Forum: Wirtschaft
Kinderarbeit in Indien: Die Spur der Steine
REUTERS

Hammer und Meißel statt Füller und Schulheft: Tausende Kinder in Indien klopfen täglich unter extremen Bedingungen Pflastersteine zurecht. Mitverantwortlich dafür sind auch preisbewusste deutsche Käufer. Eine Spurensuche in zwei Welten.

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flanke 26.03.2012, 09:43
20.

Zitat von berpoc
... Sie haben da etwas nicht ganz gecheckt. Unsere üppiger Lebensstil hat ganz erheblich mit Armut und Ausbeutung der Dritten Welt zu tun. Ende diesen Jahrhunderts wird der 'weiße Mann' weniger als 4% der Weltbevölkerung stellen. Wir wie Hübschen werden dann zwar nicht mehr leben, aber unsere Nachkommen. Wollen Sie die ausgebeutet wissen, nur weil wir nicht schon heute begannen zu fair teilen?....
Eine schöne naive Vorstellung, dass, wenn der "weiße Mann" teilt, es dem Rest der Welt signifikant besser gehen wird. Schauen Sie sich doch mal an, wohin der geteilte Reichtum in diesen Ländern wandert. Ganz, ganz wenige werden ganz, ganz reich. Dazu noch korrupte Politiker und Beamte, die sich einen DReck darum scheren, eine funktionierende soziale Bürgergesellschaft aufzubauen, sondern nur das Ziel haben, sich so schnell als möglich die Taschen zu füllen.

Das Problem ist doch ganz simpel. In der "reichen" Welt gibt es vielleicht -naja, grob geschätzt - 1 Mrd. Menschen. Dem stehen ca. 6 Mrd. mehr oder minder arme Menschen gegenüber. Mehr als genug, um immer irgendwo noch billiger zu produzieren. Wenn irgendwann China oder Indien zu teuer wird, zieht die Globalisierungskarawane weiter. Vielleicht nach Afrika. Und danach wieder zurück.

Ich weiß, dass ist purer Zynismus. Aber leider läuft es doch so.

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Koana 26.03.2012, 09:46
21. Schattenwesen!

Zitat von Christ 32
das deutsche Verbraucher für die Kinderarbeit verantwortlich oder zumindest mitverantwortlich sind. Das ist schlicht Blödsinn, ..................................nebenan. Dort mussten sie härter arbeiten und wurden zudem schlechter bezahlt.
Mensche die so denken leben wirklich im Schatten!

Schattenwerte einer Schattengesellschaft | oberham

Aber im Schatten lebt es sich ja ganz ungeniert.

Meine Moral, ja die gilt nur bis KM Punkt 1 oder 100?
Wozu überhaupt Moral - dieses ganze Moralisieren ist doch eh verlogen - nicht wahr?

Da steh ich doch gleich zu meiner Hochleistungsegophilosophie, bewundere den Winterkorn und freu mich über meine erste Million - so ist das Leben - alles andere ist verworrenes Gutmenschengedusel.

Willkommen in Ihrer Zukunft - sag ich da nur.

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bmehrens 26.03.2012, 09:51
22. Human..

Zitat von sysop
Hammer und Meißel statt Füller und Schulheft: Tausende Kinder in Indien klopfen täglich unter extremen Bedingungen Pflastersteine zurecht. Mitverantwortlich dafür sind auch preisbewusste deutsche Käufer. Eine Spurensuche in zwei Welten.
Human rights, human watch, human sonstwas...von solchen Beiträgen leben diese "Organisationen" u n d nicht schlecht.

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Konrad_L 26.03.2012, 09:57
23. Eklige Euphemismen

Zitat von sysop
[...] preisbewusste deutsche Käufer.
Man gewöhnt sich ja schon schwer daran, dass man heute nicht mehr "billig" sagen darf, wo die Welt ein "preisgünstig" erwartet.
Aber es geht offensichtlich schlimmer: Statt "geizig" heißt es jetzt "preisbewusst".

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k@nt 26.03.2012, 09:59
24.

