Forum: Wirtschaft
Kommentar zur Griechenland-Hilfe: Raus aus den Schulden!
DPA

Der Bundestag soll heute das Hilfsprogramm für Griechenland verlängern und damit die verkorkste Politik der vergangenen Jahre fortsetzen. Die Euro-Retter vertun damit eine große Chance.

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Kimmerier 27.02.2015, 07:08
30. Nur die halbe Wahrheit ...

"Ohne die horrende Schuldenlast könnte Griechenland bald wieder für sich selbst verantwortlich sein." Diese Aussage suggeriert, dass Griechenland mit seiner Schuldenlast NICHT für sich selbst verantwortlich ist. Und im selben Tenor ist die nächste Aussage zu sehen, welche an die neue griechische Regierung wohl eine Erwartung nur für den Fall eines radikalen Schuldenschnitts äussert:
"Die neue Regierung müsste dann zeigen, ob sie das Land wirklich vom Übel der Korruption befreien und endlich eine vernünftige Steuermoral etablieren kann." Warum konnte und kann die griechische Regierung derartige Maßnahmen nicht schon ergreifen, wenn man oder gerade weil man Schulden hat? Sollte man jetzt zwischen der neuen, "guten" Regierung und früheren, "schlechten" Regierungen unterscheiden wollen, so muss man sich daran erinnern, dass die Wähler immer die selben Griechen waren. Und - bei allem Verständnis für die Sorgen der Griechen heute - es waren auch diese Griechen, welche jahre- oder gar jahrzehntelang die "Wohltaten" dieser Regierungen angenommen haben, ohne danach zu fragen, woher das Geld dazu kam (bzw. nicht kam).
Der Autor bleibt auch die Erklärung für seine letzte Behauptung schuldig: "Neue Schulden jedenfalls könnte sie erst mal nicht mehr machen." Dieselben Gründe, welche heute für die Finanz-Hilfen oder einen Schuldenschnitt angebracht werden, würden auch nach diesem Schuldenschnitt angebracht werden können, wenn Griechenland nicht zu einem ausgeglichenen Haushalt kommt. Angesichts der Tatsache, dass Deutschland es nur ganz knapp und unter Vernachlässigung dringend notwendiger Investitionen zu einer "schwarzen Null" geschafft hat, ist dies aber nicht zwingend zu erwarten.

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spon-facebook-1512890064 27.02.2015, 07:11
31. Griechenland

Die deutsche Europolitik ist verlogen und falsch. Es absurd, einem überschuldeten Land mehr Geld zu geben und dem Wähler zu versprechen, dass sich die Situation in Griechenland verbessert.

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Olaf 27.02.2015, 07:16
32.

Ich verstehe nicht wofür man einen Schuldenschnitt braucht, um die Korruption bekämpfen zu können.

Ich verstehe auch nicht warum ein Schuldenschnitt Vorraussetzung dafür ist, endlich eine funktionierende Steuerverwaltung aufzubauen.

Erst recht verstehe ich nicht, warum man diese Reformen in den vergangenen 4 Jahren Krise unter dem angeblich unmenschlichen Druck der Troika nicht geschafft hat.

Und ich verstehe nicht warum ich glauben soll, dass diese Probleme in Griechenland nach einem Schuldenschnitt angegangen werden, wenn dieser Druck weg ist.

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macbillo 27.02.2015, 07:16
33. Fast 90.000 € unversteuert ...

...für jede vierköpfige Familie in Griechenland seit 2010. Liebe Politiker seid ihr wirklich so naiv, dass hier noch was zu retten Ist? Herr Varoufakis und sein Chef sind sicher die Richtigen eine große Show abzuziehen aber um ein solches Problem zu lösen brauch es kluge Köpfe und keine Wahlversprechen. Lasst sie gehen!

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miss_moneypenny 27.02.2015, 07:19
34. Griechische Tragödie

Völlig korrekt. Aber es ist müßig. Welcher Politiker gesteht einen Fehler ein, geschweige denn eine ganze Kette von Fehlern? Die Eurozone wurde lediglich als Kartenhaus ohne Fundament gebaut. Statt begangene Fehler zu korrigieren, wird nun am windigen Konstrukt gebastelt, das nur mit immer teurer werdendem Heftpflaster und Kleister zusammengehalten werden kann. Von vornherein hat jeder klar denkende Mensch begriffen: Es sollte ein System gerettet werden. Die Banken sind fein raus. Jetzt werden auf Steuerzahlerkosten wiederkehrende Rettungspakete schön brav von unseren Volksvertretern durchgewunken, die i) das Volk gar nicht vertreten und ii) von Volkswirtschaft keinen blassen Schimmer haben. Nachher ist die naive Verwunderung wieder groß, wenn keiner zum Wählen geht. Und ein Herr Bosbach, der den Mumm hat, die Wahrheit auszusprechen, denkt inzwischen darüber nach, die politische Bühne zu verlassen, weil er als Sand im Getriebe empfunden wird. Der für dumm gehaltenen Bevölkerung bleibt nur, den Einsturz des Kartenhauses abzuwarten. Dann war's natürlich wieder keiner.

