Forum: Wirtschaft
Kommentar zum Erbschaftsteuer-Urteil: Ungerecht und leistungsfeindlich
DPA

Das Bundesverfassungsgericht urteilt heute, ob Familienbetriebe steuerfrei weitervererbt werden dürfen. Die Unternehmer möchten das milliardenschwere Privileg gerne behalten - doch ihre Argumente sind nicht stichhaltig.

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alfred13 17.12.2014, 07:35
10. Nein,

Ihrem kommentar ist bereits im Ansatz zu widersprechen! in den Unternehmen ist regelmäßig das Vermögen gebunden, so dass jede Nichtprivilegierung zur Substanzbesteuerung und damit zur Gefährdung voN Arbeitsplätzen führt. Nur um die Erbschaftssteuer aufzubringen, müssten ganze, gesunde Betriebe verkauft werden. Der Mittelstand ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft und wird auf diese Weise zerstört. Deutschland hat hohe Einkommensteuern, so dass jeder Unternehmer bereits zu Lebzeiten durch Besteuerung der (ausgeschütteten) Gewinne seinen Obolus geleistet hat. Die Neiddebatte über die Erhöhung der Erbschaftssteuer ist - um nichts anderes geht es - ist nichts anderes, als die Einführung der Vermögenssteuer durch die Hintertür. Leistet selbst etwas, bevor ihr das Vermögen anderer verteilt! das Risiko wollt ihr nicht tragen, wohl aber den Ertrag - Verantwortung wollt ihr nicht übernehmen, wohl aber verteilen. Es ist Zeit zu gehen!

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nibal 17.12.2014, 07:36
11. Jeder Praktikant darf bei Spiegel mal ran?

Was für eine unglaublicher Neidartikel, da hat aber jemand wirklich ein ernstzunehmendes Problem mit seinem Einkommen oder dem der anderen.

Familienunternehmer können ja "ihren privaten Konsum" einschränken um Investitionen zu tätigen. Leiter des Wirtschaftsressorts, dass ich nicht lache. Das klappt vielleicht wenn das Familienunternehmen Aldi heißt, aber die Regel bei einem KMU in Familienbesitz ist, dass fast alles Geld immer in den Betrieb fließt, weil es Familienunternehmern anders als Aktiengesellschaften eben noch wichtig ist, dass morgen noch etwas da ist.

Und dann erst das Beispiel für Doppelbesteuerung. Autsch, nur nicht denken lieber STRG+C. Lieber Leiter des Wirtschaftsressorts, wie wärs mit einem Wirtschaftsstudium? Oder wenigstens ein Buch über Wirtschaft zu Weihnachten? Vielleicht wird der nächste Artikel dann weniger peinlich.

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conny1969 17.12.2014, 07:38
12. so wie immer

Die Großen finden einen Weg die 10% zu umgehen und die kleinen werden zahlen. Das ist unser System, daran wird sich nichts ändern.

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mike.bauer 17.12.2014, 07:42
13. Was ein MIST

Keine Sorge, ich habe kein Unternehmen zu erben. Aber ihr Artikel hinkt von Vorne bis Hinten.

Zu Punkt 3: Wer sagt Ihnen, dass die Erbschaftssteuer nicht auch bei dem jetzigen Steuersatz die Existenz gefährdet? Das Vermögen besteht gebunden in Firmenimmobilien, Maschinen, Technologie, Patente etc.

Das ist das Rückrad der deutschen Wirtschaft, des deutschen Sozialstaat. Warum die Neiddebatte?

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Milton81 17.12.2014, 07:44
14.

Es ist erschreckend, wie einseitig der Autor dieses Thema betrachtet. Zu allen genannten Positionen gibt es mindestens ein Gegenargument:
1. Selbstverständlich müssen auch die Erben ganz regulär Einkommenssteuer und Umsatzsteuer entrichten. Dies ist mit Nichten ein Privileg der Arbeitnehmer.
2. Die Absatzbewegung gerade bei kleineren Unternehmen ins Ausland nimmt zu; und tut in der Masse dann eben doch dem Steuerzahler weh.
3. Nur weil es an anderer Stelle bereits Steuerungerechtigkeiten gibt, müssen diese nicht ausgeweitet, sondern abgeschafft werden.

Die Arroganz des Autors zeigt sich offen im letzten Abschnitt. Eine Familie Quant mag solche Beträge ohne Probleme erwirtschaften, der durchschnittliche Selbstständige, der gerade ebenso über die Runden kommt, kann dies unmöglich. Er wird Zeit seines Lebens 18 Stunden am Tag arbeiten, dabei zugunsten seiner Angelten oft unter dem Mindestlohn verdienen, die gesamte Zeit über das volle unternehmerische Risiko tragen und als Krönenden Abschluss wird nach seinem Tod sein Betrieb liquidiert. Das ist natürlich sehr gerecht. Dass hier keine Abstufungen gemacht werden soll (und dieses hier auch noch unterstützt wird) macht mich fassungslos.

