Forum: Wirtschaft
Kompromiss zugestimmt: Endgültige Tarifeinigung im öffentlichen Dienst
DPA

"Das beste Ergebnis seit Jahren": Ver.di-Chef Bsirske lobt die Einigung im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes. Laut Innenminister Seehofer steigen die Löhne der 2,3 Millionen Angestellten von Bund und Kommunen rückwirkend ab März.

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grotefend 18.04.2018, 09:07
40. Genauer hinsehen!

Zitat von lazyfox
Ein Beamtenstaat versorgt die seinen. Es zahlen die Niedriglöhner, die die Effizienz der Wirtschaft hoch halten. Früher (z.B. in den Sechzigern) haben Beamte im Durschnitt weniger verdient, dafür hatten sie geregelte Arbetszeiten, ein sicheres Einkommen und mussten nicht um den Job fürchten und haben Altersarmut nicht zu fürchten. Heute sind Beamte deutlich besser gestellt und haben alle anderen Vorteile auch behalten.
Zunächst einmal bezahlen die Niedriglöhnen so gut wie nichts, da sie gar keine bis kaum Steuern zahlen. Und dass beamte heute "deutlich besser gestellt" sind ist schlichtweg falsch. Der Grund, dass heute im Schnitt höhere Bezüge gezahlt werden ergibt sich daraus, dass durch die Privatisierung von Post und Bahn die etliche Stellen im einfachen und mittleren Dienst weggefallen sind. Viele Beamte sind heute beispielsweise Lehrer, die im gehobenen oder höheren Dienst Beschäftigt sind. Die bringen aber auch eine entsprechende Ausbildung von mindestens bis zu sieben Jahren mit (inklusive zweier Staatsexamen).
Dass der öffentliche Dienst heutzutage erhebliche Probleme hat, genügend und vor allem qualifiziertes Personal zu bekommen, dürfte wohl nicht in der ach so üppigen Versorgung liegen. Solche Behauptungen gehen an der Realität meilenweit vorbei.

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grotefend 18.04.2018, 09:13
41. Realitätsferner Kommentar

Zitat von backinus
Das ist neu für mich, dass der öffentliche Dienst unattraktiv ist. Soweit ich weiß, gibt es genug Statistiken, die zeigen, dass ein Großteil der normalen Arbeitnehmer bereit wäre, für die üppigen Beamtenversorgung sogar Lohnverzicht hinzunehmen . Die Überversorgung der Beamten ist seit Jahren Thema, wird ......
Ihnen ist schon bewusst, dass bei der Bemessung der Beamtenbezüge gemäß BVerfG stets die Pensionsansprüche (die sich im Übrigen aus dem Alimentationsprinzip ergeben) berücksichtigt werden müssen. Ergo: schaffen wir die Pensionen ab, müssen im Gegenzug die Bezüge steigen.
Dass heute vor allem im gehobenen und im höheren Dienst (vor allem an Schulen) kaum neues Personal akquiriert werden kann und ein eklatanter Lehrermangel besteht, dürfte wohl nicht an der "Überversorgung" der Beamten liegen, insbesondere angesichts der Ausbildung, die dort abverlangt wird.

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post.scriptum 18.04.2018, 09:13
42. Das Ergebnis kann sich sehen ...

... lassen. Nun droht allerdings Ungemach darüber, dass die Länder für ihre Beamten dies nicht zeitnah eins zu eins übernehmen und ihre Bediensteten über Monate hinhalten könnten. Die Besoldungsanpassung sollte folglich umgehend in die Landtage eingebracht und nach erfolgter Beschlussfassung in den Gesetzesblättern veröffentlicht werden, damit auch die Beamten in den Ländern und Kommunen zeitnah ein paar Penunsen mehr in ihren ausgebeulten Taschen haben.

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misterknowitall2 18.04.2018, 09:13
43. @labuday

Nach ihrer Logik arbeiten wir also am besten umsonst, dann kostet ja alles nichts mehr. Prust. Nein, die Angestellten des öffentlichen Dienstes sind seit Jahren unterbezahlt. Man leistet ihre "5%" schon lange.

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fjr 18.04.2018, 09:18
44.

