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Kaufhäuser in der Krise: "Da hängt der gleiche Anzug zwei Jahre an der gleichen Stell
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Karstadt und Kaufhof verhandeln über eine Fusion, um im Wettbewerb mit Amazon oder Primark endlich bestehen zu können. Ex-Karstadt-Manager Gert Hessert erklärt, was das für Innenstädte und Mitarbeiter bedeutet.

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Objectives 30.07.2018, 14:16
10. Der Zug ist längst abgefahren!

Es ist geradezu lächerlich, wie jetzt versucht wird, den Scherbenhaufen zusammenzukehren. Die massiven Managementfehler, die in der Vergangenheit gemacht wurden, entfalten jetzt erst ihre ganze Wirkung. Da würden offensichtliche Trends völlig verschlafen und das bisherige Geschäftsmodell geradezu stur beibehalten. Man kann diese Manager nur als blind und völlig ungeeignet für ihre Positionen bezeichnen. Die Reaktion jetzt kommt Jahre zu spät. Der Markt hat sich gewandelt und ist längst aufgeteilt. Es gibt für Kunden keinerlei Gründe ihr gewohntes Ökosystem jetzt noch zu verlassen. Kundenbindung ist das Zauberwort der großen Technologiekonzerne und das verstehen sie besser als jeder andere. Es ist besser, wenn man diese Läden lieber heute als morgen dicht macht. In die Gewinnzone vergangener Jahre werden sie niemals zurückkehren und die demografische Entwicklund wird ihnen früher oder später den Rest geben.

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gruebi01 30.07.2018, 14:17
11. Wenn zwei Pferde tot sind, macht es keinen Sinn mehr…

…sie vor einen Wagen zu spannen. Die Alles-unter-einem-Dach Kaufhäuser meiner Kindheit sind eine Sache der Vewrgangenheit. So viel Auswahl, in so großer Tiefe wie Amazon kann kein Warenhaus mehr bieten. Und selbst mit Saturn und Mediamarkt kann man bei weisser und brauner Ware schon lange nicht mehr mithalten, von den Bekleidungsketten ganz zu schweigen.

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mkdrsdn 30.07.2018, 14:18
12.

Mit der in Anführungszeichen gesetzten Überschrift "Da hängt der gleiche Anzug zwei Jahre lang an der gleichen Stelle" suggerieren Sie, lieber SPON-Autor, daß der Interviewpartner diese Aussage in dieser Formulierung als Tatsachenbehauptung gemacht hätte. Das hat er aber nicht. Vielmehr hat er die Kaufhausatmosphäre geschildert und gesagt, man hätte den Eindruck, daß da ... Das finde ich journalistisch-handwerklich schwach.

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rooonbeau 30.07.2018, 14:21
13. Die Überschrift ist echt fies

Unten im Text wird gesagt: man könnte meinen ein Anzug hängt seit 2 Jahren an der selben stelle. Die Überschrift macht daraus eine Tatsache. Fair ist das nicht und wird einige Leser eine noch schlechtere Meinung bilden lassen.

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jogola 30.07.2018, 14:21
14. Der gleiche Anzug

Wenn es wirklich nur der gleiche Anzug ist, der da (immer wieder) an der gleichen Stelle hängt, ist das bestimmt ein Verkaufsschlager. Aber vermutlich meint der Experte den selben.

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DDUA 30.07.2018, 14:22
15. Handel in Innenstädten wird sterben

Es ist nicht mehr attraktiv, in der Stadt zu kaufen. Man kann nicht mehr in die Städte fahren, das Parken kostet ein Vermögen (oder der ÖPNV, mit dem man dann, wenn man viel einkauft, sowieso nicht mehr fahren kann), da hat man man ein Kleidungsstück schon für An- und Abreise bezahlt. Dazu kommt, dass die Innenstädte immer gefährlicher werden und die Städter selbst auch nicht unbedingt Besuch von ausserhalb wollen. Die meisten Unternehmenm verlegen ihre Büros und Geschäftsstellen auch nach ausserhalb, weil man Kunden die Anreise nicht mehr zumute kann. In 10 bis 20 Jahren geht kein Mensch mehr in die Städte, nur noch zum Einkaufen aus der Sadt raus in angenehm erreichbare und beparkbare Shopping Zentren. Wenn der Handel florieren soll, sollten Karstadt, Kaufhof und andere sich gute Shops in Malls ausserhalb einrichten, in der Stadt haben sie bald nur noch Kundschaft, die sowieso nicht die finanziellen Möglickeiten haben, die Produkte zu erwerben.

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FerrisBueller 30.07.2018, 14:22
16. Anfasserlebnis ist das Stichwort

Leider ist das ja, wie mein Vorschreiber auch schon angemerkt hat, schon lange nicht mehr gegeben. Wenn ich eine passende Jacke will und mich dafür erst durch ein verschwurbeltes Shop-in-Shop-In-Shop-Wirrwarr wühlen muss bevor ich fündig werde, vergeht mir auch schnell die Lust am Shoppen. Selbst für so etwas banales wie Socken oder Unterwäsche muss man Stunden für die Suche einplanen. Die Verantwortlichen sollten wirklich mal das ganze Konzept in Frage stellen, wenn sie schon beim neu aufstellen sind.

