Forum: Wirtschaft
Konkurrenz durch Fernbusse: Deutsche Bahn verzichtet laut Zeitungsbericht auf Preiser
AFP

Die Konkurrenz der Fernbusse setzt die Deutsche Bahn massiv unter Druck. Einem Zeitungsbericht zufolge will der Konzern in diesem Jahr die Ticketpreise nicht erhöhen - "trotz erheblich gestiegener Kosten".

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jürg gassmann 14.09.2015, 22:03
30. Verzicht auf Wiedererstellung von Leistung?

Ischa doll, dass die DB auf Preiserhöhung verzichtet - offensichtlich ist das Paretopessimum erreicht, wo jede Änderung unweigerlich einer Verschlechterung mit sich bringt. McKinseydenken wirkt nicht sofort, aber unweigerlich, und jetzt ist es soweit.
Corbyn hat die richtige Idee - Staatsbetriebe, die zur Verlustierung der Börse und der Banker privatisiert wurden, sind nun ausgelutscht. Hier kann nur eine Wiederverstaatlichung und Wiederbesinnung auf die Natur einer staatlich subventionierten Dienstleistung Abhilfe schaffen.

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bartsuisse 14.09.2015, 22:05
31. verzichtet?

es wäre kundenfreundlicher zu sagen. Die Preise werden nicht erhöht. Der "Verzicht" tönt für mich hochnäsig. Die DB hat alles falsch gemacht was man falsch machen kann. Wirklichkeitsferne Preise bei schlechtester Leistung. In einem Land mit Medianeinkommen 16.000 Euro ( 49.9% verdient weniger als das, sind schweizer Preise eine Frechheit. Zumal weder Geschwindigkeit, Feinverteilung noch Umsteigezuverlässsigkeit garantiert ist. Die italienuschen Bahnen kosten 30-40% weniger und bieten bei Fernreisen mehr Comfort und fahren wesentlich schneller. Alle Grosstädte ausser 2 sind mit 330kmh miteinander verbunden während die DB auf wenigen Strecken mal 250kmh erreicht und sonst auf alten Strecken rumholpert. Dafür schweizer Preise zu verlangen ist dreist. Vergleichbare Strecken in der Schweiz haben mindestens doppelte Frequenz. Die SBB befördert bei 10 mal weniger Bevölkerung 25% der DB. Die deutsche Lotterbahn sollte die Preise halbieren dann wäre der geleistete Service vielleicht gerade noch akzeptabel.

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yc4 14.09.2015, 22:05
32. Die hatten wirklich

vor "noch" teurer zu werden, bei permanent so
grotesk überteuerter Leistung?
Unbegreifbar!!!

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nadja_romanowa 14.09.2015, 22:16
33. Die Bahn verbieten.

Zitat von ctwalt
oder zumindest mit Maut belegen. Diese krasse Wettbewerbsverzerrung durchs Maut-Schlupfloch ist unerträglich. Es gibt kein Recht auf billiges Reisen!
Oder zumindest mit Maut belegen.
Wer sagt denn, dass die Bahn Bestandsschutz genießen darf?
Die Bahn ist einfach in Ihrer jetzigen Form nicht das Personentransportmittel der Zukunft. Trotz der Bahn ist man weiterhin auf Individualverkehr angewiesen. Grund: Leuchtturmprojekte und sträfliche Vernachlässigung des restlichen Schienennetzes sowie Streckenstillegungen und fahren auf Verschleiß.
Bestes Beispiel: München - Zürich. Mit dem Fernbus ab 15 Euro in vier Stunden. Mit der Bahn ne Stunde länger bei mindestens vierfachen Fahrpreis.
Die Bahn ist tot, wenn sie so weitermacht.

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bartsuisse 14.09.2015, 22:23
34. @nadia romanowa Sie bringen das beste Beispiel

denn auf dieser Strecke zwischen den wirtschaftsstärksten Städten in Mitteleuropa wurd von Lindau nach München mit Diesel gehottert. Die DB Strecke ist nicht eletrifiziert. Die Elektrifizierung finanzieren übrigens die Schweizer. So wie die DB auch den vertraglichen Anschluss an den neuen alpenquerenden Tunnel verschlafen. Keine Bahn in Westeuropa ist schlechter

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süßkartoffel 14.09.2015, 22:24
35.

Zitat von airhard
....wo sonst habe ich die Vorteile mich flexibel auf Reisen zu bewegen? ...zunächst kostenlos im WLAN surfen. ...demnächst auch in der 2ten Klasse. ... dabei sich ggf. beruflich auf Meetings vorbereiten, Mails checken, konzentriert und ungestört arbeiten.... bei Lust und Laune die Füße vertreten. ..optimalerweise ins Bord-Restaurant Essen gehen. ..etwas Trinken...welches man dann zu gegebener Zeit auf einem praktisch ansprechenden Toilettenbereich wieder abgeben kann! ...Hallo....wo sonst hab ich diese Flexibilität? ....und das lass ich mir auch etwas (ggf. mehr) kosten! ...Ich bleibe der Bahn treu!
Ich war auch fast drei Jahrzehnte lang Bahn-Nutzer aus Überzeugung - nicht nur aus Umwelt-Aspekten, sondern auch deshalb, weil die Bahn lange Zeit das bequemste und relaxteste Verkehrsmittel war.