Zitat von bmehrens
Human rights, human watch, human sonstwas...von solchen Beiträgen leben diese "Organisationen" u n d nicht schlecht.
Sie haben SPON und SPIEGEL vergessen, die leben von Sensationsmeldungen und hohen Verkaufszahlen. Möchte nicht wissen, wie viele SPON Redakteure ihre Auffahrt mit indischen Granit haben auslegen lassen...

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enfield 26.03.2012, 10:03
25.

Zitat von Atheist_Crusader
Wenn die Arbeit da ist, und die Bezahlung irgendwas jenseits von "mickrig", dann findet sich auch Jemand, der sie macht. Kinder, Erwachsene, wer auch immer. Wenn Indien Kinderarbeit verbietet, dann werden eben die Erwachsenen schlecht bezahlt. Wenn die besser bezahlt werden wollen, findet man irgendwo anders ein Drittweltland mit geringeren moralischen Standards. ... Und nebenbei mal: Der Schutz der indischen Kinder vor wirtschaftlicher Ausbeutung ist vorrangige Aufgabe einer Institution: des indischen Staates. Indien ist schließlich nicht Zentralafrika. Der Staat ist nicht machtlos.
Ganz konkret: nennen Sie mir ein Beispiel einer armen Familie in Deutschland, die Pflastersteine braucht - es kann auch konstruiert sein, nur plausibel sollte es sein. In Wahrheit kann der gewöhnliche Mittelstand schon einigen Einfluss per ethisch einigermaßen korrekter Kaufentscheidung ausüben (und das auch "stellvertretend für die Armen in anderen Bereichen) Wenn das Geld für die Pflasterung des Carports mit "unkritischem Material" nicht reicht, muss halt Schotter aus dem Kieswerk nebenan reichen - stirbt auch kein Häuslebauer dran.
Nebenbei ist Armut in Europa nicht mit Armut in der 3. Und 2. Welt vergleichbar. Zusätzlich ist Kinderarmut und -ausbeutung generell ein anderes Thema als Armut im Allgemeinen (auch wenn die Themen miteinander verwoben sind). Eine Aussage wie: "...sonst hätten sie gar kein Einkommen" ist in humanistischen Systemen schlicht ungültig - und das ist gut so!
Hier müssen knallharte Embargos her und/oder härteste Strafen für Importeure und Verkäufer von Produkten, bei denen sich die Mitwirkung von Kinderarbeit nachweisen lässt. Das hilft auch der indischen Regierung bei der Lösung des Problems - und die Lösung ist deren Sache! Indien hat ein riesiges Problem - und ist sich auch dessen bewusst - die Landbevölkerung am Aufschwung teilhaben zu lassen.

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vulcain 26.03.2012, 10:04
26.

Zitat von loud_olph
Zur Schule gehen!
Sie wissen, dass das nicht stimmt.

Oder gehen auch all die Kinder zur Schule, die zur Zeit zu hunderttausenden am Horn von Afrika verhungern, weil es weder für sie noch für ihre Eltern eine wirtschaftliche Lebensgrundlage gibt und auch niemals geben wird?

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Koana 26.03.2012, 10:04
27. Warum so hoffnungslos?

Zitat von flanke
Eine schöne naive Vorstellung, dass, wenn der "weiße Mann" teilt, es dem Rest der Welt signifikant besser gehen wird. Schauen Sie sich doch mal an, wohin der geteilte Reichtum in diesen Ländern wandert. Ganz, ganz wenige werden ganz, ganz reich. Dazu noch korrupte Politiker und Beamte, die sich einen DReck darum scheren, eine funktionierende soziale Bürgergesellschaft aufzubauen, sondern nur das Ziel haben, sich so schnell als möglich die Taschen zu füllen. Das Problem ist doch ganz simpel. In der "reichen" Welt gibt es vielleicht -naja, grob geschätzt - 1 Mrd. Menschen. Dem stehen ca. 6 Mrd. mehr oder minder arme Menschen gegenüber. Mehr als genug, um immer irgendwo noch billiger zu produzieren. Wenn irgendwann China oder Indien zu teuer wird, zieht die Globalisierungskarawane weiter. Vielleicht nach Afrika. Und danach wieder zurück. Ich weiß, dass ist purer Zynismus. Aber leider läuft es doch so.
... und es tifft nicht zu, dass wir durch unser persönliches Verhalten eh nichts ändern könnten.

