Forum: Wirtschaft
Klinikkonzern Asklepios: Ärzte warnen vor Risiken durch Personalmangel
imago

Engpässe in der Notaufnahme, alleingelassene Berufsanfänger: Beim Klinikkonzern Asklepios schlagen Internisten in Brandbriefen Alarm. Eine sichere Patientenversorgung sei "nicht mehr uneingeschränkt möglich".

Seite 9 von 17
max-mustermann 24.11.2018, 10:12
80.

Zitat von jujo
Warum gibt es keine politische Mehrheit die dafür sorgt, das die Grundversorgung der Bevölkerung sichergestellt wird, ohne das aus dieser eine Rendite erwirtschaftet wird. Eine schwarze Null als Betriebsergebnis wäre doch ausreichend!
Weil das der Wähler offensichtlich nicht will. Es wird zwar wie hier unter diesem Artikel lauthals geklagt und Aufgeregt aber sobald die nächste Wahl ansteht wird wieder brav das Kreuz bei den üblichen Verdächtigen gemacht, alternativlos eben. Deshalb kein Mitleid von mir, you get what you pay/vote for.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
die-metapha 24.11.2018, 10:16
81.

Zitat von Niteftef
Gerade ein Krankenhaus verpflichtet dazu, eine gute Versorgung der Patienten sicherzustellen. Jedes Krankenhaus, wo so etwas, wie hier im Artikel beschrieben wird, passiert, sollte umgehend enteignet werden.
Sie haben die Dimensionen noch nicht realisiert.
Der hier geschilderte Fall steht hier stellvertretend für die gesamte Kliniklandschaft in diesem Land.
Das Problem betrifft nahezu jede Klinik in Deutschland.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Spiegulant 24.11.2018, 10:16
82. Das ist so von der CDU gewollt

Die CDU war es doch, die alles "privatisiert" hat. Von wegen "privatisieren", die Kronjuwelen des Staates wurden an die Heuschreckenkaste verschoben. Post, Bahn, Kliniken, Strom und Wasser - alles wurde den Heuschrecken zum Fraß vorgeworfen. Da braucht sich niemand wundern, wenn jetzt alles kahl gefressen ist, das Klinikpersonal bis über das erlaubte hinaus ausgedünnt wird, und Patienten wegen solcher Zustände sterben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Das dazu 24.11.2018, 10:23
83. Sie werden lachen

Zitat von frau_lehrerin
jetzt die Medizin. Macht's doch wie die Schulen: Quereinsteiger einstellen. Es gibt genug Abbrecher in Chemie und Bio, diese könnte man in 1,5 jährigen Seminaren schulen, parallel könnten sie schon arbeiten gehen. Mit dem Sprung ins kalte Wasser lernt man doch immer noch am Besten. Dann werden halt ein paar Brüche mal nicht korrekt diagnostiziert, Entzündungen falsch behandelt, Blinddärme drinnengelassen...so what? Wird schon schiefgehen.
Aber genau das wird gemacht. Heißt nur anders.
Denn Ärzte aus Drittstaaten oder EU-Ländern, die Diagnosen a la "Schmerzen unklarere Genese" stellen, müssen ja ein Anerkennungsjahr absolvieren. Da kommt einem manches mal der Verdacht, das der Drucker im Heimatland doch gut gewesen sein muss.
Aber sowas ist egal, der Betriebsrat muss das anerkennen, nur darum geht es. Ob der "Arzt" sich auskennt, wird in Fallzahlen nicht abgebildet. Und Fehler werden durch Pflegekräfte verhindert oder eben verleugnet.
Es ist schon sehr arm, was da in Deutschland passiert.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
vliege 24.11.2018, 10:23
84. Grundbedürfniss Gesundheit

