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Kaufhäuser in der Krise: "Da hängt der gleiche Anzug zwei Jahre an der gleichen Stell
DPA

Karstadt und Kaufhof verhandeln über eine Fusion, um im Wettbewerb mit Amazon oder Primark endlich bestehen zu können. Ex-Karstadt-Manager Gert Hessert erklärt, was das für Innenstädte und Mitarbeiter bedeutet.

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Cypher 30.07.2018, 13:46
1. Erlebniswert, ha ha ha!

Meines Erachtens zeigt das Interview, daß dieser Herr immer noch nicht verstanden hat, warum ich online einkaufe.

Ich kaufe online ein, weil ich im Kaufhaus nicht finde, was ich kaufen möchte. Und hier liegt die Betonung auf "finde". Wer zu, Beispiel die Waren in nach Marken getrennten "shops" verteilt, so daß ich zwei Stunden brauche, um einen gestreiften Pulli in Größe 158 zu finden, macht halt mit mir kein Geschäft. Da helfen tonnenweise Deko und Glitzer auch nicht.

Wenn ich mir schon die Zeit nehme, extra in die Stadt zu fahren, will ich auch mit dem Gewünschten wieder nach Hause fahren. Wenn das öfters nicht klappt, bleibe ich gleich zuhause und genieße nach einer halben Stunde "Shopping" bei Amazon und Konsorten meinen grünen Garten (auch wenn er genau gesagt momentan eher heufarben ist).

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aktiverbeobachter 30.07.2018, 13:46
2. letzte chance

Defintiv letzte Chance, um überhauot noch einige Arbeitsplätze zu erhalten. Ich bezweifele allerdings, dass das dauerhaft funktionieren wird. Der Onlinehandel ist einfach viel zu stark und vor allem attraktiv für den Kunden geworden. Da hat der stationäre Handel, so wie er derzeit gelebt wird keine Chance. Eine Chance hat er nur, wenn er den einzigen wirklichen Nachteil des Onlinehandel zu seinem Positiven nutzt. Und das ist das Anfasserlebnis. Dazu benötigt es aber deutlich besser geschulte Verkäufer, eine völlig andere Verkaufsstrategie etc. und ob das dann mit dem derzeitigen Personal zu schaffen ist, wage ich wieder zu bezweifeln.

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thomas.wenzel 30.07.2018, 13:50
3. In München muss ich zweimal ÖPNV umsteigen…

....Finde keine Beratung und 10 Minuten Wartezeit an unter besetzten Kassen.
Bei Amazon habe ich große Auswahl inklusive Kunden Rezensionen, Bestellung sofort und bekomme die Sachen nach Hause.

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sven2016 30.07.2018, 13:58
4.

Es entsteht der Eindruck, dass der noch vor zwei Jahren recht gesunde Kaufhof-Teil durch die Finanzpolitik der Kanadier nicht ganz zufällig vor die Wand gefahren wird, um endlich die Deutsche Kaufhaus AG zu realisieren.

Einkommensniveau auf dem gekürzten Karstadtlevel, schlechte Warenauswahl wie bei Karstadt, der große Rest der Flächen wird an externe Anbieter vermietet wie schon begonnen. Die Qualitätsmarke Kaufhof dürfte dann bald erledigt sein.

Schon bezeichnet, dass ein ex-Immochef von Kaufhof diese Bewertungen gibt. Auch die Österreicher waren von Anfang an nur an den Immobilien interessiert, um sie langfristig in Einkaufsmalls umzubauen.

In den USA ist das Konzept bereits tot. Ob es hier noch funktionieren wird?

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Roland Bender 30.07.2018, 14:01
5. Ein Trauerspiel

Deutschland ist viel zu träge geworden. Bei Media Markt kann man sehen, wie man sich erfolgreich gegen Amazon positioniert. Man kann den Kram zu guten Preisen kaufen und wenns nicht funzt kann man in die Filiale gehen und es sich dort erklären lassen.

Karstadt, Quelle, Kaufhof und Konsorten hängen immer noch den Ideen von vorgestern hinterher. Sicher, Klamotten probiere ich gerne an, bevor ich sie kaufe aber alles andere ... kaufe ich eher online. Und da haben diese HÄuser mit ihrer immer noch vorhandenen Marktmacht immer noch bessere Karten als die meisten anderen Händler. Das sollten sie nutzen.

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Mr.G. 30.07.2018, 14:08
6. Chancen ...

Zitat von aktiverbeobachter
Der Onlinehandel ist einfach viel zu stark und vor allem attraktiv für den Kunden geworden. Da hat der stationäre Handel, so wie er derzeit gelebt wird keine Chance. Eine Chance hat er nur, wenn er den einzigen wirklichen Nachteil des Onlinehandel zu seinem Positiven nutzt. Und das ist das Anfasserlebnis.
Volle Zustimmung!

