Forum: Wirtschaft
Klimapaket: Neue Pendlerpauschale begünstigt fast ausschließlich Autofahrer
DPA

Die Bundesregierung will Fernpendler entlasten - und verweist darauf, dass auch Bahnfahrer profitieren. Nach SPIEGEL-Informationen werden weite Wege zur Arbeit aber fast ausschließlich im Auto zurückgelegt.

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Spiegelleser2018 26.09.2019, 20:59
330. @knorri

Ich habe ihnen keine Dummstellerei unterstellt und würde das auch umgekehrt einfordern. Wenn der Pendler vom Finanzamt eine Erstattung bekommt, ist das kein zusätzliches Geld, sondern EIN TEIL dessen, was man zuvor ausgegeben hat. Ich gewinne dabei also nichts dazu, sondern meine Ausgaben verringern sich. Praktisch ausgedrückt: Ich bezahle zunächst die volle Tankfüllung oder das ganze ÖPNV-Ticket und bekomme mit der Steuererklärung einen Teil der Tankfüllung oder des Tickets ersetzt. Wo ist jetzt genau der finanzielle Vorteil ?

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DUWN01 26.09.2019, 21:09
331. Deckelung auf 4500 € fördert Autofahrer

Ich habe eine Wegstrecke (Straße) von inzwischen 100 km. Mit dem Auto brauche ich morgens, unter Einhaltung aller Geschwindigkeitsbegrenzungen, ca. 65 min, Stand der 2016. Zurück am Abend sind es aber leicht 80 min.
Ich fahre aber per Faltrad und Bahn. Dauer 90 min. Stress: viel weniger als mit dem Auto. Das Rad ist teuer, kostet 24 ct/km (gefahrene km). Ich kann aber nicht die 6000 €, wie mit Auto, absetzen, sondern nur 4500 €. Warum glauben alle ein Fahrrad koste nichts? Entweder gibt es einen Kostendeckel für alle oder keinen. Vielleicht sind viele auch unehrlich und geben nur das Auto beim Finanzamt an?
Aussuchen kann ich mir nicht, wo ich wohne, eine andere, gut bezahlte Arbeit finde ich nicht und meine Frau auch nicht. Also muss einer pendeln. 1,2 Mio Autokilometer habe ich so in gut 27 Jahren bisher eingespart und bin davon per Rad zweimal um die Erde. Das geht also. Alles Gejammer, weshalb man Auto fahren müsse, liegt an schlechter Planung und geringer Flexibilität. Ohne Rad wäre ich statt 90 min mindestens 130 min zur Arbeit unterwegs weil die Straßenbahn nichts taugt und müsste zudem vom letzten Bahnhof zur Arbeit mich mitnehmen lassen. Die Bahn selbst ist übrigens nicht teuer. Mit Jahreskarte (inkl. ICE) fährt man billiger als wenn man nur die Treibstoffkosten beim Auto rechnet. Wer noch weiter fährt, kauft sich eine BC100. Die bedeutet auch Freiheit.

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andrehe 26.09.2019, 21:17
332. Klar sind das Subventionen

Zitat von misterknowitall2
subventionieren Pendler nicht, dass macht der Staat, weil er auch in hohem Maße vom dem Arbeitsverhältnis profitiert. Dass sie in der Stadt wohnen und auf Wohnraum verzichten, hat sicher viele Gründe, aber sicher nicht, dass Sie damit die Umwelt schonen wollen. Erzählen Sie doch bitte nichts.
Niemand ist verpflichtet, weit von dem Arbeitsplatz weg zu wohnen. Bislang werden Arbeitnehmer für jeden km Arbeitsweg unterstützt, aber diejenigen, die Mobilität vermeiden und teurer in der Stadt wohnen, nicht, obwohl die höhere Miete auch als Aufwendung für den Arbeitsplatz angesehen werden sollte. Das ist ungerecht und muss geändert werden. Ich verlange keine Abschreibungsmöglichkeiten, möchte aber, dass die Entfernungspauschale genauso entfällt. Für den Wohnort ist jeder einzelne selbst verantwortlich. Da hat der Staat überhaupt nicht einzugreifen. Er hat nur dafür zu sorgen, dass sehr bald schon kein Tropfen Öl und keine Kohle mehr verbrannt wird.

Sie unterstellen mir, dass ich mich nicht für den Klimaschutz engagiere? Ich war letztens auf dem Bremer Marktplatz bei einer XR-Aktion gegen die Zerstörung des Regenwaldes, und auch bei der FfF-Demo am 20.09. dabei. So eine Unverschämtheit! Kümmern Sie sich lieber um die Pendler, das machen Sie ja ganz gut in diesem Forum.

