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Klimaschutz: So könnte eine deutsche CO2-Steuer funktionieren
imago images / blickwinkel

Umweltministerin Schulze ist vorgeprescht, jetzt debattiert Deutschland über eine neue CO2-Steuer. Der Blick ins Ausland zeigt, wie diese aussehen könnte - und welche Gefahren bestehen.

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MatthiasPetersbach 26.04.2019, 17:35
220.

Zitat von demokrat2
.... drückt beim CO2-Sparen auf s Tempo. Der Preis pro Tonne CO2 soll steigen, damit die Verursacher weniger CO2 produzieren. Für Bürger, die durch den CO2-Preis stärker belastet werden, sieht Schulze einen Ausgleich durch Rückzahlung vor. Beispiel: Ein Berufstätiger, der mit dem Auto zu seinem weit entfernten Arbeitsplatz fahren "muss", dem wird die CO2-Abgabe wieder am Ende des Jahres zurückgezahlt, weil dies erst am Ende des Jahres sinnvoll erscheint. Das wäre dann eine vorübergehende Steuer, die vor allem Vielfahrer und Besitzer von Autos mit hohem CO2 - Ausstoß belasten würde.
Das glaube ich erst, wenn ich es sehe. Wäre das erste Mal, daß irgendwas zurückkommt. Oder an die wirklich Betroffenen zurückkommt. Das war mit der Ökosteuer so, das wird mit der "Autobahn"maut - und mit der CO2 Steuer auch so sein.

Und selbst bei Rückzahlung wirds wieder von Ungerechtigkeiten nur so wimmeln - weil man es nicht anders hinkriegt, selbst wenn man wollte. Dann ist wieder der ohne Arbeit (oder in bescheidener Rente) der Benachteiligte - oder auch nur der, der sich kein aktuelles Auto leisten kann und der trotzdem regelmäßig zur Oma fahren muß. Oder oder oder.

Die Anzahl der Leute, die abseits des "normalen Lebensentwurfs" -d.h. regelmäßige Arbeit, durchgehende Anstellung, angemessenens Durschschnittseinkommen- ihr Leben bestreiten, ist durchaus größer, als man resp. der Gesetzgeber gemeinhin annimmt.

Nehmen und wieder geben - DAS funktioniert eben nicht. Nicht, ohne daß die eh Benachteiligten wieder die gekniffenen sind.

Nöh, selbst 30 Liter Sprit steuerfrei im Monat für jeden - und sonst nix - wäre da noch gerechter. Wenn man will, daß etwas nicht verbraucht wird, dann muß man es verknappen - nicht verteuern. Verteuern heißt doch meist nur, daß die Armen die Zeche zahlen.

Sinnvoller wäre aber - wie schon geschrieben - den CO2 Ausstoß für relevante Dinge anders zu behandeln als für nichtrelevante.

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tempus fugit 26.04.2019, 17:47
221. Wenn ein Bus so 50 Passagiere alle 2 Stunden (Land...) befördern....

Zitat von Realist111
"... statt grosse, seltene Busse ausreichend viele Kleinbusse ..." Trotzdem steht die Frage weiterhin im Raum, woher die Fahrer nehmen - für die dann "vielen" Kleinbusse - , denn so autonom sind wir noch lange nicht, dass diese Busse da führerlos durch die Landschaft tuckern könnten, oder?
....könnte - oder auch 60 warten und dann 10 stehen bleiben - ist es da nicht sinnvoller dass 3-4 Kleinbusse
alle 30 Minuten und auch mal Seitenstrassen abfahren, wenn von dort ein Beförderungsbedarf gemeldet wird?

Sowas spielt sich ein - und muss nicht gleich bekämpft werden weil es gegen 'haben wir doch immer so und nicht anders gemacht' spricht?

Waren ie mal in der Türkei? Strecke Boldrun - Antalya.

200 m hinterm 'Resort' stellt man sich an die Strasse -
keine Haltestelle - und spätestens nach 5-10 Minuten
hält ein Kombi, ein Kleinbus oder ein Streckenbus an,
lädt ein und lässt aussteigen, wo man will.

Und was in der Türkei in der prallen Sonne mit 35-40°C
ist, ist nicht anders als in DE im regnerischen Wind bei Temperaturen um 0°C 'auf'n Bus' zu warten - an einer 'offiziellen Haltestelle' wohin man erst mal muss und
der einen erst wieder an einer 'offiziellen' Haltestelle
rauslässt, auch wenn die 100te von Metern vom 'Ziel' entfernt sind - sowohl beim Ein- wie beim Aussteigen.

Mal gespannt, was jetzt wieder aus der 'Bedenkenträgerecke' kommt...

N.B.
Bei mir in der Umgebung und Peripherie kenne ich
einigermassen Linien und Haltzefrequenz.

