Forum: Wirtschaft
Konkurrenz mit Samsung: Apple-Chef soll Trump von China-Zöllen abgeraten haben
CJ GUNTHER/EPA-EFE/REX

Im Handelskrieg mit China kündigte Donald Trump zuletzt neue Sonderzölle an, die auch Apple getroffen hätten. Doch der US-Präsident verschob sie. Spielte Konzernchef Tim Cook dabei eine Rolle?

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westphalian 19.08.2019, 08:59
1. Wieso sollte ein 999USD Gerät um 100USD teurer werden?

Einfuhrzölle werden doch auf den Importwert (also den Preis, zu dem der Importeur einkauft) berechnet, und der liegt ja wohl signifikant unter dem Einzelhandelsverkaufspreis in den USA. Die somit resultierende Preissteigerung wäre dann doch eher ein kleiner zweistelliger Betrag.

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w.diverso 19.08.2019, 09:12
2. Immer wieder dieser Fehler,

dass bei den angekündigten Strafzöllen Produkte im Endpreis um 10% teuerer werden. Der Preis eines iPhones ab Werk in China wird doch sicherlich nur zirka ein Drittel des Endpreises ausmachen. Sicher sind diese Strafzölle die Pest für den Handel und der amerikanische Konsument wird sie im Ende zu bezahlen haben, aber sicher nicht in dem Ausmaß wie hier wieder geschrieben. Ein bisschen kaufmännisches Denken würde auch den Schreiberlingen bei SPON gut tun. Wobei aber auch sicher ist, dass Trump das mit Cook nur vorschiebt. In Wirklichkeit werden in seine Berater ihn langsam davon überzeugen, dass er sich mit diesen Strafzöllen irgendwie doch ins eigene Knie schießt, weil über kurz oder lang seine Wähler Nachtteile dadurch haben werden. Mit schlechteren Absatz ihrer Produkte oder weil sie mehr Geld ausgeben müssen. Handelskriege sind auch für die USA mit China als Gegner nicht leicht zu gewinnen.

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HCG 19.08.2019, 09:18
3. Inkonsequent...

Klar, das Iphone ist ein tolles Produkt. Der Vorteil der Strafzölle gegen China für die USA könnte aber auch darin liegen, den Produktionsstandort China zunehmend unattraktiver zu machen und damit eine heimische Produktion wieder attraktiver zu getalten. Mal ehrlich: der Gewinn pro Iphone ist unermesslich hoch. Sollte das Iphone bei zukünftiger Produktion in den USA teurer werden, dann doch nur um die Gewinnmarge nicht zu mindern. Möglich wäre es aber. Gottseidank gibt es jedoch gute Mitbewerber wie Samsung, die der Gier von Apple durch Konkurrenzdruck Paroli bieten. Aner ich gehe davon aus, dass Zukünftig Iphone weiterhin in asiatischen Billiglohnländern Produziert werden. Geht China nicht mehr, dann halt Vietnam... Heimische Produktion ist halt uninteressant geworden... Das ist die Realität.

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Doktor Weisenheimer 19.08.2019, 09:28
4. Und auf Samsung-Geräte fallen keine Zölle an, oder wie?

Ich verstehe nicht, die Argumentation Cooks nicht. Ich meine die Samsung-Geräte werden ebenso in China hergestellt und von dort in die USA geliefert, also dürften sie doch den exakt gleichen Einfuhrabgaben (Zoll und Einfuhrumsatzsteuer) unterliegen.

Und wie der Vorkommentator westphalian schon treffend geschrieben hat: Die Margen von Apple an seinen Geräten ist so fett wie bei kaum einem anderen Hersteller, da könnten sie locker einen Großteil der Zölle abfedern oder gänzlich abfangen. Nur müssten der gierige Tim Cook dann seine Gewinne mit den US-Behörden teilen.

(Nebenbei: Ich sage das als Apple-Aktionär und Apple-Nutzer seit 1989).

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sven2016 19.08.2019, 09:30
5. Stimmt. Bei einem Selbstimportpreis

von ca. 250 Dollars wäre für Apple der Preisaufschlag 25 Dollars pro Gerät.