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centerpoints 27.02.2015, 07:19
35. auch nur kosmetik...

der Schuldenerlass wäre auf jeden Fall ehrlicher und gerechter als die Rettungsmassnahmen für den Finanzsektor der letzten 5 Jahre...aber letztendlich ist es auch nur Kosmetik denn ein gemeinsamer Eurowirtschaftsraum ist schon aufgrund der grossen Unterschiede bei Steuern und Wirtschaftskraft illusorisch und hätte noch vor Einführung einer gemeinsamen Währung harmonisiert werden müssen...so wie es ist, wird schon in wenigen Wochen weiterer Finanzbedarf herrschen von geschätzt 40milliarden

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nataliamunich 27.02.2015, 07:20
36. Einfacher geht's

nicht. Schuldenschnitt zusammen mit Euro-Ausstieg. Dann sehen andere südeuropäische Staaten, ob es für sie besser ist, den Norden in Ruhe zu lassen. Jedes Volk ist für sich selbst verantwortlich. Mit den geretteten Banken wurden im übrigen durchaus auch die Wirtschaften mit gestützt. Der schwache Euro + Niedrigzinspolitik der EZB führen zu einer schleichenden Verarmung des Nordens. Mit einer starken Währung wie dem Franken passiert so etwas nicht. Im Endeffekt hat der Euro nichts anderes bewirkt, als dass die Völker gegeneinander aufgebracht werden.

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moriturus62 27.02.2015, 07:25
37. Herr Schäuble belügt uns,

und genau das ist das Problem. Und das Beharren von Herrn Varoufakis hat dazu geführt, dass einigen in dieser Republik aufgeht, dass Herr Schäuble bewußt an irrealen Forderungen festhält, um uns alle zu täuschen. Und genau aus diesem Grunde ist Herr Schäuble am falschen Platz und sollte einem Kompetenteren und Visonäreren Platz machen. Seine Zeit ist vorbei.

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mp64 27.02.2015, 07:26
38. Neuanfang = Alles bleibt wie es ist

Ein Schuldenschnitt kann, muss aber nicht zu Haushaltsveraenderungen in Griechenland fuehren, i.e. waere ohne jede Garantie. Das ist angesichts des Betrages etwas duerftig und bringt die Politik in anderen Laender in Erklaerungsnot, die auch einen Schuldenschnitt Reformen vorziehen wuerden.
Allerdings EU gesamt betrachtet ist die griechische Verschuldung irrelevant, Debt/GDP ist vergleichbar mit anderen OECD Laendern z.B. USA. Das Problem sind also weniger die Schulden ansich, sondern wie wir damit umgehen. Die Loesung ist m.E. weder Schuldenschnitt, noch Fortsetzung des jetzigen Kurses, sondern die Forderung nach fiskal politischer Harmonisierung und zentralisierung in Europa. Griechenland ist leider zu klein um dieser Entwicklung den erforderlichen Impetus zu geben. Das ist m.E. die vertaene Chance hier.

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Nabob 27.02.2015, 07:28
39. Die Optik des Selbstbetrugs für den Erfolg EU.

Wir leihen den Griechen neues Geld, damit wir das Geld wiederbekommen, das wir ihnen zuvor geliehen haben.

Damit dient das Geld jedenfalls nicht dem Zweck, sozialen Ausgleich bei dem griechischen EU-Bürger zu begünstigen.

Das ganze ist eine große Mogelpackung gegenüber den Europäern, die die Steuern dafür abgeben und volkswirtschaftlich überhaupt nicht zu vertretbar.

Indirekt zeichnet sich ab: Wer mit Ja stimmt, ist Lobbyist, wer mit Nein stimmt, sieht in dem gesamten Unterfangen keinen Sinn mehr. Den gibt es ja auch nicht.

Im Gegenteil: Die Frage wird wieder berechtigter, ob diese völlig ineffektive Geldhilfe nicht in erster Linie ein großes Projekt darstellt, weiter Geld von unten nach oben zu schaffen, die beteiligten Banken zu stärken und das Volk der Griechen, und um die geht es allein, zu schwächen.
Es geht aber auch um die Beantwortung der Frage, ab wann der strafrechtlich relevante Tatbestand der Veruntreuung (von Steuergeldern) erreicht ist, wenn sichtbar wird, dass der Besteuerungszweck sich weit entfernt hat.
Das insbesondere vor dem Hintergrund, dass der deutsche Staat mittlerweile jeden Brotkrümel besteuert, dennoch immer noch nicht klar kommt und das Modell: EU andererseits nicht in erster Linie erdacht wurde, um Kreditinstitute zu stärken, sich auf dem Weltmarkt des sogenannten "Fiat-Money" persönlich bereichernd auszutoben, dessen Schaden dann wiederum der Steuerzahler kompensiert, während sich die kriminellen Banker in irgendeinem Steuerparadies den feisten Bauch besonnen lassen.

Ist das das weitblickende Konzept: EU, Angela Merkel, für das wir jeden Tag arbeiten gehen, um wie die Sklaven besteuert zu werden, am Ende nicht für die Sache, sondern für kriminelle Absichten?

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