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Klimaschutz: BDI macht Vorschläge für industriefreundliche Energiewende
DPA

Deutschlands mächtigster Industrieverband geht in die Vorwärtsverteidigung. Nach SPIEGEL-Informationen hat der BDI umfassende Empfehlungen für einen industriefreundliche Klimapolitik gesammelt.

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sekundo 17.01.2018, 11:14
1. Das sieht denen ähnlich!

Der Leute vom BDI sollten sich dringend
mit den neoliberalen Turbo-Kapitalisten
der FDP zusammentun und putschen.
Unter Auslassung von Umweltfragen und
sozialen Aspekten bekommen wir dann
endlich eine Politik nach Industriellen-Gusto!

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darthmax 17.01.2018, 11:19
2. Energieintensive Industrie

muss einfach aus Beutschland in andere Länder verlagert werden und schon brauchen wir weniger Energie.
Muiss die Produktion von Aluminium denn nun wirklich in Deutschland stattfinden ? Stahl ? Chemie ?
Die können doch gleich in die Schwellenländer umziehen, wo deren Produkte auch stärker in der weiteren Produktion verlangt werden.
Die Arbeitsplätze gehen verloren, ein Problem der Gewerkschaften, entstehen aber an anderer Stelle neu.
Ob bei der Verlagerung ( die schon jetzt laufend stattfindet ) die Gesamtsituation Klima verbessert wird darf natürlich in Frage gestellt werden.

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rkinfo 17.01.2018, 11:32
3. BDI = purer Realismus ;-)

Das aktuelle Energiekonzept ist konfus und produziert überflüssigerweise sogar unnötig CO2, weil wird Kohlekraftwerke als systemrelevante Reserve parallel zum Ökostrom betreiben.

Nimmt man für 2050 40 Mio. E-Autos à 50 kWh Akku mit 8a Lebensdauer könnte man jene noch weitere 2a als Stromspeicher à 25 kWh netto/Zyklus einsetzen. Ergibt 10 Mio. Akkus à 25 kWh = 250 GWh, womit man das Stromnetz 5h voll puffern oder 1/4 des Netz 20h unterstützen könnten ... bescheiden!

Daher benötigen wir sehr viel mehr EE-Kraftwerke als Verbrauch vorliegt und den Fokus auf Mindesteinspeiseleistung statt Volllaststunden leben. Dann haben wir plötzlich 200-300 GW PV und 150-200 GW Windkraft, die meist keine Abnehmer hätten. Power-to-Gas Anlagen könnte sich daraus nur zu 1/3 des Jahres bedienen, denn der Rest ist ineffizient.

Bei allerdings 35-50 GW fossilen Kraftwerken in KWK und mit kanadischer CCS-Abschiedetechnik könnten wird diese Kraftwerke mit 1/3 Rest-CO2 und massiver Minderung des CO2 aus Heizungen betrieben.
Die obigen Batterie-Stromspeicher hätten etwa doppelte Nutzungszeiten und wir könnten Power-To-Gas nahezu ganzjährig betreiben.

Das Konzept überfordert aber Politiker bis viele Bürger ;-)

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joG 17.01.2018, 11:33
4. Leider ist der Bevölkerung....

....weitgehend unklar, wie groß die Einschnitte in die Lebensgewohnheiten sein werden, wenn wir rasch also bei heutiger Technologie umsteigen auf Karbonneutralität. Und das ist bei einem technologischen Stand, der wesentlich weiter ist als damals, als man hier Bush angriff, weil er lieber weiter forschen lassen wollte als ineffiziente Technologien aufzubauen. Es ist ja nicht ohne Grund, dass Deutschland seine Ziele nicht erreicht, obwohl das Land verhältnismäßig dicht bevölkert und politisch entwickelt ist. Man konnte nicht einmal die politische Kraft aufbringen das einzige wirklich effiziente Instrument des Zertifikatshandels anders einzusetzen denn zur Subvention. Man weiß, dass die Wähler rebellieren, wenn sie nicht mehr Fleisch auf dem Tisch sich leisten können oder zum Urlaub in ihr Haus im Süden fliegen können.

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bennic 17.01.2018, 11:38
5. Umwelt zuerst!

Mittlerweile müsste eigentlich jedem halbwegs gebildeten Menschen klar sein, dass die Zerstörung unserer Umwelt und die globale Erwärmung nur dann abgewendet werden können, wenn wir der Erde und der Umwelt Prio. Nr. 1 geben. Ansonsten bleiben diese Industriestudien und auch die deutsche Umweltpolitik Gedankenspiele und später wundern sich dann alle, warum es schief gegangen ist. Arbeitsplätze wird es nur dann noch geben, wenn das Ökosystem nicht zusammengebrochen ist...

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Kurt-C. Hose 17.01.2018, 11:43
6.

Zitat von darthmax
muss einfach aus Beutschland in andere Länder verlagert werden und schon brauchen wir weniger Energie. Muiss die Produktion von Aluminium denn nun wirklich in Deutschland stattfinden ? Stahl ? Chemie ? Die können doch gleich in die Schwellenländer umziehen, wo deren Produkte auch stärker in der weiteren Produktion verlangt werden. Die Arbeitsplätze gehen verloren, ein Problem der Gewerkschaften, entstehen aber an anderer Stelle neu. Ob bei der Verlagerung ( die schon jetzt laufend stattfindet ) die Gesamtsituation Klima verbessert wird darf natürlich in Frage gestellt werden.
Das ist ja ein wirklich hochintelligenter Vorschlag. Das wird die Polkappen freuen, wenn das Aluminium nicht in Deutschland, sondern in Weißrußland hergestellt wird. Vor lauter Begeisterung vor so viel Systemverständnis werden sie sicher langsamer schmelzen....

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salomon17 17.01.2018, 11:45
7. Ein wichtiger Schritt

in die richtige Richtung, die ich dem BDI nicht zugetraut hätte. Der Klimaschutz bietet gewaltige Chancen für die Industrie. Die Volkswirtschaft, die das am ehesten begreift, wird die Nase vorn haben!

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joG 17.01.2018, 11:47
8. Interessant...

...dass der bdi nicht den Zertifikatehandel auf co2 in den Mittelpunkt stellt. Immerhin ist das der effizienteste Weg zu reduziertem Klimagas Ausstoß. Alles Andere ist teurer und reduziert den Wohlstand mehr. Aber der bdi weiß, dass wir einen drastischen Kinkurrenznachteil haben werden, wenn nicht alle mitmachen. Es ist halt eine globaler externer Effect oder deren Regulierung ein öffentliches Gut wie Sicherheit. Nun will Deutschland das Gut und seine Konkurrenzfähigkeit. Aber Deutschland ist bei der internationalen Sicherheit Trittbrett gefahren und stärkte seine Konkurrenzfähigkeit dadurch, dass die Konkurrenten die Sicherheit bezahlten. Diese unehrlichen Gewinne stehen nun zur Frage.

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Katzazi 17.01.2018, 11:48
9.

" Die dafür nötigen gesellschaftlichen und industriepolitischen Einschnitte seien einfach zu groß." .... Die Einschnitte die nötig werden, wenn wir NICHT versuchen den Klimawandel zu bremsen, werden noch viel größer sein. Das ist ja das Dilemma. Desto länger wir warten, desto heftiger werden die Einschnitte.

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