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Klage von umstrittenem Verband: Cathy Hummels gewinnt Prozess um Schleichwerbung
Tobias Hase / DPA

Cathy Hummels, Instagram-Star und Fußballer-Gattin, postet täglich auf ihren Profilen Bilder mit sich und Produkten. Dagegen klagte ein Abmahn-Verband - doch verlor vor Gericht. Die Richterin sieht keine unlautere Werbung.

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zabadac 29.04.2019, 16:22
30. abmahnmafia

solange abmahnvereine viel geld mit ihrem halblegalen vorgehen scheffeln können muß jeder der gewerblich im internet unterwegs ist permanent angst haben. für ein falsches komma 1.000 € zahlen zu dürfen

es war im gespräch das zuerst eine kostenfreie warnung kommen muß und erst danach kostenpflichtige. wurde leider nciht umgesetzt, die anwält und die abmahnmafia danken

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The Independent 29.04.2019, 16:30
31.

Zitat von vaikl
Das ist für eine in der Öffentlichkeit stehende Privatperson wie Fr. Hummels ein Klacks, um "berühmt" zu werden. Und "berühmt werden" ist immer noch eine in erster Linie *private* Tätigkeit, Frau Rhein.
Zumindest diese Influencer-Riege nutzt ihre Accounts auch für kommerzielle Ziele. Und dass man einen PR-Account einer Spieler-Frau, der auch kommerziell genutzt wird, überhaupt noch als "privaten" Account bezeichnen darf, halte ich für ein Gerücht.
Viele Internet-"Berühmtkeiten" verfolgen ab einem bestimmten Bekanntheitsgrad (Zahl der Views, Follower, etc.) nunmal auch die kommerzielle Ausschlachtung einer solchen Online-Präsenz.

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DerBlicker 29.04.2019, 16:44
32. das Urteil wird bleiben

Zitat von noalk
Einerseits wird Frau Hummels bescheinigt, dass sie kommerzielle Interessen verfolge, andererseits sei es aber keine kennzeichnungspflichtige Werbung. Die nächste Instanz, sollte es denn eine solche geben, wird dieses Urteil kassieren.
Das Urteil ist völlig korrekt, denn im vorliegenden Fall ging es gar nicht um Werbung, also konnte auch keine Schleichwerbung vorliegen.

Frau Hummels hatte lediglich Produkte auf Instagram gezeigt, die ihr gefielen, ohne dafür eine Gegenleistung zu erhalten. das ist keine Werbung, und kann damit auch niemals Schleichwerbung sein. Hier irren die anderen Gerichte ganz klar, welche allein aus der Zahl der Follower Werbung konstruieren wollen.

Nein, wenn ich etwas zeige, ohne dafür eine konkrete Gegenleistung zu bekommen, ist es keine Werbung, und fertig. Es kann nicht sein, dass ich etwas als Werbung kennzeichnen muss, nur weil ich auf meinem Instagram Account die Marken meiner Klamotten nenne. Das ist im übrigen auch nicht mit Artikel 5 GG zu vereinbaren.

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DerBlicker 29.04.2019, 16:47
33. ja und?

Zitat von The Independent
Zumindest diese Influencer-Riege nutzt ihre Accounts auch für kommerzielle Ziele. Und dass man einen PR-Account einer Spieler-Frau, der auch kommerziell genutzt wird, überhaupt noch als "privaten" Account bezeichnen darf, halte ich für ein Gerücht. Viele Internet-"Berühmtkeiten" verfolgen ab einem bestimmten Bekanntheitsgrad (Zahl der Views, Follower, etc.) nunmal auch die kommerzielle Ausschlachtung einer solchen Online-Präsenz.
Trotzdem ist es nur Werbung, wenn man dafür bezahlt wird. alles andere ist an den haaren herbeigezogen und willkürlich konstruiert. das LG München hat endlich festgestellt, wenn kein Geld oder eine andere Gegenleistung fließt, ist es keine Werbung. Das bloße Nennen von Markennamen auf Instagram ohne Gegenleistung ist und war nie Werbung. Genauso wenig ist es gewerblich, wenn ich meine gebrauchten Klamotten verkaufe, das ist rein privat.

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DerBlicker 29.04.2019, 16:51
34. ganz kurz und knapp

Zitat von The Independent
Wenn allerdings wesentliche Informationen (z.B. dass das Produkt gestellt wurde, oder es z.B. einen Vertrag - mündlich oder schriftlich - mit dem Hersteller gibt, oder dass der Influencer Rabatte für das Zeigen der Produkte bekommt) verschwiegen werden, dann wäre bereits das Tragen/Zeigen der Produkte (ohne Kennzeichnung) ein Verstoss gegen das UWG. Und auch Links sind bereits Werbung: "Selbst wenn also der Influencer kein Honorar für den Post und auch kein Testprodukt bekommen hat und selbst dann, wenn der übrige Post völlig neutral ist, ist bereits die bloße Verlinkung als kennzeichnungspflichtige Werbung anzusehen." "Grauzonen beginnen dort, wo Influencer auf Läden verlinken, die sie besucht haben, aber selbst zahlen. Hier entscheidet das Gericht, ob Empfehlungsmarketing als Werbung gekennzeichnet werden muss."
Diese Urteile sind komplett falsch und entbehren jeder Rechtsgrundlage. Werbung ohne Gegenleistung ist keine Werbung, und kann daher niemals Schleichwerbung sein.

