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Konflikt mit Russland: Deutsche Wirtschaft wettert gegen Sanktionen
DPA

Die neuen Sanktionen gegen Russland kommen bei der deutschen Wirtschaft gar nicht gut an. "Wir schaden uns zunehmend selbst", schimpft der Chef des Ostausschusses, Eckhard Cordes - und warnt vor einer "gefährlichen Sanktionsspirale".

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taurus3000 14.09.2014, 13:22
40. Politiker, die jetzt beklagen,

was sie selbst angerichtet haben, sind schizophren. Insbesondere Gabriel, dem die nächste Sanktionsrunde nicht schnell genug gehen konnte, macht nur noch den Eindruck eines sehr eingeschränkt Zurechnungsfähigen. Eine einzige Veto-Stimme im EU-Ministerrat hätte ausgereicht, um die Sanktionen zu verhindern. Mit anderen Worten, jeder, der dafür gestimmt hat, ist vor seinen Wählern in der Situation, als habe er sie ganz allein beschlossen. Wenn die betroffenen Unternehmen noch eine Spur von eigenem Willen und Durchsetzungskraft am Markt besitzen, dann tun sie alles, um die verantwortlichen Kapitulationspolitiker aus ihrem Amt zu kicken und dafür zu sorgen, dass diese im Politikbetrieb nie wieder einen Fuss auf den Boden bekommen.

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kumi-ori 14.09.2014, 13:23
41. Die Industrie ...

... ist aus ihrem Selbstverständnis heraus vor allem den kurzfristigen Gewinnen verpflichtet. Mittelfristige Zeithorizonte spielen kaum eine Rolle. Für die Gesamtbevölkerung würde es jedoch um so teurer, je später Putins Expansionsbestrebungen die Grenze gesetzt werden soll.

Nachdem Putin seine Militäraktionen immer weiter ausdehnt, wird irgendwann der Punkt kommen, wo wir selbst uns unserer Haut wehren müssen. Vielleicht wird er nicht als erstes in Deutschland eindringen, aber er wird "Interessen" hier, "Interessen" dort geltend machen, und er würde es nicht gewohnt sein, dass ihm widersprochen wird. Und dann wird es richtig teuer, und zwar für alle. Deshalb ist es für alle, auch für Putin selbst, am billigsten und am schmerzfreisten, je früher man Konsequenz zeigt. Das - so Leid es mir tut, das sagen zu müssen - wie bei einem Kleinkind in der Trotzphase.

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pepe-b 14.09.2014, 13:23
42. @sportimtv-fan

Gas könnte zum Problem werden, ist aber mittelfristig lösbar. Autos sind vernachlässigbar! Bei ca 3 Mio Neuzulassungen pro Jahr in Deutschland plus ca 3,5 Mio exportierte pro Jahr sind die ca 150.000, die pro Jahr nach Russland gehen, eine lächerlich vernachlässigbare Größe, nämlich nicht mal 3 Prozent und das auch nur, wenn die 150.000 komplett wegfallen. Da hat die deutsche Autoindustrie schon schwerere Dellen erlebt. Sie werden heulen, aber es ist ein Witz. Ob die Russen happy sind, wenn ihnen die Ersatz-Hyundais auseinander fallen, werden wir sehen. Und ich komme aus der Branche!

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gor135 14.09.2014, 13:24
43.

Zitat von andy2000
Die Sanktionen gegen Russland sind gut und richtig. Dass einige Firmen nun Probleme damit haben, liegt daran dass diese Firmen aufs falsche Pferd gesetzt haben. Aber Sanktionen sind wichtiger als das Gewinnstreben einiger Firmen. Wir brauchen solange Sanktionen bis Putin einlenkt, auch wenn dies lange Zeit dauert. Menschenleben und Freiheit sind wichtiger.
Lesen Sie das bitte, über falsche Pferd.
http://www.nzz.ch/nzzas/nzz-am-sonntag/bei-den-rechtsextremen-huetern-mariupols-1.18383251

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mimas101 14.09.2014, 13:25
44. Angenommen

die Russen würden ihre Wirtschaft auf Vordermann bringen und selbst die Produkte herstellen die sie von den Deutschen kaufen. Was würde dann der Interessenverband der in Rußland engagierten Unternehmen fordern? ;)

Übrigens: Sanktionen sind immer nur temporär. Und jedes Unternehmen muß immer damit rechnen das ein Handelspartner teilweise oder komplett ausfallen kann. Gut wenn dann Unternehmen mehrere Handelspartner haben.

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si-ar 14.09.2014, 13:26
45.

Zitat von schmusel
Spielt keine Rolle was irgendwelche Lobbyisten von der bedingungslosen Gewinnlerindustrie zu husten haben. Das ist dieselbe Einstellung wie die der Waffenindustrie die klagt, wenn sie ihre Produkte des Todes nicht überall hin verkaufen dürfen. Gewisse Vorgänge kann man nicht einfach ignorieren und weitermachen wie bisher um dem Gott Mammon zu huldigen.
Wie süß.

Sie glauben tatsächlich, dass es in dem Konflikt um ethische und moralische Werte oder Menschenrechte geht.

Es dreht sich in dieser Welt alles um Macht und Geld.

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fidelix 14.09.2014, 13:26
47. Vernünftige Menschen

die in der Lage sind den russisch-ukraninischen Konflikt aus verschiedenen Perspektiven zu sehen, erhalten kaum die Möglichkeit in den Medien sich zu artikulieren. Eine Ausnahme scheint es zu sein, wenn sich Wirtschaftsvertreter äußern. Dass die deutsche Wirtschaft, gerade in einer Phase konjunkturellen Abschwungs, unter den Wirtschaftssanktionen massiv leiden würde, davor habe ich mehrfach versucht in Kommentaren zu diesem Thema zu warnen. Leider wurden alle Kommentare, auch bei SPON, zensiert oder nicht veröffentlicht, was zeigt, dass auch in diesem Land von freier Meinungsäußerung nicht die Rede sein kann. Russland ist wirklich so groß, dass es sehr gut auf Importe aus den USA und EU verzichten kann, ohne dass dort jemand wirklich leidet, zumal die Staatsaeinnahmen durch den Gasverkauft dort weiter sprudeln. Die deutsche Wirtschaft und somit der deutsche Otto-Normalverbraucher hat hingegen unter den Wirtschaftssanktionen massiv zu leiden, wenn sich die wirtschaftliche Lage in deutschland massiv verschlechtert. Die Russen haben wirtschaftlich gesehen definitiv die besseren Karten zur Zeit.

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K.A.S. 14.09.2014, 13:27
48. Das ganze sehen

Aber Merkel hilft doch damit den USA gewaltig aus der Klemme und bestimmt wird sie auch wieder von US-Reps eingeladen und für den besonnenen nächsten Staatsturz und Krieg in Syrien gelobt was zählen da schon die Interessen Europas

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toskana2 14.09.2014, 13:29
49. ins eigene Knie

So schiesst man sich ins eigene Knie,

wenn westliche Politiker
- bewusst oder fahrlässig - über Krims "Annektion" geifern,
ohne dabei die Ursachen,
die dazu geführt haben,
auch nur am Rande zu erwähnen.

Fritz Pleitgen erläuterte auf seine nüchterne Art
diese Ursachen in Plasbergs Sendung "Hart aber fair".
Das beeindruckte mich
und bestätigte zugleich meinen persönlichen Eindruck über diesen Konflikt.

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