Forum: Wirtschaft
Kommentar zum Mindestlohn: Endlich!
DPA

An diesem Donnerstag beschließt der Bundestag den Mindestlohn. Einige Preise werden dadurch steigen. Doch das muss es uns wert sein.

Seite 1 von 26
aufdenpunktgebracht 03.07.2014, 06:36
1. Wirklich gut?

Zitat von sysop
An diesem Donnerstag beschließt der Bundestag den Mindestlohn. Einige Preise werden dadurch steigen. Doch das muss es uns wert sein.
Ja, die Preise werden steigen, auch für die betroffenen Mindestlohnempfänger. Möglicherweise steigen die Preise mehr, als sie durch den Mindestlohn abgedeckt werden. Und was haben die Betroffenen davon, und wir alle?

Na, zumindestens ein gutes Gewissen, was für die Unterschicht getan zu haben, das beruhigt ungemein. Das die Inflation dadurch Aufschub erhält, das verdrängen wir zunächst. Man kann den Mindestlohn ja auf 10 Euro anheben. Die Lawine beginnt zu rollen...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
buusami 03.07.2014, 06:41
2. Kein Grund zum Jubeln

Zitat von sysop
An diesem Donnerstag beschließt der Bundestag den Mindestlohn. Einige Preise werden dadurch steigen. Doch das muss es uns wert sein.
Das Ganze ist als Wahlkampftiger der Sozen gestartet und nun als Bettvorleger (Ruhekissen?) dem Volk in die Wohnung geworfen worden!
Bei Ihrer Jubelei wird vergessen, liebe Redaktion, daß die steigenden Preise auch von denen bezahlt werden müssen, die vom Mindestlohn ganz bewußt, mit Kalkül und somit böswillig ausgeschlossen wurden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
widower+2 03.07.2014, 06:59
3. 100 Prozent

Diesen Kommentar kann ich von vorne bis hinten und zu 100 Prozent unterschreiben. Eine Seltenheit auf SPON!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wählerbw 03.07.2014, 06:59
4.

Bravo, endlich sagt es mal einer wie es ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
interessierterleser1965 03.07.2014, 07:22
5. Falscher Ansatz

Der Autor übersieht, dass der Niedriglohnsektor einer der Gründe ist, warum Deutschland - im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern - so gut durch die Krise gekommen ist. Bisher.

Die Länder, die den Mindestlohn haben, sind meist all jene Länder mit einer massiven Wirtschaftskrise und mit hoher Jugendarbeitslosigkeit. Beispiel Spanien und Portugal. Die Rot/Grüne Regierung unter Gerhard Schröder hat mit der Agenda 2010 eine Grundsatzentscheidung getroffen, die hart, aber sehr richtig war. Sie lautet: Wir wollen, dass möglichst viele Menschen arbeiten, damit sie nicht durch die Gesellschaft mit Transferleistungen, wie Arbeitslosengeld, unterstütz werden müssen. Wir nehmen es dabei ausdrücklich auch in Kauf, dass Menschen für niedrige Löhne arbeiten müssen, in diesem Fall stockt die Gesellschaft den Lohn auf einen Mindestsatz auf. Das ist billiger und gerechter, als die Leute gar nicht arbeiten zu lassen und sie dann voll durch die Gesellschaft finanzieren zu lassen. Wir hatten nämlich schon früher einen indirekten Mindestlohn. Das war die Arbeitslosenhilfe, die so hoch war, dass es sich für viele nicht gelohnt hat, morgens für 80 EUR mehr im Monat aufzustehen und 8 Stunden zu arbeiten. Damit war dann Schluss. War das gerecht? Ja, denn warum soll ich für mein Geld arbeiten und jemand anderes, der arbeiten kann, nicht?

Weiter übersieht der Autor, dass der Hinweis, dann geht halt der Billigfriseur pleite oder die Spargel werden 50 Cent teurer, leider völlig übersieht, dass dann, um das letzte Beispiel aufzugreifen, es für den Verbraucher Alternativen gibt. Ohne Mindestlohn. Spargel gibt es auch aus Polen oder Rumänien. Ohne Mindestlohn. Und die Abstimmung an der Supermarktkasse gewinnt immer der billigere Preis. das zeigt schon die Diskussion um Billigfleisch. Es gibt auch - gerade für Männer - viele Frisuren, die man mit der Schermaschine hinbekommt. Ohne Friseur. Oder es gibt auch Friseure, jenseits der Grenzen.

