Forum: Wirtschaft
Kolumne: Besser ein Teil des Geldes weg als die ganze Kohle
REUTERS

Einigung, aber keine Lösung: Auch nach dem Kompromiss von Brüssel braucht Griechenland eine Reduzierung seiner Schuldenlast, um wieder auf die Beine zu kommen. Für den deutschen Steuerzahler wäre das die beste Lösung.

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jhk87 23.02.2015, 15:03
30. Münchau is der irrationale Hetzer

Die Reduzierung der Schuldenlast allein macht die griechischen Unternehmen nicht wettbewerbsfähiger.
Was bringt es, wenn die in Griechenland hergestellten Produkte teurer sind als die Importe?
Ein Schuldenschnitt lässt die griechischen Statistiken nur temporär besser dastehen. Wenige Jahre später liegt die Schuldenquote wieder höher als vorher. Hatten wir schon, kein erneuter Bedarf.

Was von Münchau gerne unterschlagen wird, ist, dass die AfD sowohl den GREXIT als auch einen Schuldenschnitt vorschlägt.

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mxmx 23.02.2015, 15:03
31. Griechenland kann sich nur selbst helfen

Geld ist doch nur ein kleiner Teil des Problems. Griechenland braucht eine funktionierende Regierung, ein funktionierendes Steuersystem, eine funktionierende Verwaltung, usw.
Entweder Griechenland gibt sich selbst als Staat auf, so daß Brüssel alles übernimmt (was unrealistisch ist und niemand will) oder es muß die Dinge selbst regeln. Und da stellt sich die Frage, ob einiges ohne Euro nicht einfacher zu regeln wäre. Mit eigener Währung regeln sich viele Dinge von selbst: Es ist einfacher einen Wechselkurs zu ändern als Millionen von Löhnen und Preisen. Das gilt für Abwertungen aber im Falle von erfolgreichen Reformen ebenso für Aufwertungen der Währung.

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Thomas Schnitzer 23.02.2015, 15:03
32. Danke Herr Münchau

für einen besonnenen und sachlichen Beitrag zu dem Thema.

Auch eine derart klare Positionierung, dass es überwiegend die Euro-Gegner aus der AfD und dem rechten Spektrum sind, die mit ihrend Forderungen nach dem Grexit eine Destabilisierung voran treiben wollen, habe ich lange Zeit vermisst.

Sie sprechen mir damit aus der Seele.

MfG
TS

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meinlieber 23.02.2015, 15:05
33. Richtig erkannt...

fliegt Griechenland aus dem Euro/EU, werden mit Sicherheit weitere Folgen. Zerfällt die EU, verschwindet auch der Markt für deutsche Produkte. Gleichzeitig verfällt auch der "Puffer" mit freundschaftlich gesinnten Nachbarstaaten. Was dann folgt ist, will man sich gar nicht ausmalen.

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ludwig49 23.02.2015, 15:07
34. Alle Euro-Mitglieder...

...haben sich von Anfang an die Stabilitätsfaktoren so
lange um die Ohren gehauen, bis nur noch Fetzen übrig
blieben. Und jetzt wird das Konstrukt künstlich am
Leben erhalten, koste es was es wolle! Das Denkmal,
welches sich einige selbstverliebte Politiker errichtet
haben, wurde nie geliebt und zerbröselt.

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lodrik.b 23.02.2015, 15:09
35.

An einem Interesse am Grexit kann bei allen, die sich nicht rein auf das Bauchgefühl verlassen, keine Rede sein. Was aber auch nicht geht ist das Auftreten der neuen griechischen Regierung. Mit diesem haben sie dafür gesorgt, dass keine Regierung in der EURO-Zone ihren Wählern noch erklären kann, warum noch mehr Geld nach Griechenland geschafft werden soll, bzw. warum die Schulden (zum zweiten Mal) beschnitten werden sollen. Keiner kann an einem failed state in der EU ein Interesse haben, andererseits darf sich die EU (bzw. Eurozone) nicht regelrecht vorführen oder erpressen lassen. An verbaler Abrüstung sollten sich vor allem die Griechen üben

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interessierter Laie 23.02.2015, 15:10
36. ich glaube...

dieForderung nach Grexit leitet sich aus einem einfachen schwäbischen Sprichwort ab, nämlich: "Wirf schlechtem Geld kein gutes hinterher." Ich weiß nicht was einem Bankkunden nachgeworfen würde, der in einem Gespräch seinen zugesagten Sanierungsplan abbrechen will, einen Schuldenschnitt wünscht und eine weitere "Übergangsfinanzierung" fordert. Aber selbstverständlich hinkt der Vergleich mit einem x-beliebigen Bankkunden. Sonst würde ich morgen auch mit Bezug auf das "griechische Modell" bei meiner Hausbank vorstellig werden.