Heutzutage reist man in der Tat sehr "flexibel" mit der Bahn- dank einer Pünktlichkeitsrate von oft unter 70% im Fernverkehr (http://www.zugfinder.de/), ersatzlos ausfallenden Züge etc., etc. Und spazierengehen kann man nicht nur im Zug sondern auch stundenlang auf dem Bahnsteig - wenn mal wieder der Anschlusszug nicht erreicht wurde. Auf diese Art der Flexibilität und des Auslaufes kann ich gut verzichten. Ähnlich gut wie auf WLAN und kulinarische Schmankerl á la Wolfram Siebeck - denn dieser Schnickschnack kompensiert die katastrophale Unzuverlässigkeit nämlich in keinster Weise.

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wb99 14.09.2015, 22:26
36.

Zitat von ctwalt
Fernbusse verbieten oder zumindest mit Maut belegen. Diese krasse Wettbewerbsverzerrung durchs Maut-Schlupfloch ist unerträglich. Es gibt kein Recht auf billiges Reisen!
Verbieten ist natürlich wieder das erste, was einem geeichten Deutschen einfällt.

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Newspeak 14.09.2015, 22:34
37. ...

Zitat von bartsuisse
Die italienuschen Bahnen kosten 30-40% weniger und bieten bei Fernreisen mehr Comfort und fahren wesentlich schneller. Alle Grosstädte ausser 2 sind mit 330kmh miteinander verbunden während die DB auf wenigen Strecken mal 250kmh erreicht und sonst auf alten Strecken rumholpert. Dafür schweizer Preise zu verlangen ist dreist. Vergleichbare Strecken in der Schweiz haben mindestens doppelte Frequenz. Die SBB befördert bei 10 mal weniger Bevölkerung 25% der DB.
Interessante Zahlen.

Das ist so ähnlich wie bei der Post. Vor 100 Jahren konnte man einen Brief von Prag nach Berlin schicken, der am selben Tag noch ankam! Heute macht die Post schon Werbung damit, daß sie alle zwei Tage ausliefert.

In Deutschland ist man ziemlich bequem geworden. Satt. Die Sklaven arbeiten ja zur Zufriedenheit, wozu noch selber anstrengen. Und das "Zukunftsprodukt" Auto wird ja auch noch in 30 Jahren unsere Exportweltmeisterschaft sichern. Das wird uns alles noch sehr auf die Füße fallen, und die Bahn ist nur ein Beispiel. Denn das Geld für die überteuerten Tickets geht ja nicht einmal in die marode Infrastruktur, sondern ins Management und weiß-Gott-wohin. Die Bahn wird in 20 Jahren fertig sein. Auf dem Status eines Entwicklungslands.

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klaus meucht 14.09.2015, 23:04
38. öpnv

Zitat von Stäffelesrutscher
Waben im Tarifkonstrukt - Sie reden also von einem Verkehrsverbund. Wer macht da die Preise? Genau - nicht die Bahn, sondern die Kommunen, Kreise bzw. das Land. Richten Sie also Ihre Kritik an die Herrn Seehofer und Söder.
Fairerweise sollte man erwähnen dass der öffentliche Nahverkehr stark subventioniert ist.

Es kann aber durchaus sein, dass Fernbusse Reisen für Menschen in ländlichen Regionen teurer macht. Damit verteuern sich weiter die Mieten in den Ballungszentren während Häuser auf dem Land an Wert verlieren.

Fernbusse konzentrieren sich auf attraktive Strecken. Die Konkurrenz wird die Preise auf diesen Strecken senken müssen.

Wer auf attraktive Strecken kaum Gewinn macht, darf sich auf den anderen Strecken keinen Verlust erlauben.

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u-bahner 14.09.2015, 23:49
39. Fernbusse besteuern!

Es kann doch nicht sein, dass die luftverpestenden und autobahnverstopfenden privaten Busbetriebe die (immer noch staatliche) Bahn (und die staatlichen Straßen) ruinieren! Hier wird die öffentliche Hand massiv ausgenutzt - das muss ein Ende haben - ordentlich Steuer/Maut drauf, die der Bahn zufließt, und gut. Autofahren ist hierzulande viel zu billig und wird an allen Ecken und Enden direkt oder indirekt bezuschusst. Man schaue in die Schweiz und sehe das wohltuende Gegenbeispiel.

Wenn das so weitergeht, haben wir in 5 oder 10 Jahren keine Bahn mehr, nur noch private Buslinien. Den Effekt kann man z.B. in Osteuropa ode in den USA sehr schön besichtigen. Völlige Liberalisierung führt zum Tod des Schienenverkehrs, egal ob beim städtischen ÖPNV oder bei der großen Bahn.

Die Bahn ist ein sauberes, staufreies, sicheres und komfortables Verkehrsmittel, das Lebensqualität für alle sicherstellt, aber aufgrund des eigenen Netzes nie wirtschaftlich arbeiten kann. Sie muss daher unter besonderen Schutz gestellt werden.

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