Viele Menschen werden auch dauerhaft keine Arbeit mehr finden, weil sie keine Qualifikation haben. Diese Menschen waren früher Langzeitarbeitslose und lebten gut von Arbeitslosenhilfe. Heute arbeiten sie und werden aufgestockt. Diese Menschen werden für immer durchs Raster fallen. Der Grund ist ganz einfach. Die Arbeitskraft dieser Menschen ist keine 8,50 EUR pro Stunde wert. Das ist auch der Grund warum es heute praktisch nur noch Fahrkarten-automaten gibt. Als ich Kind war, wurden die Karten noch von einem Menschen verkauft. Der verdiente nicht viel, aber er lag niemandem auf der Tasche.

Zu glauben, dass diese Menschen jetzt einfach nur mehr verdienen werden und sonst alles gleich bleibt, ist eine Illusion. Diese Menschen werden, wie vor der Agenda 2010, einfach gar nicht mehr arbeiten bzw. keine Arbeit mehr finden. Dann darf der Staat sie wieder voll unterstützen und die Soziallasten steigen. Wie vor der Agenda 2010.

Die exorbitanten Soziallasten waren nämlich genau der Grund, warum die Agenda 2010 eingeführt worden ist. Damals war Deutschland nämlich genau wegen der der hohen Sozialabgaben der kranke Mann Europas.

Haben wir das schon vergessen?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Progressor 03.07.2014, 07:23
6. Alle Güter werden teurer

Der Mindestlohn erzeugt Inflation die sich bei den anstehenden Tarifverhandlungen nach und nach durch alle Branchen frisst und letzendlich auch bei der Exportindustrie ankommt.

Das ist gut und richtig so und entspricht den Spielregeln im europäischen Gemeinschaftswährungsraum. Die Leistungsbilanz wird in Richtung Ausgleich gedreht.

Überdies wird der "Wettbewerb" unter deutschen Unternehmen bezüglich "wer schafft es seinen Mitarbeitern die niedrigsten Löhne aufzuzwingen" eingeschränkt.

Es wird definitiv zu mehr Arbeitslosigkeit kommen. Das könnte die Anregung zur Frage sein, warum im Kapitalismus Arbeitslosigkeit systemimmanent ist und was dagegen zu tun wäre.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
corinna12 03.07.2014, 07:36
7. Spargelstecher

Die Tendenz des Artikels finde ich ok, nur schade, dass sich keiner der Herren und keine der Damen aus den Medien in die Niederungen des Alltags hinab begibt und die Spargelstecher fragt, wieviele Kilo sie in der Stunde stechen und wie sich die Erhöhung ihres Lohns auf den Kilopreis auswirken würde - wenn alles mit rechten Dingen zuginge.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Cleo96 03.07.2014, 07:38
8.

Zitat von sysop
An diesem Donnerstag beschließt der Bundestag den Mindestlohn. Einige Preise werden dadurch steigen. Doch das muss es uns wert sein. ......
Diese Überschrift fasst den Artikel perfekt zusammen. Es wird nur von 1 bis 2 gezählt. Denn die Folge des "Mindestlohns" wird ein linear steigendes Einkommen aller Einkommensgruppen sein - und der Mindestlohn reicht wieder nicht. Aber darüber "wundert" man sich dann doch lieber später.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
b.oreilly 03.07.2014, 07:39
9.

Zitat von sysop
Mag sein, dass nun einige Dienstleistungen oder Produkte teurer werden.
richtig, das gibt eine einmalige Preiserhöhung, die dann auch für ein Jahr die Inflationsrate erhöht, also ein Einmaleffekt. Der Markt wird den Rest im positiven Sinne den Rest erledigen. Wer von den Betrieben nicht mithalten kann, der soll sein Laden absperren. Mehrbeschäftigung wird sicher nicht entstehen und die paar Arbeitsplätze, die wegfallen werden, werden anderswo kompensiert!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 26