Forum: Wirtschaft
Klammer Staatskonzern: Bundesregierung verlangt schnelle Bahnreform
AFP

Fünf Milliarden Euro benötigt die Bahn bis 2022 zusätzlich. Deshalb verlangt die Bundesregierung einen umfassenden Konzernumbau. Dabei steckt das Unternehmen laut einem Bericht bereits viel Geld in Berater.

Seite 5 von 12
Rainer Heidelberg 16.12.2018, 10:26
40. Die Politik muss handeln

Nur mit einer radikalen Umstrukturierung ist eine nachhaltige Verbesserung der Effizienz bei der Bahn möglich. Dazu gehören:

- radikaler Abbau desaströser Management Ebenen
- alte Seilschaften zerschlagen
- schlanke Organisationen einführen
- Verkauf ausländischer Beteiligungen
- Einbindung der Mitarbeiter in Unternehmensentscheidungen

Ich hoffe, der politische Wille zum Wandel moderner Strukturen auch in einem öffentlichen Unternehmen wird da sein. Die Bahnkunden und Steuerzahler erwarten dies von der Politik. So kann es nicht weiter gehen. Die, die den Wandel nicht mittragen sind zu feuern. Wir blamieren uns in der ganzen Welt. Wie alle Bahnkunden könnte ich von so einigen schlimmen Erlebnissen berichten.

Beitrag melden
burlei 16.12.2018, 10:27
41. @Hoellenhagen, #30

Zitat von Hoellenhagen
Schröder wollte die Bahn (ein Erbteil der Bürger) versilbern und hat mit Mehdorn versucht, sie profitabel zu machen. [usw, usf]
SPD-Bashing vom Feinsten. Gratuliere. Da kommt es dem Verfasser auch garnicht in den Sinn, dass Schröder eine bereits von Kohl und Genscher zerdepperte und den Privatinteressen geopferte Bahn übernahm. Zudem schlug die freie und ungehemmte Marktwirtschaft -ein Lieblingskind der Konservativen - zu der Zeit richtig durch. Also nicht an allem ist die SPD schuld. In der Masse sind es CDU, CSU und FDP, die den ganzen Mist in Jahrzehnten ihrer Regierungsperioden verbockt haben. So viel Mist wie in diesen Jahren produziert wurde können noch nicht einmal 50 Jahre R2G erreichen.

Beitrag melden
alpha0711 16.12.2018, 10:29
42.

Zitat von Hoellenhagen
Schröder wollte die Bahn (ein Erbteil der Bürger) versilbern und hat mit Mehdorn versucht, sie profitabel zu machen. Nun ist die Bahn aber kein "Business", sondern eine Bestandteil der Infrastruktur eines Landes. Das Bemühen einer SPD-Bundesregierung, Profit aus der Bahn herauszuschlagen, hat dieses "Fahren auf Verschleiss" hervorgerufen. Es waren politische Entscheidungen gegen das Volk, die die Bahn kaputt gemacht haben. Die Eisenbahnen bilden in Deutschland seit 1866 einen Hauptteil des Nationalvermögens. Die ehemals privaten Bahnen wurden zu Staatsbahnen umgewandelt. Nicht nur aus militärischen Gründen, wie so oft behauptet, sondern um die Zersplitterung in einzelne Privatbahnen zu beenden. Berlin hatte z.B. 1880 sieben getrennte Kopfbahnhöfe: Anhalter, Potsdamer, Görlitzer, Lehrter, Schlesischer, Stettiner und Hamburger Bahnhof. Der Deutschen Bundesbahn lagen um 2000 bereits die katastrophalen Ergebnisse der Re-Privatisierung ab 1993 der Eisenbahnen in England durch die Regierung Thatcher vor, die zu vielen Toten geführt hatte. Trotzdem sollte die Bahn zu einem Selbstbedienungsladen der SPD umgebaut werden! Das war nämlich der eigentliche Grund. P.S. Heute kann die Bahn noch nicht einmal mehr Rolltreppen betreiben. Auf meiner letzten Fahrt (mit Gepäck - ich bin etwas gehbehindert) standen von vier für mich wichtigen Rolltreppen drei still. Darunter die sehr lange Rolltreppe, die im Frankfurter Hauptbahnhof zum U-Bahnhof führt und die ich nutzen musste, weil ich gleich zwei "ebenerdige" Anschlusszüge nicht erreichte. Rolltreppenstillstand beruht auf mangelnder Wartung und kommt in Kaufhäusern fast nie vor. Die warten nachts. Ich habe solch ein Versagen noch nicht einmal im Londoner Tube-Netz zu der Thatcher-Zeit bemerken können. Die laufen teilweise seit Ende des 19.Jahrhunderts!
Wartung kostet halt. Gewinnmaximierung steht heute überall im Vordergrund (selbst im Gesundheitswesen) Es gibt so viele Beispiele in D. Die Politik schiebt die Probleme in D vor sich her und löst so gut wie keine bzw. generiert sogar noch neue .... Aber irgendwann wird es dann umso grössere Konsequenzen haben.

