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Klinikkonzern Asklepios: Ärzte warnen vor Risiken durch Personalmangel
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Engpässe in der Notaufnahme, alleingelassene Berufsanfänger: Beim Klinikkonzern Asklepios schlagen Internisten in Brandbriefen Alarm. Eine sichere Patientenversorgung sei "nicht mehr uneingeschränkt möglich".

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spon-1215152788060 24.11.2018, 07:45
10. Katastrophale Zustände unter denen eine Vielzahl an Beteiligten leiden

Wann unternimmt die Regierung endlich die Verantwortung? Diese beschriebenen Zustände bei Asklepios sind lebensgefährlich und gefährdend nicht nur das Wohl aller PatientInnen, sondern auch der Mitarbeitenden. Solange die Strafen weniger wehtun als die Personaleinsparungen einbringen, wird es den Konzern kaum jucken. Die Verantwortlichen in den Chefetagen müssen persönlich zur Rechenschaft gezogen werden – im Zweifelsfall nach Gefährdungsanzeigen der Ärzteschaft muss auch wegen Körperverletzung ermittelt werden.

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enric.jones1 24.11.2018, 07:48
11. Als erster spart der Staat...

Das im Artikel beschriebene Sparverhalten von Asklepios zu Lasten von Personals, Patienten und zu Gunsten des Profits ist nicht akzeptabel. Aber ist nicht die Ursache im Sparwahn des Staates zu suchen? Die Landkreise haben die Aufgabe aus Steuergeldern die Krankenhaeuser zu bauen und zu betreiben. Jahrelang wird gespart an den notwendigen Investitionen. Dann kommt Asklepios und kauft den Landkreis aus seinen Verplichtungen frei. Ab diesem Zeitpunkt geht's bergab. Abteilungen werden geschlossen und Personal abgebaut. Asklepios muss schliesslich als Privatunternehmen kostendeckend arbeiten. Der Landkreis ist fein raus. Hamburg ist nur ein Beispiel. Bad Toelz auch. Gleicher Betreiber. Landkreis ist happy weil er seine Verpflichtungen zur Erbringung seiner gesetzlichen Pflicht verkauft hat.

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der_mitdenker 24.11.2018, 07:49
12. Eines darf man nicht vergessen!

Eingebrockt hat uns dies einzig die alleinregierende CDU mit Ole von Beust als Bürgermeister. Gegen alle Warnungen, gegen alle Proteste wurden damals die städtischen Kliniken verkauft. Obwohl beim Volksentscheid 76,8% der Menschen dagegen waren.
Ich kann nur jedem empfehlen auf die Barrikaden zu gehen sobald sie hören dass ein öffentliches Unternehmen in ihrer Umgebung privatisiert werden sollen.
Die “Erfolgsgeschichten“ gelungener Privatisierungen sind nämlich zahlreich.

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wolfabc 24.11.2018, 08:02
13.

Wir geben Milliarden für unser Gesundheitssystem aus und trotzdem ist es an vielen Stellen marode. Wie dem auch sei, Krankenhäuser gehören nicht in private Hände. Geschäftemacherei mit der Versorgung von Kranken oder Pflegebedürftigen ist widerwärtig. Privatisierung ist zudem so gut wie nie günstiger. Wie sollte das auch bei gleicher Leistung funktionieren, wenn Gewinne erzielt werden sollen? Privatisierung, nicht nur im Gesundheitswesen, geht grundsätzlich zulasten des Standards und der Qualität und auf Kosten des Personals. Von der Putzkolonne bist zum Pflegepersonal, bei allen werden Löhne und Gehälter gedrückt und/oder Mehrleistungen verlangt. War die Putzfrau in Krankenhäusern, Rathäusern, Schulen usw. früher eine Angestellte im Öffentlichen Dienst mit Tariflohn, so ist sie heute eine geringfügig oder mit dem Mindestlohn abgespeiste Beschäftigte.
Das hat Folgen, sauberer und hygienischer werden unsere Krankenhäuser dadurch nicht, die Reinigungskräfte haben dafür gar nicht mehr die nötige Zeit. Stattdessen haben wir nur das Heer der Geringverdiener und zukünftigen Rentnern mit Mini-Rente vergrößert. Und nur der Personalmangel sorgt zurzeit noch dafür, dass es dem Pflegepersonal nicht genau so ergeht.
Ich war vor ein paar Tagen als Patient in einem katholischen Krankenhaus und habe den Klinikalltag dort erlebt. Reinigung und andere Dienstleistungen sind natürlich auch dort längst ausgelagert. Man schuftet für den Mindestlohn. Genau so selbstverständlich ist, dass in diesen Bereichen überwiegend Personen mit ausländischen Wurzeln arbeiten. Der Ruf nach einem Mehr dieser willigen und billigen Arbeitskräfte, neuerdings gern auch rekrutiert aus dem Kreis der Flüchtlinge, erklärt sich von daher von selbst. Auf meiner Station hatte sich das Pflegepersonal einen Tretroller angeschafft - wegen des Personalmangels und der langen Wege. Denn die beiden Flure mit Patientenzimmer waren 25 und 50 Meter lang!

