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Kauf im Netz: Modeläden kommen nicht gegen Online-Boom an
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Der Onlinehandel wuchs im vergangenen Jahr schwächer als erwartet. Doch gerade die Modegeschäfte verlieren weiter Umsatz an Internet-Versender. Der Handelsverband glaubt dennoch an den Einkauf vor Ort.

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o.schork 19.05.2019, 12:15
10. symbiose

Onlinehandel und der innerstädtische Handel leben in einer Symbiose. Nur wenige Ausnahmemarken schaffen es, ohne Einzelhandel den für eine Marktdurchdringung notwendigen Hype aufzubauen. Als Vermieter weiß ich, dass die Ketten die Umsatzrückgänge im Einzelhandel gerne als Argument für notwendigerweise niedrigere Mieten nutzen. Der Empfehlung, "es doch dann bleiben zu lassen, wenn es unrentabel ist" will aber keiner folgen. Ganz einfach, weil man eben nicht darauf verzichten kann. Die genannten Umsatzverschiebungen müssen für ein Unternehmen nicht schädlich sein. Leiden werden die Unternehmen, die dem Kunden kein Kauferlebnis mehr verschaffen, ob online oder offline.

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Hamberliner 19.05.2019, 12:16
11. Re: Vieles spricht für den Onlinehandel

Zitat von Hyacinth
Wenn ich online bestelle, brauche ich max. eine halbe Stunde bis ich das gewünschte Produkt gefunden habe. Meine Retouren gehen übrigens gegen Null. Würde ich heute in die Stadt gehen, um beispielsweise nach einer weißen Schößchenbluse zu suchen, ginge dem entweder die Parkplatzsuche voraus oder kämen enorme Parkgebühren obendrauf.
Wenn ich vor Ort im RL kaufe, brauche ich max. eine Viertelstunde, bis ich das gewünschte Produkt physisch besitze. Inkl. anfassen, ggf. Anprobe, Berartung und genaue Kontrolle, ob es auch wirklich nicht in der VR China hergestellt wurde. Parkplatzsuche und Parkgebühren sind mir fremd, denn mein KfZ wird am Rand des Bürgersteigs oder ein paar Meter in der Fußgängerzone zwischen Baum und Papierkorb, wo es nicht im Weg steht, generell geduldet, das ist europaweit so, außer in Reykjavik. Es steht (fast) beim Geschäft vor der Tür, und ich kann jeden Einkauf im Seitenkoffer oder Topcase verstauen um unbeschwert den nächsten zu tätigen. Danach kann ich vor Ort noch eine Pizza, ein Eis oder einen Kaffee genießen, die Schadenfreude über Online-Süchtige ebenso, und zwar im Sommer draußen mit dem quirligen prallen Leben oder einem See-Panorama vor der Nase. Dieser Zeitraum hat auch den Vorteil, dass ich nicht zuhause bin, so dass kein DHL-Fahrer erwarten kann dass ich meine Erdgeschoss-Wohnung als kostenloses Auslieferungslager für die Zalando- oder Amazon-Bestellungen meiner Nachbarn hergeben muss, die ihre Online-Käufe nicht zuende durchdacht haben.

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Pfaffenwinkel 19.05.2019, 12:34
12. Überangebot

in meinem kleinen Wohnort ist jeder zweite Laden ein Modegeschäft. Weil sie sich gegenseitig auf die Füße treten, machen sie auch wenig Umsatz. Das ist hausgemacht.

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Sibylle1969 19.05.2019, 12:46
13. @9 yabba-Dabba-doo

Stimmt, die Zeil ist an Samstagen ziemlich voll, aber ich geh eigentlich nur zweimal pro Jahr Klamotten kaufen, einmal im Herbst und einmal im Frühling. Meist unter der Woche abends, da ist es nicht so voll. Ich weiß, in welchen Geschäften ich meist was finde, das sind Karstadt, Kaufhof und Peek&Cloppenburg sowie bei Schuhen Görtz. Ich habe keine feste Marke, die ich immer wieder kaufe. Ich wohne auch in Fahrradnähe zur Zeil, in 10 Minuten bin ich da und parke mein Rad an einem der zahlreichen Fahrradständer direkt vor dem Laden. Alles andere als die Zeil macht für mich keinen Sinn.

