Forum: Wirtschaft
Klimaschutz: Die CO2-Steuer ist richtig - aber nur ein Anfang
Daniel Bockwoldt/ DPA

Die obersten Wirtschaftsberater der Regierung werden missverstanden: Die öffentliche Debatte kreist allein um ihren Vorschlag für eine CO2-Bepreisung. Dabei halten sie selbst deren Wirkung für begrenzt.

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Ökofred 14.07.2019, 13:16
220. Danke für feedback!

Zitat von Eronica
Sie haben mit der USA sicher Recht, auf diese Art kann man natürlich den Preis drücken und nur deswegen wird das von der USA "verteufelt". Ich sah heuer als ich durch Bulgarien reiste am schwarzen Meer an der Grenze zu Rumänien viele WEA, denn wie gesagt ist das die günstigste Art Energie der Bevölkerung zu Verfügung zu stellen, wenn sie nicht durch andere Maßnahmen künstlich verteuert werden, wie bei uns durch die Subvention von Unternehmen oder durch Spekulantentum, die uns nicht vollständig gehören und daher die Renditen nur zu einem geringeren Teil uns zu Gute kommen. Außerdem gibt es in diesen ehem. Ostblockstaaten die meisten Busse die mit Erdgas betrieben werden. Also geht es auch in diesen Ländern voran und was die AfD oder andere Konkurrenten hier verbreiten stimmt vorne und hinten nicht. China sind führend was den Ausbau mit EE angeht. Auch wenn es dort Planungen gibt für Kohlekw, aber Pläne sind schon oft genug in der Versenkung verschwunden auch in China.
Für Kohle habe ich noch eine gute Quelle zum Weiterlesen:
https://endcoal.org/global-coal-plant-tracker/reports/boom-and-bust-2019/
Leider nur auf Englisch (ersatzweise Chinesisch oder Hindi). die Pläne der Hauptkohlebetreiber werden erläutert, die Website bietet auch noch mehr Tracker für Kohleausbaupläne etc und dass
das Gerede über zigtausend Kohlekraftwerke, die weltweit gebaut werden nur eins ist: Gerede.

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Eronica 14.07.2019, 14:36
221. rotbraut

Ich denke mir mal, dass Sie keine Nachkommen haben und nur an sich denken. WIE ICH BEREITS SCHRIEB, es gibt Elektroheizungen bereits ab 30€ und Sie können damit punktgenau heizen. und auch Alternativen zu Autos. Eine Taxifahrt wenn man den selten benutzt kann günstiger sein als ein Auto wofür Steuern und Versicherungen erhoben werden. Für ein Auto kann man schon viel Taxi fahren, bis die Kosten amortisiert sind.

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wettersbach 14.07.2019, 16:17
222. Elektroheizungen

Zitat von Eronica
Ich denke mir mal, dass Sie keine Nachkommen haben und nur an sich denken. WIE ICH BEREITS SCHRIEB, es gibt Elektroheizungen bereits ab 30€ und Sie können damit punktgenau heizen. und auch Alternativen zu Autos. Eine Taxifahrt wenn man den selten benutzt kann günstiger sein als ein Auto wofür Steuern und Versicherungen erhoben werden. Für ein Auto kann man schon viel Taxi fahren, bis die Kosten amortisiert sind.
Die Energiewende kann nicht bei der Stromerzeugung und dem Verkehr stehenbleiben. Die Dekarbonisierung muss alle relevanten CO2-Emittenden umfassen, auch den Heizungsbereich, sonst sind die Pariser Klimaziele, auf die sich Deutschland verpflichtet hat, nicht erreichbar. Dann drohen EU-Konventionalstrafen in zweistelliger Millionenhöhe. In Dänemark, einem Vorreiter des Klimaschutzes, sind inzwischen in Neubauten fossile Heizungen verboten. Fakt ist, der Elektroheizung gehört die Zukunft.

Der Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung sieht ab 2030 ebenfalls ein Verbot von Gas- und Ölheizungen in neuen Gebäuden vor.

Alle die, die ihre Nachtstromheizungen ausgemustert haben, werden sich dann vor Wut in den Hintern beißen. Die neuen SmartGrid gesteuerten Stromspeicherheizungen ernten den Überschussstrom, der beim Ausbau der Erneuerbaren zunehmend anfällt. Sie glätten die Stromspitzen, welche die volatilen Erneuerbaren erzeugen und sorgen so für Netzstabilität.

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intercooler61 14.07.2019, 19:40
223. @Eronica: sachlich falsch und dafür beleidigend

Zitat von Eronica
8 Personen sind wir in einem 2 Familienhaus und die Oelheizungsanlage ist vor kurzem erneuert worden. Die Bewohner sind rel. sparsam. Ihre Milchmaedchenrechnung geht für die Menschen nicht auf. [...] Sie jedenfalls argumentieren hier gegen jedweder Vernunft und gegen die Wissenschaft also können Sie nicht auf Deutschlands und Europas Seite sein. [...] Ich hoffe sehr dass die Menschen so vernünftig sind und den wissenschaft. Erkenntnissen folgen und nicht den Klimawandelleugnern auf dem Leim gehen. [...]
Sie selbst sind es doch, die hier "gegen jedweder(sic) Vernunft und gegen die Wissenschaft" argumentiert:

1. "Milchmädchenrechnung"?
Es wäre schön, wenn Sie Ihre Behauptungen _einmal_ mit validen und durchgerecheneten Zahlen belegen könnten (so wie ich es getan habe), statt mit unbelegten Theorien und Allgemeinplätzen vom Thema abzulenken.

