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Kommentar zum Erbschaftsteuer-Urteil: Ungerecht und leistungsfeindlich
DPA

Das Bundesverfassungsgericht urteilt heute, ob Familienbetriebe steuerfrei weitervererbt werden dürfen. Die Unternehmer möchten das milliardenschwere Privileg gerne behalten - doch ihre Argumente sind nicht stichhaltig.

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schienbeinschoner 17.12.2014, 11:57
110.

Zitat von Steve Holmes
Ähnlich wie bei der Vermögenssteuer, sollt man das Urteil des Bundesverfassungsgerichts dazu nutzen, die Erbschaftssteuer ganz abzuschaffen.
Das löst aber prinziepielle Probleme nicht: Wenn die Kumulation von Reichtum nicht künstlich unterbunden oder begrenzt wird, dann erhält unsere Gesellschaft zwangsläufig eine feudale Struktur.
Glücklicherweise scheint es so als haben wir in Mitteleuropa den krieg als großen Gleichmacher fürs erste Überwunden. Solange es aber nicht alle paar Generationen eine Katastrophe gibt, die den größten Teil der Gesellschaft wieder allesamt auf den gleichen Level zwingt, wachsen die Unterschiede und die Gesellschaften spalten sich. Das ist relativ neu (solange Friedenszeiten hatten wir in der Moderne ja noch nicht). Lösungen gibt es noch keine. Die Erbschaftssteuer kann aber ein Werkzeug sein, Eigentum umzuverteilen. Genau das ist nötig um den natürlichen Prozess (Arme bleiben Arm, Reiche werden immer reicher) zumindest abzuschwächen.

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helferlein05 17.12.2014, 12:02
111. Erbschaftsteuer

Also die Quandts mit der Erbschaftsteuer in Verbindung zu bringen?? Grundsätzlich zielt die Verschonungsregelung auf inhabergeführte Unternehmen. Außerdem dem Inhaber dann zu sagen, wenn er die Erbschaftsteuer nicht zahlen kann, soll er zusperren. Ich weiß ja nicht in welcher Welt der Autor lebt. Aber die Realität ist es nicht.

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Steve Holmes 17.12.2014, 12:16
112.

Zitat von schienbeinschoner
Grundsätzlich wirft eine extreme Ungleichverteilung von Reichtum gesellschaftliche Probleme auf:
Grundsätzlich wirft es gesellschaftliche Probleme auf wenn der Staat versucht in die Vermögensbildung einzugreifen. Das haben wir bei den gescheiterten Versuchen sozialistischer und kommunistischer Staaten erlebt.

Zitat von
Kumulierter Reichtum verleiht Macht, dies ist demokratischen Prozessen nicht zuträglich
Selten kumulieren sich Erbschaften. Dazu müsste ein Erbe von mehreren Erblassern begünstigt werden. In der Regel verteilt sich jedoch ein Erbe auf mehrere Erben.

Zitat von
Die Spreizung von Arm und Reich vergrößert eine Unterschicht und erschwert die persönliche Entwicklung.
Wenn es einigen wenigen besser geht, muss es der Mehrheit nicht schlechter gehen. Solche besonders wohlhabenden Menschen dienen anderen jedoch als Vorbild es auch zu Vermögen zu bringen. Das ist förderlich für die gesellschaftliche Entwicklung.

Zitat von
es bleibt die Aufgabe des Staates in gesellschaftliche Entwicklungen steuernd einzugreifen
Ob und wie der Staat hier eingreift ist eine Frage der gesellschaftlichen Willensbildung. Zur Zeit sehe ich eine Mehrheit für eine Zurückhaltung des Staates bei Steuern. Daher haben SPD und Grüne auch solche Wahlverluste erlitten als sie Steuererhöhungen angekündigt haben.

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Zaphod 17.12.2014, 12:24
113. Arbeitsplatzschutz oder Reichenschutz

Niemand kümmert sich um die Arbeitnehmer, wenn ein Unternehmen rationalisiert oder betriebsbedingte Kündigungen vornimmt, um den Profit zu steigern. Aber plötzlich denken alle an die "armen Arbeitnehmer", wenn es darum geht, den Eigentümern Privilegien zu verschaffen.

