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Kompromiss zur Grundsteuer: So will der Staat künftig Immobilien bewerten
imago/Christian Ohde

Olaf Scholz und die Länder haben sich auf Eckpunkte für eine Reform der Grundsteuer geeinigt. Sie wäre weniger aufwändig als der erste Vorschlag des Bundesfinanzministers. Doch besonders in Großstädten dürfte es teurer werden.

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Solid 01.02.2019, 19:10
1. Teile und herrsche

Olaf Scholz hat beschlossen, dass die Grundsteuer künftig nicht per Nebenkosten oder per Kaltmiete (Mietpreisbremse) an die Mieter durchgereicht werden kann. Daher werden ausschließlich Bewohner selbst bewohnter Eigenheime von der Steuer getroffen. Es werden also Selbstbewohner gegen Mieter ausgespielt.
Ohne Angst vor den Mietern haben zu müssen, können die Kommunen die Grundsteuer hemmungslos erhöhen, bis zur rechnerischen Obergrenze einer Warmmiete.
Denn dann lohnt es sich, das Eigentum an der eigenen Immobile aufzugeben, weil das wohnen zur Miete billiger sein wird als das Wohnen im abbezahlten Eigenheim.
Und die dankbaren Mieter danken es der SPD durch fleißiges Kreuzchenmachen bei der Wahl.

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leberhart 01.02.2019, 19:13
2. Der Konkurrent ist der Nachbar

Für alle, die wieder mit München contra Pampa daherkommen:
Eure Gemeinde nimmt X? an Grundsteuer ein. Sie hat, nach wie vor, die Hoheit über den Hebesatz und will mindestens den gleichen Betrag nach der Reform einnehmen.
D.h. wenn ihr in der Einöde wohnt, sinkt eure Grundsteuer erst einmal. Dann kommt aber die Gemeinde mit einem exorbitanten Hebesatz daher, damit sie ihre Kosten auch bezahlen kann. Von daher kann euch HH, M, B usw herzlich egal sein. Viel wichtiger ist, wie ihr im Verhältnis zum Rest der Gemeinde steht.
Ist ja leider kein kommunaler Finanzausgleich.

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ingnazwobel 01.02.2019, 19:13
3.

Ich glaube das größte Problem dabei ist, das der einzelne überhaupt nicht abschätzen kann was dies persönlich bedeutet. Auf der einen Seite gibt es Hororszenarien und auf der anderen Seite wird abgewiegelt. Am Ende ist die ganze Sache überhaupt keine Meldung wert, da es vom Betrag für jeden kaum was ändert. Und nur in Ausnahmefällen den Großgrundbesitzer trifft.

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Harry Callahan 01.02.2019, 19:16
4. Lassen Sie uns mal überlegen....

Alle beschweren sich, dass es immer teurer wird, Wohnungen zu mieten. Jeder jammert, dass Wohnraum immer teurer wird und dass wir zu wenig davon haben. Was wird denn nun passieren, wenn die Grundsteuer erhöht wird? Um zum Ergebnis zu kommen, muss man nur mal die Betriebskostenverordnung lesen. Genau - die Grundsteuer wird eben 1:1 auf die Betriebskosten umgelegt. Wer zahlt? Die Mieter.

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dosmundos 01.02.2019, 19:16
5.

Ich habe vollstes Vertrauen, dass die Lösung maximal ineffizient sein wird und vor allem die Haus- oder Wohnungsbesitzer mit mittlerem Einkommen voll treffen wird.

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Ja.......Aber 01.02.2019, 19:17
6. Es geht doch!

Wenn schon nicht die Renten, die Pensionen werden dadurch auf jeden Fall sicherer!

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urskenner 01.02.2019, 19:18
7. Mieter und Eigentümer aufgepasst

Sollte die Grundsteuer drastisch erhöht werden, trifft es nicht die Bonzen, wie schon viele bejubelt haben. Die Grundsteuer kann auf den Mieter abgewälzt werden und das würde wieder zu steigenden Lebenshaltungskosten führen. Allerdings viel drastischer trifft es die, die wirklich den Traum vom Eigentum verwirklicht haben, in diesem leben und Kredite statt mieten bedienen müssen. Da können dann schonmal Mehrkosten an der Existenzgrundlage nagen.

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ingo.adlung 01.02.2019, 19:24
8. Kann, muss nicht

Die Grundsteuer kann, aber muss man nicht auf die Miete umlegen. Und man könnte mit der Verabschiedung der neuen Bemessungsgrundlage dies sogar ausdrücklich verbieten.

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calm 01.02.2019, 19:31
9. Nicht wirklich gut !

Ein historisches Haus ist - gut saniert - oft mehr wert, als ein Neubau. Und eine an Durchschnittsmieten orientierte Steuer benachteiligt Vermieter, die auf Maximalmieten verzichten - die werden nun umgehend ihre Mieten auf das Durchschnittsniveau (von Vonovia und Konsorten bestimmt) anheben - v.a., wenn ein Abwälzen der Steuer auf die Mieter ja nicht ausgeschlossen ist. Eine gerechte, gar sozialdemokratische Handschrift trägt dieser Vorschlag schon mal nicht.

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