Forum: Wirtschaft
Kompromiss mit Flugsicherung : Fluglotsen bekommen bei Extraschicht 220 Euro pro Stun
Oliver Berg / DPA

Die Deutsche Flugsicherung will massenhafte Flugverspätungen in diesem Sommer verhindern. Dafür hat sie sich mit der zuständigen Gewerkschaft auf üppige Zuschläge für Lotsen bei Extraschichten geeinigt.

Seite 1 von 6
Nordstadtbewohner 06.06.2019, 16:19
1. Kein freier Markt - kein freies Angebot - keine freie Nachfrage

Hier zeigt sich, dass nicht überall in Deutschland und der EU ein freie Marktwirtschaft existiert. Solche "Tarifabschlüsse" sind nur möglich, weil der Staat den Fluglotsen einen gesetzlich verankertes Monopol überlässt. Die Folge davon sind Stundenlöhne von bis zu 220 Euro pro Stunde. Ich kann nur hoffen, dass die Flugsicherung eines Tages liberalisiert wird. Ansonsten wird dieses spätmittelalterliche Zunftwesen noch krassere Forderungen stellen, die in keinem Verhältnis zur Arbeitsleistung stehen. Interessant ist vor allem, dass sich die Gewerkschaften am liebsten um Beschäftigte kümmern, die Monopole vorweisen wie Lehrer, Mediziner und eben Fluglotsen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
TipTopTap 06.06.2019, 16:31
2. @1

Wollen Sie dann auch das Rettungswesen und die Sicherheitsorgane privatisieren? Bei der Luftraumüberwachung handelt es sich schließlich nicht um Einweiser auf einen PKW-Parkplatz.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hup 06.06.2019, 16:33
3. Das ist nicht zuviel Geld

Das Geld wird ja nur gezahlt, weil das wirtschaftlich sinnvoll ist - die Verspätungen kommen die Betreiber und alle Beteiligten sonst sehr viel teurer. Das ist im Vergleich auch nicht "ungebührilich" viel Geld, denn 8 x 220 = 1760 Euro, das ist zwar nicht der niedrigst mögliche, aber durchaus erreichbare Tagessatz für einen Senior Consultant, bzw. Lead Consultant. Ich weiss nicht was die Fluglotsen so normal pro Stunde verdienen, aber ich schätze mal dass das ein 100% Aufschlag ist. Die Fluglotsen müssen das übrigens versteuern - ich denke dass die ohnehin den Spitzensteuersatz abdrücken, also bleiben netto vermutlich gut 50% von den 220 Euro pro Stunde übrig. Das ist also auch ein gutes Geschäft für den Staat.
In einer Not-, bzw. Ausnahmesituation ist das nun ehrlich keinen Aufreger wert. In vielen Branchen in denen gut verdient wird werden kurzfristige Lücken teuer mit Spezialisten gestopft. Die kommen aber wie gesagt ja nicht ständig zum Einsatz, und Flexibilität und KnowHow haben eben ihren Preis.
Wenn das jeder machen könnte wären die Preise nicht so hoch. Und jeder der selbst fliegt ist vermutlich froh, dass hier gut ausgebildete Spezialisten arbeiten. Passiert schon genug in der Luft.

Das einzige was nicht gut ist: Durch den Preis wird die Freizeit / Erholungszeit der Fluglotsen gesenkt - das kann nun nicht im Sinn der Sicherheit sein. Ich hoffe, dass hier genau hingesehen wird wer wie lange arbeitet.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hup 06.06.2019, 16:37
4. Warum differenzieren...

Zitat von Nordstadtbewohner
Interessant ist vor allem, dass sich die Gewerkschaften am liebsten um Beschäftigte kümmern, die Monopole vorweisen wie Lehrer, Mediziner und eben Fluglotsen.
Mediziner haben eine Gewerkschaft? Wohl eher eine Standesvertretung oder einen Berufsverband wie den Hartmannbund.
Das ist nun nicht direkt das gleiche.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Airdinger 06.06.2019, 16:38
5. eben kein Monopol

1. ist es kein Monopol, da auch andere Flugsicherungsanbieter (z.B .Austrocontrol) bestimmte Flughäfen/Flugplätze kontrollieren.
2. und zum anderen ist es eine verpflichtende Aufgabe der Bundesrepublik ein Mindestmaß an Flugsicherung vorzuhalten - das kann man nicht einfach an private Dienstleister auslagern...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Gwar026 06.06.2019, 16:39
6.

Soweit ich weiß werden die Flugsicherungsgebühren doch EU-weit einheitlich festgelegt? Unter dieser Annahme wäre eine direkte Umleitung der Kosten auf die Passagiere nicht möglich. Auch von Interesse wäre die Höhe des Anteils der Flugsicherungsgebühren bei den Kosten eines Flugtickets.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
petersf 06.06.2019, 16:39
7. Wo ist das Problem ?

Schön, wie hier mal wieder die typisch Deutsche Neiddebatte angeheizt wird! Ich gönne jedem der Fluglotsen seine Extraeuros, die er mit Sicherheit verdient. Und von dem Geld bleibt ja systembedingt eh nur noch die Hälfte übrig...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
GungaDin 06.06.2019, 16:40
8. Ist doch ok

Fluglotsen haben einen sehr, sehr stressigen und verantwortungsvollen Job. Und wenn dann noch über das Normalmaß hinaus gearbeitet wird muss das eben entsprechend entlohnt werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
motzmichl 06.06.2019, 16:41
9. ...ist doch in Ordnung!

„Angebot und Annahme“, wenn man mal diese uralte kaufmännsiche Grundregel heranziehen möchte.
Also, ich gönne es Jeder und Jedem, der noch dazu wie in diesem Beispiel durch Mehrarbeit sein Salär erweitert! Und das nicht deshalb, weil es mich als Nichtflieger nicht so sehr treffen wird, sondern weil es ein verantwortungsvoller Job ist der dann auch durchaus gerne mal etwas mehr kosten darf.
Unsere Staatsdiener in den höheren Rängen erhalten sicher auch nicht wirklich zu wenig. Und wie es um deren Verantwortungsethik stellenweise bestellt ist, kann man an vielerlei Stellen gut beobachten.
Wenn ich hingegen sehe, wie Pflegepersonal und auch Assistenz- Ärzte an den Kliniken regelrecht ausgepresst werden, dann beschleicht mich der Gedanke, das man hier für eine völlig falsche Debatte den Anfang sucht. Und es war schon immer sehr leicht in dieser Republik die Neider auf den Plan zu rufen!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 6