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Klinikkonzern Asklepios: Ärzte warnen vor Risiken durch Personalmangel
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Engpässe in der Notaufnahme, alleingelassene Berufsanfänger: Beim Klinikkonzern Asklepios schlagen Internisten in Brandbriefen Alarm. Eine sichere Patientenversorgung sei "nicht mehr uneingeschränkt möglich".

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Spiegelleserin57 24.11.2018, 09:45
70. ohje...

Zitat von borstigerwolf
Wenn man Krankenhäuser wie Wurstfabriken führt, dann kommt außer Profit auch nicht viel Vernünftiges heraus. Wie dumm muss man sein, um das nicht zu begreifen? Krankenhäuser, Pflegeheime, Energieversorger, Wasser- und Gas, Bahn, all das muss vom Staat gewährleistet und betrieben werden. Der Markt richtet nämlich gar nichts, der Markt sorgt nur für Profit.
auch Krankenhäuser müssen rechnen. Mit einer Wurstfabrik hat dies nicht ansatzweise etwas zu tun, siehe meinen Beitrag. so stellt sich das vielleicht der Laie vor, ist aber gänzlich anders!
Die Abrechnung in einem Krankenhaus erfordert sehr viel Fachwissen und mittlerweile gibt es Studiengänge dazu, so kompliziert ist es.

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die-metapha 24.11.2018, 09:51
71.

Zitat von telos
Umständen Kliniken in Deutschland wirtschaftlich rentable und damit profitorientierte Unternehmen sein? Warum müssen Kliniken privatisiert werden? Entzieht sich damit der Gesetzgeber der Fürsorgepflicht gegenüber seinen Bürgern? Zahlreiche Bereiche der öffentlichen Hand werden doch ebenfalls mittels Steuergelder am Leben erhalten. vorzufinden.
Es war eine von der Gesellschaft geforderte Reform. Nicht nur die Gesundheitsversorgung - auch die Energieversorgung und der Bereich öffentlicher Nahverkehr und Bahn wurden seinerzeit als zu teuer und ineffizient gebrandmarkt und der Hype von neoliberalen Lösungen und enormen Gewinnen auf allen Seiten wurde sehr sexy verpackt auf den Weg in Richtung Privatisierung gebracht.
Ach wie gut kann ich mich noch über das indifferente Geschimpfe über viel zu teure, alte Krankenhäuser und das Gegeifer über "Quersubventionierungen" innerhalb der Krankenhäuser.
Das wollte man unbedingt abschaffen - der Preis dafür ist, dass die Filetstücke einzelnen Anbietern große Gewinne bescheren und die Grundversorgung zu Lasten der Gesellschaft gehen.
Nun regt man sich darüber auf, das die Fassade stimmt, das dahinter befindliche Produkt aber nicht dazu passt.
Die Gesellschaft hat zumindest ein wenig gelernt - wenn auch nur sehr langsam.
Nun wäre es sinnvoll, daraus auch Lösungsansätze zu generieren.

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Spiegelleserin57 24.11.2018, 09:52
72. die Krankenkassen haben hohe Überschüsse...