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gustavsche 17.12.2014, 07:50
15. Falsch.

Zitat von
Diese Gruppe weiß mit ihrem Geld Sinnvolleres anzufangen als der normale Bürger. Ein Bild, das viele Unternehmer von sich haben - das der Rest der Gesellschaft aber nicht teilen muss.
Nein, der suggeriert, dass die Gruppe sinnvolleres als der Staat(!) anzufangen weiß. Übrigens bin ich ein normaler Bürger und so denke ich auch über mich. Meine Sparquote, meine Investitionsaktivitäten und mein gegenwärtiger Vermögensstand geben mir recht.

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vrdeutschland 17.12.2014, 07:53
16. Argumente ziehen nicht

Nur weil der 0815-Arbeitnehmer 50 % versteuern muß, soll der Unternehmer auch entsprechend hoch versteuert werden ? Vielleicht stimmt ja dann einfach nicht mehr die Abgabenquote ? Wenn man sich mal überlegt, wie hoch diese sind, dann noch beim Einkauf von Waren noch einmal veranschlagt wird, dieser Einkauf vom Verkäufer noch einmal versteuert wird, wundert man ja noch, daß die Waren tw. so günstig in Deutschland sind.

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atheistenrealist 17.12.2014, 08:00
17. Aufmacherbild

Schon alleine bei dem Aufmacherbild war mir klar, was ich von dem Artikel zu halten habe. Es wird die Milliardärsfamilie Quandt gezeigt und schon mal suggeriert, dass alle Unternehmer raffgierige Reiche sind.
Der letzte vor Überheblichkeit strotzende Absatz rundet das Bild ab.
Herr Rickens, wie viele KMUs haben Sie denn schon erfolgreich geführt in Ihrem Leben und für wieviel Jahre?

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brdistmist 17.12.2014, 08:04
18. Leistung?

Immer mehr Arbeitgeber schieben ihre Verantwortung immer mehr in richtung Arbeitnehmer. In diesem zusammenhang wird über "Leistung" geredet?, während die allgemeine abwertung der Arbeitnehmer und deren Leistung immer weniger Honoriert wird. Meiner Meinung nach, leisten Arbeitgeber kaum noch Verantwortlich. Gerecht ist das Arbeitgeber keine sonderbehandlung bekommen und schlupflöcher geschlossen wird. Wichtig wäre ein solches Urteil auch als Zeichen mehr Gerechtigkeit für das Volk!

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Bernd S 17.12.2014, 08:05
19. Argument nicht erkannt...

Irgendwie hat der Autor das eigentlich Problem nicht verstanden:

Ein Betrieb ist nach den Schätzung meistens sehr viel Wert. Nehmen wir an, ein Mittelständiges Unternehmen mit 100 Mitarbeitern ist 10 Mio. € wert. Es macht vielleicht 200.000 € Gewinn pro Jahr.

Würde das im Erbschaftsfall voll versteuert werden, so müsste der Erbe dafür fast 30% Erbschaftssteuer bezahlten. Also 3 Mio. €. Das Problem: Derjenige, der es erbt, hat dieses Geld nicht. Bei einer Bargeld-Erbschaft ist das kein Problem. Dann würde man von den 10 Mio € einfach 3 Mio € dem Finanzamt geben und sich mit den restlichen 7 Mio € ein schönes Leben machen. In einer Firma sind diese Mittel aber gebunden - es gibt keine 3 Mio € "cash", die irgendwo herum liegen. Man müsste z.B. Teile des Unternehmens verkaufen, um die zu erhalten. Wenn man diese 3 Mio € aus dem Unternehmen mit Gewalt herauszieht, dann gefährdet man i.A. die Existenz des Unternehmens sehr ernsthaft.

Deshalb ist Frage 1 einfach völlig unzureichend formuliert. Es muss heissen: Der Erbe wird die Steuer nicht selber aufbringen können. Er müsste das Geld aus dem Unternehmen "herauspressen" - und zwar fix, denn das Finanzamt möchte das Geld schnell haben. Das weniger investiert wird, wäre dann eine mögliche Folge. Eine andere wäre die Insolvenz, wenn die Liquidität des Unternehmens stark geschwächt ist und dann ein oder zwei nicht ganz so gute Jahre kommen.

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