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Kaufverhalten in Deutschland: Neues Auto? Ach nö...
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Das Auto, des Deutschen liebstes Spielzeug? Das war einmal. Laut einer Studie halten Privatkunden immer länger an ihrem Wagen fest - und lassen sich nur noch mit hohen Rabatten zum Neukauf locken.

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Handballfan 18.07.2017, 09:21
50. Autobauern

.. find ich klasse.
"Die Autobauern verstünden es nicht mehr, die Kunden mit neuen Ideen zum Kauf eines Neuwagens zu bewegen. "

Und da kann selbst die Presse nix mehr machen, trotzallem sie doch von jedem neuen Gadget und Gimmik schwärmt.

Liebe Autobauer,
macht ihr keine Umfragen in den jeweiligen Käufergruppen??

Ich kenne viele, die an der Bedienung eines Bordcomputers gescheitert sind und ich kenne viele, die das gar nicht benötigen.
Und es gibt viele, die das gar nicht wollen.
Und ich kenne viele, die sich nach den guten alten Zeiten sehnen, wo man noch selbst was reparieren konnte.
Nix gegen sinnvolle Dinge, sicherheitsrelevante Dinge.
Das passt schon.

Aber wärs vielleicht nicht mal nachdenkenswert, dass einem so ein Fahrzeug nur von A nach B befördern soll? Mehr nicht?
Aber klar, da saß halt irgendjemand kluges in der Entwicklungsabteilung oder im Management und sagte: Die Jungen, die sind so internetaffin, da müssen wir auch ran. Mit allem Drum und Dran.
Einer machts und alle anderen ziehen nach, wie ne Herde.
Und dann seh ich meinen Neffen, der nach der zweiten Reparatur (ach was, das muss komplett getauscht werden, macht jeweils 300 Eu) verzweifelt bei seinem schmalen Budget und dann sagt: Ich will doch nur einen USB-Stick reinpappen zum Musikhören - mehr nicht.
Und die jungen Leute wollen nur das, die haben ihr Handy für alles und brauchen nicht noch ein fahrbares.
Ok, guter Sound ist auch noch gewünscht..
Ich weiss nicht, wenn es selbst der Jugend blümerant und zu viel wird..
Gibt mir zu denken.

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spon-facebook-10000084412 18.07.2017, 09:23
51. An den Haaren herbei gezogen

Anfang der 90er gabe es keine gebrauchten Autos mehr auf den Markt weil die Grenze geöffnet wurde. Die neuen Bundesbürger haben dann halt ein Neues gekauft. Und dann war doch noch die Abwrackprämie. Also bitte mal ordentliche Zahlen nennen...

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thinkhard 18.07.2017, 09:24
52. Wo ist die Binnennachfrage ?

Woran das Kaufverhalten der Deutschen wohl liegt ? Deutsche Firmen exportieren Autos. Mehr von Jahr zu Jahr. Aber eben auf kosten der Binnennachfrage. Denn der Exportboom ist das Ergebnis jahrelanger Lohndrückerei in Deutschland. Dadurch konnten die deutschen Unternehmen über Jahre Lohnstückkostenvorteile gegenüber ausländischen Konkurrenten nutzen. Die Reallöhne sind in DE seit mehr als 15 Jahren nicht mehr gestiegen. Das zeigt die ganze Absurdität der deutschen Wirtschaftspolitik. Während ausländische Kunden noch genügend Kaufkraft besitzen (dort gab es eben keine Lohndrückerei), um unsere Autos zu kaufen, können sich in Deutschland immer weniger Leute ein neues Fahrzeug leisten.

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volki1969 18.07.2017, 09:27
53. Status

Es geht hier hauptsächlich um Status bzw. dessen zunehmender Bedeutungslosigkeit. Es muss nicht immer das neueste Modell sein. Auch Qualität ist es nicht - trotz aller Elektronik und Softwareproblem halten die Autos heute länger durch. An Innovationen und Ideen mangelt es nun gar nicht. Aber evtl. Warten manche den nächsten wirklich nennenswerten Innovationsschritt ab, autonomes Fahren. Ganz davon abgesehen sind die Mieten und Immobilienpreise gestiegen. Da bleibt manchen auch wenige Geld fürs Auto. Last but not least, geht die Einkommensschere immer weiter auf. Am unteeen Ende muss das Auto daher länger halten. Es ist ein breit gefächertes Wandel, der zu Ungunsten der Automobilindustrie geht. Es gibt hier keine einfachen Lösungen das Geschäft zu beleben. Wenn mein Auto autonom zu mir kommen kann, vor der Haustüre auf mich wartet, werde ich auch nur noch leihen oder "sharen".