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mimas101 30.07.2018, 14:25
17. Hmm Tja

in Hanau (Rhein-Main-Gebiet) schlossen über die Jahre Kaufhof und Hertie, ich glaube die Galeria krebst da noch irgendwie so rum.
Beste Innenstadtlagen hatten die Häuser gehabt (nähe Busbahnhof, zentraler Marktplatz ein paar hundert Meter weiter).
Allerdings - das Sortiment war in der Letztphase mehr als nur trist gewesen und preislich konnten die Läden nicht mithalten. Online-Bestellung aus deren Zentrallager kannten die Läden auch nicht.
Danach wurde dort umgebaut, am Busbahnhof gibt es jetzt eine nette Shopping Mall mit Stadtbücherei, Städt. Verkehrs- und Strombetrieben und reichlich Einzelhändlern und ähnlichem.
Datt Dingen ist überlaufen und zu einem neuen Treffpunkt geworden. Hatte allerdings auch die Auswirkung das die Wohnungsmieten mit dem Bau der Shopping Mall auch kräftig anzogen und andere Einzelhändler massiv Konkurrenz bekommen haben.
Und ich gehe mal davon aus das es in anderen Städten mit Hertie und Co hinsichtlich des Angebots ähnlich trist aussieht.

Also liegt etwas mit dem Sortiment im Argen und den Preisen. Kommt noch hinzu das man seinen neuen TV- oder Wohnzimmerschrank nicht unbedingt mit dem ÖPNv nach Hause transportieren will (und die Firmen entdecken gerade die Anlieferung nach Hause als ein noch mehr als nur entwicklungsfähiges lukratives zweites Standbein).

In dieser Bresche liegen aber Amozon & Co, vermutlich wird auch ein Chinese namens Ali Baba seine Plattform internationalisieren.
Wobei gerade Amazon mittlerweile mit dem Kunden nach Gutsherrenart umspringt oder sich Selbstverständlichkeiten (wie z.B. die angebliche Sofortlieferung) als jährlich wiederkehrende Pauschale teuer bezahlen läßt. Wie die Gehaltsstrukturen in dem Laden sind möchte ich besser erst garnicht wissen.

Also sollte mit einem vernünftigen Preisleistungsverhältnis, ordentlichem Sortiment, Kundenpflege und dem Aufbau einer Stammkundschaft online auch Hertie & Co gute Geschäfte machen und hier Amazon auch Konkurrenz bescheren. Das Potential haben die Kaufhausketten immer noch.
Aber in den Online-Shops nicht wirklich mit dem Sondermüll a la "Meine Kunden kauften auch...", nervig-penetrantem Aufschwatzen von Abos für die Zusendung von Werbung blablabla ankommen. Sowas nervt eigentlich nur und ist schlicht dem Verweilen auf der Shopseite abträglich.

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blue_surfer77 30.07.2018, 14:26
18. Man könnte vieles tun, wenn man wollte:

Es gibt viele viele Dinge, die Kaufhäuser tun könnten, aber nicht tun, weil den Managern der Weitblick fehlt, und weil sie geistig noch im Jahr 1980 sind:
1) In jeder Filiale müssten Dutzende von Tablets für die Kunden verfügbar sein, mit denen sie das Online (amazon-) Sortiment vergleichen können. Dann muss man Ihnen einen besseren Preis machen (Best-Preis-Garantie).
2) Die Rückgabe und Umtausch-Bedingungen müssten an die viel besseren Online-Konditionen angepasst werden.
3) Umtausch und Rückgabe muss online möglich sein, ohne nochmal zur Filiale zu latschen.
4) Man muss Kunden verhätscheln und ihnen ein kostenloses Getränk (Eiscreme, Haschisch etc.) bringen (kann amazon nicht).
5) Man muss ein firmeneigenes Bewertungsportal einrichten, in dem Kunden online die offline-gekauften Produkte bewerten können.
6) Man muss sich auf Produkte fokussieren, die sich online tendenziell schwer verkaufen lassen. Welche das sind, muss man erst mal analysieren.
7) Man muss Bonus-Systeme einrichten, z.B. für jeden Kauf im Laden 30 Prozent Rabatt auf den nächsten Online-Kauf auf der firmeneigenen Website.
8) Und das Wichtigste: Die Qualität der Ware muss stimmen.

Dies nur einige wenige Tipps eines Laien an die Profis, die anscheinend nach Jahren noch nicht verstanden haben, wie das Internet-Geschäft läuft.

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averill_1 30.07.2018, 14:26
19. Zeitenwandel und am Kunden vorbei

@Cypher: Ich stimme Ihnen vollkommen zu was die Sortierung und den Service angeht. Da bleibt viel zu wünschen.
Allerdings denke ich dass diese Art Geschäfte zumindest momentan nur verlieren können. Sie haben den Anschluss ans Digitalzeitalter verpasst und ich halte es für Wahrscheinlicher dass Amazon irgendwann Filialen eröffnet als dass Karstatt und Konsorten einen gewinnbringenden Onlinehandel aufziehen. Bis sie das mal schaffen Kaufen wir online Einmaltemplates für unsere 3D Drucker und produzieren die Waren masssgefertigt Zuhause.

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