Zitat von w_jupe
Die Diskussion um überforderte Ärzte/Pflegekräfte ist ziemlich bigott: Auf der einen Seite sind sich alle einig, dass "endlich etwas passieren" müsse und alle Beteiligten wahlweise mehr Gehalt/mehr Urlaub/mehr Personal/mehr Studienplätze/weniger Bürokratie haben sollten. Auf der anderen Seite kostet das viel Geld. Wenn es heißt, den Beitrag zur GKV (14,6%) zu erhöhen, jammert der Deutsche Michel lauthals und mit hochrotem Kopf: - Das System muss effizienter werden (trotz toller BWLer, die im Krankenhaus seit Jahren allen auf den Keks gehen)! - Die Medikamente sind zu teuer (soll deren Entwicklung verstaatlicht werden?)! - Es wird zu viel Geld für Unnötiges ausgegeben (weil die o.g. Effizienztreiber das DRG-System missbrauchen)! - Die Ärzte verdienen zu viel (siehe Wochenarbeitszeit. Das geht dann bei Berufseinsteigern Richtung Mindestlohn. Kein Wunder gehen die alle in die Schweiz...)! Nee nee, liebe Leute. Deutschland ist Weltmarktführer im "wichtige Dinge erst angehen wenn der Schaden schon da ist". Die Bahn/unsere Brücken sind marode? Hat Zeit. Die Verwaltung ineffizient? Erst mal zur 10-Uhr-Kaffeepause. Die Ärzte arbeiten so viel, dass zwangsläufig Fehler passieren und Menschen sterben? Ich habe so Angst abends vor die Tür zu gehen!!1! Schönen Samstag, Ihr Wolfgang Jupe
wie auch der Spiegel berichtet. Nur wenn man falsch rechnet bekommt man auch weniger Geld.
Die Krankenhäuser bekommen Rabatte und haben sich schon öfters zu Einkaufsgemeinschaften zusammengeschlossen um noch mehr Geld zu sparen.
Nebenbei bemerkt : wer macht denn wenn schon angeprangert die Kaffeepausen...das ist doch das Personal und nicht die Leitungen...also der Bürger...der Schuss ging aber nach hinten los!
Mit populistischen Parolen kann man dieses diffizile Wesen Krankenhaus nicht torpedieren, dazu muss man erst mal die Wirtschaft im Krankenhaus verstehen und dazu gibt es mittlerweile Studiengänge.

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nadelstich 24.11.2018, 09:57
73. #17

Sie sollten doch wissen das sämtliche medizinischen Leistungen gemäß Katalog abgerechnet werden. Also Einheitspreise.

Wenn Sie nun also mit ihrer Erfahrung sagen Zitat:"staatlich muss sparen, Asklepios, Helios und Konsorten wollen Gewinne an ihre Aktionäre ausschütten"

Staatliche Kliniken müssen immer noch Geld sparen, obwohl diese gar kein Gewinn machen müssen, dann liegt das Problem ganz offensichtlich eben NICHT bei den privaten Klinikbetreibern.
Diese müssen mit den offensichtlich zu geringen Abrechnungsbeträgen auskommen und Gewinn machen.

Das man aus staatlichen Betrieben keine Kritik hört liegt in der Natur der Sache.
Wann haben Sie das letzte mal einen nordkoreanischen oder kubanischen Arzt das Gesundheitswesen seines Landes kritisieren hören?!

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Capetonian 24.11.2018, 10:00
74. Man würde sich den Mut auch von anderen Krankenhäusern wünschen

Ich mußte schon vor fünf Jahren die Erfahrung machen, daß ein schwerverletzter Patient sich selbst überlassen wurde, weil das Personal fehlt. Und nein, es handelte sich nicht um eine privatisierte Klinik. Die aufnehmende Ärztin jammerte während der Aufnahme in Anwesenheit des benommenen Patienten sofort über die Länge ihrer Bereitschaftsstunden. Als hätte sie einen Simulanten vor sich. Auf den Gedanken, daß ein Patient mit Kopfverletzung ruhig gestellt und intensiver untersucht werden sollte, ist die Dame - aus Erschöpfung? - nicht gekommen. Wenn die Asklepios Klinik so handeln würde, wie es dieses Krankenhaus gemacht hat, ginge ein Aufschrei durch das Land. Bei dem Kreiskrankenhaus im Kreiseigentum ist man kreativer. In den Unterlagen wird eine Ärztin aufgeführt, die niemand kennt und die es wahrscheinlich nicht gibt. Die Nachfragen von Angehörigen werden mit "unterschiedlichen Wahrnehmungen" abgetan. Von verantwortlichen Kreispolitikern, die an anderen Tagen vor jede Kamera huschen und bei jedem Vereinsfest dabei sein müssen, kommen nur Belanglosigkeiten oder Unverschämtheiten. Bei den Mitarbeitern stößt man auf ein Schweigekartell. Der Korpsgeist ist wichtiger als die eigenen Arbeitsbedingungen, denn letztlich schaden sich die Mitarbeiter mit derartigem Verhalten selbst. Der Chefarzt hat das schönste Briefpapier und das geringste Interesse an Aufklärung. Der Chef der Abteilung verwurstet die dürftigen Unterlagen zu einer Antwort, deren Unstimmigkeiten hochpeinlich sind. Der Geschäftsführer, der alle Mißstände mit "unterschiedlichen Wahrnehmungen" schön redet, sitzt im Vorstand der Krankenhausgesellschaft. Es ist trotzdem schön, daß es ein paar Mutige gibt, die sich an die Öffentlichkeit trauen und die Mißstände beim Namen nennen.