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andrehe 26.09.2019, 21:26
333. Hochhäuser und Ein-Kind-Politik - das brauchen wir

Zitat von Besserwissser
Die Städte sind bereits weitestgehend versiegelt, und alleine das führt bereits zu Temperaturanstiegen. Klar Rest Grundstücke gibt es sicher noch, aber da werden auch Leute wie Sie sich dagegen wehren noch weiter zu verdichten weil sie ja gerne Ihre Grünfläche/Aussicht/Blick auf den Wald in Ihrer Nähe behalten wollen. Die Gesellschaft kompensiert übrigens ständig etwas (Familienförderung/Sozialhilfe/Berufsunfähigkeit etc...ok nicht zu 100% aber das macht die Pendlerpauschale auch nicht) so eben auch die Freizügigkeit der Berufs und Arbeitsplatzwahl. Oder wollen sie den Familien etwa nachrufen, das wenn sie sich 2 oder mehr Kinder nicht leisten können dann sollen Sie es gefälligst lassen ?
Dann muss eben hoch gebaut werden. Damit können auf einer Fläche mehr Menschen leben. Besser als zu pendeln ist das auf jeden Fall!

Die Familienpolitik bei uns ist nicht nachhaltig. Das Grüne Kreuz hat als Tragfähigkeit der Erde 500 Millionen bis 2 Milliarden Menschen abgeschätzt. So viele Menschen können dauerhaft auf dem Planeten leben, ohne ihn zu überlasten. Das würde bei dem sehr dicht besiedelten Deutschland bedeuten, die Bevölkerung von 83 Millionen auf ca. 15 Millionen Einwohner zu reduzieren. Ja, sie sollen es lassen, mehr als ein Kind zu bekommen. Am besten gar keins. Und dafür muss es Anreize geben. Im Moment passiert leider das Gegenteil. Wir sind zu viele und auch nicht bereit, nachhaltig zu leben, wie ich immer wieder feststellen muss, auch hier im Forum. So wird das nichts mit der Zukunft!

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masterrobin93 26.09.2019, 21:32
334. ne pendlerpauschale wäre ne sinnvolle idee

angenommen ich bräuchte 1,35 stunden hin zur arbeit und müsste 5 oder 6 mal umsteigen. das gleiche auch auf dem rückweg. somit wäre ich insgesamt 3 stunden nur auf dem arbeitsweg. mich würde es durchaus reizen, dafür ne pauschale zu bekommen, da ich ja aufgrund meines handicaps keinen führerschein machen kann und ständig pendeln muss. dabei auch jeden bus zu bekommen und noch pünktlich auf der arbeit zu sein, ist schon ne hausnummer. und das jeden tag...

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andrehe 26.09.2019, 21:35
335. Wohnraum in der Stadt, energetische Sanierungen

Zitat von Besserwissser
den Klimawandels als gestoppt zu erklären. So funktioniert das nicht. Wo ist die Mietpreisebremse in Berlin ein gutes Beispiel ? da werden doch jetzt sicher weniger neue Wohnungen gebaut und alte nicht mehr renoviert oder nur über "Eigenbedarf" ? Und was hat der Föderalismus damit zu tun ?
Sozialwohnungen müssen gebaut werden, und es muss hochgebaut werden, um eine höhere Flächeneffizienz zu erreichen. Das wurde lange Zeit versäumt. Investoren wie Blackrock haben im großen Stil Wohnungen in Berlin aufgekauft, die Mieter rausgeschmissen, luxussaniert, und dann für viel Geld weitervermietet. Daher fehlt bezahlbarer Wohnraum. Die Spekulation mit Wohnraum muss beendet werden, denn so erreichen wir das Ziel nicht, dass jeder ohne Gehaltsaufschläge in der Nähe seines Arbeitsplatzes wohnen kann. Wenn die Pendlerpauschale abgeschafft wird und es eine hohe Mineralölsteuer gibt, dann steigt demnach der Druck auf die Arbeitgeber, entweder ein höheres Gehalt zu zahlen, oder für bezahlbaren Wohnraum zu sorgen. In Berlin überlässt man die Verhandlung nicht dem Arbeitnehmer, was ihn entlastet. Die Mietpreisbremse finde ich gut, und die Einnahmen aus der CO2-Steuer sollten für energetische Sanierungen verwendet werden, da die Vermieter dafür kein Geld mehr haben. Die Entscheidung trifft also nicht mehr der Eigentümer selbst, sondern der Staat, damit das auch passiert, denn Klimaschutz ist nicht optional. Die deutschen Dächer sollen mit Solarpanelen gepflastert werden. Als Dämmstoff empfiehlt sich Isoflox, ein Cellulose-Stoff, der aus Altpapier gewonnen wird. Man muss nicht den petrochemisch hergestellten und brennbaren Polystyrol dafür nehmen.

