Forum: Wirtschaft
KfW-Studie: Deutschland fehlen Fachkräfte für den Bauboom
DPA

653.000 Wohnungsneubauten sind in Deutschland genehmigt. Die Projekte können aber nicht umgesetzt werden, weil qualifiziertes Personal fehlt. Vor allem betroffen ist das Klempner-, Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerk.

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verdad12 12.08.2018, 14:26
30. Wer will heutzutage

noch Klempner werden? Ist denn ein Sanitär/Heizungsinstallateur auch noch ein Klempner? Diese Berufsbezeichnung hält doch Jugendliche davon ab diesen Beruf zu erlernen.
Abgesehen von den sehr anstrengenden Tätigkeiten und der anspruchsvollen Ausbildung ist doch das Ansehen in der Gesellschaft sehr niedrig geblieben. Hier könnte einiges getan werden. Dass künftig in diesen Mangelberufen bessere Verdienstmöglichkeiten entstehen dafür sorgt das Gesetz von Angebot und Nachfrage.

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zeisig 12.08.2018, 14:44
31. Das Ansehen in der Gesellschaft.

Zitat von verdad12
noch Klempner werden? Ist denn ein Sanitär/Heizungsinstallateur auch noch ein Klempner? Diese Berufsbezeichnung hält doch Jugendliche davon ab diesen Beruf zu erlernen. Abgesehen von den sehr anstrengenden Tätigkeiten und der anspruchsvollen Ausbildung ist doch das Ansehen in der Gesellschaft sehr niedrig geblieben. Hier könnte einiges getan werden. Dass künftig in diesen Mangelberufen bessere Verdienstmöglichkeiten entstehen dafür sorgt das Gesetz von Angebot und Nachfrage.
Das ist es. Ein Sanitär/Heizungsinstallateur genießt nicht das Ansehen, das er eigentlich verdiente. Am Geld kann es nicht liegen. Ein Elektiker, ein Monteur, ein Parkettbodenverleger verdient sicherlich mehr als jeder Friseur oder ein Verkäufer im Kaufhaus.

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klmo 12.08.2018, 14:47
32.

Zitat von zeisig
Ich würde eine Aufenthaltsgenehmigung für Asylberechtigte ohne berufliche Qualifikation mit der Auflage verbinden, eine Ausbildung in einem Handwerks- oder Pflegeberuf zu absolvieren. Somit hätte man zwei Fliegen mit einer Klappe erschlagen.
Dann lesen Sie den Beitrag 4 bzw. den Hinweis auf den Link.
Wenn Sie heute einen Facharbeiterbrief erwerben wollen, müssen Sie auch eine schulische Kompetenz haben, sonst können Sie jeden Abschluß sofort vergessen.

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keine-#-ahnung 12.08.2018, 15:04
33. "Gute Schulabgänger machen solche Berufe nicht mehr ...

Zitat von Spiegelleserin57
1400 € netto für einen qualifizierten Sanitärfacharbeiter wenn er davon 2 Personen ernähren soll und eine Miete von 700€ bezahlen soll am Stadtrand dieser Stadt, daher das Wort schlecht bezahlt! Wer will denn so einen Job bei fast allen Witterungslagen mit diesem Gehalt machen wenn er einen besseren bekommen kann. Die Firmen gleichen dies mit ausländischen Arbeitnehmern aus. Die großen Firmen engagieren Sub- und diese wiederum Subunternehmer die aus dem Ausland kommen. Wer dann wirklich der Ansprechpartner ist weiß letztendlich dann niemand, habe das Problem hautnah erleben dürfen. Keiner am Bau sprach deutsch! Die Fachkräfte bauen auch nach den ihnen bekannten Vorschriften und es gibt mittlerweile Firmen die Reparaturen an neuen Häusern ablehnen da diese nicht nach den deutschen Vorschriften erbaut worden sind, siehe besonders die Elektrik! In diesem Sinne gibt es keinen Facharbeitermangel da sich die Firmen zu helfen, eben durch die Sub- und Subunternehmer. Gute Schulabgänger machen solche Berufe nicht mehr sondern studieren und viele andere Bewerber sind nicht für solche Ausbildungen geeignet.
... sondern studieren"
Jupp. Und barmen dann über befristete Halbtagsstellen in ihren chichi-Fächern, die Unmöglichkeit der Familiengründung und dass das Geld nicht für den Kauf eines Hauses reicht :-)
Aber zumindest im Arbeitsschutz ist die Generation Schiebephone ganz vorn dabei - vor Arbeit können die sich ganz prima schützen.
Irgendwann müssen wir dann nur noch unseren Stoffwechsel digitalisieren und die Endprodukte über ein Glasfaserkabel zum Acker beamen. Und Diejenigen, die nur via pofigem Kupfer connectiert sind, werden gezwungen, regelmässig Laxanzien zu konsumieren, weil eine Wurst da nicht durchpasst ...
Wir erleben gerade den Wandel vom gewöhnlichen zum akademischen Armutsprekariat. Und auf den Grabsteinen wird stehen: "Verhungert. Aber fast den Dr.phil. geschafft. R.I.P."

