Forum: Wirtschaft
Kilometerlange Traktor-Demos: Warum die Bauern auf die Straße gehen
Thilo Schmuelgen / REUTERS

Tausende Landwirte machen sich in Sternfahrten auf in die großen Städte. Ihr Zorn richtet sich gegen die Agrarpolitik und "Bauernbashing".

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Olaf Köhler 22.10.2019, 13:11
1. Wie immer...

geht's letztendlich ums Geld.
Die "Verbraucher" wollen billig einkaufen - Fleisch, Milch, Käse -alles schön "günstig". Das Fleisch aber bitte von Tieren, die glücklich waren, als sie umgebracht worden!
Und irgendwie - naja - sollen die Bauern ja auch von was leben.
Das klappt so nicht!
Ohne Preissteigerungen für landwrtschaftliche Produkte wird das nicht funktionieren. Das traut sich keiner - da sonst eben billiges aus dem Ausland angeboten wird.
Eine einheitliche EU- oder sogar weltweite Regelung wird kaum zu erreichen sein, da jedes Land immer zuerst auf sein eigenes Wohlergehen aus ist. Und ohne grundlegendes Umdenken des ach so mündigen Verbrauchers dreht man sich im Kreis.

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bartnelke 22.10.2019, 13:18
2. Strafzahlungen

solange die EU von meinen Steuergeldern Strafzahlungen aus der konventionellen Landwirtschaft fordern darf, darf sich meckern. Reiche Bauern, arme Söhne ist eine alte Bauernweisheit aus Zeiten des übermäßigen kalkens und lässt sich auch auf Gülle übertragen.

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p.bleith 22.10.2019, 13:22
3. Warum ist der Kunde ............

Schuld. Der möchte dieses billige Fleisch ja haben. Die billigen Gemüse und Obstsorten . Ich möchte gerne einen billigen Mercedes oder Porsche. Gibt es nicht. Die Landwirte müssen und sollen unterstützt werden. Die Landwirtschaftlichen Industriebetriebe sollen sich selber finanzieren. Ich bin auch selbsständig. Bekomme keine subventionen nur weil einigen Länder von den Amerikanern sanktioniert werden und die deutsche Industrie hinter her rennt. Man nennt das Unternehmerrisiko. Diese wird aber bei der Landwirtschaft teils auf uns alle umgelegt. Interessant auch mit welchem Maschinenpark demonstriert wird. Watt nix kost datt is nix !!!!

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didih432 22.10.2019, 13:26
4. In der Sache volle Zustimmung

zu Bioqualität UND angemessenem Preis - wenn die Agrarsubventionen den richtigen Zielort gefunden haben.
Bill McKibben. Vielleicht braucht es mich gar nicht mehr wirklich zu interessieren, mit meinen 77 Jahren. Aber da sind meine Kinder - und deren Kinder.
Mit Blick auf die Landwirte kann ich Sorgen nur weg. des grob fahrlässigen Konzeptmangels im BMfL und der daraus folgenden, berechtigten Unruhe. Also bitte, TreckerfahrerInnen, fahrt dorthin - alle auf einmal....

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Berner Bär 22.10.2019, 13:26
5. Mit welcher Zulassung

können tausende von Traktoren in die Umweltschutzzonen der Grossstädte einfahren?

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geilhaupt 22.10.2019, 13:32
6. Unterstützung für unsere Landwirte

Was bringt es der Umwelt, wenn wir hier alles stilllegen? Umweltbelastende Industrie ist schon abgewandert, soll das jetzt auch mit der Landwirtschaft passieren? Was bringen uns hier Auflagen, die eine landwirtschaftliche Produktion nicht mehr ermöglichen? Dafür importieren wir dann alles aus fernen Ländern, in denen es gar keine Kontrolle und Umweltschutz gibt. Hauptsache, wir haben keine schlechten Bilder vor Ort! Mit den Leuchtstoffröhren (Quecksilber) haben wir es auch so gemacht und tun es momentan mit den E-Autos (Kobalt und Lithium). Nebenbei die Roten Grundwassergebiete sind nicht wegen übermäßiger Dünung rot, sondern einfach, weil es kaum Niederschläge gibt die den wenigen Dünger verdünnen. Die Gebiete bleiben auch rot, selbst wenn gar nichts mehr gedüngt wird. Ich komme aus dem Weinbau und habe etwas Ahnung von der Materie. Welcher junge Mensch will heute noch einen neuen landwirtschaftlichen Betrieb gründen und sich mit den ganzen Problemen herum ärgern?