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kuddemuddel 24.11.2018, 10:01
75. Asklepios Melsungen

Schwere Vorwürfe erhebt eine Asklepios-Mitarbeiterin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, gegen den Klinik-Konzern: „Asklepios wollte Aurand loswerden, weil er nicht ins System passt. Er ist zu menschlich.“ Der Chefarzt habe es unter anderem abgelehnt, Operationen auszuführen, die aus seiner Sicht unnötig waren, aber Geld eingebracht hätten. Die Mitarbeiterin nannte ein Beispiel: „Er hätte einer 96-Jährigen, die seit langem im Rollstuhl sitzt, kein neues Kniegelenk eingesetzt.“ Das Klinik-Personal sei entsetzt über die Kündigung. „Ich kenne ihn als höchst anständigen, fähigen Chef“, so die Mitarbeiterin.

Ganzer Artikel: https://www.hna.de/lokales/melsungen/asklepios-entlaesst-chefarzt-in-melsungen-10148800.html

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Spiegelleserin57 24.11.2018, 10:01
76. man löese mal die Verwertung in Netz...

Zitat von skylarkin
Nur Asklepios St.Georg? Das gilt genau so für Asklepios Barmbek und Asklepios Nord wie ich aus eigener Erfahrung mit Angehörigen dort weiß bzw.z.Zt mitbekomme. Zu wenig Pflegepersonal und zu wenig Ärzte. Dabei ist es auf den Privatstationen für enormen Aufpreis kaum besser als auf den normalen Stationen. Schick aufbereitete Einzelzimmer nützen einem nichts wenn kein Arzt/Pfleger kommen kann und man umsonst klingelt weil man Schmerzen hat. Eine Frau war a z.B. aus dem Bett gefallen und lag nächtens stundenlang neben ihrem Bett obwohl andere Patienten die das bemerkten um Hilfe klingelten. Es kam niemand. Immerhin, die Reinigung, die auf den Normalstationen schon mal mehrere Tage nicht erfolgt oder nur ganz grob (Blut war 5 Tage gut zu sehen, Bettwäsche auch auf Wunsch nicht gewechselt, Mülleimer tagelang voll) scheint im Privatbereich zu klappen. Es ist einem modernen Industriestaat nicht würdig und erinnert eher an Drittweltversorgung. Medizinisch kann ich wenig negatives sagen, (außer das ein leerer Tropf fast den ganzen Tag nicht entfernt bzw. erneuert wurde weil niemand kam), aber das ist nicht alles.
was beurteilen denn die Patienten...die Freundlichkeit und das Essen stehen an oberster Stelle. Ob die medizinische Versorgung klappt das ist vielen gar nicht so wichtig...Hauptsache Hoteldesign und Kundenfreundlichkeit..
Das Personal ist unterbesetzt..keine Frage aber warum kritisieren dies so wenige Leute bei der Beurteilung im Netz?
Gespart wird immer bei unteren Personal, den Reinigungskräften die meistens gar nicht von den Kliniken gestellt werden sondern von externen Firmen und da werden die billigsten ausgesucht.
Das sind dann die folgen wenn Kliniken sparen müssen...aber wer beschwert sich bei den Patientenfürsprechern...KEINER...nur anonym im Netz schimpfen alle. Darüber sollten auch die Patienten mal nachdenken.
Eine Klinik kann nichts ändern solange es dort vor Ort keine Beschwerden gibt. Viele Kliniken legen Kritikzettel aus aber diese bleiben leer! Sind etwa Leute zu feige?

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Spiegelleserin57 24.11.2018, 10:03
77. haben sich die Patienten beschwert??