2. Das "Milchmädchen" sind hier Sie:
Ihr 30 Euro-Heizstrahler verursacht für jede kWh Heizleistung 550 g CO2 (dt. Stromnetz, 2018). Eine Ölheizung 339 g, Erdgas nur 261 g , beides incl. Vorkette.

3. Die Wärmepumpe hat "litholas" ins Spiel gebracht (weil u.U. CO2-günstiger als Ölheizung). Ich hatte sie dann explizit ausgeschlossen, gerade wegen Ihrer "30 Euro". Da prügeln Sie also den Falschen.

4. Trotz Ihres elektrischen Heizstrahlers verbrauchen Sie noch 30% mehr Heizöl pro Person als mein Haushalt. Dient Ihr (unzutreffender) Vorwurf, ich stünde "nicht auf Deutschlands und Europas Seite" womöglich der Ablenkung von Ihrem eigenen, elefantösen CO2-Fußabdruck?

Das Weltklima interessiert sich nicht für Ihre (oder meine) Gesinnung, sondern nur für das Ergebnis, näherungsweise messbar in Tonnen CO2.

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intercooler61 14.07.2019, 19:54
224. @zweifelturm: Vulkanausbrüche

Zitat von zweifelturm
Dass die Vulkane die Erdtemperatur erhöhen ist ein weit verbreiteter Irrtum. Die Vulkane leisten keinen Beitrag zur Klimaerwärmung in den letzten paar abertausenden Jahren. Im Gegenteil. Die beiden größten Ausbrüche der letzten 200 Jahre, Krakatau 1883 und Pinatubo 1991 führten sogar temporär zu einer Abkühlung der Durchschnittstemperatur der Erde um etwa o,5 Grad. Verursacht durch die Aerosole. Es wäre daher rein von der Temperatur her zu begrüßen, wenn so alle 2-3 Jahre ein Vulkan vom Kaliber eines Pinatubo/Krakatau ausbrechen würde.
Das Argument Ihres Widersachers ist natürlich müßig, da wir auf das Tun und Lassen der Vulkane keinen Einfluss haben - auf unser eigenes Verhalten aber schon.

Dennoch: Der von Ihnen angeführte Temperaturrückgang ist leider nur temporär. Vulkanausbrüche setzen auch große Mengen CO2 frei, und die wirken langfristig.

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litholas 14.07.2019, 20:07
225.

Zitat von intercooler61
... Ihr 30 Euro-Heizstrahler verursacht für jede kWh Heizleistung 550 g CO2 (dt. Stromnetz, 2018). Eine Ölheizung 339 g, Erdgas nur 261 g , beides incl. Vorkette. ...
Das ist nicht 1 zu 1 vergleichbar, weil ein Heizstrahler (Radiator) eine andere Wärme macht als ein Konvektor. Beim Heizen mit einem Heizstrahler kann die Lufttemperatur geringer sein als mit einem Konvektor, so dass auch die Wärmeverluste an die Umwelt geringer sind - man braucht also weniger kWh. Ausserdem wird die Luft weniger umgewälzt, was die Verluste an den kalten Wänden ebenfalls verringert. Und schliesslich braucht ein Radiator wirklich nur laufen wenn die Wärme benötigt wird, weil es innerhalb von Sekunden warm wird.

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litholas 14.07.2019, 21:03
226.

Zitat von litholas
... weil ein Heizstrahler (Radiator) eine andere Wärme macht als ein Konvektor. Beim Heizen mit einem Heizstrahler kann die Lufttemperatur geringer sein als mit einem Konvektor, so dass auch die Wärmeverluste an die Umwelt geringer sind - man braucht also weniger kWh. Ausserdem wird die Luft weniger umgewälzt, was die Verluste an den kalten Wänden ebenfalls verringert. Und schliesslich braucht ein Radiator wirklich nur laufen wenn die Wärme benötigt wird, weil es innerhalb von Sekunden warm wird.
Viele Menschen mögen auch das Raumklima mit Heizstrahlern lieber, weil die Atemluft nicht so trocken und heiss ist, und weil weniger Staub herumgewirbelt wird.

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intercooler61 14.07.2019, 21:56
227. Heizstrahler: ja, aber ...

Zitat von litholas
Das ist nicht 1 zu 1 vergleichbar, weil ein Heizstrahler (Radiator) eine andere Wärme macht als ein Konvektor. Beim Heizen mit einem Heizstrahler kann die Lufttemperatur geringer sein als mit einem Konvektor, so dass auch die Wärmeverluste an die Umwelt geringer sind - man braucht also weniger kWh. Ausserdem wird die Luft weniger umgewälzt, was die Verluste an den kalten Wänden ebenfalls verringert. Und schliesslich braucht ein Radiator wirklich nur laufen wenn die Wärme benötigt wird, weil es innerhalb von Sekunden warm wird.
Stimmt im Prinzip, aber Heizstrahler wärmen eben nur das, was sie anstrahlen - idealerweise den Menschen, und auch dies idR recht ungleichmäßig je nach augenblicklicher Position desselben.