Beitrag melden
caliper 16.12.2018, 10:29
43.

Zitat von bobo7
Wenn man nicht gewillt ist Ingenieure vernünftig zu bezahlen, muss man sich den Sachverstand eben extern einkaufen. Da nützt auch eine Obergrenze nichts. Ansonsten liegen Projekte eben auf Eis oder kommen zu keinen zufriedenstellendem Ergebnis. Das ist die Realität.
Die besten und motiviertesten Ingenieure rennen sicher nicht als erstes zur Bahn. Das ist aber nicht das Thema.

In den einschlägig bekannten Beratungsgesellschaften arbeiten vor allem Betriebswirte, Juristen und Verwaltungswissenschaftler. Der Output besteht im Wesentlichen aus Prozessen und Strukturen, was auch in Ordnung wäre, wenn sie denn mit den internen Personal abgestimmt werden und dort motiviert umgesetzt werden.

Hier glaubten diese Berater aber an eine nahezu perfekte Jobgarantie für die Ewigkeit. In einem Staatsbetrieb (die Privatisierung ändert daran nichts) fühlt sich niemand für die Kosten verantwortlich. Erstens weil das Geld zuverlässig fließt und zweitens weil diese Staatsangestellte gar keine Motivation haben diese Empfehlungen umzusetzen. Zudem fehlt es den Beamten wahrscheinlich auch am Verständnis und Kompetenz für solche Maßnahmen.

Mit einem unkündbaren Beamten effiziente und effektive Strukturen und Prozesse zu erarbeiten, zu erklären und zu deren Umsetzung zu motivieren dürfte keine leichte Aufgabe sein. Der wartet im Zweifel lieber auf ein attraktives Angebot für eine frühere Pensionierung.

Beitrag melden
1435mm 16.12.2018, 10:39
44. Wenn man...

.. die Investitionen in Infrastruktur, neue Züge und Personal weglassen würde. Gleichzeitig des verbleibende rollende Material verkauft oder verschrottet dann wäre das einzig wirkliche Problem der Deutschen Bank gelöst - ihre Existenz (in der Derzeitigen Form).
Der politische Ansatz ist einfach falsch, der Auftrag der Bahn sollte es sein Deutschland zu bewegen, da muss man dann eben einfach mal Geld in die Hand nehmen, aber nicht für Berater/Politikversager die nichts von Eisenbahn verstehen. Zur Not schaut man eben mal in die Schweiz, dort sieht man wie Eisenbahn funktioniert.
So wie es bei uns läuft, so wird das nix.

Beitrag melden
interessierter Laie 16.12.2018, 10:42
45. @Nonvaio01

Da muss man differenzieren. "Beratung" ist nämlich de facto oft der falsche Begriff. Oft steht dahinter eher eine Auftragsentwicklung - bspw. im IT-Bereich. Diese Kräfte ständig vorzuhalten lohnt sich nicht (und man bekommt sie auch nicht, weil sie als Freelancer oder angestellte Berater deutlich mehr verdienen können.) Auch eine Organisation lässt sich nicht so einfach mit eigenen Kräften allein umstellen, denn der eigentliche Betrieb muss ja weitergehen. Stellen Sie sich vor, die Bahn würde für ein halbes Jahr den Betrieb völlig einstellen, um ihre interne IT und Organisation und Prozesse umzustellen. Zu hinterfragen ist allerdings, dass oft die Beratung zu einer Umstellung von derselben Institution erfolgt, wie deren Umsetzung. Das heißt der Berater schreibt seinen nächsten Auftrag selbst. Das Management sollte also zumindest in der Lage sein: Verträge auf Sinnhaftigkeit zu prüfen, die mit Sanktionen zu versehen und deren Umsetzung zu kontrollieren. Sonst entsteht eine Mistel am Baum der Organisation.