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oliver61 22.10.2019, 13:35
7. Der Verbraucher hat keine Schuld!

Ich denke, das Problem ist die Globalisierung. Es ist schlicht ein Unding, daß ausländische Landwirtschaftsprodukte aus Ländern, in denen in vielerlei Hinsicht niedrigere Standards gelten als bei uns, eingeführt werden dürfen und in Konkurrenz mit den Produkten regionaler Bauern treten. Eine Verschärfung der Regeln in der Tierhaltung ist zu begrüßen. Würde dem Bauern ja nicht schaden, weil die Regeln für alle gelten und der Handel müsste akzeptieren, daß die zusätzlich entstehenden Kosten auf seine Einkaufspreise aufgeschlagen werden. Dem Handel würde es auch nicht schaden, weil er es auf die Preise aufschlagen kann. Dem Verbraucher würde es auch nicht schaden, da die meisten wohlhabend genug sind, die Belastungen zu tragen. Der ärmere Bevölkerungsteil müßte ggf. einen Ausgleich erhalten, z. B. durch Erhöhung der Hartz IV-Sätze etc. Das ganze Szenario klappt natürlich nicht, wenn auf dem Markt Teilnehmer mitmischen, für die andere Regeln gelten und die ihre Ware dem Handel deutlich billiger anbieten können. Wer globalen Handel will, muß in die Abkommen halt mehr hineinschreiben als daß jeder überall verkaufen darf. Vielmehr müssen auch die Regeln, nach denen produziert wird, exakt festgeschrieben und kontrolliert werden. Der Verbraucher hat keine Ahnung, wie der Preis für ein Schweineschnitzel kalkuliert wird und wie hoch er sein müßte, damit der Bauer angemessen verdient und die Tiere vernünftig gehalten werden können. Ich weiß auch nicht, ob das schon mal jemand konkret berechnet und veröffentlicht hat. Ggf. kann ja mal einer einen Link schicken.

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claudio_im_osten 22.10.2019, 13:36
8. Greenpeace hat Recht.

Ich habe noch keinen Landwirt gesehen, der gegen die nicht artgerechte Massentierhaltung weniger Großbetriebe demonstrieren geht. Stattdessen demonstrieren die Landwirte etwa gegen die Einführung eines Tierwohl-Labels, das gerade für kleine und mittlere bäuerliche Betriebe enorme Chancen bieten würde, insbesondere wenn die Politik dies mit einer Umschichtung der Subventionen verbindet. Und vom Bauernverband höre ich immer nur irgendetwas in Richtung "nein" zur Veränderung und "weiter so".
Die Landwirte sollten eigentlich dem Prozess der Veränderung voranschreiten und die Möglichkeiten der Mitgestaltung und der Erschließung von neuen Märkten aktiv wahrnehmen. Für mich als Verbraucher reichen jedenfalls die Angebote des Handels für nachhaltige Lebensmittel bei weitem nicht aus und ich bin strikt dagegen, dass mir wieder Produkte angedreht werden, bei denen man das bisschen Transparenz, das in den letzten Monaten geschaffen wurde, wieder zurückdreht.
Kein Öko- und kein Tierwohl-Label wie in alten Zeiten, als man noch immer nicht nachvollziehen konnte, wieviel Antibiotikum aus welcher Massentierhaltung im Hähnchen steckt? Bitte nicht noch einmal...

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c.PAF 22.10.2019, 13:36
9.

Zitat von Berner Bär
Mit welcher Zulassung können tausende von Traktoren in die Umweltschutzzonen der Grossstädte einfahren?
Na, mit der bestehenden Zulassung. Gemäß der 35. BlmSchV.

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