Das mag in manchen Anwendungsfällen genügen, in einigen ist es Geschmackssache, oftmals aber nicht ausreichend - z.B., wenn im Wohn- oder Kinderzimmer Fußboden und Sitzmöbel eine angenehme Temperatur aufweisen sollen.

Zentralheizungen sind immerhin auch zimmerweise regelbar. Ich persönlich heize ständig genutze Räume bei Anwesenheit durchgängig, die mit gelegentlichem, aber längeren Aufenthalt nur nach Bedarf, andere incl. Schlafzimmer nur in Ausnahmefällen (weil ich kühle Luft schätze). Damit halten sich auch die Verluste in Grenzen.

Unterm Strich glaube ich nicht, dass man mit Heizstrahlern aktuell CO2-effizienter heizen kann als z.B. mit Erdgas. 2030 (saubererer Strommix) könnte das evtl. anders aussehen.

Für die (von "wettersbach" erwähnte) Pufferung von Erzeugungsspitzen eignen sich Strahler ohnehin nicht, Wärmepumpen schon eher. Um letztere wird man mMn kaum herumkommen, wenn man ohne Gas, Öl oder Fernwärme effizient heizen will.

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litholas 15.07.2019, 00:01
228.

Zitat von intercooler61
Stimmt im Prinzip, aber Heizstrahler wärmen eben nur das, was sie anstrahlen - idealerweise den Menschen, und auch dies idR recht ungleichmäßig je nach augenblicklicher Position desselben. Das mag in manchen Anwendungsfällen genügen, in einigen ist es Geschmackssache, oftmals aber nicht ausreichend - z.B., wenn im Wohn- oder Kinderzimmer Fußboden und Sitzmöbel eine angenehme Temperatur aufweisen sollen. Zentralheizungen sind immerhin auch zimmerweise regelbar. Ich persönlich heize ständig genutze Räume bei Anwesenheit durchgängig, die mit gelegentlichem, aber längeren Aufenthalt nur nach Bedarf, andere incl. Schlafzimmer nur in Ausnahmefällen (weil ich kühle Luft schätze). Damit halten sich auch die Verluste in Grenzen. Unterm Strich glaube ich nicht, dass man mit Heizstrahlern aktuell CO2-effizienter heizen kann als z.B. mit Erdgas. 2030 (saubererer Strommix) könnte das evtl. anders aussehen. ...
Man braucht eben 3 oder 4 Heizstrahler pro Raum.

Die verbrauchen allerdings wesentlich weniger Raum als Zentralheizungen - und sind deutlich billiger. Das beides spart nochmal CO2 ein. In hohen oder zugigen Räumen können Heizstrahler sogar effizienter sein.

Es gibt auch Baustoffe, die bei konvektiver Heizung viel Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen (sie sind ja kühl, und die stark erwärmte Luft entzieht allem viel Feuchtigkeit, insbesondere den Schleimhäuten) und dann viel besser Wärme leiten - also den Raum stärker kühlen.

Und Erdgas ist viel zu wertvoll um es direkt zu verheizen. Es ist deutlich CO2-sparender, die Räume mit Heizstrahlern zu heizen, deren Strom aus Windkraft stammt, und nur bei Flaute in GuD-Kraftwerken erzeugt wird.

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zweifelturm 15.07.2019, 05:48
229. Da muß ich Sie aber korrigieren.

Zitat von intercooler61
Das Argument Ihres Widersachers ist natürlich müßig, da wir auf das Tun und Lassen der Vulkane keinen Einfluss haben - auf unser eigenes Verhalten aber schon. Dennoch: Der von Ihnen angeführte Temperaturrückgang ist leider nur temporär. Vulkanausbrüche setzen auch große Mengen CO2 frei, und die wirken langfristig.
Offenbar verstehen Sie nicht, was Sie lesen. Ich schrieb, dass der durch die Vulkane verursachte Temperaturrückgang durch die Aerosole nur temporär ist. Sie schreiben: "Der von Ihnen angeführte Temperaturrückgang ist leider nur temporär". Nun ja, in der Tat, blaue Farbe ist blau. Und auch Sie unterliegen dem Irrtum, dass die Vulkantätigkeiten einen nennenswerten Beitrag zur Klimaerwärmung (durch CO2) leisten. Nein, dem ist nicht so, Vulkane haben da kaum einen Einfluss. Schauen Sie sich die Daten und Graphen dazu an. Eine für einen Laien wie Sie verständliche Grafik zum Einfluss der Vulkantätigkeit auf den Temperaturanstieg (und noch andere Graphen) finden Sie bei Bloomberg. Hier der Link:
https://www.bloomberg.com/graphics/2015-whats-warming-the-world/

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