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Einhorn 29.04.2019, 17:15
35.

Zitat von comfortzone
Dieser dubiose Verband ( für angeblich sozialen Wettbewerb) ist mir schon öfters aufgefallen. Die Behörden sollten einmal dessen Klageberechtigung überprüfen. Mir scheint, denen geht es in erster Linie um Bevormundung des mündigen Verbrauchers. Die „fremdeln“ etwas mit der Moderne und der digitalen Welt. Deren Verbraucherleitbild stammt jedenfalls nicht aus diesem Jahrhundert.
Eine sehr verkürzte Wahrnehmung haben Sie da. Denn überlegen Sie doch mal, wie so ein "Influencer" Akquise betreibt. Das tut er, denn auch in dieser Branche geht es um Wachstum.

Eine sehr gerne genommene Strategie: Man wirbt für ein Produkt in der Erwartung, der Hersteller biete einem dann Geld für weitere Werbung. Klappt auch recht gut. Manchmal fällt das dann sogar Teenagern auf, dass irgendwann gar keine Zeit mehr gewesen sein kann, ein Produkt wirklich zu testen und zu mögen - aber eben nicht allen. Und für die gilt dann das "Schleichwerbung"-Etikett.

Traurig genug, dass "Cathy Hummels hat es präsentiert" schon als Aussage über ein Produkt gewertet wird, aber das Phänomen ist ja etwas ganz anderes.

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dr.schnabel 29.04.2019, 17:57
36. Werbung

ist nach der Art. 2 RL 2006/114 EG "jede Äußerung bei der Ausübung eines Handels, Gewerbes, Handwerks oder freien Berufs mit dem Ziel, den Absatz von Waren oder die Erbringung von Dienstleistungen, einschließlich unbeweglicher Sachen, Rechte und Verpflichtungen, zu fördern;"
Diese Definition gilt auch national. Direkte Entgeltlichkeit ist nicht Bedingung.

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Hörbört 29.04.2019, 18:40
37. Interessanter Einwand

Zitat von Einhorn
Denn überlegen Sie doch mal, wie so ein "Influencer" Akquise betreibt. Das tut er, denn auch in dieser Branche geht es um Wachstum. Eine sehr gerne genommene Strategie: Man wirbt für ein Produkt in der Erwartung, der Hersteller biete einem dann Geld für weitere Werbung. Klappt auch recht gut.
Klingt plausibel und ist es - nach meiner gelegentlichen Beobachtung - auch. Aber wie will man das den Akteuren nachweisen? Schwierig.

Ließe sich wohl erst im Nachhinein feststellen, wenn diese Art der Akquise (im weitesten Sinne vergleichbar einer Initiativbewerbung) zu einem 'Anschlussauftrag' führt.

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siegfried_richard_albert 29.04.2019, 21:19
38. Widersprüchlich

Ich weiß nicht, ob der klagende Verein nur Geld machen will oder soziale Interessen verfolgt. Ist aber auch egal. Die Frage ist aber, woher weiß die Richterin, wer informierte Leser sind? Und sind nicht gerade die Nicht-Informierte Leser zu schützen? Ich meine, es gibt nicht nur bei Frau Hummels viele Leser-innen, die Artikel kaufen, nur weil Frau Hummels sie hat. Außerdem ist es sehr schwer nachzuvollziehen, ob Frau Hummels wirklich keine Leistung für einen Gegenstand erhalten hat, den sie zeigt. Und sei es nur, dass sie den Gegenstand geschenkt bekommen hat. Oder sie bekommt eine Leistung von einer Drittfirma. Derzeit wird Ihr Urlaub von ebay finanziert, wer weiß, was sie da alles präsentiert ohne direkt Geld zu bekommen. Ich bin der Meinung, Frau Hummels macht diese Bilder hauptsächlich, um Geld zu verdienen und halte es für richtig, wenn sie ein Produkt präsentiert, dass dies deshalb grundsätzlich als Werbung gekennzeichnet wird für diejenigen, die eben nicht wissen, dass Frau Hummels kommerzielle Interessen verfolgt.

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biglewbowski 29.04.2019, 23:26
39. Influenza geht wenigstens

vorbei, Influencer verseuchen auf unbestimmte Zeit mit unsäglicher Inhaltslosigkeit das Netz. Witzig ist, dass diese Leute meinen, sie tun was essentielles.

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