Forum: Wirtschaft
Kauf von Staatsanleihen: Spaniens Premier schwört Merkel auf EZB-Kurs ein
AFP

Im Kampf gegen die Euro-Krise will die EZB massive Markteingriffe beschließen, zeitgleich trifft Angela Merkel den spanischen Premier Rajoy. Der will die Kanzlerin dazu bewegen, dem neuen Kurs der Notenbanker zuzustimmen: "Prinzipien sind wichtig, aber manchmal muss man flexibel sein."

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elwu 06.09.2012, 07:33
1. Es geht nicht nur um Prinzipien,

sondern vor allem um Verträge, und um betrogene Völker.

Und nun sind offenbar 4,8% das Ziel, das Rajoy gerne für die Zinsen sehen würde. Es sind aber nicht die tatsächlich geforderten 6,8% "zu hoch" sondern die spiegeln exakt wieder, wie die spanische Volkswirtschaft zu Recht real eingeschätzt wird..

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seine-et-marnais 06.09.2012, 07:37
2. Draghistan, oder wenn die Politik in Deckung geht

Zitat von sysop
Im Kampf gegen die Euro-Krise will die EZB massive Markteingriffe beschließen, zeitgleich trifft Angela Merkel de
Draghistan ist der neue Name von Euroland. Hier wird keine Krise mehr geloest, hier wird nur eine Krise bis zum immer bittereren Ende verlaengert.
Konkret heisst der Schritt nichts anderes,

1. je schlimmer der Zustand eines Staates/einer Volkswirtschaft, je hoeher also die Zinsen fur Anleihen, desto eher kauft die EZB diese Anleihen auf.
2. Was passiert eigentlich wenn die EZB nach einiger Zeit, trotz der angesagten Liquiditaetsminderung an anderer Stelle, auf jeder Menge nicht zurueckzahlbarer Anleihen sitzt?
3. Das ganze ist nur noch eine wahnsinnige Spekulation am Finanzmarkt, die Realwirtschaft befindet sich in einer tiefen Krise, die Arbeitslosenzahlen explodieren (wohl bald auch in Deutschland), der Mitttelstand geht kaputt, der 'einfache' Buerger zahlt die Zeche.

Die Politiker haben die Verantwortung abgegeben, sie haben den Bankern gesagt 'Macht doch euern Dregg alleene' sie haben ihnen Prokura erteilt. Wer traegt eigentlich die politische und moralische Verantwortung in 'Draghistan'? Wer kann eigentlich die EZB und Draghi belangen fuer das was er da macht. Goldman Sachs zum ewigen Gedenken.

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Worldwatch 06.09.2012, 07:40
3. Das "einschwoeren" des span.Premiers ...

... ist entweder als 'Racheschwur' aufzufassen, oder als Auffoderung zum weiteren, umfassenderen Meineid!

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duiveldoder 06.09.2012, 07:50
4. Wenn die Spanier Flexibilität als Stichwort nutzen

Können sie selber damit anfangen. Bisher sind Italien, Belgien, Spanien extrem inflexibel. Griechenland zeigt eigentlich sehr wohl Flexibilität. Nur leiden sie unter 30 Jahre Misswirtschaft. Auch Portugal und Irland zeigen ein hohes Mass an Flexibilität mit der Krise umzugehen. Aber gerade Belgien das ausschliesslich von der EU lebt und seinen Wohnungsmarkt um 60% aufgeblasen hat, und damit noch mehr als Spanien, als auch Spanien selber und Italien haben eigentlich nur eine Antwort:"Wir leben weiter so und lassen die Deppen in NL, LUX, D, AT, FIN und einigermassen Frankreich einfach dafür zahlen."
Das ist keine Flexibilität, das ist Betrug und gehöret vor Gericht!

Lieben Gruss aus NL an unsere "Freunde" im Süden.

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diamorphin 06.09.2012, 07:52
5. Absurd

Zitat von sysop
Im Kampf gegen die Euro-Krise will die EZB massive Markteingriffe beschließen, zeitgleich trifft Angela Merkel de
"Manchmal muss man eben flexibel sein" - sieht Monti genauso, wenn er dazu aufruft, die nat. Parlamente auszuhebeln und faktisch die Demokratie abzuschaffen (bzw zu umgehen). Und auch beim Brechen jeglicher Kriterien, die in Verträgen festgelegt waren, zeigt man sich in der EU nur zu gerne "flexibel".

Ich will gar nicht wissen, was gewisse Politiker auch in Zukunft etwa darunter verstehen, "flexibel" zu sein, z.B. wenn es um das Niederschlagen von Aufständen wie in Griechenland gehen wird.