Wer Arbeitsplätze sichern will, sollte die Eigentümer mehr in die Verantwortung nehmen und betriebsbedingte Kündigungen in größerem Umfang unzulässig machen. Die Erbschaftsteuer hingegen muss zur Vermögensabschöpfung und somit zur Umverteilung dienen. Erben, die nicht in der Lage sind, die Erbschaftsteuer zu bezahlen, können ihr Unternehmen verkaufen oder Darlehen aufnehmen. Ein Unternehmen, das von einem nicht ausreichend liquiden Eigentümer geführt wird, ist gefährdeter, so dass ein Verkauf zum Schutze des Unternehmens und der Arbeitsplätze notwendig ist.

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Strichnid 17.12.2014, 12:26
114. Investitionen aus Erbschaft?

Wenn die Erbschaftssteuer die Investitionen abwürgt, warum dann fielen die Investitionen in Deutschland so dramatisch seit der Befreiung im Jahr 2009?

Offenbar hatten die Erben doch andere Pläne mit dem Geld als zu investieren.

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misterknowitall 17.12.2014, 12:31
115.

Da haben Sie so einiges falsch verstanden. Diese Erben werden nicht als Faul dargestellt, sondern es wird darauf hingewiesen, dass der Betrieb mit allen Gütern von den Ahnen aufgebaut worden ist, und der Erbe so noch nichts für den Betrieb eingebracht hat, mitdem er hinterher sein Vermögen generiert. Es geht dabei nicht um Arbeiten oder Engagement für den Betrieb, sondern ganz einfach um die Substanz. Und wir reden hier von Betrieben ,die ein wenig mehr Wert sind als ein Fernseher, der übrigens durch die Mwst. auch besteuert ist. Das ein Unternehmer auch ein gewisses Risiko trägt und das Selbstständig selbst und ständig heisst, ist nichts Neues und sollte jedem Unternehmer klar sein. Macht er alles richtig, profitiert er ja auch enorm davon. Deswegen springe ich nicht auf Ihren Mitleidszug auf.

PS: Familie Quand hat den Laden mit Sicherheit nicht ganz selbstlos übernommen. Wie hoch ist deren Vermögen........60 Mrd? Das Ganze hat auch überhaupt nichts mit Sozialismus oder der DDR zu tun.

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misterknowitall 17.12.2014, 12:32
116. Ach ja, der arme Unternehmer

Zitat von gallihalli
Hier werden Hundertausende von kleinen und mittleren Familienbetrieben dargestellt wie Haie. Erstmal, die wenigsten Erben liegen den lieben, langen Tag auf der faulen Haut und kassieren dann irgendwann mal ihr Erbe zum eh schon dicken Konto. .................
Da haben Sie so einiges falsch verstanden. Diese Erben werden nicht als Faul dargestellt, sondern es wird darauf hingewiesen, dass der Betrieb mit allen Gütern von den Ahnen aufgebaut worden ist, und der Erbe so noch nichts für den Betrieb eingebracht hat, mitdem er hinterher sein Vermögen generiert. Es geht dabei nicht um Arbeiten oder Engagement für den Betrieb, sondern ganz einfach um die Substanz. Und wir reden hier von Betrieben ,die ein wenig mehr Wert sind als ein Fernseher, der übrigens durch die Mwst. auch besteuert ist. Das ein Unternehmer auch ein gewisses Risiko trägt und das Selbstständig selbst und ständig heisst, ist nichts Neues und sollte jedem Unternehmer klar sein. Macht er alles richtig, profitiert er ja auch enorm davon. Deswegen springe ich nicht auf Ihren Mitleidszug auf.

PS: Familie Quand hat den Laden mit Sicherheit nicht ganz selbstlos übernommen. Wie hoch ist deren Vermögen........60 Mrd? Das Ganze hat auch überhaupt nichts mit Sozialismus oder der DDR zu tun.