Ob Gesundheit und Pflege hier oder an anderer Stelle das bezahlbare Wohnen. Der Neokapitalismus ist in jede Ritze eingedrungen und presst alles aus den Menschen heraus. Die Politik vermeldet schulterklopfend jedes Jahr Rekordeinnahmen, verabschiedet sich aber immer mehr aus seinen Gesamtgesellschaftlichen Verantwortung und Pflichten. Das Gesundheits und Pflegesystem in Deutschland ist eines der besten der Welt und kostet zu Recht zum Wohle der Bevölkerung Gigantische Summen. Die KV und PV Beiträge steigen und steigen die Versorgung wird jedoch immer schlechter, da so genannte Investoren und Share Holder den Rahm in Form von Dividenden auf Kosten der Allgemeinheit und im speziellen der Mitarbeiter abschöpfen. Es hat mmn schon etwas menschenverachtendes mit der Gesundheit auf Kante genäht, Profite auf Kosten von Menschen zu erwirtschaften.
Die Hoffnung das sich die Politik wirksam einschaltet ist gering. Zu sehr sind die Wirtschaft und Politik miteinander verbandelt. Es wird wie jüngst von Spahn und jeglicher Realität fern, das Blaue vom Himmel versprochen. "Wir müssten, sollten, könnten" Floskeln reichen da nicht aus.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Sandlöscher 24.11.2018, 10:24
85. Trickle down

man schaue sich u.a. Den britischen NHS oder das amerikanische Gesundheitswesen an. Dort herrschen ähnliche oder schlimmere Verhältnisse. Der wirtschaftsradikale Raubzug geht mittlerweile durch alle Berufszweige und Branchen. Outsourcing, Niedriglöhne, unbezahlte Überstunden, Befristungen als Erpressung, um Mitarbeiter gefügig zu machen...nach kapitalistischer shareholder-value-Ideologie notwendig und legitim, um Gewinnmaximierung und Boniziele zu erreichen. Der Kapitalismus braucht die Demokratie und das Arbeitsrecht nicht.
Das es anders geht, zeigt uns die Schweiz oder die skandinavischen Länder. Ich hoffe, für alle Beteiligten, dass D sich wieder auf das einstige Erfolgsmodell der sozialen Marktwirtschaft besinnt. Es ist der Garant für den sozialen Frieden und ein menschliches Miteinander.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
touri 24.11.2018, 10:26
86.

Zitat von dborrmann
und nun wundert sich die Redaktion, dass es Ärzten mies geht? Fallpauschalen, DRGs. QM, Audits, Zertifizierung, Dokumentation, Liegezeitverkürzung, Übernahme von Kliniken durch Konzerne und Praxen durch MVZs usw. haben zu einer Arztflucht ins Ausland geführt. Das Gesundheitswesen ist mittlerweile ausgetrocknet und weiter versuchen Politik und Manager das System auszupressen. Das geht nicht gut. Da schwadroniert der Gesundheitsminister über Transplantationsmedizin und Verkürzung von Wartezeiten. Die Mittel dafür sind aber gar nicht da. Das sind Luftblasen von Ahnungslosen.
Wo hat den der Spiegel seit Jahrzehnten Ärzte runtergemacht? Die meisten Artikel an die ich mich erinnere thematisieren den Ärztemangel in der ein oder anderen Form.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Olli Ökonom 24.11.2018, 10:28
87. sozialistische Milchmädchen Rechnung!

Wer meint, dass die Privatisierung die Ursache für den Pflegenotstand ist, der hat wirklich keine Ahnung von der Materie. Selbst gemeinnützige Unternehmen müssen in gewissen Rahmen Gewinne erwirtschaften, allein um die stetig steigenden Preise für die Ausrüstung, die Immobilien und das Personal kompensieren zu können. Dafür müssen Rücklagen gebildet werden.
Und das die private Hand grundsätzlich mit den Mitteln effektiver handelt, ist kein Märchen, sondern eine Tatsache. Dass das Renditestreben natürlich auch kontraproduktiv sein kann, wenn die Gewinnerwartungen zu hoch werden ist auch klar.
Das Problem ist ja nicht auf die privaten Krankenhäuser beschränkt sondern trifft ja auch auf die staatlich geführten Krankenhäuser zu.