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shardan 19.05.2019, 12:48
14. Schlüsselbranche für vitale Stadtzentren

Schlüsselbranche? Mag sein. Fragt sich nur, wozu dieser Schlüssel passt. In meiner Heimatstadt reihen sich zwei Modeläden an ein Schuhgeschäft. Andere Geschäfte? Lebensmittel? Praktisch nicht mehr zu bekommen, nur noch am samstäglichen Wochenmarkt. Ob das Resultat ein vitales Stadtzentrum ist? Die wochentäglich selbst bei schönem Wetter ziemlich leere Fußgängerzone sagt mir da doch was anderes. Auch in meiner heutigen Wohnstadt (kleinere Großstadt 340K Einw.) sieht es ähnlich aus. Viele Mode- und Schuhgeschäfte, die Handyanbieter sind noch vertreten... die alte Mall, zwar in die Jahre gekommen aber gemütlich, wurde abgerissen. Statt dessen ein Protztempel in Angeberarchitektur, gemütlich wie ein Operationssaal. Mieten exorbitant, in der Folge eben auch exorbitante Preise. Statt der gemütlichen alten Pizzeria und anderer Restaurants gibt es jetzt "Asian health food", Sushi usw - unbezahlbar teuer. Ein Innenstadtmagnet. Ja - für Auswärtige, die der Werbetrommel gefolgt sind, als die neue Mall eröffnet wurde. Fragt sich, wie lange die kommen und den Stadtbewohnern die Parkplätze wegnehmen. Danach wird die Fußgängerzone auch hier ein PLätzchen für die hier recht dünne Oberschicht - andere können sich diese Preise kaum leisten. Den normalen Einkauf macht da schon lange keiner mehr. Zu teuer und Lebensmittel gibt's eh nicht. Wenn ein Stadtzentrum, eine Fußgängerzone wirklich Lebensmitte der Stadt sein soll, gehören dazu eben auch Lebensmittel. Wer in den Supermarkt fährt, bekommt da alles und zu erträglichen Preisen. Der bewegt sich dann mit dem Einkauf nach Hause, nicht in die Innenstadt. Ob viele Kunden in der Stadt kaufen, was sie sich vorher online angesehen haben, würde ich sehr stark bezweifeln. grade im Internet-starken Consumer Electronic Bereich ist es eher umgekehrt. Vom Händler beraten lassen und dann billigst im Internet einkaufen ist da nach meiner Erfahrung eher die Regel. Die Hersteller ud Händler brauchen den Handel vor Ort, in teuerster Lage? Wie lange dauert es, bis die Mieten dann auch im Onlinehandel durchschlagen und der Kunde zum kopierten Billigkleid greift? Von mir aus können die Modegeschäfte in den Innenstädten gern gesund schrumpfen. Macht Platz für Güter des täglichen Bedarfs, dann geh ich auch wieder in die Innenstadt. Wäre auch ganz gut für die Mieten, denn derzeit bezahlen die Läden nahezu jeden Preis für die 1A-Lage.

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rauschgiftengel 19.05.2019, 14:11
15. Wer hat denn noch Zeit...

... im stationären Modehandel, also in den Innenstädten oder den stadträndischen Einkaufszentren (der ersten großen Konkurrenz der Innenstädte!) einkaufen zu gehen? Arbeitszeiten werden immer mehr entgrenzt bzw. flexibilisiert. Immer weniger Leute haben Zeit und Muße, um sich einen Nachmittag mit Klamottenstöbern aufzuhalten. Selbst wenn wir annehmen, dass das pro Kopf Arbeitsvolumen nicht unbedingt steigt im Durchschnitt, so sind es eben doch die Wechselschichten, das Arbeiten auf Abruf (insbesondere, Ironie lass nach, im Textil-Einzelhandel) und die Zunahme von Teilzeitjobs (immer häufiger auch mehrere davon pro Erwerbsperson). Darum beissen sich die Forderungen nach längeren Öffnungszeiten hier auch in den eigenen Schwanz. Und meine Güte, all das Gejammer von wegen "Mimimi, keine Parkplätze in der Innenstadt!"... ja liebe Dorf- und Stadtrandbewohner, dann fahrt doch zu euren meist "auf der grünen Wiese" gebauten Einkaufszentren und Outlet-Parks. Viele Großstädter können gerne auf die Einpendler verzichten, die hier zum Verkehrskollaps beitragen. Die Innenstädte müssen Lebens- und Erlebensqualität bieten, damit man sich dort gerne aufhält, zusammenkommt, trinkt, isst, einkauft, eine gute Zeit hat.

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mistermoe 19.05.2019, 14:32
16.

