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Kita-Streik: Sag mir, wo die Erzieher sind!
DPA

Ein Erzieher für fünf Kinder? Die Zahlen im offiziellen Betreuungsschlüssel für Kitas können viele Eltern nicht nachvollziehen. Zu recht, denn mit der Realität haben die rosigen Berechnungen der Behörden oft wenig zu tun.

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sonnrain 13.05.2015, 06:44
1.

Die 25% Arbeitszeit unter 1 sind nicht für "Verwaltungskram". Sie heißen "mittelbare pädagogische Arbeitszeit" und sind gedacht für die Portfolioführung, für das Nachdenken und den Austausch über die uns anvertrauten Kinder; für Vor- und Nachbereitungen von Impulsen und Projekten.
Das ist unabdingbare Arbeit und diese Zeit muss unbedingt jeder frühpädagogischen Fachkraft zugestanden werden!

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gumbofroehn 13.05.2015, 06:50
2. Wenn man was für die Kinder tun will ...

... sollte man besser beim Betreuungsschlüssel ansetzen, anstatt zukünftig, wie von Verdi gefordert, pauschal die Entgeltstufen S10 bis S13 herauszulegen (zur Erinnerung, das entspricht der augenblicklichen Bezahlung von Kita-Leitungen und Sozialarbeitern / Sozialpädagogen, letztere haben ein Hochschulstudium absolviert). Den schlechten Personalschlüssel als Argument für eine derart extreme Aufwertung zu nehmen, ist in jedem Fall unsinnig.

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runandrock 13.05.2015, 06:59
3. Wieder mal...

Schlecht recherchiert. Wenn im Früh- und Spätdienst weniger Kinder da sind, ist auch der Betreuungsschlüssel besser, oder? Außerdem sind Vorbereitungszeiten in den Personalvorgaben eingeplant. Dieses Thema über alle Bundesländer hinweg auf einen Nenner zu bringen, kann nicht funktionieren.

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thunderstorm305 13.05.2015, 06:59
4. Ach so. Man möchte also mehr Personal und mehr Geld!

Ich kann mich noch daran erinnern, dass zwei Nonnen in unserem Kindergarten die Leitung über weit mehr als nur neun Kinder hatten. Wir haben es alle geschafft und niemand musste unter diesen "Zuständen" leiden. Einige haben auch Abitur gemacht. Es gab zwar noch kein Pisa, aber so schlecht waren wir auch nicht. Dass eine Betreuungskraft deshalb höchstens drei Kinder betreuen soll, halte ich deswegen für etwas überzogen. Aber vielleicht sollte der Autor sein Augenmerk auf die geforderten Gehaltssprünge werfen. Wie soll man bitte bei 10% mehr Gehalt auch noch viel mehr Betreuer einstellen? Beides zu fordern geht schlicht nicht. Außerdem sind die Gehälter bereits auf dem Niveau eines Technikers in der Privatwirtschaft. Also keineswegs so schlecht. Oder möchte man auf das gleiche Lohnniveau eines Ingenieurs kommen? Das ist dann doch etwas abwegig.

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marthaimschnee 13.05.2015, 07:00
5.

Die einzige Sensation daran ist eigentlich, daß das immer noch jemanden wundert. Die Menschen sehen tagtäglich, daß die Regierungspropaganda mit ihrer Realität nicht übereinstimmt und trotzdem tun sie jedesmal überrascht, wenn die nächste Lüge entlarvt wird.

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gneitzel 13.05.2015, 07:03
6. Brave new World...

Das Kita-System ist wie in der DDR nicht um den Eltern mehr Freiheit und den Familien besser Optionen zu bieten, sondern um die Bevölkerung effizienter nutzen zu können. - Was kümmert es da, dass der Betreuungsschlüssel getrickst ist. Es ist vielleicht ganz gut so, dass die "Erzieher" mehr mit Windeln wechseln beschäftigt sind als mit "erziehen". - Wer weiß was dabei sonst herauskäme! - ich finde es beschämend, wie Eltern sich so einfach aus der Affäre ziehen und die Verantwortung einfach an den Staat abtreten, als wären Kinder eine Sache! - Die vermeintliche "Freiheit" ist zudem teuer erkauft, nämlich gerade eben zum Preis der Freiheit! - Die folge sind für den Staat optimierte Menschen und wenn diese nicht funktionieren, also "kaputt" sind, gibt es eben eine "Reparatur" in Form einer Therapie oder mit Medikamenten.
Die Freiheit sich um seine Kinder zu kümmern, sie entsprechend der eigenen Werte und zu mündigen Bürgen zu erziehen, die sich bei auch durchsetzen können, muss man sich teuer erkaufen. Man muss bereit sein erhebliche finanzielle Einbusen hinzunehmen und viel Zeit investieren.

Wir haben sechs Kinder, ohne Kita, mit normalem Kindergarten, ohne Ganztagsbetreuung und alles sind auf dem Gymnasium und werden Ihren Weg gehen!
Wir haben (und tun es noch immer) uns beide um die Kinder gekümmert, mit voller Gleichberechtigung.
Dafür haben wir, obwohl Akademiker, ein relativ geringes Einkommen und werden einmal wenig Rente haben... - uns ist es das Wert, weil unsere Kinder es uns Wert sind!
Sind Ihnen Ihre Kinder nicht mehr Wert als Kita-Gebühren, finanzielles Wohlergehen und schöne Geschenke? - Denken Sie doch einmal bei Ihrem nächsten Urlaub darüber nach.

So far...

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Rahlstedter 13.05.2015, 07:16
7. In der Praxis eher 1 zu 20 oder noch heftiger

Meine Schwester ist Erzieherin. Sie betreut mit 5 Kolleginnen offiziell 60 Kinder die aber mitunter auf bis zu 66 Kinder aufgestockt werden. So ergibt sich schon mal ein Schlüssel von 1 zu 11. Jeder der mit Personalplanung zu tun hat weiß das von 6 Mitarbeitern im Durchschnitt nur 4 anwesend sind wg. Urlaub, Fortbildung, Krankheit usw. Nur drei der sechs Kollegen arbeiten Vollzeit und es muss eine Öffnungszeit von 7:00 - 18:00 Uhr abgedeckt werden. Real werden die 60 Kinder meist von zwei, maximal drei Erzieherinnen, betreut.

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john_shepard 13.05.2015, 07:17
8. die zusammenfassung könnte

"....Zusammengefasst: In der Realität müssen sich Erzieher in Kitas um deutlich mehr Personal kümmern, als der offizielle Betreuungsschlüssel suggeriert. Es geht Zeit für Verwaltungsaufgaben drauf, und die langen Kita-Öffnungszeiten machen in den Randzeiten eine geringere Besetzung erforderlich. Hinzu kommen Ausfälle durch Urlaub, Krankheit und Fortbildung....."

man(n) auf jeden beruf, jede firma anwenden.

das ist kein geheimnis, das ist normalzustand in deutschland. nach der aussage müsste es also überall einen streik geben, müsste D sich gesundstreiken.

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silberstern 13.05.2015, 07:19
9. x

Mal abgesehen vom Band bei VW ist das in keinem Beruf anders.

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