Erst einmal: Es ging bei diesen Tarifverhandlung NICHT um Beamte, sondern um Angestellte.
Zweitens: Auch Angestellte im öD haben ein Recht auf angemessene Bezahlung ihrer Arbeit. Und wenn gerade im mittleren Entgeltgruppenbereich Stellen in großer Zahl unbesetzt bleiben, weil nämlich der Bachelor der Informatik oder des Bauwesens keinen Bock darauf hat für 1700 EUR netto anzufangen, wenn er in der Privatwirtschaft 2500 kriegt, dann ist das schon bezeichnend.
3. Wenn Kommunden mit knapp 2 Mrd Euro Schulden und einem Haushaltsdefizit von 100 Mio im Jahr auch noch einen Konzertsaal bauen wollen oder sich für 50 Mio für den Titel "Kulturhauptstadt Europas" bewerben wollen - ob sie es tatsächlich werden ist ja völlig unklar - dann haben sie auch Geld, um ihre Mitarbeiter anständig zu bezahlen.

Ach ja: Ich bin Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens, nicht im öD beschäftigt und nicht mit jemanden aus dem öD verbandelt.

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richard777 18.04.2018, 09:19
45. Zum Teil zu wenig - zum Teil zu hoch

Jede Krankenschwester, jeder Müllmann (-frau), usw. hat deutlich mehr als diesen mickrigen Abschluß verdient. Hier verspielen wir die Zukunft unserer Kinder, wenn wir nicht endlich lernen, Prioritäten zu setzen. Nicht verdient haben es die Millionen Beamten, die auch davon profitieren, obwohl sie nichts dafür tun müssen und 1.) unkündbar sind 2.) unverschämt hohe Pensionen, ganz ohne Eigenleistung beziehen. Das bringt mich auf die Palme. Wann wird das Berufsbeamtentum endlich abgeschafft. Fie lächerlichen 0,2% Versorgungsrücklage sind einfach ein Witz und wenn sie schon einbehalten werden, müßte der Prozentsatz bei mind.1% liegen.

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wopress1104 18.04.2018, 09:21
46. Kein gutes Ergebnis

Gut, die oberen Einkommensklassen können das durchaus als ein gute Ergebnis sehen. Ist es aber nur für die. So geht die Schwere zwischen den gutverdienenden und denen die weit unten sind immer weiter auseinander. Nicht die Gutverdiener haben ja auch gestreikt sondern die, welche wirklich mehr Geld benötigen. Schlicht und einfach, für die Masse kein gutes Ergebnis.

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so-long 18.04.2018, 09:21
47. No way out

Die pros und cons im Forum kann man beide sehr gut nachvollziehen. Aber es wird keine dauerhaft gute Lösung geben für beide Seiten, weil die Abgabenlast auf dem bezahlten Lohn viel zu hoch ist; dies setzt sich fort in horrenden Abgaben auf der laufenden Strecke: Benzin, Enenrgieabgaben, Verbrauchssteuern, Grund- und Grunderwerbsteuern, etc, etc. Der Staat ist in seiner Gier grenzenlos und gnadenlos. Tendenz steigend.

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marcelo 18.04.2018, 09:22
48.

Zitat von DR.TL
Das Ergebnis liegt meilenweit hinter der Forderung von mindestens 200 € Gehaltserhöhung und 6 % bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Jetzt beträgt die Laufzeit 30 Monate bis Herbst 2020 und es gibt im ersten Jahr 3,19 %, im zweiten Jahr 3,09 % und im dritten Jahr 1,09 % sowie einmalig 250 €. Bei einer durchschnittlichen Preissteigerung von ca. 2 % pro Jahr .....
Zwei Korrekturen: Die 250 Einmalzahlung bekommen nur Beschäftigte bis zur Entgeltgruppe 6. In den unteren Entgeltgruppen ist der öD schon mehr als konkurrenzfähig. Beispiel: Ungelernte können über 2700 brutto im öD verdienen. Für einfache Bürotätigkeiten gibt es bis zu 3000 brutto. Im Durchschnitt können da nur noch IGM-Hütten mithalten. Das Problem im Nachwuchsbereich besteht schon heute spürbar in den oberen Entgeltgruppen ab 9/10: Sie finden schlicht keine adäquaten Informatiker oder Ingenieure für ein Einstiegsgehalt von knapp 3000 brutto.

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trex#1 18.04.2018, 09:22
49.

Wie immer: erst wird gestreikt, Nahverkehr lahmgelegt und Kitas dicht, damit die Gewerkschaft sagen kann, sie ist bis ans Limit gegangen. Aber nicht zu viel streiken, sonst wird es teuer.

Dann ein Abschluss, den jeder erwartet hat und den man auch nach einer Verhandlungsrunde hätte haben können.
Was dieser Abschluss wert ist, wissen wir erst in 30 Monaten. Denn nominal nutzt niemandem etwas, die Reallohnentwicklung ist entscheidend.

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