Forum: Wirtschaft
Klage gegen Länderfinanzausgleich: Welches Bundesland wirklich draufzahlt
DPA

Sitzen die wahren Schnorrer im Süden der Republik? Berlins Finanzsenator kontert die Klage gegen den Länderfinanzausgleich mit eigenen Vorwürfen: Bayern und Hessen würden verschleiern, wie sehr sie selbst von Umverteilung durch den Bundeshaushalt profitieren. Hat er recht?

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widower+2 25.03.2013, 13:31
1. Umverteilung

Die von den Südländern beklagte Umverteilung ist in vielen Fällen eine Rückverteilung. So hat Hamburg das höchste und Bremen das zweithöchste BIP pro Einwohner in der Bundesrepublik. Weit vor Bayern, Hessen und Baden-Württemberg.

Nur fließen die Einkommensteuern in großem Umfang nach Niedersachsen und Schleswig-Holstein, weil nicht am Arbeitsort sondern am Wohnort besteuert wird.

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Humboldt 25.03.2013, 13:32
2. Münschhausen ist ausgezogen

Zitat von sysop
Sitzen die wahren Schnorrer im Süden der Republik? Berlins Finanzsenator kontert die Klage gegen den Länderfinanzausgleich mit eigenen Vorwürfen: Bayern und Hessen würden verschleiern, wie sehr sie selbst von Umverteilung durch den Bundeshaushalt profitieren. Hat er recht?
Nach dem inkompetenten und zum Teil falschen Münschhausen-Check zu Stuttgart-21 letzte Woche ist SPON was die Überprüfung von Wahrheitsgehalten angeht bei mir unten durch!

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Progressor 25.03.2013, 13:33
3. Vergesst es!

In Gemeinschaftswährungsräumen übernehmen die Lohnstückkosten den Ausgleich der dann fehlenden Währungs--Wechselkurse. Das heißt die Löhne müssten so angepasst werden, dass es zu einem Ausgleich kommt.

Das kann man innerhalb Deutschlands und innerhalb der Eurozone sofort vergessen: Niedrige Löhne z.B. in Bremen oder in Griechenland würden dazu führen, dass Arbeitsplätze dort auf- und anderswo abgebaut werden. Am Ende wären die heute leistungsfähigen Länder klamm und bräuchten Unterstützung. Oder man würde dort dann auch anfangen die Löhne zu senken. Das wäre ein blödsinniges Spiel.

Der Länderfinanzausgleich innerhalb Deutschlands ist also alternativlos. Die gute Frage ist nun lediglich, ob dies in Europa auch so sein muss.

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steintor 25.03.2013, 13:33
4. kurzsichtig

man muss es mal klarstellen, Bayern und Hessen haben vom Kriegsergebnis profitiert, nämlich durch die massive Abwanderung von Industrie und Kapital aus den ost- und miteldeutschen Ländern. Vor dem Krieg war Bayern ein Agrarstaat und Frankfurt nicht der Mittelpunkt deutschen Kapitals!

Die Abwanderung nach 1945 hat Fakten geschaffen die nun in den miteldeutschen Bundesländern in Form von hoher Arbeitslosigeit dank fehlender industrieller Infrastruktur zu bewundern sind.

Bayern und Hessen haben ihren Wohlstand somit auf Kosten einiger jener Länder erzielt, die nun auf den Länderfinanzausgleich angewiesen sind, man sollte den Bayern und Hessen dies mal deutlich zu verstehen geben und ihnen das Wasser moralisch abgraben.

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Meerkönig 25.03.2013, 13:36
5. Die alternativlosen wahren Schnorrer!

Zitat von sysop
Sitzen die wahren Schnorrer im Süden der Republik? Berlins Finanzsenator kontert die Klage gegen den Länderfinanzausgleich mit eigenen Vorwürfen: Bayern und Hessen würden verschleiern, wie sehr sie selbst von Umverteilung durch den Bundeshaushalt profitieren. Hat er recht?
Wo hat denn die Deutsche Bank ihren Hauptsitz, wo die Commerzbank, wo die Allianzversicherung und wo die Hypo Real Estate? Alle in Bayern und Hessen. Die Liste könnte beliebig verlängert werden.

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mickt 25.03.2013, 13:36
6. Danke

für die differenzierte Analyse. Sehr hilfreich. Auch als Berliner kann ich die Hessen und Bayern verstehen.

Man sollte schlicht nicht zu lasten anderer leben.

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kantundco 25.03.2013, 13:37
7. Das ist schon wieder mal erbärmlich...

Die Nachteile eines Flächenstaates mit der Unfähigkeit vernünftig zu wirtschaften und so am Dauertropf zu hängen, gegeneinander aufzurechnen.
Solidarität ist bis zu einem gewissen Grad sinnvoll, wenn dadurch die Infrastruktur dauerhaft so verbessert wird, dass die Nehmerländer irgendwann auf eigenen Beinen stehen können. Sicher hat auch eine Bundeshauptstadt einen höheren Aufwand. Dann ist aber auch Schluss! Einsparungsmöglichkeiten gäbe es viele: Zusammenlegung von Bundesländern so, dass die Größenverhältnisse einigermaßen angeglichen sind. Aber da würden ja dann zu viele Fressnäpfe entfallen! Reformiert wird dieses Finanzchaos zu Lasten kommender Generationen wohl erst durch einen kompletten Währungs-Chrash. Bis dahin heißt es: Zahlemann und Söhne. Keiner gibt die sprudelnden Quellen freiwillig auf. Und so kommt es, dass letztlich die Steuerzahler von Hessen, Baden-Württemberg und Bayern ganz Europa finanzieren.

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zufriedener_single 25.03.2013, 13:39
8. Ausgleich

Was passiert eigentlich wenn Keiner mehr einzahlt?
Geht das ueberhaupt?

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scoose71 25.03.2013, 13:44
9.

Zitat von Progressor
Der Länderfinanzausgleich innerhalb Deutschlands ist also alternativlos. Die gute Frage ist nun lediglich, ob dies in Europa auch so sein muss.
Das Problem ist nicht der Ausgleich an sich, das Problem besteht darin, dass es für die Nehmer günstiger ist Nehmer zu bleiben. Folglich wird das Geld zur Umsetzung sozialer Wohltaten verballert, die sich die Geberländer sparen.

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