Aber wehe, es geht um solche Dinge wie etwa Glühbirnen, dann ist fertig mit Flexibel sein (ja, ich weiss, das hat eigentlich nichts miteinander zu tun, schon klar - krank und absurd ist es aber trotzdem), schliesslich ist sowas ja viel wichtiger als etwa die Einhaltung von Schuldenbremsen und Reformen anzuregen.

Freundliche Grüsse
diamorphin

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Social_Distortion 06.09.2012, 07:56
6.

Zitat von sysop
Im Kampf gegen die Euro-Krise will die EZB massive Markteingriffe beschließen, zeitgleich trifft Angela Merkel de
Schau an, jetzt kommen sie alle aus ihren Löchern gekrochen - die Leute die alles haben, und nichts dafür tun wollen.

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anderton 06.09.2012, 07:59
7. Schandfrieden 2.0!

Zitat von sysop
Im Kampf gegen die Euro-Krise will die EZB massive Markteingriffe beschließen, zeitgleich trifft Angela Merkel de
Die EU muss jetzt also mit der Notenpresse gerettet werden. Was für ein jämmerlicher Verein! Die Politversager glauben doch nicht ernsthaft, dass sich die Bürger mit so einem Verbrecherverein, der sich über jedes geltende Recht hinwegsetzt, identifizieren wollen und Begeisterung aufbringen? Ich lach mich tot! Welche Werte sollen denn mit diesem Europa oder dieser EU vermittelt werden? Ich hoffe dieses unsägliche und undemokratische Gebilde verschwindet bald von der Bildfläche! Schlimm genug, dass wir jetzt auch noch mittels EZB und ohne Mitspracherecht auch noch für die Schulden der Spanier und Italiener arbeiten und haften sollen.

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MtSchiara 06.09.2012, 08:01
8. Rajoy will das Problem nicht verstehen

Zitat von Rajoy
Die Zinsen für spanische Anleihen seien mit etwa 6,8 Prozent um zwei Prozentpunkte zu hoch. Das spiegelt Rajoy zufolge nicht den Zustand der spanischen Wirtschaft wider. Grund sei vielmehr "der Zweifel am Euro".
Rajoy hat das Problem nicht verstanden. Grund sind nicht Zweifel am Euro, sondern das Wissen der Anleger, daß es sich bei Spanien um eine Demokratie handelt. Demokratie bedeutet, daß die Wähler bei der nächsten spanischen Wahl die aktuelle Regierung und ihren Konsolidierungskurs abwählen und andere Politiker wählen können, die sich durch mehr Geldausgeben Wähler kaufen wollen. Da zehnjährige Anleihen über zweineinhalb Legislaturperioden dauern, wird nicht nur die aktuelle wirtschaftliche Situation, sondern auch die Unvorhersehbarkeit der spanischen Wähler mit eingepreist. Grund ist somit nicht der Zweifel am Euro, sondern der Zweifel am spanischen Wähler.

Zitat von Rajoy
"Es ist jetzt besonders wichtig, dass sich die ganzen Unsicherheiten um den Euro auflösen und wir uns wieder zu vernünftigeren Zinsen finanzieren können", sagte Rajoy der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".
Das ganze erzählen Mittelständler bei ihrer Bank auch, nur daß es hier nicht um Unsicherheiten beim Wähler, sondern beim Kunden geht. Leider stoßen sie bei Banken nicht auf das gleiche Verständnis, daß Rajoy hier für sich verlangt.

Zitat von Rajoy
"Prinzipien sind wichtig, aber manchmal muss man flexibel sein."
Meinen Vertragspartnern versuche ich das auch immer zu erklären, aber die sind von meiner Forderung nach mehr "Flexibilität" meist weniger überzeugt. Dort heißt es dann: "Pacta sunt servanda!". Und wer ist "man"?. Der, der die Party bezahlen soll, ist das deutsche Volk. Und dem deutschen Volk wurde vorher von Spanien und Frankreich versprochen, der Euro werde so hart wie die Deutsche Mark. Sollte es in einer Demokratie dann nicht auch dazu befragt werden?

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hollodrio 06.09.2012, 08:01
9. Markteingriffe nur zugunsten der Kapitaleigner

"Radikale Markteingriffe" sind offensichtlich auch gegen alle Beteuerungen von Finanzexperten möglich - aber nur zu Gunsten von Kapitaleignern. Wenn Eingriffe wie Derivateverbot, Transaktionssteuer oder höhere Kapitalertragssteuer diskutiert werden, dann sind die stets Teufelswerk...

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