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herbert 24.11.2018, 08:02
14. Es boomt im Niedriglohnland Deutschland

Ein Deutschland, wo Menschen oft mehrere Jobs haben müssen, um zu überleben.
Das alles hat einen Namen, nämlich Hartz4 und die Agenda2010, der größte SPD Sozialabbau in Deutschland. Da wo die Gewerkschaften mitgespielt haben.
Wo sind denn die Gewerkschaften heute, um den Arbeitnehmer zu schützen ?
Ja um Missstände aufzuzeigen?
Der Verursacher, die SPD, ist geistig Pleite !

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jujo 24.11.2018, 08:02
15. ...

Ist doch Klasse!
Das Geld hat gesiegt, Hauptsache das "shareholder value"
stimmt! Ich hoffe die Kleinaktionäre sind gesund und haben einen guten Schlaf.
Warum gibt es keine politische Mehrheit die dafür sorgt, das die Grundversorgung der Bevölkerung sichergestellt wird, ohne das aus dieser eine Rendite erwirtschaftet wird. Eine schwarze Null als Betriebsergebnis wäre doch ausreichend!

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gertrud,dieleiter 24.11.2018, 08:05
16. Das zeigt die ganze Absurdität des Systems.

Eigentlich darf man das Management dafür gar nicht kritisieren. Nach der kapitalistischen Logik MÜSSEN die genau so handeln, sonst machen sie Ihren Job nicht richtig zum Wohl der Investoren und Anteilseigner. Man sieht daran, dass es absolut pervers ist, die Gesundheitsvorsorge nach marktwirtschaftlichen Kriterien zu organisieren.

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PRAN1974 24.11.2018, 08:08
17.

Bei solchen Zuständen wundert es nicht, dass wir im Vergleich mit Westeuropa mittlerweile eine der gerinsten Lebenserwartungen haben, wie neulich in einem anderen Artikel berichtet.
Medizin darf nicht so betrieben werden! Ich möchte nicht in einem Notfall von einem Arzt behandelt werden, der gestern noch in der Uni saß und Patienten nur von Praktika kennt. Selbstverständlich muss dafür gesorgt sein, dass bei mehreren Krankheitsfällen und Urlauben nicht eine gesamte Abteilung zusammenbricht.
Hier ist der Gesetzgeber gefordert. Gewinnorientierten Konzernen darf man dieses Geschäft nicht uneingeschränkt überlassen.

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mlhp 24.11.2018, 08:13
18. Erlebt man doch mittlerweile in allen Bereichen

Z.B. die DB, Jahre lange Sparmaßnahmen.

Mehr braucht man nicht zu sagen, alles eine Frage des Managements und Politik.

Kurzer Blick in die Schweiz oder Österreich ;)
Manager Gehälter kürzen oder Boni erst nach 10 Jahren auszahlen, wenn sich gezeigt hat das die Arbeit langfristig gut war.

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bockmist 24.11.2018, 08:13
19. Trauriges Gesundheitssystem

Es war einmal das Beste der Welt. Jetzt heruntergespart und durch Renditejäger zerstört. Leidtragende sind in erster Linie die Patienten. Die haben aber keine Stimme. Man schafft es zwar -dank teurem Rettungssystem- ins Krankenhaus, aber dann bleibt man auf einem Flur vergessen im Bett und stirbt vor sich hin.
Für die Ärzte wird es immer unausstehlicher, zumal sie auf Schritt und Tritt von der Staatsanwaltschaft begleitet werden. Kommt ein Angehöriger in dieser Situation auf die Idee zu klagen, dann Gnade Gott, denn die Ärzte sind in erster Linie verantwortlich, auch wenn sie seit 5 Jahren Briefe schreiben. Da hilft nur abzuhauen und eine neue Stelle suchen, wobei dieses Problem auch in anderen Krankenhäuser existiert. Düstere Zukunft für den Arztberuf. Das Studium ist ja ganz schön, aber dann beginnt der Horror.

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