Was mich bei diesen Themen immer wieder umtreibt ist die Tatsache, dass diese wirtschaftlichen Entwicklung über wirklich sehr lange Zeit und teilweise ein Jahrzehnt ihren Lauf nimmt. Und (wie auch in anderen Artikeln regelmäßig zu lesen) scheint man in 2018 wieder völlig überrascht, dass der Onlinehandel in einem Maß zugelegt hat, der dem stationären Handel fehlt. Das ist doch alles mit klarer Ansage über Jahre abzusehen. Wie hat der stationäre Handel, dessen Führungsriege und eine große Zahl vermeintlicher "Einzelhandelsexperten" in Universitäten und unsere Politik die letzten Jahre über auf diese Entwicklung reagiert?

Ich sehe das bedauerlich und auch das Dilemma, dass die angestammten Händler eben in erster Linie einmal genau das sind, nämlich Händler/Verkäufer und nicht IT-affine Revoluzzer. Aber ich würde erwarten dass eine weitsichtige Konzern-Geschäftsführung hier Lösungen hat.

Das selbe Spiel werden wir in Zukunft wieder und wieder in den Medien hören, bei allem was durch neue Technologien abgelöst wird, Bankfilialen, Apotheken, Auto-Hersteller, Supermärkte, ... und all das ist heute schon ganz deutlich zu sehen!

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torpedo-of-truth 30.07.2018, 14:09
7.

Zitat von thomas.wenzel
....Finde keine Beratung und 10 Minuten Wartezeit an unter besetzten Kassen. Bei Amazon habe ich große Auswahl inklusive Kunden Rezensionen, Bestellung sofort und bekomme die Sachen nach Hause.
Das ist ja ganz toll von ihnen. Außerdem unterstützen sie einen Ausbeuter Konzern der keine Steuern in Deutschland zahlt, seine Mitarbeiter überwachen lässt, keine Gewerkschaften duldet, nicht mal den Mindestlohn zahlt usw... Wer bei Amazon kauft ist blind oder dumm, vielleicht sogar beides. Ich persönlich gehe lieber in die Stadt und kaufe da ein. Wenns mal ein Stündchen länger dauert, was solls. Als hätten wir keine Zeit mehr heutzutage. Kommt mal wieder runter ihr "Influencer" und was sonst noch für Schauspieler rumrennen.

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vitalik 30.07.2018, 14:15
8.

Zitat von Cypher
Meines Erachtens zeigt das Interview, daß dieser Herr immer noch nicht verstanden hat, warum ich online einkaufe. Ich kaufe online ein, weil ich im Kaufhaus nicht finde, was ich kaufen möchte. Und hier liegt die Betonung auf "finde". Wer zu, Beispiel die Waren in nach Marken getrennten "shops" verteilt, so daß ich zwei Stunden brauche, um einen gestreiften Pulli in Größe 158 zu finden, macht halt mit mir kein Geschäft. Da helfen tonnenweise Deko und Glitzer auch nicht. Wenn ich mir schon die Zeit nehme, extra in die Stadt zu fahren, will ich auch mit dem Gewünschten wieder nach Hause fahren. Wenn das öfters nicht klappt, bleibe ich gleich zuhause und genieße nach einer halben Stunde "Shopping" bei Amazon und Konsorten meinen grünen Garten (auch wenn er genau gesagt momentan eher heufarben ist).
Und weil die Pullies bei Amazon alle so toll aussehen, hat man eine Retourenquote von Gut und Böse, sodass die Waren im Land hin und her gekarrt werden.
Sachen, wie Unterhosen oder Socken kaufe ich auch eher online. Da gibt es aber auch weniger die Möglichkeit sich zu vergreifen.
Bei allen anderen Sachen finde ich es eine reine Verschwendung die eigene Wohnung zu einem Anproberaum zu machen. Es geht ja sogar soweit, dass manche sich von jedem Stück mehrere Größen und Farben bestellen, mit der festen Absicht das Meiste eh zurückzuschicken.

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spon-41d-frm9 30.07.2018, 14:15
9. Schade

für mich kommt online shoppen überhaupt nicht in Frage.
Ich geniesse es durch München zu schlendern, die Sachen anzufassen und wenn mir was gefällt in Bar zu bezahlen, und nach meinem Streifzug mit dem Radl wieder heimzufahren.
Mich stört es nicht an der Kasse anzustehen, und auch nicht, wenn ich mal nichts finde.
Schade, dass der Onlinehandel und die zunehmende Bequemlichkeit der Menschen das alles kaputt macht.
Leere Läden in den Städten, die Meere mit voll mit Plastikmüll, und keiner wills gewesen sein.
Ich behalte meine Einkaufskonzept solange bei wie es geht. Erst wenn die letzten Läden zugemacht haben werde ich umsteigen

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