Beitrag melden
PeNi 16.12.2018, 10:44
46. Ausgeblutetes Unternehmen

1990 hatten Reichsbahn und Bundesbahn zusammen 473.000 Beschäftigte in Deutschland. Aktuell (2018) beschäftigt die DB in Deutschland ca. 210.000 Mitarbeiter (plus ca. 125.000 Beschäftigte im Ausland, bei Tochtergesellschaften die nach 1994 zugekauft wurden; z.B. Arriva). Die Mitarbeiterzahl in Deutschland hat sich also seit 1990 mehr als halbiert. Insgesamt wurden bei der Bahn in den letzten 28 Jahren somit ca. 260.000 Arbeitsplätze gestrichen. Würde die Automobilindustrie in Deutschland vor so einem Jobabbau stehen würden es ein riesen Aufschrei geben. Bei der Bahn ist das ein Ergebnis des privatisierungswahns. Mit Branchenfremden Managern (Anwälte, Politiker, BWL'er) und externen Beratungsgesellschaften (auch alle Branchenfremd) wurde mit den üblichen Mitteln (Jobabbau) versucht den Konzern auf Wirtschaftlichkeit zu trimmen. Dazu kamen Streckenrückbau und Kapazitätsreduzierung (Rückbau von Ausweichstellen und Ausbesserungswerken - Stichwort Berliner S- Bahn) bis unterhalb der Schmerzgrenze. Bei der letzten (und aktuellen Tarifverhandlung) zudem die Wahlmöglichkeit für die Mitarbeiter mehr Urlaub satt Geld zu wählen, was eine weitere Reduzierung der verfügbaren Personalstunden zur Folge hatte und sich nach der aktuellen Tarifrunde weiter Verschärfen wird. Dazu Lohndumping im Regionalverkehr (der günstigste Anbieter gewinnt die Ausschreibung der Landesverkehrsgesellschaften),Öffnung des Fernbusverkehrs und ungleiche Besteuerung gegenüber Fernbus und Flugzeug. Im Ergebnis steht der Konzern 25 Jahre nach der Bahnreform (1994) vor dem Kollaps. Ergebnis von Missmanagement, Privatisierungsdruck und Desinteresse des Eigentümers (Bund).

Beitrag melden
opar 16.12.2018, 10:47
47. Scholz und Altmaier sind der Untergang.

Der Verkauf von Firmen löst kein einziges Problem der Bahn.
Aber was soll man von Politikern die nur populistisches Gerede von sich geben können anderes erwarten?
Die Bahn braucht sowohl mehr Geld als auch ein ganz anderes Management ganz oben und darunter. Wie die Bundeswehr.

Beitrag melden
wolfi55 16.12.2018, 10:47
48. Da gibt es Regressmöglichkeiten

Da einige frühere Vorstände, eigentlich hat es nur zwei, schwere Fehler gemacht haben und der Bahn Projekte aufgeladen haben, die sie teuer kommen, einmal sogar zusammen mit der Kanzlerin, muss man den Regress bei den Herren Mehdorn und Grube einfordern. Ich meine da das Milliardenloch in Stuttgart, das jegliche Aktivitäten im Bereich Netzausbau lähmt.

Es kann mir auch keiner erklären, warum die Bahnhöfe der DB Netz gehören und von der Station&Service (Stus) bewirtschaftet werden. Auch dass die Bahnstrecken der DB Netz AG gehören, die Oberleitungen aber der DB Energie, ebenso wie das Verteilnetz dazu. Das ist doch krank. Das dürften aber auch Ergebnisse von Beratern gewesen sein. Da sollte man diese Berater mal in Regress nehmen. Berater empfehlen nämlich immer genau das, was das Gegenteil vom jetzigen Zustand ist.

Beitrag melden
Yoroshii 16.12.2018, 10:50
49. Ja, ja die Berater

Da der Fisch halt vom Kopfe her stinkt, sollten Berater gefunden werden, die Figuren wie Grube, Mehdorn und den Kerl, der anderen gerne in die Schnauze hauen will (u.v.a.m.), als unfähig erkennen und benennen.

Umbau nach Maßgabe des jap. Bahnvorbildes. Aber das kostet! Da reichen die paar MRD nicht. Es weihnachtelt!

Beitrag melden
Seite 5 von 12
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!