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Konflikt um Griechenland: Kampf der Ideologen
DPA

Warum kochen die Emotionen beim Thema Griechenland so hoch? Weil der Konflikt auch ein Wettkampf der Ideologien ist. Was die einen für verrückt halten, scheint für die anderen völlig logisch. Der Versuch einer Erklärung.

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Velbert2 04.07.2015, 14:17
630. Wer?

Zitat von frank-12
genau genommen sind es zwei: 1. Eine Währungsunion zwischen souveränen Staaten kann nicht funktionieren, das wäre so, als würde man ein eine Kutsche vom Pferd bis zum Huhn anspannen. 2. Dass das Geld an sich in diesem System, was wir haben, einen Wert darstellt und kein reines Tauschmittel ist. Dies ist der Zinseszins und der gehört abgeschafft, da er nur den reichen Nichtstuer nützt und den Arbeitenden und Unternehmer schadet.
Wer sind denn diese "reichen Nichtstuer". Es sind meistens Unternehmer, die in den verdienten Ruhestand getreten sind (der eine früher, der andere später, je nach Erfolg und Anspruch) oder Witwen von Unternehmern. Diese zahlen zudem auf ihr Kapital Kapitalertragssteuer.

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PerIngwar 04.07.2015, 14:18
631. Schönes Märchen

Zitat von petros t
Der größte Teil der Gelder, die in Griechenland "versickert" sind, sind direkt an die ehemaligen privaten Gläubiger geflossen, die sich über die hundertprozentige Rückzahlung, ihrer 2010 gehaltenen griechischen Schuldverschreibungen, die damals nur noch einen Bruchteile ihres Nennwertes wert waren, ansehnliche Boni auszahlen ließen.
Die Gelder, "die in Griechenland versickert sind", haben Sie, werte Griechen, als Kredite aufgenommen und
a u s g e g e b e n .

Und die Rückzahlungen sind an die Gläubiger geflossen.

Hätten Sie die gerne noch Mal gehabt?
Zwei Mal?

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tao chatai 04.07.2015, 14:19
632. Dazu kommt noch

Zitat von gvcom
dann liegt eines der größten Probleme in Griechenland daran, dass man einen aufgeblähten Staatsapperat hat, bei dem viele Beamte und Angestellte hohe Gehälter kassieren ohne viel - oder gar nichts - dafür tun. (Stichwort: Postengeschachere) Eine große Rolle spielt anscheined auch dass alle Bürger eigentlich viel zu wenig Steueren bezahlen weil des zu viele Schlupflöcher gibt und nichts überpüft wird. Das ist besonders bei den Reichen ganz kraß aber Kleinvieh macht auch Mist. Ein anderer großer Posten sind unnötig große Militärausgaben die man unter Hinweis auf die Verpflichtungen durch die Nato zu rechtfertigen versucht. Leider hat insbesondere auch Deutschland an diesen hohen Militärausgaben gut verdient.
die Rechtsprechung des Supreme Courts in Athen der die Rentenkuerzungen von 2012 Rueckgaengig macht und der Alexis Tsripas Regierung Spielraum beim Verhandeln abgraebt!
Die Deutsche Regierung braucht im Gegenzug aber ein Euro Land welches sich hach verschldet usw umd den Euro gegenueber dem Dollar runter zu druecken um zu exportieren.Griechenland ist ideal zu solcher Manipulation!

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Velbert2 04.07.2015, 14:20
633. Abhängigkeit

Zitat von s-n-a-f-u
Dann ist Deutschland Exportweltmeister!
…und von den Banken und Investoren noch abhängiger als heute.

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Velbert2 04.07.2015, 14:25
634. Abstimmung

Zitat von aprzak22
"können die Menschen in Griechenlandkaum glauben, dass Deutschland ihnen wirklich aus Überzeugung ein Sparprogramm nach dem nächsten verordnen will." Sparprogramm verordnet nicht nicht deutsches Volk nur deutsche Regierung ohne Wille des Volkes
Dann sollte doch auch das deutsche Volk abstimmen, ob es bereit ist, Griechenland noch einmal Geld zu geben.

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silverhair 04.07.2015, 14:27
635. Nicht richtig verstanden .. leider

Zitat von Outlaw
Aus falsch verstandenem Respekt vor manchen Ökonomen - seien diese auch Nobelpreisträger - sollte man den gesunden wirtschaftlichen Sachverstand nicht ignorieren. Weder eine Privatperson, ein Unternehmen oder ein Staat kann auf Dauer über seine Verhältnisse leben, d.h. mehr ausgeben als einnehmen. Letzteres ist bei Griechenland zum Dauerzustand geworden. Die Wurzel des Übels liegt in der Aufnahme dieses seinerzeit schon maroden Landes in die Währungsunion wider jede Vernunft. Europa schafft sich ab, wenn man in der Hybris, schrittweise die Vereinigten Staaten von Europa schaffen zu wollen, jede wirtschaftliche Vernunft außer Acht läßt. Europa wird nicht von denjenigen zu Grabe getragen, die für ein Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone sowie der EU plädieren. Es wird von denjenigen beerdigt, die in einer falsch verstandenen und naiven Haltung weitere Hilfen aus Solidarität einfordern. Die Menschen wünschen sich zwar ein einiges Europa, jedoch kein Europa, in dem das Prinzip der Selbstverantwortung gegen einen gigantischen Umverteilungsmechanismus eingetauscht wird.
Sie fangen gut an, vergessen aber eines gewaltig.

Geld komm nicht aus töpfen, sondern die Einnahmen kommen immer von anderen!
Wenn sie ihre Ausgaben reduzieren, dann fällt ihnen das als Privatperson erstmal nicht so auf, weil die gigantische Masse der anderen recht träge auf Einahme verluste reagiert - machen sie das aber länger einseitig, dann reduzieren die anderen eben auch ihre Ausgaben, und so sinken ihre Einnahmen ebensoschnell dann , das nennt sich dann Deflation!
Und genau diese existierte 1929..33 und gerade wieder.

