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Kauf im Netz: Modeläden kommen nicht gegen Online-Boom an
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Der Onlinehandel wuchs im vergangenen Jahr schwächer als erwartet. Doch gerade die Modegeschäfte verlieren weiter Umsatz an Internet-Versender. Der Handelsverband glaubt dennoch an den Einkauf vor Ort.

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mens 19.05.2019, 21:52
40. Alle aufs Dorf

Wenn man hier die Kommentare ließt könnte man meinen es gäbe eine latente Stadtflucht. Alle scheuen die Stadt und bestellen vom Dorf aus. Für mich ist es die Wahl zwischen Pest und Cholera. Im Elektromarkt gibt es nur noch Schunkel-CDs und Top10. Im Klamottenladen liegt noch ein T-Shirt in XS (wer bestellt da eigentlich die Größen? Dumme?) und im Swoosh-Mega Store steht man an der Kasse und kann die Schuhe die man schon in den Händen hält nicht mitnehmen, weil man den Gutschein nur Online einlösen kann (CO2 Abdruck wie ein Mammut). Online hingegen schickt man dir Schrott oder nicht passende Sachen. Retoure, ist aber für viele kein Problem. Mich nervt es aus Prinzip. Denn das System bildet nicht die echten Kosten ab. Dumpinglöhne, Neuware im Müll, Umweltschäden.... da muss sich noch was tun.

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emil7685 19.05.2019, 22:10
41.

Zitat von mens
Wenn man hier die Kommentare ließt könnte man meinen es gäbe eine latente Stadtflucht. Alle scheuen die Stadt und bestellen vom Dorf aus.
Ich sehe das umgekehrt. Ich glaube eher dass die Städter mehr online bestellen als die Leute in den umliegenden Dörfern. Für den Dorfbewohner ist es wenigstens noch ansatzweise ein Event, an einem freien Tag in die große Stadt zu fahren und shoppen zu gehen.
Der Großstadtbewohner ist nur noch genervt von der Innenstadt.
Parken schlecht, Straßenmusikanten/Zeitungs-Abo-Belästiger/Tierschutzvereine neven bei jedem Schritt, alle guten alten Läden gibts nicht mehr. Durch alle Essensstände hat man sich schon durchgearbeitet und die Sehenswürdigkeiten sind seit zwanzig Jahren schon abgearbeitet.
So sehe ich das zumindest.

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ctwalt 19.05.2019, 22:10
42. www

Wenn ich binnen Minuten 10 Mey TShirts, 12 Paar Falke Socken o.ä. bestellen kann, brauche ich keinen stationären Händler. Wenn ich bei Vente Privee 60-70% für Bergans, Schöffel, North Face u.Ä. sparen kann, weiß ich doch, an welcher Art Händlerschaft die Hersteller interessiert sind.

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territrades 20.05.2019, 00:24
43. "Vitale Innenstadt"

Vitale Innenstadt = Vitale Kapitalerträge für Investmentfonds die hohe Mieten für ihre Immobilien in der Innenstadt verlangen, so dass sich diese Mieten sich nur noch Modeketten leisten können, die ihre Ware billigst in Asien herstellen lassen und dann mit viel Marketing für ein Vielfaches des Warenwertes an den Konsumenten verkaufen. Die Monotonie in den Innenstädten nervt nur noch, mittlerweile gibt es von Lübeck bis Barcelona den gleichen Schund!

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Grünspahn 20.05.2019, 08:47
44.

Wie üblich prallen hier 2 Lebenswelten aufeinander und jeder will recht haben. Ich wohne auf dem Land, die nächste Stadt ist 20 Auto-Minuten entfernt, dann bin ich da wo ich hin will. Mit dem ÖPNV sind es 1+ h und wenn wir zu zweit unterwegs sind kann ich für den Preis auch 100 km hin- und zurück in das nächste Outlet-Center fahren. Dauert auch nicht länger. Wenn ich mal einen Anzug brauche fahre ich in die Stadt. Bei Hemden weiß ich welche Marke, Größe und welcher Schnitt mir paßt und beim Rest ist es auch nicht schwer. Warum sollte ich mir da die Stadt antun? Fähige Verkäufer sind Glückssache. Für Schuhe gibt es eine regionale Kette, die im Nachbarort eine Zweigstelle hat. Bei meinen Hobbies bin ich eh auf das Internet angewiesen. Wer mit in einer Großstadt wohnt wird das anders sehen, für mich ist der Versandhandel eine prima Alternative. Meine Frau kauft fast ausschließlich im Outlet, die Verkäuferinnen dort sind mindestens so freundlich, wie in der Stadt und haben wenigstens Marken bezogene Fachkenntnisse.