Zitat von skylarkin
Nur Asklepios St.Georg? Das gilt genau so für Asklepios Barmbek und Asklepios Nord wie ich aus eigener Erfahrung mit Angehörigen dort weiß bzw.z.Zt mitbekomme. Zu wenig Pflegepersonal und zu wenig Ärzte. Dabei ist es auf den Privatstationen für enormen Aufpreis kaum besser als auf den normalen Stationen. Schick aufbereitete Einzelzimmer nützen einem nichts wenn kein Arzt/Pfleger kommen kann und man umsonst klingelt weil man Schmerzen hat. Eine Frau war a z.B. aus dem Bett gefallen und lag nächtens stundenlang neben ihrem Bett obwohl andere Patienten die das bemerkten um Hilfe klingelten. Es kam niemand. Immerhin, die Reinigung, die auf den Normalstationen schon mal mehrere Tage nicht erfolgt oder nur ganz grob (Blut war 5 Tage gut zu sehen, Bettwäsche auch auf Wunsch nicht gewechselt, Mülleimer tagelang voll) scheint im Privatbereich zu klappen. Es ist einem modernen Industriestaat nicht würdig und erinnert eher an Drittweltversorgung. Medizinisch kann ich wenig negatives sagen, (außer das ein leerer Tropf fast den ganzen Tag nicht entfernt bzw. erneuert wurde weil niemand kam), aber das ist nicht alles.
haben sich diese genannten Patienten denn dort beschwert?
Bitte fragen Sie diese Leute mal. Das ist ganz wichtig damit die Klinik auch etwas ändern kann.

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knossos87 24.11.2018, 10:03
78. Studiert nicht Medizin

Ich arbeite auch als Ärztin in einem städtischen Krankenhaus in der Inneren Medizin.
Ich stehe als Berufsanfänger mit mind. 20 Patienten alleine da. Die Oberärzte sind den ganzen Tag im Herzkatheter und in den Funktionen und kommen nach Ende der offiziellen Arbeitszeit hoch "um nur das wichtigste zu besprechen". Die Medikamente der Patienten werden nicht kontrolliert. Das die Oberärzte selbst mal einen Patienten angucken ist die Ausnahme. Nur die Privatpatienten werden oberärztlich gesehen dafür aber nicht vom Chef ??.
In der Visite habe ich eigentlich kaum Zeit. Für unsere gesamte Station sind 3Ärzte vorgesehen. Wir sind aber nur zu zweit. Ich und viele andere Kollegen arbeiten jeden Tag 11-12std. Ich mache auch keine wirkliche Mittagspause. Dienste am WE kommen dazu. 60-67std Woche vorprogrammiert.
Auch kommen oft Angehörige ohne Termin für ein Gespräch. Ich hatte 2 Notfälle. Der Angehörige musste 2h auf das Gespräch warten. Hatte kein Verständnis dafür und ist aggressiv geworden. Es gibt auch Patienten mit psychosomatischen Erkrankungen die nicht glauben wollen, dass sie gesund sind und ebenfalls aggressiv werden, wenn man sie entlassen will. In unserer Notaufnahme wird darüber nachgedacht einen Sicherheitsdienst einzustellen, weil manche nicht verstehen können dass sie mit Schnupfen warten müssen da jemand mit Herzinfarkt zuerst behandelt werden muss.
Insgesamt herrscht fast überall Personalmangel, man ist den ganzen Tag von morgens bis abends unter Stress, Arbeitsschutzgesetze werden nicht eingehalten, eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist absolut unmöglich. Man ist überfordert und übermüdet. Einfach überarbeitet. Wirklich ausgebildet wird man nicht. Man muss Entscheidungen treffen und Verantwortung für Dinge übernehmen die dem eigenen Ausbildungsstand nicht entsprechen.
Ich würde nie wieder Medizin studieren und kann nur allen die mit dem Gedanken spielen abraten! Zumindest unter den aktuellen Arbeitsbedingungen.

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nadelstich 24.11.2018, 10:08
79. #24

Es steht jedem Bundesbürger frei sein Glück in anderen Ländern zu versuchen...

Die Mauer war gestern.
Und Nordkorea sucht immer Personal für seine menschlichen "Digitalanzeiger"bei den Siegesparaden und die Medikamente ganz sicher zuzahlungsfrei...

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