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hohnspiegel 18.07.2017, 09:28
54. Viel zu teuer

vor zehn Jahren habe ich meinen letzten Neuwagen gekauft normalerweise habe ich alle fünf Jahre gewechselt und wieder einen neuen Wagen gekauft aber mittlerweile sind mir die Waden viel zu elektronisch geworden und wenn die Elektronik spinnt bekommt die Werkstatt das fast nicht mehr in den Griff aber der Kunde darf Zahlen an meinem 10 Jahre alten Bahn kann ich jetzt vieles noch selber machen er ist noch sehr gut in Schuss und dann sehe ich nicht ein in der jetzigen Diskussion mich für einen anderen Wagen zu entscheiden ich werde dann zwar auch einkaufen sobald die Diskussion einmal beendet ist aber das wird auch ein Vorführfahrzeug oder eine Tageszulassung sein mit einem entsprechend großen Abschlag ich definiere mich als mit 50 er nicht mehr über ein Auto also schaue ich nach einem Fahrzeug was günstig im Unterhalt und auch in der Versicherung ist da ich es nur noch für die Fortbewegung brauche als Statussymbol hat es für mich ausgedient

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taste-of-ink 18.07.2017, 09:29
55.

Autos von heute gehen nicht schneller kaputt. Im Gegenteil: die längere Haltedauer ist auch Folge höherer Qualität, gerade was Rost etc. angeht. Auch die immer wieder gescholtenen Down-Sizing-Motoren gehen nicht schneller kaputt als ältere Motoren.

Abgesehen davon war es noch nie so leicht wie heute, ohne große Finanzreserven einen Neuwagen zu fahren: Leasing macht's möglich. Dass es kaum am Geld liegen kann, zeigen auch die Neuzulassungszahlen bei SUVs, die stets deutlich teurer als das Basismodell sind.

Genauso hält auch das Gerede über Schadstoffe kaum jemanden von einem Neukauf ab. Das ist den meisten nämlich vollkommen egal, wie eben auch der SUV-Boom zeigt.

Den Hauptgrund nennt der Artikel schon selbst: die Autohersteller und -händler stehen unter massivem Absatzdruck und lassen lieber selbst zu und verkaufen mit entsprechendem Abschlag weiter. Gleiches gilt für die ganzen Leasing-Rückläufer, die man zu absoluten Schnäpchenpreisen erwerben kann, weil sie sonst nur rumstehen.

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postmaterialist2011 18.07.2017, 09:30
56. Auto kein Statussymbol mehr.

Auf dem flachen Land mag das Auto noch seine Berechtigung haben. In der Grossstadt wie hier in Berlin braucht man kein eigenes Auto mehr. Exzellenter Nahverkehr, Car-Sharing Angebote, mangelnde Parkplätze und zunehmend Staus machen das Privatauto zunehmend unattraktiv. Das Auto wird am Tag 30 bis 60 Minuten bewegt und steht dann 23 Stunden herum und verschandelt die Städte. Hinzu kommt, dass immer mehr Menschen Home Office machen können und daher wird der Automobilmarkt garantiert stark zurückgehen.

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ollowain13 18.07.2017, 09:31
57.

Zitat von
Die Autobauern verstünden es nicht mehr, die Kunden mit neuen Ideen zum Kauf eines Neuwagens zu bewegen.
Es liegt nicht nur an wenigen wirklich neuen Ideen. Es liegt vor allem daran, dass ein neues Auto mittlerweile genauso viel in Euro kostet als 2001 in DM. Die Preise, die gerade die deutschen Hersteller mittlerweile aufrufen, sind derart astronomisch, dass es sich kein Normalverdiener leisten kann, alle 10 Jahre ein neues Auto zu kaufen. Außerdem hat ja auch ein Auto von 2008 bereits alles an Bord, was man ernsthaft brauchen könnte: Airbags für Fahrer und Beifahrer nebst Seitenairbags sind Standard. Die übrigen sind schlicht und einfach überflüssig. ABS und ESP sind selbstverständlich, eine Klimaanlage auch und - zumindest bei ausländischen Herstellern - ist meistens auch eine akzeptable Soundanlage mit drin. Ein Navi mit aktuellen Karten kann man für 200 zukaufen. Wozu also sollte man ein neues Auto kaufen? Man fährt mit dem alten genauso gut. Der äußerst geringe Verbrauchsvorteil rechtfertigt ökologisch gesehen nicht den Umstieg auf ein neues Auto - und ökonomisch gesehen erst recht nicht.