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spon-facebook-1797242984 20.05.2019, 09:32
45. indirekte Subvention

wie schon ein Vorredner meinte die wahren Kosten des Onlinehandels werden einfach sozialisiert
z.b.
Retouren: KFZkosten, Umwelt,Straßenmehrnutzung, Nachbarschaftliche Annahme =sozialisiert

Steuern: Keiner der onlinegiganten zahlt faire Steuern wie der kleine Einzelhändler es muß. Schon gar nicht im Land des Umsatzes = steuersubvention durch wegschauende Staatsmacht

Umwelt:
Belastung durch Lieferverkehr, Müllretouren, Versandabfall (kann man den an Amazon und co.zurückschicken?) Der Einzelhändler muß Umverpackungen ja auch im Laden entsorgen und und und


will sagen hier wird in vielen Bereichen mit gezinken Karten gespielt und es totgeschwiegen.

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andiwe 20.05.2019, 10:16
46. Selbstgemachtes Problem

Zu einem guten Teil sind die Modegeschäfte auch selbst an ihren Problemen schuld: Ich habe meine Maße in den letzten 30 Jahren praktisch nicht geändert. Trotzdem bekam ich vor 20 Jahren noch in jedem Laden eine Hose, heute praktisch nirgends mehr außer bei C&A oder ähnlichen Läden. 90% aller kleinen Läden, z.B. auch alle H&M beenden ihr Programm bei XL oder haben eventuell noch 1-2 Teile in XXL, aber nicht mehr. Auf der anderen Seite sagt jede Statistik, dass die Bevölkerung im Durchschnitt eher schwerer wird. Meiner Schätzung nach haben die meisten Boutiquen nur für 30-40% aller Männer überhaupt passende Hosen im Angebot, die größeren vielleicht noch für 50-70%. Dann ist es kein Wunder, wenn die Kunden lieber im Internet bestellen, selbst wenn es 2 Runden braucht für die richtige Größe.

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neurobi 20.05.2019, 10:22
47.

Zitat von Sibylle1969
Ich habe bisher erst wenig Kleidung online gekauft, aber die Ware war zu drei Viertel eine Enttäuschung und musste zurückgeschickt werden. Daher bleibe ich dabei, meine Kleidung im stationären Handel zu kaufen und vorher anzuprobieren. Nur in Ausnahmefällen (Kleidung nur online erhältlich) werde ich online kaufen. Aber da bin ich wohl eine Ausnahme. Bei uns im Haus wohnte mal eine junge Frau, die bekam 2-3 Pakete von Zalando pro Woche. Ich war auch mal im Zalando-Outlet in Frankfurt, wo die Retouren billig verramscht werden. Auch da nichts vernünftiges dabei: viele Schuhe, die man im Alltag nicht tragen kann (extreme High Heels...) oder Schuhe mit deutlichen Tragespuren. Dann viele Kleider und Oberteile mit schwierigen Schnitten, dh solche, die nur sehr wenige Frauen tragen können. Für mich ein klares Zeichen, dass man von einem Bild nicht wirklich beurteilen kann, ob einem ein Kleidungsstück passt und steht. Ohne die kostenlose Rücksendung ist das Geschäftsmodell von Zalando & Co tot.
Sehe ich genauso.
Ausserdem macht ein Einkaufsbummel durch die Läden ja auch Spaß, sogar mit als Mann.
Klamotten kaufe ich zu 95% im Laden. Selbst Elektonik kaufe ich meist im Laden. Nur was ich dort nicht finde oder nur zu deutlich höheren Preis, kaufe ich im Netz und selbst dann am liebsten bei Shops, die auch Läden haben.
Ausnahme vielleicht Elektrokleinteile, die es bei bestimmten Online-Händlern deutlich günstiger gibt. Und meinen nächsten PC werde ich wohl auch Online kaufen, da ich den nur so auf meine Bedürfnisse optimal zusammenstellen kann.

Von daher lasse ich mir den Spaß nicht entgehen, vor allem solange ich auch noch auf dem Weg dorthin Spaß habe und mein Fahrzeug selbst lenken kann.

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neurobi 20.05.2019, 10:34
48.