Aus diesem Grunde wurde die Warenkredite - um nichts anderes handelt es sich bei Buchgeld ab 1950 mit dem IWF eingeführt.. Also erst etwas kaufen können, das schafft erst die Möglichkeit das etwas produziert wird, und dann dieses Kaufen "Refinanzieren" über die eigene Arbeit!

Dieses Pärchen war verantwortlich dafür , das es Wachstum gibt, das es überhaupt "Dinge zum Verkaufen gibt" - den sie müssen diese ja erstmal herstellen, und das heißt .. Essen und Trinken und Menschliche Arbeit "vorfinanzieren" durch den gesamtwirtschaftlichen Prozess , und nicht über Geld drucken!

Das dabei jeder der "Warengutscheien spart" zwangsweise die Erzeugen von Ersatzgutscheinen provoziert , das wurde nur dabei vergessen in Europa , und so hat man gigantische Stapel von Warenkreditgutscheinen gegenüber gigantischhen "Arbeitsschulden für die Zukunft angehäuft" - In der Summe zwar nett. weil man damit auch die Illusion hat man könne Kranken und Rentenversicherung, Kapitalanlage oder sonstigen Müll, also versorgung für die Zukumft betreibe, aber das is eben eine absolut ungewisse Zukunft geworden!

Und das haben sicherlich nicht id eamerikaner zu verantworten. Amerikaner "sparen nicht in wertlosen Warenkerditgutscheinen" , sie benutzen sie . und kommen noch nicht mal auf die Idee daran einen höherem Wert als gerade den aktuellen Kauf zu sehen!

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Steve Holmes 04.07.2015, 14:28
636.

Zitat von silverhair
Ihr Produktives Umsetzen dient da nur dem "Export der eigenen güter" aber Konsum .. das ist nicht nur essen und Trinken, das ist auch werkzeugmaschinen und technischen Know How .. Patente.
Sie sollten sich etwas mit betriebswirtschaftlichen und volkswirtschaftlichen Grundlagen beschäftigen bevor sie sich zu diesen Themen äußern. Investitionen in Werkzeugmaschinen und Patente gehören eindeutig nicht zu den Konsumausgaben.

Es gibt auch in keinem EU Land einen gesetzlichen Zwang eine ausgeglichene Außenhandelsbilanz herzustellen. Das würde dem Prinzip des freien Warenverkehrs widersprechen.

Länder mit einer negativen Außenhandelsbilanz können weniger von ihrer Wertschöpfung behalten und müssen mit einem geringeren Wohlstand auskommen da ihr Geld ins Ausland fließt. Länder mit einer positiven Außenhandelsbilanz profitieren bei ihrem Wohlstand vom der Leistung der anderen von denen sie bezahlt werden. Ähnlich wie der Unternehmer von der Arbeitskraft aller seiner Mitarbeiter profitiert.

Die Wirtschaft ist kein Nullsummenspiel wo das Kapital nur hin- und hergeschoben wird. Es werden permanent neue, zusätzliche Werte geschaffen und verteilt. Wer mehr schafft und verkauft wird wohlhabender. Daher ist der Wohlstand in Deutschland auch höher als in den meisten anderen Staaten. Er basiert auf einer positiven Außenhandelsbilanz.

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Steve Holmes 04.07.2015, 14:31
637.

Zitat von vielflieger_1970
Wieso steht Deutschland denn gut da?
Sie scheinen nicht viel zu reisen.

Ich verbringe regelmäßig einige Wochen des Jahres in Deutschland und stelle dabei immer wieder fest wie Wohlhabend Deutschland ist.

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PerIngwar 04.07.2015, 14:33
638. Iwo

Zitat von ruebenkatze
Sie verwechseln ein dynamisches Gleichgewicht mit einem statischen Stillstand. Ausserdem werden niemals alle Staaten eine ausgeglichene Handelsbilanz haben, aber dass manche Staaten dauerhaften Überschuss und andere dauerhaftes Defizit haben, ist Fakt und Riesenproblem.
Ein "Riesenproblem" ist es für alle die, die nicht begreifen, dass wir zu über 50 % in Konkurrenz mit dem Nichteuropäischen Weltmarkt stehen - der Europäische liegt unter 50 %, Tendenz fallend.
Für uns muss deshalb die Gesamtbilanz entscheidend sein.

Man kann den Nachbarn vorschlagen, ihre Strukturen dahingehend zu reformieren - D kann das Problem nicht lösen:

Die Lohn- und Gehaltsstruktur in den exportierenden Industrien Deutschlands und beim Mittelstand ist europaweit Spitze - selbst unter Berücksichtigung des Zeitarbeitssektors.

Deshalb sind auch die Vorwürfe des "Exports via Dumping-Löhnen" barer Unsinn - das betrifft hauptsächlich den Dienstleistungssektor.

Sachlich betrachtet geben wir einen ganz schlechten Sündenbock ab....

Und ja, wir wissen sehr wohl, dass sich unsere lieben französischen Freunde das damals anders herum vorgestellt hatten - dazu ist es jetzt zu spät.

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vielflieger_1970 04.07.2015, 14:33
639.

Zitat von PerIngwar
Man lernt das im 1. Semester Volkswirtschaft. So was Ähnliches wie ein Axiom... Muss ich nicht "beweisen". Dürfen Sie aber in Frage stellen.
Bei Ihren Einlassungen darf man vermuten, Sie haben es nicht über das Einstiegssemster geschafft und damals schon gemerkt, dass diese Sache nichts für Sie ist...

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