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keinquerleser 17.12.2014, 12:34
117. Frechheit!

Neben diversen anderen Steuern, ist die Erbschaftssteuer schon immer eine Frechheit sondersgleichen .... der Staat kassiert hier, obwohl diese Vermögenswerte sicherlich schon 1 - 2 mal besteuert wurden!
Abschaffen , den Mist!

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misterknowitall 17.12.2014, 12:41
118.

Zitat von Steve Holmes
Die meisten Erben die ich kenne sind sehr gut erzogen und ja es ist als Familienvermögen auch teilweise das ihre. Es ist ihre Aufgabe es zu hegen und zu pflegen, damit auch die nächsten Generationen noch etwas davon haben. Und warum sollte so eine Enteignung sinnvoll und gerecht sein?
Komisch, ich habe in der Regel mit blasierten, oberflächlichen und arroganten Menschen (Erben) zu tun gehabt. Im Studium habe ich eine ganze Meute von denen kennengelernt. Was sie unter hegen und pflegen verstehen, war die Ausgeburt des Konsums und Angeben. Da ging es darum zu zeigen, wie reich Papi ist und es war denen noch nicht mal peinlich, dass sie aber auch gar nichts davon selber erwirtschaftet haben. Die nächste Generation spielt erst sehr spät im Leben wirklich eine Rolle.

PS: Natürlich will ich nicht pauschalisieren und natürlich wird es auch den verantwortungsvollen, gut erzogenen Erben geben. Ich habe nur leider noch keinen kennengelernt.

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misterknowitall 17.12.2014, 12:51
119.

Zitat von Steve Holmes
Grundsätzlich wirft es gesellschaftliche Probleme auf wenn der Staat versucht in die Vermögensbildung einzugreifen. Das haben wir bei den gescheiterten Versuchen sozialistischer und kommunistischer Staaten erlebt. Selten kumulieren sich Erbschaften. Dazu müsste ein Erbe von mehreren Erblassern begünstigt werden. In der Regel verteilt sich jedoch ein Erbe auf mehrere Erben. Wenn es einigen wenigen besser geht, muss es der Mehrheit nicht schlechter gehen. Solche besonders wohlhabenden Menschen dienen anderen jedoch als Vorbild es auch zu Vermögen zu bringen. Das ist förderlich für die gesellschaftliche Entwicklung. Ob und wie der Staat hier eingreift ist eine Frage der gesellschaftlichen Willensbildung. Zur Zeit sehe ich eine Mehrheit für eine Zurückhaltung des Staates bei Steuern. Daher haben SPD und Grüne auch solche Wahlverluste erlitten als sie Steuererhöhungen angekündigt haben.
"Grundsätzlich wirft es gesellschaftliche Probleme auf wenn der Staat versucht in die Vermögensbildung einzugreifen. Das haben wir bei den gescheiterten Versuchen sozialistischer und kommunistischer Staaten erlebt."

Netter Versuch, aber Sozialismus oder Kommunismus als Beispiel heranzuziehen hinkt gewaltig, denn wir haben hier nach wie vor eine Demokratie. Finden Sie dafür ein Beispiel.

"Selten kumulieren sich Erbschaften. Dazu müsste ein Erbe von mehreren Erblassern begünstigt werden. In der Regel verteilt sich jedoch ein Erbe auf mehrere Erben"

Natürlich kumulieren Erbschaften. Über Generationen. Wenn man nicht regulierend eingreift.

"Wenn es einigen wenigen besser geht, muss es der Mehrheit nicht schlechter gehen. Solche besonders wohlhabenden Menschen dienen anderen jedoch als Vorbild es auch zu Vermögen zu bringen"

Was ist das denn für eine Ansicht? Selber Reich geboren? Natürlich ist es ein Problem, wenn wenige das Kapital auf sich vereinen. die Chancenungleichheit die daraus entsteht ist schwerwiegender als jeder "vorbildeffekt"

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