Es wird derzeit auch kein ernsthaft praxistaugliches neues Antriebskonzept angeboten. Die Elektroautos haben immer noch eine viel zu geringe Reichweite, insbesondere wenn man im Winter nicht frieren und im Sommer nicht allzu sehr schwitzen möchte. Der Aufladevorgang dauert immer noch viel zu lang - und den möglichen Ausweg über einen simplen Austausch eines genormten Akkus haben die Hersteller blockiert. Die Wintertauglichkeit bei unter -15° C steht ebenfalls in Frage. Das kommt zwar im Jahr meistens nur ein bis zwei Wochen lang vor, an manchen Orten auch gar nicht, aber man kann sich halt nur ein Auto leisten. Das muss dann halt auch alles können und unter allen Umständen tadellos funktionieren.

Die Brennstoffzelle hätte diese Probleme vielleicht lösen können, wurde aber von den Herstellern systematisch vernachlässigt, weil die kurzfristigen Gewinne und die Dividende für die Aktionäre für sie im Vordergrund steht. Dementsprechend gibt es bis jetzt nur wenige markttaugliche Modelle, und die Technik ist einfach noch viel zu teuer. Kein Normalverdiener kann mal eben 80.000 € für einen Toyota Mirai hinlegen.

Dazukommt, dass militante Umweltverbände immer mehr versuchen, das ihnen verhasst Auto aus der Welt zu klagen. Beim Diesel haben sie - dank der gütigen "Unterstützung" durch betrügerische Konzerne, die selbst die laschen Umweltstandards noch illegal umgangen haben - leider im Moment reelle Chancen. Unter diesen Umständen kauft sich erst recht niemand ein neues Auto, der nicht unbedingt muss. Also fährt man das alte weiter, bis es auseinander fällt - was bei der durchschnittlichen Fahrleistung und der Qualität Autos zumindest bis zum unsäglichen Downsizing-Trend durchaus 20 Jahre dauern kann.

Schlecht für die Industrie, aber zumindest die Umwelt profitiert davon, wenn nicht mehr so viele Autos gekauft werden müssen, weil sie länger halten.

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Leser161 18.07.2017, 09:36
58. Preis/Leistung

Die Möglichkeit sich einen Wagen zu konfigurieren finde ich schon gut, auch ein Premiumwagen fände ich hübsch. Allein, der Preisunterschied ist zu groß.

Für 10.000 und ein paar habe ich bisher immer einen quasi neuen Wagen bekommen, der alles konnte, was zum Kaufzeitpunkt State-of-the-Art war. Das zweieinhalbfache zahlen bloß um eine Sonderfarbe bekommen zu können. Kann ich vor mir selbst nicht vertreten. Vielleicht wenn ich das Auto "ewig" fahren könnte. Aber dazu ist der Service im Reparaturbereich einfach zu schlecht (Bekanntem von mir haben Sie den Motor für nen Tausender auf links gezogen um dann zu merken, dass es ein 30 EUR-Sensor war. Auto war aktuell.)

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flohgiegl 18.07.2017, 09:38
59. Ich stimme vielen Personen im Forum zu

Aus meiner Sicht macht es derzeit keinen Sinn ein neues Auto zu kaufen, weil es erstens teuer ist und ich mir das wirklich überlegen muss. Ich habe mir vor 8 Jahren für viel Geld einen "grünen Diesel (Euro4)" gekauft. Damals Top -Heute ein Umweltverschmutzer ohne Ende. Ab 2020 gilt die neue Euro-Norm 6d. Wie lange darf ich dann noch mit einem neuen Euro 6 Diesel noch in die Innenstadt fahren? oder dürfen dann nur noch eMobile verkehren? Auf Grund diverser Aussagen der Politik, ist die Unsicherheit eine Fehlentscheidung zu
treffen ist sehr hoch. Dazu die hohen Preise der Fahrzeuge -ich warte erst einmal ab.

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