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knorri 26.09.2019, 21:48
336. @Spiegelleser2018

Zitat von Spiegelleser2018
Ich habe ihnen keine Dummstellerei unterstellt und würde das auch umgekehrt einfordern. Wenn der Pendler vom Finanzamt eine Erstattung bekommt, ist das kein zusätzliches Geld, sondern EIN TEIL dessen, was man zuvor ausgegeben hat. Ich gewinne dabei also nichts dazu, sondern meine Ausgaben verringern sich. Praktisch ausgedrückt: Ich bezahle zunächst die volle Tankfüllung oder das ganze ÖPNV-Ticket und bekomme mit der Steuererklärung einen Teil der Tankfüllung oder des Tickets ersetzt. Wo ist jetzt genau der finanzielle Vorteil ?
Ich wollte Ihnen mit Sicherheit nicht zu Nahe treten. Entschuldigen Sie bitte. Ich denke nun aber, dass Sie das Zitat, welches ja nicht ganz vollständig war, einfach nicht nach seinem eigentlichen Sinn interpretiert haben. Sie schrieben "Je mehr Kilometer jemand zur Arbeit fahre, desto mehr Geld bekomme er". Das Zitat ist aus dem Kontext und bezog sich ausschließlich auf die Pendlerpauschale und zwar im Besonderen auf den 21. KM. Kosten, die wir durch Mieten, Wasserverbrauch, KFZ-Versicherung, Spritkosten etc. haben sind erst einmal Privatsache (könnte ja sogar sein, dass man gar kein Auto hat und ein guter Freund oder Kollege nimmt ein jedes Mal per Auto kostenlos mit zur Arbeit. Dann hat man gar keine Fahrtkosten).
Und es gibt die Lohn- bzw. Einkommenssteuer, die man auf seine Einnahmen zahlt, was ja in einer staatlichen Gemeinschaft durchaus Sinn macht. Nun gibt es aber auch die Werbungskosten, im Speziellen die Pendlerpauschale, mit der man seine Steuerlast reduzieren kann. Und diese Reduzierung der Steuern bekommt man eben mit der Erstattung bei der Einkommensteuererklärung zurück. Und umso mehr, je weiter man zur Arbeit fährt und nun sogar noch zusätzlich mehr, wenn man weiter als 20km fahren muss ("Je mehr Kilometer jemand zur Arbeit fahre, desto mehr Geld bekomme er"). Die Aussage bezog sich rein auf die Pendlerpauschale und demnach auf die Rückerstattung, das hat nichts mit Zugewinn zu tun. Und der finanzielle Vorteil ergibt sich einkommensteuerrechtlich durch die Geltendmachung der Pendlerpauschale.

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shotaro_kaneda 26.09.2019, 22:21
337. @ andrehe #335

Die Einnahmen der CO2-Steuer würden wohl eher für die Rente eingesetzt werden. Besonders, wenn man eine Ein-Kind-Politik anstrebt, so wie Sie sich es wünschen.

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Stäffelesrutscher 26.09.2019, 22:29
338.

Zitat von gaaps
Es wird schon in der Überschrift verkannt, dass mit jedem gefahrenen Km der Pendler draufzahlt. Kein halbwegs vernünftiges Auto lässt sich heute für 35 ct bewegen. Schauen Sie sich die Pendlerparkplätze an, was dort steht.
Es ist nicht Sinn der Entfernungspauschale, die Anschaffung eines großen Autos zu reflektieren. Es geht um die Kosten für den Weg zur Arbeit in typisierter Form. Es spricht also nichts dagegen, Polo und Corsa zum Maßstab zu machen, nicht Panamera und Cayenne.

Übrigens: Wenn von Bahnpreisen die Rede ist, kommen immer viele an und rechnen einem stolz vor, dass ihre E-Klasse oder ihr 5-er BMW sie viel billiger befördert - und dann nennen sie die Spritkosten. Da hätten wir einen wunderbaren Maßstab für das Festsetzen der Entfernungspauschale, da sind wir dann aber eher bei 15 Cent pro Entfernungskilometer ...

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Stäffelesrutscher 26.09.2019, 22:34
339.

»ein Geringverdiener mit einem Grenzsteuersatz von 14 Prozent (das entspricht bei einem kinderlosen Single ungefähr einem Bruttoeinkommen von 13.000 Euro im Jahr)...«

Liebe SPON-Redaktion, hat bei Ihnen niemand jemals ein Einkommensteuergesetz in der Hand gehabt oder die lustigen schwarzen Zeichen auf dem Steuerbescheid gelesen? Es gibt bei der Besteuerung kein »Bruttoeinkommen«, sondern es gibt »Einnahmen« (die sind mit den 13.000 Euro offenbar gemeint), »Einkünfte« (das ist das, was von den Einnahmen nach Abzug der Betriebsausgaben bzw. der Werbungskosten übrigbleibt; man könnte auch »Gewinn« oder »Profit« sagen), und wenn dann die Sonderausgaben und sonstiges Gedöns abgezogen sind, bleibt das »Einkommen« übrig.

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