Warum wurden früher die Krankenhäuser privatisert? Weil der Staat die Defizite nicht mehr tragen wollte. Jetzt diese wieder zu verstaatlichen löst das Problem in keinster Weise. Gesundheit soll für alle erschwinglich bleiben, das Personal soll gut bezahlt werden und der medizinische Fortschritt soll auch überall Einzug halten. Zusätzlich wird der Krankenstand in D immer höher (Verfettung, Alterung und ungesunde Lebensweise). Diese Probleme kann man nicht pauschal lösen, auch wenn linke immer behaupten, wenn man die Reichen nur weiter schröpft, wird alles gut. Das ist aber eine Illusion!
Zunächst muss die Überbelastung des medizinischen Personals reduziert werden. Das wird ohne zusammenlegung von Kranken häusern wahrscheinlich nicht funktionieren. Zweitens wird das Nieveau wahrscheinlich auf heruntergefahren werden müssen. Dabei werden wir uns ethischen Fragen stellen müssen wie z.B. soll die Gemeinschaft einem 85 jährigen noch ein neues Hüftgelenk spendiren oder nicht. Die Beantwortung der Frage ist nicht so einfach wie man zunächst glaubt. Oder: Muss der Eigenanteil der der Patienten am Gesundheitswesen erhöht werden? Oder brauchen wir ein soziales Jahr von jedem, um die Kosten zu reduzieren? Oder können wir arbeitsfähige Hartz 4 Empfänger zwingen, Dienst an der Gemeinschaft zum Beispiel im Gesundheitsbereich zu tätigen.
Auch wenn manche Fragen unangenehm sind, wir werden und über kurz oder lang diese Fragen stellen müssen. Denn nur immer mehr Geld ins Gesundheitswesen zu pumpen ist keine Lösung. Das Geld würde dann an anderer Stelle fehlen!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
die-metapha 24.11.2018, 10:32
88.

Zitat von knossos87
Ich arbeite auch als Ärztin in einem städtischen Krankenhaus in der Inneren Medizin. Ich stehe als Berufsanfänger mit mind. 20 Patienten alleine da. Die Oberärzte sind den ganzen Tag im Herzkatheter und in den Funktionen und kommen nach Ende der offiziellen Arbeitszeit hoch "um nur das wichtigste zu besprechen". Die Medikamente der Patienten werden nicht kontrolliert. Das die Oberärzte selbst mal einen Patienten angucken ist die Ausnahme.
Da Sie ja offensichtlich auch vom Fach sind wissen Sie sicherlich auch, weshalb Ihre OAs - Zeit in Funktionsbereichen als bei Ihnen auf der Abteilung oder gar am Patienten verbringen.
Durch das DRG werden - schätzungsweise - rund 70% für den Patienten selbst und dessen Outcome überflüssige invasive Diagnotik oder Eingriffe vorgenommen um dadurch Einnahmen zu generieren.
Die kurative und patientenorientierte Behandlung und Versorgung steht in diesem System nicht im Vordergrund.
Ich bin deshalb ins Ausland gegangen um mich diesem Diktat zumindest etwas entziehen zu können.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Olli Ökonom 24.11.2018, 10:37
89.

Zitat von Niteftef
Gerade ein Krankenhaus verpflichtet dazu, eine gute Versorgung der Patienten sicherzustellen. Jedes Krankenhaus, wo so etwas, wie hier im Artikel beschrieben wird, passiert, sollte umgehend enteignet werden. Immerhin geht es da tatsächlich manchmal um Leben und Tod. Mir wurde als Kind nämlich noch beigebracht, dass ein Menschenleben wichtiger ist, als alles Geld der Welt.
Was soll dieses schwachsinnige Gesülze? Wir sind hier in der Realität in nicht bei wünsch Dir was! Arbeiten Sie etwa ohne Entgelt?? Natürlich nicht. Außerdem können Sie einfach nicht so einfach enteignen ! Selbst wenn, müssten Sie dem Eigner einen marktgerechten Preis zahlen! Sollen etwa die Ärzte und das Pflegepersonal umsonst arbeiten?
Das würde niemand tun! Das problem ist doch nicht die Rechtsform des Krankenhauses. Diese Probleme haben staatlich geführte Häuser doch ebenso. Seit Jahrzehnten ist die Problematik doch offensichtlich, aber bisher ist jede Politik daran gescheitert: Die explodierenden Kosten im Gesundheitswesen. Man wird irgendwann feststellen, dass man dort nicht unbegrent Mittel hineinschiessen kann. Das Geld fehlt dann anderswo. Man wird sich prinzipielle Fragen stellen müssen, auch wenn Sie ethisch kritisch sein werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 9 von 17