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Klimaschutz: So könnte eine deutsche CO2-Steuer funktionieren
imago images / blickwinkel

Umweltministerin Schulze ist vorgeprescht, jetzt debattiert Deutschland über eine neue CO2-Steuer. Der Blick ins Ausland zeigt, wie diese aussehen könnte - und welche Gefahren bestehen.

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goggo64 26.04.2019, 16:47
210. Wann werden die Politiker endlich erkennen, ...

dass auch die weitere Gängelung der deutschen Bürger die Welt nicht rettet?
Deutschlands Anteil am weltweiten CO2-Ausstoß ist einfach zu niedrig, um irgendwas zu bewirken, und ich habe keine Lust, mich für Symbolpolitik noch weiter schröpfen zu lassen.

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Realist111 26.04.2019, 16:49
211. Ach, Sie meinen, ...

Zitat von demokrat2
.... drückt beim CO2-Sparen auf s Tempo. Der Preis pro Tonne CO2 soll steigen, damit die Verursacher weniger CO2 produzieren. Für Bürger, die durch den CO2-Preis stärker belastet werden, sieht Schulze einen Ausgleich durch Rückzahlung vor. Beispiel: Ein Berufstätiger, der mit dem Auto zu seinem weit entfernten Arbeitsplatz fahren "muss", dem wird die CO2-Abgabe wieder am Ende des Jahres zurückgezahlt, weil dies erst am Ende des Jahres sinnvoll erscheint. Das wäre dann eine vorübergehende Steuer, die vor allem Vielfahrer und Besitzer von Autos mit hohem CO2 - Ausstoß belasten würde. Der Umstieg auf den öffentlichen Personennahverkehr würde sich also lohnen.
... jeder berufstätige Autofahrer bekäme die CO2-Steuer "zurückgezahlt"?
Inwiefern lohnte sich denn dann ein Umsteigen in den vielen ländlichen Gebieten ohne einen funktionierenden ÖPNV, mit dem man morgens entweder viel zu früh oder zu spät am Arbeitsplatz wäre oder halt gar nicht, wenn's zur Nachtschicht geht? Und bei dem man auch nach Arbeitsende noch zwei Stunden warten müsste, um wieder nach Hause zu kommen ... wenn überhaupt?

Aber jetzt bitte nicht wieder dieses "Der ÖPNV muss dann massiv ausgebaut werden".
Stimmt, er "müsste" dann - allein: Es fehlen die Busfahrer ... genau wie heute die Erzieherinnen in den Kitas fehlen, auf die den Eltern vor Jahren mal ein Recht gesetzlich versprochen wurde. Und diese Busfahrer werden auch in drei oder fünf Jahren noch fehlen, weil sich am Schnitzen schon andere vergeblich versucht haben.

Glaubt das denn unseren Politikern wirklich ernsthaft noch jemand, dieses Ausbauen des ÖPNV fernab der Großstädte???

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Byrne 26.04.2019, 16:52
212. Einfach genial!

Zitat von litholas
Sie unterschätzen die Möglichkeiten, die im Fahrrad stecken. Fahrräder können eine Aussenhülle haben, die den Fahrer vor Witterung schützt (siehe Google oder Wikipedia: "Velomobil"). Dafür müssen die Radwege die Fahrzeuge vor Seitenwind schützen, und eine Elektrounterstützung für Gegenwind und Steigungen wäre hilfreich. Ja das kostet - aber ein PKW ist 3mal so teuer. Wegen der geringen Ausmasse von Velomobilen könnten die Radwege kreuzungsfrei gebaut werden, so dass man unterwegs nicht mehr anhalten muss, und wegen der Windschlüfrigkeit der Velos könnten die Fahrzeuge eine Dauergeschwindigkeit von 40km/h halten. Für das Mitführen kleinerer Ladungen (Kasten Getränke, gefüllte Einkaufstaschen, Koffer) könnte es einen kleinen Frachtraum geben. Für Personen, die selber nicht mehr fahren können, kann es Velo-Taxies geben.
Aha, Sie wollen also konsequenterweise dann auch den wegen der nur sehr geringen Nutzung zu kostenintensiven ÖPNV abschaffen. Alle Transporte nur noch mit Velomobilen. Heizen müssen Sie die vielen Velomobile allerdings auch noch! Und so eine Heizung wiegt auch. Da müsste dann also ein ziemlich kräftiger E--Motor zur Unterstützung eingebaut werden. Und das Velomobil müsste gut isoliert sein, damit die Wärme auch drin bleibt. Und falls mal gleich mehr als nur eine Person transportiert werden sollte, könnte es sinnvoll sein, so ein Velomobil mit vier Rädern und mehreren Sitzplätzen auszustatten. Und mit 40km/h kann es auch mal ganz schön krachen. Also müssen die vierrädrigen Velomobile unbedingt Knautschzonen haben, die wiegen leider auch etwas. Aber alles in allem eine sehr schöne und sehr interessante Idee! Nur wie dieser ganze Velomobilschwarm dann kreuzungsfrei unterwegs sein soll, habe ich leider noch nicht verstanden. Fahren dann alle immer in die gleiche Richtung?