Bei Dreckswetter oder Hitze nehm' ich da schon mal jemanden mit, der da einsam an der vereinsamten Haltestelle auf'n Bus wartet.
Selbst den Flari würd' ich mitnehmen, der mir dazu mal Schmutzeleien unterstellte, um mich hier herab zu würdigen... So was gibt's auch...

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bedireel 26.04.2019, 17:49
222.

Hab ich das richtig verstanden, mehr Menschen, mehr CO2 ? Die Linken und Grünen wollen mehr Menschen und weniger CO2 ! Verkürzt auf den Nenner “gebracht”. Muss ich das verstehen, kann ich nicht.
M.f.G.

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MatthiasPetersbach 26.04.2019, 17:53
223.

Zitat von tinnytim
Das ist doch gar nicht gesagt. Dass Klimaschutz nicht zum Nulltarif zu haben ist, ist eine Binsenweisheit, aber dass er unstemmbar teuer ist und wir alle uns bis zur Selbstaufgabe einschränken müssten stimmt definitiv nicht.
Es ist keine Selbstaufgabe. Im Gegenteil.

Es ist das Zurückschrauben eines ökologischen Wahnsinns in Form von Verbrauchen über jede Gebühr und Vernunft hinaus. Der eben in den letzten 20 -30 Jahren absurde Züge angenommen hat.

Ich besitze sicher 10 mal mehr Güter als mein Vater - und habe schon 100 mal mehr als er weggeworfen, benutzt, verbraucht. Und ein Ende der Spirale ist ja nicht in Sicht. Die nächste Generation ist heute schon bei Faktor 20 resp. 1000. Wo mein Vater hingestrampelt ist, fahre ich mit dem Auto - und die nächsten fliegen selbstverständlich mit dem Flugzeug.

Und wo der nen Brief schrieb, führe ich 20 Telefongespräche - und die Nächsten sind 1:1 rund um die Uhr mit ihren Bekannten vernetzt. Incl. Energieaufwand für Infrastruktur und Daten. 20 % des Energiebedarf von Frankfurt entfallen heute schon auf das Rechenzentrum - bzw. die Rechenzentren.

Egal, welche Thematik - das hört doch nicht auf - wird im Gegenteil eigendynamisch immer mehr. Jede Tätigkeit ist heute um Längen und zunehmend umweltfeindlicher, abfallproduzierender und ressourcenverschwenderischer. Vom bloßen Zimmer streichen über den Urlaub bis zu Ernährung und Freizeit.

Dabei müssn wir nur "hier unten" ein paar Jahre mit Freude und Anstand leben.

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Realist111 26.04.2019, 17:55
224. Sie verstehen meine Fragestellung nicht, oder?

Zitat von tempus fugit
...eine Idee, dass statt stinkteuren Taxis dann bürgerbezogene und bedarfsnahe 'Dolmuse' mehr und preiswertere Nahverkehre anbieten - wo ist der grosse Unterschied zwischen Bussen (mal stracksvoll und oft menschenleer...) die einfach starre Zeiten und Strecken abfahren? Statt flexibel - weil IT und Algorithmen das locker schaffen - Bedarf zu befriedigen?...
Der Unterschied liegt darin, dass die Zahl der Fahrer fehlt, um statt vier Bussen täglich - so ist das hier - "viele Kleinbusse" (Ihre Worte) einzusetzen.
Es fehlen einfach die "Arbeitskräfte", um das bewerkstelligen zu können - genau so wie sie in einer Vielzahl anderer Bereiche jetzt schon zuhauf fehlen. Aber das wissen Sie ja eigentlich auch selbst ...

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tempus fugit 26.04.2019, 17:55
225. Wie alt ist die ....

Zitat von Realist111
In der hiesigen Berufsschule (Stadt / 65.000 Einwohner) hatte ein an der Meinung der "For-Future"-Demonstranten interessierter Landtagsabgeordneter für vorgestern zu einem Gespräch eingeladen. Da waren ältere Schüler angesprochen, Berufsschüler halt, die gerne auch mal freitags "demonstrieren". Lt. heutigem Zeitungsartikel sind wie viele der Einladung gefolgt? Genau 2, in Worten "zwei". Na ja, das Treffen war für außerhalb der Schulzeit angesetzt ...
...Bewegung? Erstaunlich, wie kurzsichtig ältere Leute sind , bei denen man eigentlich Weitsicht erwartet...

Wo ist denn diese 65.000 Einwohnerstadt?....

Und was für ein 'LT-Abgeordneter aus welcher Ecke' war das?
Sie sehen, es gibt mehr als eine Lokalzeitung und 2 Teilnehmer - und schreibseln kann man viel wenn der Tag
lang ist...

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tempus fugit 26.04.2019, 17:58
226. Och, jetzt bleibt nur noch die Warnung,...

