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Köln/Bonn: Germanwings soll Beinahe-Crash vertuscht haben
AP

Das Protokoll liest sich hochdramatisch, doch es kommt erst mit großer Verspätung an die Öffentlichkeit: Ende 2010 soll ein Flugzeug von Germanwings bei Köln nur knapp einem Absturz entgangen sein. Beide Piloten wurden offenbar durch ein giftiges Gas nahezu außer Gefecht gesetzt.

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emeticart 28.09.2012, 13:12
100. Ist es Zufall, ...

... dass die Lufthansa, diese Woche die Gründung, einer Billigfluglinie bekannt gab ...!? MfG

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Vaya-Con-Idiots 28.09.2012, 13:16
101. Was ich nicht verstehe:

Warum haben die Piloten, wo sie doch kurz vor der Bewusslosigkeit standen, denn den Autopiloten deaktiviert?
Dieses Flugzeugmuster (wie auch die meisten anderen modernen Airliner 737NG etc.) hat eine vollständige Autoland-Fähigkeit und auch bei den zu diesem Zeitpunkt herrschenden schlechten Witterungsbedingungen wäre eine vollautomatische Landung problemlos möglich gewesen - wenn nicht von
vornherein, auch ohne Notlage, sogar sicherer. Ich frage mich wirklich warum dies nicht so gehanhabt wurde. Nach dem BFU-Bericht scheint es so, dass das Flugzeug im Anflug doch etwas zu schnell war und die Piloten es geradezu "herunterzwingen" mussten um nicht durchstarten zu müssen.
Woher der Geruch (das Gas) kam wird auch in dem BFU-Bericht nicht aufgeklärt. Wenn dieser mit der Zapflufft aufgetreten wäre, dann kann es doch kaum sein, dass davon nicht auch etwas in die Passagierkabine eingedrungen ist.

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indyjones2000 28.09.2012, 13:18
102. Die merkwürdigen Punkte sind doch...

...dass nach der Aufnahme beider Piloten mit V.a. Rauchgasintoxikation "keine Blutanalysen" durchgeführt wurden. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die Blutentnahme in der Notaufnahme eines Krankenhauses so etwas wie eine "Anwesenheitskontrolle" darstellt. Sehr merkwürdig.
Ein Pilot scheint ja immerhin am Folgetag nochmals im KH vorstellig geworden zu sein, dann mit einem Laborbefund, der zumindestens einen erhöhten Untergang von Skelettmuskelzellen, ggf. im Rahmen einer Rhabdomyolyse, nahelegt. Der zeitliche Zusammenhang mit dem Ereignis im Flugzeug ist doch frappierend. Mich würde interessieren, ob in Kenntnis dieses Befundes bei Pilot Nr. 2 ebenfalls eine Blutuntersuchung durchgeführt wurde.

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aviateur 28.09.2012, 13:18
103. 400

Zitat von zeitzeuger
eigentlich lese ich spon ja sehr gerne... aber bitte liebe Leute, die ihr hier uns leidenden Lesern die Artikel vorlegen dürft: Recherche! Schon mal gehört? Dann hier zur Rätselfrage: Wie schnell ist der A319 im Landeanflug? Ich komme aus der Luftfahrtbranche und ich versichere Ihnen, wenn der A319 mit 400Km/h, wie beschrieben, aufsetzt, dann schwinden künftig nicht nur die Sinne des Piloten sondern auch alle anderen! Also bitte, wenn man keine Ahnung hat, einfach mal den Mund halten - oder nix mehr schreiben!
Auch wenn Sie aus der "Branche" sind, frage ich Sie: Sie kennen schon den Unterschied zwischen Anfluggeschwindigkeit und Aufsetzgeschwindigkeit?
Lt. BFU-Bericht betrug die Anfluggeschwindigkeit 220 Knoten, das sind ziemlich genau 400 km/h.

Wie war das mit dem "keine Ahnung"?

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sponner_hoch2 28.09.2012, 13:24
104.

Zitat von emeticart
... dass die Lufthansa, diese Woche die Gründung, einer Billigfluglinie bekannt gab ...!? MfG
Vermutlich - den Germanwings gehört auch Lufthansa.

Wo ich Die Nachtigall eher trappsen höre ist, dass die grünen just jetzt das Thema "Giftige Luft im Flugzeug" in den Bundestag bringen. Ich glaube, da wurde wenn eher was von der Seite lanciert.