Zitat von mistermoe
Da scheinen Sie aber zu einer sehr seltenen Spezies zu gehören, quasi ein Standard-Mensch. Ich gehe aus mehreren Gründen selten in Innenstädten einkaufen: Erstens ist es meistens viel zu voll (unter der Woche gehen geht aus Arbeitszeitsgründen nicht, bleibt also nur das Wochenende). Zweiten gibt es selten bis nie etwas in meiner Größe, versuchen sie Mal Jeans mit Länge 30 zu bekommen, das gleicht einem Lottospiel. Und drittens sind die meisten "Verkäufer" völlig unfähig, so ist die Antwort auf die Frage nach Jeans Länge 30 meist" Führen wir nicht, wird aber oft nachgefragt, aber sie können ja eine längere Abschneiden". Leider ist das mit dem Abschneiden so ne Sache, meistens sieht das das etwas merkwürdig aus. Davon abgesehen sind die meisten selbst mit einfachen Fragen wie "Wo befinden sich denn die Sweat-Jacken" völlig überfragt, Standardantwort: "Da muss ich eine Kollegin fragen." Von evtl. Beratung mal ganz zu schweigen. Und dann kommt noch das Hauptproblem: Es gibt bei den Größen keinen Standard - d.h. das ich je nach Hersteller Kleidung in S oder XL kaufen muss, wobei dann die passende Größe leider meist gerade nicht vorrätig ist. Wenn ich mich also eh schon selber beraten muss und die benötigte Größe eh nicht vorrätig ist, dann kann ich auch gleich online kaufen und die gesparte Zeit dafür verwenden mich in ein gemütliches Kaffee zu setzen, welches sich definitiv nicht in einer Einkaufsstraße befindet.
Sie haben Probleme mit Länge 30? Bei 28 könnte ich sie verstehen, die gibt es seit der Pleite einer Jeansladenkette vor über 10 Jahren eigenlich nicht mehr. Aber mit 30 habe ich überhaupt kein Problem.

Dass es nur noch wenige sehr gute Verkäufer in den Läden gibt, die einen nur ansehen müssen und drei passende Modelle anschleppen, liegt wohl daran, dass diese zu teuer sind.

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isikat 20.05.2019, 10:58
49. Stimmt

Auf einen Internetauftritt kann tatsächlich nicht mehr verzichtet werden. Auch ich informiere mich vorher, was die Geschäfte überhaupt anbieten und ob es meine Geschmacksrichtung ist, dann kann ich mir einen Großteil meiner Zeit für unnötiges Abklappern ersparen. Ich bin eigentlich jemand, der die Ladengeschäfte noch unterstützen will und den örtlichen Handel. Allerdings verzichte auch ich darauf, wenn die Autos aus den Städten verbannt werden. Dann ist es mir aufgrund körperlicher Einschränkungen gar nicht mehr möglich, in den Städten einzukaufen. Zudem ist es ein riesiger Kraftakt, Einkäufe mit sich herumzuschleppen und am Ende in öffentlichen Verkehrsmitteln zu transportieren. Nein danke, dann lieber online. Es war schon schwierig genug durch die mühsame Parkplatzsuche und viel zu teure Parkhäuser. Aber mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahre ich ganz sicher nicht mehr in die Stadt. Die Politik zerstört damit den örtlichen Handel, das ist ein Fakt. Und nicht nur den. Auch die Gastronomie wird dann nach und nach aus der Stadt verschwinden. Wer will schon mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Essengehen fahren? Ein weiterer Grund ist, dass selbst die teuersten Klamottenmarken fast nur noch Plastikklamotten produzieren lassen, und das dann auch noch in Asien. Ich gebe mich nicht damit zufrieden, Kunstfaserkleidung mit einem homöopathischen Alibi-Anteil Naturfaser zu kaufen. Ich will meine Kleidung komplett aus Naturfaser - und die kann ich dann leider nur gezielt im Internet suchen und finden. Und das sind dann oft unbekannte Marken, die man im örtlichen Handel gar nicht bekommt. Nicht zuletzt haben auch die Modemacher ihren Anteil am Sterben der Ladengeschäfte und Modemarken, wenn sie den Verbrauchern jahrelang ihr Modediktat aufs Auge drücken wollen, oft um einfach Stoff zu sparen. Die Vokuhilamode gibt es nun schon seit Jahren, obwohl sie eigentlich keiner mehr will, weil damit jede Frau pseudoschwanger aussieht. So hässlich - vorne kurz und hinten lang. Und es gibt kaum noch längere Oberteile, alles ist viel zu kurz. Obwohl die engen Hosen und Leggings regelrecht nach längeren Oberteilen schreien, weil sie nur damit gut aussehen. Zudem liest man doch immer, dass zuviele Menschen übergewichtig sind. An denen sieht es gruselig aus, wenn sie mit kurzen Oberteilen herumlaufen müssen und keine Speckröllchen oder den Bauch kaschieren können. Und sieht man sich den Maschenverlauf der teuersten T-Shirts genau an, dann stellt man fest, dass die Maschenreihen fast durchweg schräg nach oben laufen, was darauf schließen lässt, dass beim Zuschneiden auf Teufelkommraus Stoff gespart wird. Nach dem Waschen hat man dann den Salat: die Teile sind verzogen und nicht mehr in Form. Und dafür ist man dann vorher stundenlang in der Stadt herumgerannt?
Es gibt viele Gründe, warum der Zulauf in die Geschäfte zurückgeht und weiter zurückgehen wird.

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