Vietnam und Malaysia sind seit Jahren - schon vor Trump - mögliche Kandidaten für elektronische Produktionsstätten.

Danach bleiben nur noch Ländern wie Usbekistan, Mozambique und Somalia.

Im Sinne der USA könnte Apple auch in Syrien produzieren lassen - für den Wiederaufbau.

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tiger-li 19.08.2019, 09:44
6. Einkaufskalkulation

Da hier gewisse Foristen keine Ahnung haben wie ein Preis zustande kommt bitte ein Beispiel:
Apple kauft das Teil in China für ca 150,- ein haut einen Aufschlag von 300 % drauf und verkauft dies dann an Großkunden weiter! Die wiederum Verkaufen die Telefone mit einem Aufschlag von 40% weiter an den Einzelhändler und der Haut nochmal 40% drauf. Dann kommt die MWSt noch drauf und wo sind wir? In dem Fall jetzt bei 1050,-
Und jetzt die Gretchenfrage: was kostet das Telefon dem Erdkunden wenn Apple zukünftig 165,- zahlt?????
Aber ja! Es wäre ja möglich das Apple dann sagt uns reichen auch 280%... aber da glaub ich lieber an den Osterhasen - dünkt mir realistischer.....

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rainer_daeschler 19.08.2019, 09:50
7. Zu kompliziert

Die Globalisierung, wo auch US-Unternehmen weltweit produzieren lassen, ist für den US-Präsidenten einfach zu kompliziert.

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bernteone 19.08.2019, 09:51
8. Vielleicht keine 100 Dollar

aber doch nahe dran . Apple will Steuern in den USA vermeiden daher werden auch die Gewinne verschoben . Genau Zahlen kennen wohl bloß Insider , das die enormen Gewinne in den USA gemacht werden um sie da zu versteuern ist wohl ein Trugschluss . Es scheint Apple nicht um die Gewinnmargen sondern um Marktanteile zu gehen und daß so dringend das sich Cook persönlich mit Trump trifft und interveniert.

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Weltaspirant 19.08.2019, 10:47
9. Es ist gut, dass Trump nun lernt...

Uns Europäern kann es ja nur Recht sein, dass sich Cook mit Trump getroffen hat und ihm die Zusammenhänge in einer global vernetzten Welt zu erklären. Denn wenn er mit China fertig ist, will er sich mit seinen Handelskriegen ja auf Europa stürzen. Darum ist es gut, wenn er jetzt merkt, dass jegliche Sanktionen (egal welches Produkt) immer auch ein Boomerang für die eigene Wirtschaft sind.
Im Maschinenbau zB. werden 60-80% der Komponenten in China zugekauft. Wenn man also diese Komponenten um 10% verteuert, dann erhöhen sich die Herstellkosten für das Unternehmen um 6-8% und schmälert den Gewinn im selben Ausmass. Wenn man also den Verkaufspreis entsprechend erhöhen würde, ginge dies zu Lasten der Wettbewerbsfähigkeit. Ich kenne kein Unternehmen, dass Gewinneinbussen einfach so hinnimmt. Wenn man also die 60 - 80% nicht woanders zum gleichen Preis einkaufen kann, wie in China, dann werden die Unternehmen entweder schauen, dass sie die verbliebenen 20 - 40% auch im Ausland entsprechend günstiger beschaffen, oder ob die Lohnkosten um den gleichen Betrag gesenkt werden können. Das heißt dann, billigere Arbeitskräfte einstellen die doppelt so viel leisten müssen, oder unrentable Bereiche schließen, die nicht die Kernkompetenzen des Unternehmens widerspiegeln. Sowie andere Maßnahmen wären auch noch denkbar, aber kein Unternehmen wird einen Gewinneinbruch einfach so hinnehmen.
Trump ist also auf dem Besten Wege, seinen Wirtschaftsstandort aufs Spiel zu setzen und uns Europäern, sowie den Rest der Welt mehr Chancen zu eröffnen. Sowie letztlich wird er gewarnt sein und es sich zweimal überlegen, ober er gegen Europa einen Handelskrieg führen will oder nicht.

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