Zitat von MatthiasPetersbach
Ehrlich - DAS bezweifle ich. Welches System wollen denn die Grünen ändern? Und wie? Wärmedämmung, bessere Heizungen und Autos, die unterm Strich ein wenig weniger verbrauchen, Citymaut, Fahrrad statt Auto - das ist doch alles Symptomrumgedoktore INNERHALB des System. Und innerhalb des Systems wird das zu nichts Zählbarem führen. Nicht, solange das System darin besteht, daß wir unseren Wohlstand -und die Verteilung- darauf gründen, daß wir immer mehr Bescheuertes herstellen, verbrauchen und wegwerfen. WENN bzw. FALLs es gelingen sollte, dann wird das einen Lebensstandard wie in den 50ern enden - in denen man Kleider getragen hat, bis sie nicht mehr zu flicken waren, gegessen hat, was so im Laden war - nämlich das, was es außenrum gerade so gab - und dazwischen eben haushielt. Und der Großteil der Ausstattung ererbt oder vererbt wurde, weil Sohn noch das brauchen konnte, was Vater gekauft hatte. Geheizt wurde ein Raum, gebadet einmal die Woche, geradelt per Muskel. Die Freizeit war Skatspielen, Kicken und Wandern - und für die beiden letzteren waren keine modeorientierten Ausgaben nötig. Und somit war der ökologische Fußabdruck des Einzelnen da, wo er hingehört. Ein Traum. Anders wird es nicht gehen - nur: das gefällt weder unseren Eliten noch unserer Masse. Die ersteren werden es nicht zugeben und schon garnicht vorschlagen wollen -oder durchsetzen können- die zweiten sehen die Chance nicht - und lassen sich jetzt Scheibchen für Scheibchen enteignen und besteuern, um dann irgendwann SPÄTER mitgeteilt zu bekommen, daß es nicht klappt - und man weiter im Hamsterrad drehen muß, damit man die Erbsünde erlassen kriegt.
....dass wer sich mit grünen Ideen beschäftigt, vom Blitz erschlagen wird, der da aus'm schwarz-gelben - inzwischen auch bräunlichen - Himmel zuckt!

Mein Vater erzählte mir immer wieder, wie er im katholischen Dorf den SPIEGEL versteckte, wenn er im und vom Bus aus der Stadt nach Hause ging...

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tempus fugit 26.04.2019, 17:59
227. Och, jetzt bleibt nur noch die Warnung,...

....dass wer sich mit grünen Ideen beschäftigt, vom Blitz erschlagen wird, der da aus'm schwarz-gelben - inzwischen auch bräunlichen - Himmel zuckt!

Mein Vater erzählte mir immer wieder, wie er im katholischen Dorf den SPIEGEL versteckte, wenn er im und vom Bus aus der Stadt nach Hause ging...

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Oberleerer 26.04.2019, 18:01
228.

Zitat von andere Hobbys
Zweckgebundene Steuern gibt es in D. eh nur auf dem Papier. Kommt alles in einen Topf
Steuern kommen immer in einen Topf und sind nie zweckgebunden. Wären sie zweckgebunden, dann nennt man das Gebühr, Abgabe, Beitrag oder Umlage.

Eine Steuer soll etwas steuern. Mineralölsteuer soll den Verbrauch von Mineralöl steuern, einfach dadurch, daß es teurer wird.

Stromsteuer soll den Stromverbrauch steuern. Stromverbrauch ist volkswirtschaftlich schlecht, auch wenn die Quelle erneuerbar ist.
Es wäre aber wünschenswert, wenn die Stromsteuer besonders teuer wäre, wenn der Preis an der Börse besonders hoch ist, also am Tage und bei niedrigem Börsenpreis niedrig. Dann wäre der Anreiz zum Stromsparen viel höher und es würde sich lohnen privat z.B. einen Bleiakku in die Mietwohnung zu stellen.

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tempus fugit 26.04.2019, 18:02
229. Ne, in DE geht...

Zitat von who8
Daher muss die Abgabe bereits beim Ausbuddeln von fossilen Ressourcen erhoben werden (bzw. deren Import). Dann wird es für den Stromproduzenten teurer, ein Kohlekraftwerk anzuwerfen, und für eine Batteriefabrik wird es teurer, die Autobatterie mit Kohlestrom zu produzieren.
...Umweltschutzpolitik anders: Braunkohlebagger, die in Deutschland die neuen Mondlandschaften prodcuzieren
und mit Riesenmengen Strom betrieben werden, sind befreit von EEG-Förderung, von Netzkosten, von Ökosteuer
u.s.w. u.s.f. aber wer mehr als ?? kWh-Strom auf'm Dach produziert, darf sich selbst mit der EEG-Förderung fördern.

Fragen Sie den dicken Altmaier, der kennt sich da aus wie
man EE-Technik gegen die Wand fährt!

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