2019, 15:00
1. Schadenersatz?

Da bin ich, zumindest bei Aktionären, auf die Anspruchsgrundlage gespannt. Kann eigentlich nur durch Verstoß gegen Informationspflichten entstehen. Aktionäre haben grundsätzlich keinen Anspruch darauf, dass Boeing fehlerfreie Produkte herstellt. Und bei den Airlines müssen noch unverjährte Gewährleistungsansprüche bestehen, wenn sie nicht nachweisen können, dass Boeings Führungsriege bereits bei Auslieferung dezidiert von den Problemen mit der Software wußte.

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Spiegelleserin57 20.04.2019, 15:14
2. das kommt davon....

wenn man nicht ordentlich arbeitet und da hält sich mein Mitleid aber sehr in Grenzen. Pfusch zahlt sich nun mal nicht aus. Viel mehr sind die Opfer zu bedauern die ihr Leben lassen mussten.
Was mit den Aktionären ist sollte auch nicht interessieren. Sie haben durch ihre Gier nach Geld den Sparwahn noch unterstützt!

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Sonnefüralle 20.04.2019, 15:29
3.

Mein Mitleid gilt den Verstorbenen und den Angehörigen, nicht dem armen Konzern oder den Aktionären. Wenn die Gier keine Grenzen mehr kennt und daher die Sorge, hinter Airbus zurückzufallen, ausreicht, eine überhaupt erst eine derart zweifelhafte Konstruktion zu entwickeln (was ja schon unabhängig von der zweifelhaften Software, ein Unding in einem so sensiblen Bereich wie der Luftfahrt ist), muss jetzt eben die Konsequenzen tragen - die Betroffenen und ihre Familien müssen das ja auch! Und was dabei die Aktionäre betrifft: Ich nehme mal an, das gehört zum allgemeinen Risiko von Aktienkäufen, dass in dem Unternehmen, auf das man gesetzt hat, nicht so sauber gearbeitet wird, wie man sich das erhofft hat. Das ist dann doof. Aber wer das Risiko nicht tragen will, muss eben selbst arbeiten - statt sein Geld für sich arbeiten zu lassen.

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mats73 20.04.2019, 16:11
4. @1

zumindest vor dem 2. Absturz hat Boing offensichtlich von dem Software Problem gewusst- wie hätten sie sonst wenige Tage nach dem Unglück das Software Update ausliefern können, dass das Flugzeug wieder sicher macht!
Dazu das im Nachhinein lückenhafte Zulassungsverfahren und die Fehleinschätzung, dass die Piloten nicht geschult werden müssen bei gleichzeitigem Verschweigen des tatsächlichen Abweichungsumfang gegenüber dem Vorgängermodell.... die Klagegrundlage klingt nicht soo schlecht.!

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eulenstein 20.04.2019, 16:15
5. Zwar nur ein Nebensatz...

...der aber zeigt, wie sich heutzutage nach Trumpscher Machart ALLE Probleme lösen lassen: Einfach Umbenennen !
Was für ein Armutszeugnis.

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Gluehweintrinker 20.04.2019, 16:23
6. Hochmut kommt vor dem Fall...

Was mag sich der Orangene gefreut haben, als deutsche Autokonzerne zugeben mussten, dass sie eine Schummelsoftware installiert hatten. Vielleicht beinhaltet das Boeing-Desaster eine gewisse heilsame Wirkung. Obwohl..... man sollte nie zu viel erwarten. Vor allem nicht von Trump.

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w.diverso 20.04.2019, 16:25
7. Was wird sein?

In spätestens einem halben Jahr wird die 737 MAX wieder fliegen. Trump wird der FAA für eine schnelle Freigabe sicher von hinten herum das Messer ansetzen. Es geht ja um amerikanische Gewinne, da wird er Supergeschäftsmann alle Vorbehalte eigenhändig vom Tisch wischen. In einem Jahr werden wieder alle ohne Murren damit fliegen und sich nur sehr verschwommen an irgendwas erinnern was bei dem Flugzeug mal war. Boeing wird sicher noch einige Klagen von Hinterbliebenen am Hals haben und da auch nur bei den paar Amerikanern die dabei gestorben sind etwas großzügiger sein. Das andere sind halt Dritteweltbürger die doch bitte nicht so empfindlich sein sollen. In zwei Jahren kann sich fast niemand mehr an diese Vorfälle erinnern, nur in einigen Statistiken wird man noch Zahlen darüber finden. War immer schon so und wird auch bei diesen Vorfällen nicht anders sein.

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KR-Spiegel 20.04.2019, 16:28
8. Erinnert etwas an VW Dieselbetrug

Zitat von Amadablam
Da bin ich, zumindest bei Aktionären, auf die Anspruchsgrundlage gespannt. Kann eigentlich nur durch Verstoß gegen Informationspflichten entstehen. Aktionäre haben grundsätzlich keinen Anspruch darauf, dass Boeing fehlerfreie Produkte herstellt. Und bei den Airlines müssen noch unverjährte Gewährleistungsansprüche bestehen, wenn sie nicht nachweisen können, dass Boeings Führungsriege bereits bei Auslieferung dezidiert von den Problemen mit der Software wußte.
Das MCAS wurde der FAA und den Piloten verheimlicht. Dazu wurde es völlig unzulänglich durch Anbindung von nur einem Sensor integriert. Dazu noch das rabiate Verhalten des MCAS, was das Können der Piloten überforderte.
Da ist ein Verständnis für 'Fehler der Ingenieure und Management' nicht angebracht. Eher Täuschungsabsicht, die rücksichtslos bzgl. Menschenleben war. Wirtschaftlich wäre es zudem der Untergang von Boeing, wenn die 737 MAX nicht mehr flugtauglich wäre.

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vulcan 20.04.2019, 16:28
9.

Die meisten Passagiere wissen doch gar nicht, mit was für einem Flugzeug sie fliegen werden - höchstens, dass es von D nach Mallorca keine 747 sein wird, usw.
Von daher sehe ich keine Schwierigkeiten, wenn 737 Max8/9 wieder fliegen. Das ist dann eh bald vergessen. Weiterhin denke ich, dass, wenn die Flugzeuge ihre Neuzulassung (ich nenn's mal so) bekommen, sie auch sicher sind.
Hätte natürlich nie passieren dürfen, dass fehlerhafte software oder was nun immer genau verantwortlich ist, durch die ganzen Tests und Zulassungsprüfungen durchmarschiert und erst Flugzeuge abstürzen müssen, bevor man wirklich reagiert.
Das wird Boeing teuer zu stehen kommen, aber 'ins Straucheln'? Sehe ich noch nicht - Dafür ist allein schon Boeing Defense viel zu wichtig für die USA. Vom Rest ganz zu schweigen.
Wäre hier in Europa mit Airbus übrigens genauso. Sieht man ja auch bei VW.

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