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fräulein_w_aus_d 12.08.2018, 15:50
34. Passt doch

Vor kurzem noch diskutierte man hier unter Anleitung von Fachkräften wie Richard David Precht über die Millionen Menschen, die durch die Digitalisierung und künstlich intelligente Roboter arbeitslos werden. Es wäre angesichts dieses Artikels äußerst praktisch, wenn dieses prognostizierte Problem so schnell wie möglich eintritt.

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Schnabbelschnute 12.08.2018, 16:46
35. Das ist zum...

...großen Teil ein selbstverschuldetes Problem, weil die Unternehmen selbst kaum Ausbilden,, dieforderungsprofile zu hoch setzen, und es lieber sehen, dass der Staat Eingreifen muss, und die Kosten zur Ausbildung zu minimieren!
Ich bleibe aber trotzdem dabei, es gibt keinen Fachkräftemangel, es gibt einen Mangel an billigen Fachkräften...und diese Meldung hat im Grunde nur ein Ziel, ausländische Billigfachkräfte in's Land kommen zu lassen, um den gebremsten Wirtschaftswachstum durch einen verschärften Arbeitsmarkt zu regulieren. Egal in welcher Branche man sich umhört, überall gibt es dort einen Mindestlohn, der keinen Wohlsstand ermöglicht, und eine sichere Altersarmut....und dann wundert es noch jemand, wenn niemand mehr solche Berufe ergreifen will?
Ich bilde Fachkräfte aus - egal ob als Verkäufer oder in der Lager - Logistik...es finden zwar einige eine Arbeit, aber nur als Verkaufshilfen oder Lagerhilfsarbeiter im erlernten Beruf...und wenn dass nicht ausreicht, dann zum Mindestlohn bei einer Zeitarbeit oder Personaldienstleister...sein viel schlimmer als der gebremste Wirtschaftswachstum ist die desillusionierte Zukunft der Fachkräfte, die da sind, aber bloß nicht teuer sein dürfen...weder in der Ausbildung, noch als Fachkraft. Hier in NRW bekommen Fachkräfte kaum noch den Lohn den ihnen laut Tarif zustehen würde, viele liegen weit darunter. Die Politik hat mit Hartz 4 zudem die Tarifautonomie unterwandert, Lohndumping ermöglicht, und für einen noch nie dagewesene Lohn-Bruch i. Deutschland gesorgt...auch etwas was den Fachkräftemangel ausgelöst hat, sowie den Jungheitswahnsinn der Unternehmen, die Fachkräfte um die 45 Jahre nicht mehr haben wollen! Der Logistik unserer Neoliberalen Regierung werden wir deswegen alle bis 80 Arbeiten dürfen...bei dem Fachkräftemangel ist das ja kein Problem!!

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hadwerker 12.08.2018, 18:04
36. In unserem Betrieb

In unserem Betrieb wurden über etwa 20 Jahre Lehrlinge ausgebildet und entlassen. Jetzt wird handeringend nach einem Lehrling gesucht. Ich bin jetzt seit fast 40 Jahren Hnadwerksgeselle. Eine Arbeitstunde kostet bei uns 48 Euro, bei Audi in der Werkstatt 80/100? Man muss sich das mal überlegen,wieso gibt es so einen Unterschied? Die Handwerksverbände haben vor vielen Jahren Weihnachtsgeld abgeschafft und Urlaubsgeld umgewandelt, auch weil die Stimmung in der Wirtschaft nicht gut war. Wieso wird das Weihnachstgeld ,das wirklich jeder Handwerker sehr viel mehr braucht, als in Ingenieur etc., nicht wieder eingeführt. Wieso muss man für eine 50 Cent Lohnerhöhnung beim Chef betteln, wieso kommen die nicht von selbst drauf. Nach 40 Jahren werden Löhne von etwa 15 Euro bezahlt, vielleicht mal etwas mehr mit Glück. Vergleicht das mal mit der Autobranche, da stehn die Löhne beim Doppelten. Ich finde als selbständig arbeitender und zum Teil planender Handwerksgeselle hat man deutlich über 20 Euro verdient, auch um später noch eine halbwegs auskömmliche Rente zu bekommen.
Die Handwerksverbände und die Chefs sind selbst Schuld und ich möchte jedem jungen Menschen den Tip geben, geht nicht ins Handwerk. Das bereut ihr in 10 Jahren, wenn es Lohnmässig nicht mehr weiter nach oben geben. Handwerk hat goldenen Boden, dass ich nicht lache.