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anton_otto 23.02.2015, 15:13
37. Problem falsch erkannt

Nein, nicht wir Deutschen sollten uns damit auseinandersetzen, daß verhandelt werden muß. Das sollte man eher den Griechen ins Stammbuch schreiben. Die neue Regierung tritt auf den Gipfeln auf, als hätte sie irgendwelche Forderungen zu stellen. Die Kombination aus unverschämtem Auftreten, Maximalforderungen und mangelnder Bereitschaft, zu verhandeln, ist ganz schlecht für eine Regierung, die etwas erreichen will. Die Wahlversprechen von Syriza sind das Problem von Syriza.
Bei der Gelegenheit sollten die Griechen sich auch einmal klar machen, daß nicht die Finanztransfers inklusive Reformanforderungen der letzten 5 Jahre Ursachen des Problems sind sondern die Betrügereien und Schlampereien der letzten Jahrzehnte.
Und wenn die griechische Regierung schon Geld von den anderen Mitgliedsstaaten will, gehört dazu ein Plan, der weiter geht, als nur mehr Geld zu wollen und mehr Geld für mehr nutzlose Beamte zu verpulvern.

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malocher77 23.02.2015, 15:15
38. Das ganze Geld ist weg

Wenn wir auf Teil der Schulden verzichten heißt es nicht,dass dadurch sich etwas ändert,denn Griechenland hat noch keinen Cent bezahlt und braucht neues Geld.Das größte Problem was besteht ist die fehlende Wettbewerbsfähigkeit,wir könnten das ganze Kredit abschreiben und es würde sich nichts ändern,da griechischer Haushaltüberschuss ein Märchen ist. Ich bin gegen neue Kredite,dennoch für einen Schuldenschnitt verbunden mit Euro Austritt,was die Briten denken ist mir völlig egal,die bangen um ihre Banken,die mit griechischen Anleihen zocken,in der Hoffnung,dass die Steuerzahler weiter Geld nachschießen.

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TheCapitalist 23.02.2015, 15:15
39. Traurig

Es ist traurig mit welcher Kurzsichtigkeit und Ignoranz der Autor die Nöte und Sorgen der deutschen Bevölkerung sieht. Die Blödheit die er den Deutschen anrechnen kann er wohl bei sich selber am besten finden.
Griechenland hat in den letzten Jahren und Jahrzehnten katastrophal gewirtschaftet, hat Korruption und Steuerhinterziehung geduldet und weit über seinen Verhältnissen gelebt. Außerdem haben sie durch Lug und Betrug zahlreiche Leistungen erschlichen. Jetzt sollen ihnen nach Ansicht des Autors ein Teil oder sogar alles der ohnehin kaum verzinsen Schulden erlassen werden? Welcher Logik, geschweige denn welchem Rechtsverständnis liegt das bitte zu Grunde? Die Griechen scheinen keine Anstalten zu machen ihre teuren Geschenke auch nur ansatzweise zurück zu fahren - im Gegenteil, sie wollen sie sogar noch ausweiten. Dass sie von der Zinslast erdrückt werden und dass man deshalb ihnen die Schulden erlassen sollte ist kein gutes Argument. Griechenland muss zur Zeit weniger Zinsen auf ihre Schulden zahlen als Deutschland - also faktisch nichts (wegen der Inflation).
Es wäre pervers gegenüber Ländern wie Italien und Spanien Griechenland seine Schulden zu erlassen und ihnen gleichzeitig noch mehr zu leihen. Diese Staaten haben gezeigt dass es gut möglich ist mit Reformen schnell aus der Misere zu kommen und seine Schulden zu begleichen. Erlassen wir Griechenland nun die Schulden oder dulden wir einen weiteren Aufschub der Zahlungen so fühlen sich diese in ihrem anti Reform Kurs bestätigt und werden eben weiter so bescheiden wirtschaften wie bisher. Ein Grexit hingegen käme ja nicht gleichzeitig einem Verfall aller Schulden gleich. Griechenland könnte jedoch seine eigene Währung besser abwerten, dadurch die Wirtschaft ankurbeln und nach und nach seine Schulden (die ja in Euro vorliegen) begleichen. Langfristig gesehen würde der deutsche Steuerzahler also eher wenig des geliehenen Geldes verlieren. Mit Griechenland in der (Währungs-)Union können wir noch die 100 fache Summe überweisen, doch diesem Land, das nicht im Traume daran denkt die Missstände zu begleichen, wird das nichts helfen.

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