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Byrne 26.04.2019, 16:58
213. Schöner Geistesblitz!

Zitat von litholas
Im Moment könnten Solaranlagen auf 4% der landwirtschaftlichen Nutzfläche Deutschlands zusammen mit Akkumulatoren für den Strombedarf einer Herbstnacht den Jahresstrombedarf inklusive 100% Elektromobilität zu 70% decken. Wegen der Solarstromlücke im Winter wäre ein höherer Deckungsgrad durch noch mehr Solaranlagen zu ineffizient, und im Sommer bliebe noch ein wenig nicht nutzbarer Solarstrom über. Hoch aufgeständert würden diese Solaranlagen die Ernteeinbussen in trockenen Jahren sogar verringern, wie Freilandversuche kürzlich zeigten. Schon allein die Bevölkerungsdichte Deutschlands, hochgerechnet auf die Landfläche der Erde, ergäbe die Möglichkeit eines Lebens zu den Komfortbedingungen des Durchschnittsdeutschen für 30 Milliarden Menschen. Dabei nutzt Deutschland die Möglichkeiten des Standes von Wissenschaft und Technik nicht einmal völlig aus. Und der Stand von Wissenschaft und Technik schreitet fort.
Dann sollten diese hoch aufgeständerten Solaranlagen aber auch durchgehend regendurchlässig sein, sonst werden nur die kleinen Areale des Ackers mit viel zu viel Wasser ersäuft, wo dann der Regen abläuft. Ist aber eine tolle Idee für eine zukünftige Erfindung!

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interessierter Laie 26.04.2019, 17:05
214. @litholas

also die deutschen Bedingungen auf die Landfläche der Erde hochzurechnen ist ziemlich daneben. Deutschland ist ein Filetstück, das Sie nun auf das ganze Tier hochrechnen. Große Teile der Erde sind Wüsten, Halbwüsten, Hochgebirge, Regenwälder, Sumpfgebiete und so weiter.

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tempus fugit 26.04.2019, 17:06
215. Das ginge wie mit dem MNoia-Modell in HH....

Zitat von Realist111
... jeder berufstätige Autofahrer bekäme die CO2-Steuer "zurückgezahlt"? Inwiefern lohnte sich denn dann ein Umsteigen in den vielen ländlichen Gebieten ohne einen funktionierenden ÖPNV, mit dem man morgens entweder viel zu früh oder zu spät am Arbeitsplatz wäre oder halt gar nicht, wenn's zur Nachtschicht geht? Und bei dem man auch nach Arbeitsende noch zwei Stunden warten müsste, um wieder nach Hause zu kommen ... wenn überhaupt? Aber jetzt bitte nicht wieder dieses "Der ÖPNV muss dann massiv ausgebaut werden". Stimmt, er "müsste" dann - allein: Es fehlen die Busfahrer ... genau wie heute die Erzieherinnen in den Kitas fehlen, auf die den Eltern vor Jahren mal ein Recht gesetzlich versprochen wurde. Und diese Busfahrer werden auch in drei oder fünf Jahren noch fehlen, weil sich am Schnitzen schon andere vergeblich versucht haben. Glaubt das denn unseren Politikern wirklich ernsthaft noch jemand, dieses Ausbauen des ÖPNV fernab der Großstädte???
...wo statt grosse, seltene Busse ausreichend viele Kleinbusse höchst bedarfsbezogen fahren und je nach Bedarfsprofil befördern.

