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Klinikkonzern Asklepios: Ärzte warnen vor Risiken durch Personalmangel
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Engpässe in der Notaufnahme, alleingelassene Berufsanfänger: Beim Klinikkonzern Asklepios schlagen Internisten in Brandbriefen Alarm. Eine sichere Patientenversorgung sei "nicht mehr uneingeschränkt möglich".

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lausemann 24.11.2018, 07:26
1. Rendite!

Das Krankenhäuser wirtschaftlich arbeiten müssen, ist selbstverständlich. Wenn aber Konzerne wegen der Rendite die Versorgung der Patienten gefährden, muss der Staat eingreifen. Schließlich werden die Gesundheitsausgaben von der Solidargemeinschaft finanziert. Es darf doch nicht sein, dass die ohnehin hohen Krankenkassenbeiträge zur Dividendenausschüttung für Aktionäre genutzt werden. Bei Gemeinschaftsaufgaben muss die freie Marktwirtschaft hintanstehen.

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K:F 24.11.2018, 07:27
2. Rendite von 8 Prozent minimum

Ob Pflegeheime oder Kliniken, alle sind auf Rendite getrimmt. Und die kann man beim Personal einfahren. Die Investoren interessieren sich nicht für die Gesundheit der Menschen sondern nur wie sich das eingesetzte Kapital rentiert. Und da die Personalkosten je nach Klinik oder Pflegeheim bis zu 70 Prozent betragen kann man nur am Personal sparen. Die Privatwirtschaftlich kann es ja besser. Freie Marktwirtschaft zum Vorteil Weniger und Nachteil Vieler.

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frau_lehrerin 24.11.2018, 07:35
3. Erst die Bildung

jetzt die Medizin. Macht's doch wie die Schulen: Quereinsteiger einstellen. Es gibt genug Abbrecher in Chemie und Bio, diese könnte man in 1,5 jährigen Seminaren schulen, parallel könnten sie schon arbeiten gehen. Mit dem Sprung ins kalte Wasser lernt man doch immer noch am Besten. Dann werden halt ein paar Brüche mal nicht korrekt diagnostiziert, Entzündungen falsch behandelt, Blinddärme drinnengelassen...so what? Wird schon schiefgehen.

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Bibs1980 24.11.2018, 07:38
4.

Hauptsache, der Konzern hat seinen Besitzern im letzten Jahr 191 Mio. Euro Gewinn in die Kassen gespült. Da freut sich der gehobene Mittelschichtler über die super Rendite von 6%...wo gibt es sowas noch?

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Dracul91 24.11.2018, 07:39
5.

Ich arbeite selbst als Arzt in der Inneren Medizin. Bei uns geht es noch einigermaßen mit dem Personal. Aber sobald zwei Leute krank werden, wird es auch eng. Die innere Medizin ist wie beschrieben leider Auffangbecken für alles mögliche, z.B. Obdachlose, Alkoholiker, psychisch Kranke. Außerdem viele Patienten, die auch der Hausarzt mit ein wenig Engagement behandeln kann. Aber die sind halt auch überlastet. Insgesamt finde ich das Problem, dass wir viel nicht-ärztliche Tätigkeiten übernehmen müssen, die auch die Pflege machen könnte. Aber die haben ja auch einen personellen Mangel.

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dborrmann 24.11.2018, 07:39
6. Seit Jahrzehnten macht der Spiegel Ärzte runter...

und nun wundert sich die Redaktion, dass es Ärzten mies geht? Fallpauschalen, DRGs. QM, Audits, Zertifizierung, Dokumentation, Liegezeitverkürzung, Übernahme von Kliniken durch Konzerne und Praxen durch MVZs usw. haben zu einer Arztflucht ins Ausland geführt. Das Gesundheitswesen ist mittlerweile ausgetrocknet und weiter versuchen Politik und Manager das System auszupressen. Das geht nicht gut. Da schwadroniert der Gesundheitsminister über Transplantationsmedizin und Verkürzung von Wartezeiten. Die Mittel dafür sind aber gar nicht da. Das sind Luftblasen von Ahnungslosen.

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funatiker 24.11.2018, 07:42
7. Privatisierung

Ein privates Unternehmen hat von Grund auf das Ziel Gewinne zu erwirtschaften.
In der deutschen Medizinlandschaft macht man das am Besten mit Apparatemedizin. Röntgen bis zur Verstrahlung und OPs ohne Sinn und Verstand. Die Notaufnahmen und Stationen sind unangenehme Kostenverursacher, da spart man dann gerne.
So lange die Privatisierungen nicht zurück genommen werden wird sich nichts ändern, anscheinend sind die Bußgelder für die Konzerne auch nur Peanuts und schon in der Kalkulation eingerechnet.
Wen interessiert da noch der Mensch.

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fero 24.11.2018, 07:42
8.

In dem Artikel findet leider keine Erwähnung, dass die Stadt Hamburg Anteilseigner (Minderheit) an den Hamburger Asklepios Kliniken ist! Die Probleme werden aber von der Gesundheitssenatorin der SPD ignoriert! Eigentlich unfassbar...

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elCaputo 24.11.2018, 07:44
9. Asklepios ist doch nur ein Kopf der Hydra

So sehr ich verstehen kann, wie gut sich der Klinikkonzern Asklepios zum Feindbild eignet, so wenig kann ich den alarmistischen Ton im Artikel verstehen. Die im Artikel beschriebenen Zustände sind Alltag in deutschen Kliniken, unabhängig davon, ob sie zu einem Klinikkonzern gehören, in kirchlicher oder kommunaler Trägerschaft sind. Wer das wissen will und wollte, der konnte das seit Jahren wissen. Der mediale und politische Fokus lag nur bislang bei den Pflegekräften. Die Situation der Klinikärzte - und hier insbesondere der zwangsverpflichteten Assistenzärzte in Weiterbildung - ist seit Jahren katastrophal. Die Stimmung ist "BLOß WEG HIER!", weshalb nicht wenige Patienten mittlerweile Erfahrungen mit eilig eingestellten Ärzten gemacht haben dürften, deren sprachliche Fähigkeiten selbst eine grobe Anamnese zum Glücksfall werden lassen. Der Urfehler im System war und ist es, dass dem Profitstreben Tür und Tor geöffnet wurden. Profit mit dem Leid Kranker. Einem jeden sollte diese unmögliche Kombination die Augen öffnen. Krankenversorgung ist ein gesellschaftliches Anliegen und darf nicht beherrscht werden von der Jagd nach dem schnöden Mammon.

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