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immerfroh 12.08.2018, 18:53
37.

Zitat von hadwerker
In unserem Betrieb wurden über etwa 20 Jahre Lehrlinge ausgebildet und entlassen. Jetzt wird handeringend nach einem Lehrling gesucht. Ich bin jetzt seit fast 40 Jahren Hnadwerksgeselle. Eine Arbeitstunde kostet bei uns 48 Euro, bei Audi in der Werkstatt 80/100? Man muss sich das mal überlegen,wieso gibt es so einen Unterschied? Die Handwerksverbände haben vor vielen Jahren Weihnachtsgeld abgeschafft und Urlaubsgeld umgewandelt, auch weil die Stimmung in der Wirtschaft nicht gut war. Wieso wird das Weihnachstgeld ,das wirklich jeder Handwerker sehr viel mehr braucht, als in Ingenieur etc., nicht wieder eingeführt. Wieso muss man für eine 50 Cent Lohnerhöhnung beim Chef betteln, wieso kommen die nicht von selbst drauf. Nach 40 Jahren werden Löhne von etwa 15 Euro bezahlt, vielleicht mal etwas mehr mit Glück. Vergleicht das mal mit der Autobranche, da stehn die Löhne beim Doppelten. Ich finde als selbständig arbeitender und zum Teil planender Handwerksgeselle hat man deutlich über 20 Euro verdient, auch um später noch eine halbwegs auskömmliche Rente zu bekommen. Die Handwerksverbände und die Chefs sind selbst Schuld und ich möchte jedem jungen Menschen den Tip geben, geht nicht ins Handwerk. Das bereut ihr in 10 Jahren, wenn es Lohnmässig nicht mehr weiter nach oben geben. Handwerk hat goldenen Boden, dass ich nicht lache.
Warum sollte Ihr Chef freiwillig mehr zahlen, wenn Sie bereit sind auch für den Lohn von 2010 zu arbeiten ?
Die Crux im Handwerk liegt doch in der Kleinteiligkeit der Betriebe.
Es gibt kaum organisierte Arbeitnehmer und Arbeitgeber, deshalb kann auch kein Druck bei der Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Bezahlung aufgebaut werden . Lohnverhandlungen unter 4 Augen haben dann den Effekt von Fürst und Bettelmann .
Bisher ging das auf Arbeitgeberseite immer noch gut.
Doch nun bekommt man die Quittung, dass dieser Beruf so unattraktiv daherkommt. Ob die Chefs das auch irgendwann reflektieren, ist zu bezweifeln.

Dieser Artikel krankt zudem wie viele zu diesem Thema.
Es werden Verlautbarungen und das Gejammer von Verbandsfunktionären ungeprüft übernommen.
Recherche heißt doch, vor Ort mit Betroffenen reden.
Doch das ist in Zeiten von Schneller, Höher, Weiter offenbar zu viel verlangt .

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P-Schrauber 12.08.2018, 19:13
38. Jahrelang die Baubranche missachtet jetzt gibt's die Quittung

Die besamt Baubranche ist jahrzehntelang missachtet worden.

Wer Geld verdienen will geht überall hin nur wird er oder sie sicherlich nicht Architekt oder Bauingenieur oder gar Handwerker, zu schmutzig, zu schlecht bezahlt, kein Ansehen. Umgekehrt nur was für Enthusiasten die sich gerne selbst quälen wollen als Ing bis spät Abenda im Büro auf dem Bau immer mit wechselnden Einsatzorten teilweise ganze Wochen von zu Hause weg und im Winter in die Teilzeit oder Schlechtwetter dazu mit 50 ein körperliches Wrack, (gikt für Ing und den Handwerker gleichermaßen).

Jetzt fehlte an allen Ecken und Enden, vor allem an gut ausgebildeten Fachleuten Handwerker wie Architekten. Ungelernte gibt's schon jetzt genug davon brauchen wir keine mehr und das Fachwissen hat stark zugenommen sonst bei den Legeberufen.

Bessere Bezahlung und das das ganze Jahr über dazu weniger Überstunden wäre der richtige Weg. Dann würden sich auch mehr interessieren.

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hadwerker 12.08.2018, 19:30
39. @Immerfroh

Sie haben da nicht ganz Unrecht. Ich werde jedenfalls jedem jungen Menschen in unserem Betrieb die Wahrheit sagen und keine Märchen erzählen. Wenn du dich arm arbeiten willst, dann geh ins Handwerk. Wenn du Geld verdienen willst und es auch noch im Alter reichen soll, dann mach einen grossen Bogen um Handarbeit!!!

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