Zitat von Hamberliner
Wenn ich vor Ort im RL kaufe, brauche ich max. eine Viertelstunde, bis ich das gewünschte Produkt physisch besitze. Inkl. anfassen, ggf. Anprobe, Berartung und genaue Kontrolle, ob es auch wirklich nicht in der VR China hergestellt wurde.
Da scheinen Sie aber zu einer sehr seltenen Spezies zu gehören, quasi ein Standard-Mensch. Ich gehe aus mehreren Gründen selten in Innenstädten einkaufen: Erstens ist es meistens viel zu voll (unter der Woche gehen geht aus Arbeitszeitsgründen nicht, bleibt also nur das Wochenende). Zweiten gibt es selten bis nie etwas in meiner Größe, versuchen sie Mal Jeans mit Länge 30 zu bekommen, das gleicht einem Lottospiel. Und drittens sind die meisten "Verkäufer" völlig unfähig, so ist die Antwort auf die Frage nach Jeans Länge 30 meist" Führen wir nicht, wird aber oft nachgefragt, aber sie können ja eine längere Abschneiden". Leider ist das mit dem Abschneiden so ne Sache, meistens sieht das das etwas merkwürdig aus. Davon abgesehen sind die meisten selbst mit einfachen Fragen wie "Wo befinden sich denn die Sweat-Jacken" völlig überfragt, Standardantwort: "Da muss ich eine Kollegin fragen." Von evtl. Beratung mal ganz zu schweigen.
Und dann kommt noch das Hauptproblem: Es gibt bei den Größen keinen Standard - d.h. das ich je nach Hersteller Kleidung in S oder XL kaufen muss, wobei dann die passende Größe leider meist gerade nicht vorrätig ist.

Wenn ich mich also eh schon selber beraten muss und die benötigte Größe eh nicht vorrätig ist, dann kann ich auch gleich online kaufen und die gesparte Zeit dafür verwenden mich in ein gemütliches Kaffee zu setzen, welches sich definitiv nicht in einer Einkaufsstraße befindet.

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thequickeningishappening 19.05.2019, 15:16
17. Und bei uns gibt's Den Op Shopp

Wer sich auskennt Der findet (auch nagelneue) Designer Klamotten zum Schnäppchen Preis. Kylie Minogue kaufte in Einem Solchen Ihr berühmtestes Teil Das später für Eine stolze Summe versteigert wurde.

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calinda.b 19.05.2019, 15:38
18. "Vitale Stadtzentren"

Süß, dass die noch immer an so was glauben. Es sind bloß noch Frisöre, Bäcker, Eisdielen, Handyläden, Kebabs und aus unerfindlichen Gründen, Immobilienheinis in den Stadtzentren zu finden.

"Der Handelsverband glaubt ..."

Ja, der Glauben.

"Viele Kunden wollen sich online ein Bild machen und dann im Geschäft vor Ort einkaufen"

Umgekehrt wird ein Schuh daraus. Die Leute schlendern durch zig Geschäfte, probieren an ob die Größe passt, ein schnelles Photo mit dem Handy und ab ins nächste Geschäft anprobieren.
Keine Warteschlangen an der Kasse, kein Schleppen.

Dann zuhause auf dem Großbildschirm vergleichen wie die Dinger an sich selbst aussehen und dann werden die Schönsten bei Amazon bestellt.

Die Teens sind noch besser, die kaufen das Teil direkt online mit dem Handy für billiger, noch während sie im Geschäft sind, nachdem sie anprobiert haben.

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toll_er 19.05.2019, 15:45
19. selbst verschuldet

Auch bei Bekleidung: mittlerweile Servicewüste. Nach meinen Erfahrungen beim Elektrogerätekauf: Kühl/Gefrierkombination (haben wir nicht auf Lager, erst auf mein Nachfragen:Ja, können wir bestellen, aber wie lange das dauert, wissen wir nicht - Kabelreceiver: keine im Laden, wieder meine Frage, welche gibt es denn? Können wir erst sagen, wenn wir wieder Ware haben, wann die vor Weihnachten kommt wissen wir nicht - das war am 26.11.!!...) nun auch beim Jeanskauf : Superberatung: Jeans? Da hinten rechts. Frage nach bestimmter Größe: Schauen Sie den Stapel doch einfach durch... Fazit: Diese Läden haben keine Daseinsberechtigung mehr. Weg damit. Ach ja: Kühlschrank im Internet bestellte: 2 Tage spätet geliefert. Receiver kam schon am nächsten tag! 2 Jeans nach 2 Tagen, passten.

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