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siavash.shamskho@gmx.de 28.09.2012, 13:32
105. @denken-drücken-sprechen

http://www.gfds.de/sprachberatung/fragen-und-antworten/uebersichtsseite/stundenkilometer/

Besonders interessant der Teil zur Pedanterie;)

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der_rookie 28.09.2012, 13:38
106. Hm

Für mich liest sich dies wie ein lancierter Artikel von jemandem der die Pläne der Lufthansa zur Billigfluglinie bewusst torpedieren will. Deswegen auch sicherlich der Verweis hierauf am Ende des Artikels. Der impliziert ja die Assoziation beim Leser "Was die Lufthansa da macht gefährdet meine Sicherheit
Der Vorwurf des Artikels ist aber schlicht falsch: Von Vertuschung durch Germanwings kann sicherlich keine Rede sein wenn die Fluggesellschaft die BFU unmittelbar informiert. Vertuscht hat, wenn überhaupt, danach die staatliche BFU.
Und wenn die Vermutung von Mitforisten hier richtig ist (Ursache ist Stoff der dem Kerosin beigemischt ist), dann wäre ja schon die Frage ob beim Betanken etwas falsch gemacht wurde, oder ob das Flugzeug defekt war. Dann könnte man über Schuld und Gegenmaßnahmen sprechen. Aber hier Germanwings vertuschung vorzuwerfen - man, man, man

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otto_lustig 28.09.2012, 13:41
107. Mich interessiert die Meldung,

nicht die Rechtschreibung. Printmedien unterliegen anderen Kriterien. Da hat man Zeit, den Artikel noch einmal zu überprüfen. Das Internet funkt anders und wer das nicht begreifen will, soll sich ausschließlich auf Printmedien konzentrieren.

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quark@mailinator.com 28.09.2012, 13:56
108. ...

Zitat von sponner_hoch2
Ich kann da zwar keine verfälschende Darstellung erkennen...
OK, mein letzter Kommentar zu dem Thema ... Wir sind uns hoffentlich einig darüber, daß das verhältnismäßig knapp war. Ein Pilot war offensichtlich schon nicht mehr in der Lage, eine Landung durchzuführen und blieb ein halbes Jahr flugunfähig, der andere war etwas widerstandsfähiger, aber auch er sah sich am Rande seiner Belastungsfähigkeit. Auch das Atmen von Sauerstoff führte kurzfristig nicht zu einer wesentlichen Besserung. Es wurde "Mayday" gesendet.

Ausgehend von dieser Situation, bei immerhin ca. 160 Menschen im Flugzeug, würde normalerweise immer sofort eine Untersuchung durch das Bundesamt erfolgen. Der reine Fakt, daß dies nicht geschah macht klar, daß im Nachhinein etwas nicht so ablief, wie es eigentlich sollte. Entweder waren also die Meldungen korrekt und das Bundesamt hat geschlafen, oder umgekehrt, oder beides.

Aufgrund der verzögerten Einleitung der Untersuchung stehen nun zu wenige Daten zur Verfügung, z.B. die Aufzeichnungen des Cockpit Voice Recorders und des Flugschreibers, aber auch die Möglichkeit, das Blut der Piloten näher zu untersuchen.

Meines Erachtens nach macht der initiale Bericht des Piloten die tatsächliche Nähe zur Katastrophe nicht hinreichend deutlich und zwar rein faktisch betrachtet. Natürlich lege ich keinen Wert auf Dinge wie "Beinahe-Crash" in so einem Bericht. Aber z.B. zu schreiben, daß die weitere Landung normal verlaufen sei, obwohl Sicherheitsgrenzen aufgehoben wurden, obwohl Checklisten nicht abgearbeitet wurden, obwohl Schwierigkeiten bestanden Gleitpfad und Geschwindigkeit zu halten, etc. ... das wirkt aus meiner Sicht eben doch verharmlosend. Kann natürlich sein, daß das so Usus ist.

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aktenzeichen123 28.09.2012, 14:00
109. optional

"Die Fluggesellschaft Germanwings sieht in dem Fast-Absturz bis heute kein Problem. Im Gegenteil: Der Leiter der Unternehmenskommunikation bestreitet sogar, dass Kapitän und Co-Pilot handlungsunfähig oder schwer beeinträchtigt waren.
http://www.welt.de/politik/article109520979/Germanwings-Airbus-hatte-schon-mal-ernste-Stoerung.html

Na also, war laut Germanwings doch alles ganz harmlos.
Dumm nur, dass es in den BFU-Bericht dazu heisst: "Der Copilot hatte zu diesem Zeitpunkt Schwierigkeiten, den Ablauf in einem Gesamtbild zu erfassen. Er konnte sich nur noch mit Mühe auf einzelne Aspekte des ablaufenden
Geschehens konzentrieren und spürte, dass er die anfallenden Informationen nicht mehr verarbeiten konnte. Auch der Kapitän war am Ende seiner Leistungsfähigkeit angekommen."

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