Ähnlich dem Dolmus-System in der Türkei - in DE vielleicht
per Handy-Bestellung und entspr. feedback mit nächster Abholzeit.

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tempus fugit 26.04.2019, 17:11
216. Gängelung?

Zitat von goggo64
dass auch die weitere Gängelung der deutschen Bürger die Welt nicht rettet? Deutschlands Anteil am weltweiten CO2-Ausstoß ist einfach zu niedrig, um irgendwas zu bewirken, und ich habe keine Lust, mich für Symbolpolitik noch weiter schröpfen zu lassen.
...Wissen Sie, dass mehr als 60 Staaten dieser Welt das
deutsche - Rot-Grüne - 12-§§-EEG aus 2000 als Grundlage
ähnlicher nationaler Gesetze genommen haben?

Nicht das, was dann 10 Jahre später Schwarz-Geld mit
mehr als 300§§ verunstaltet hat und es geradezu umdrehte, z.B. durch das Umwälzverfahren?

Dass dadurch weniger als die Hälfte der EEG-Förderung
bei der EE-Technik ankommt und der überwiegende Teil
über den §§-Filz und 'Grossverbraucher-Beschiss' bei
der Altwirtschaft ankommt?!

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Realist111 26.04.2019, 17:25
217. ???

Zitat von tempus fugit
...wo statt grosse, seltene Busse ausreichend viele Kleinbusse höchst bedarfsbezogen fahren und je nach Bedarfsprofil befördern. Ähnlich dem Dolmus-System in der Türkei - in DE vielleicht per Handy-Bestellung und entspr. feedback mit nächster Abholzeit.
"... statt grosse, seltene Busse ausreichend viele Kleinbusse ..."

Trotzdem steht die Frage weiterhin im Raum, woher die Fahrer nehmen - für die dann "vielen" Kleinbusse - , denn so autonom sind wir noch lange nicht, dass diese Busse da führerlos durch die Landschaft tuckern könnten, oder?

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RioTokio 26.04.2019, 17:31
218.

Zitat von litholas
Deutschland ist bisher zu insgesamt etwa 5% an der Verursachung des Klimawandels beteiligt, und aktuell zu fast 3% an seiner weiteren Verursachung. Bei 1,15% Anteil an der Weltbevölkerung.
Nein, Deutschland war 2016 z.B. mit 2,23 % beteiligt.
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/179260/umfrage/die-zehn-groessten-c02-emittenten-weltweit/

Wie hoch der historische Anteil an Klimaänderungen ist, ist pure Spekulation und in Bezug auf heutige Lenkungsmaßnahmen unerheblich.

Selbst wenn wir durch Einschränkung unserer Lebensweise und repressive Steuern des Staates 20 oder 30% CO2 Emissionen einsparen, stehen wir damit ziemlich alleine. Indien, China und die USA, Brasilien, aufstrebende afrikanische Länder mit hohen Bevölkerungszuwächsen, werden eher mehr emittieren.
Es ist letztlich hilfloser Aktionismus, der uns aber viel kostet. Irgendeiner wird das Geld bekommen. Wer wohl?

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tempus fugit 26.04.2019, 17:31
219. Wär' ja....

Zitat von Realist111
"... statt grosse, seltene Busse ausreichend viele Kleinbusse ..." Trotzdem steht die Frage weiterhin im Raum, woher die Fahrer nehmen - für die dann "vielen" Kleinbusse - , denn so autonom sind wir noch lange nicht, dass diese Busse da führerlos durch die Landschaft tuckern könnten, oder?
...eine Idee, dass statt stinkteuren Taxis dann bürgerbezogene und bedarfsnahe 'Dolmuse' mehr
und preiswertere Nahverkehre anbieten - wo ist der grosse Unterschied zwischen Bussen (mal stracksvoll und oft menschenleer...) die einfach starre Zeiten und Strecken abfahren? Statt flexibel - weil IT und Algorithmen das
locker schaffen - Bedarf zu befriedigen?...

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