Unsere Familie hat drei Patenkinder - zwei davon schon über 16 Jahre - die beide eine Ausbildung genossen, inzwischen eine würdige Arbeit gefunden haben und wohl bald Familien gründen werden.

Wir verdienen nicht besonders gut - aber auch nicht schlecht - die nötigen 300 Euro monatlich haben wir durch bewußten Verzicht auf wirklich unnötigen Konsum leicht erübrigt!

Ja, wir alle haben sogar persönlich gewonnen, da wir wohl mehr einsparen als die 300 Euro.

... und ja, auch (wir sind über PLAN Paten) die Strukturen unserer Patenschaft sind nicht wirklich optimal - wir würden uns wünschen, es könnte anders laufen - nur - lieber ein kleines Übel hinnehmen und helfen, als einfach zu behaupten es hat ohnehin alles keinen Sinn.

Das ist ein sehr einfacher Weg!

Ich kann jedem hier nur raten sich nicht aus der Verantwortung zu stehlen.

... und ja - man kann natürlich auch in seinem unmittelbarem Umfeld Solidarität üben - wichtig ist sein Konsumverhalten zu überdenken und die Ersparnisse eben solidarisch einzusetzen - ob nun in Indochina oder in der Bremer Vorstadt - in Somalia oder dem örtlichen Seniorenzentrum - das bleibt jedem völlig freigestellt - wichtig ist -
der Verzicht auf völlig sinnfreien Überfluss zu Gunsten von sinnvoller Solidarität!

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freigeist56 26.03.2012, 10:06
28. Ja.....

Zitat von bmehrens
Human rights, human watch, human sonstwas...von solchen Beiträgen leben diese "Organisationen" u n d nicht schlecht.
sollen die Kinder doch froh sein dass sie Arbeit haben - nicht wahr? Geiz ist geil und es sind doch nicht meine Kinder. Und was schert mich das Elend anderer solange ich meinen fetten Wamst in die Frühlingssonne halten kann. Zum kotzen solche Kommentare.....

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pömpel 26.03.2012, 10:07
29.

Zitat von Koana
Mensche die so denken leben wirklich im Schatten! Aber im Schatten lebt es sich ja ganz ungeniert. Meine Moral, ja die gilt nur bis KM Punkt 1 oder 100? Wozu überhaupt Moral - dieses ganze Moralisieren ist doch eh verlogen - nicht wahr? Da steh ich doch gleich zu meiner Hochleistungsegophilosophie, bewundere den Winterkorn und freu mich über meine erste Million - so ist das Leben - alles andere ist verworrenes Gutmenschengedusel. Willkommen in Ihrer Zukunft - sag ich da nur.

Äh der Autor dieses Links lebt wohl auch im Schatten irgendeines berauschenden Stoffes. Mal ehrlich sachliche Argumentation ist das nicht gerade.
Das Problem ist ja nicht nur, dass sich einige viele nicht für die Herstellung intressieren, sondern auch dass man selbst wenn man sich dafür intressiert wenig bis garkeinen einfluss darauf hat.
Niemand kann ihnen garantieren dass ihr nächster PC, Hose, Ziegelstein, etc nicht unter miserablen Bedingungen hergestellt wurde. Und egal wie viel Geld man dafür ausgibt - diese Unsicherheit ist nie weg. Das beweisen ja diverse Affären der großen Modeketten die ihre Produkte für das vielfache von normaler Kleidung verkaufen und trotzdem Kinderarbeit oder menschenunwürdige Arbeitsbedingungen in den Herstellungsländern haben.
Da denkt sich der Verbraucher natürlich, warum soll er 50 euro mehr für eine Jeans bezahlen, wenn die sowieso gleich schlecht hergestellt wird. Zumal ja meist die Qualität ab einem gewissen Preis nicht mehr mitsteigt sondern nur noch der Marktpreis des Markennamens.

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