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Konsortium A1 Mobil: Das lange Siechtum der privaten Autobahn
DPA

Einem der größten privaten Autobahnprojekte droht die Pleite. Doch die Finanzprobleme des Konsortiums A1 Mobil sind nach SPIEGEL-Informationen schon länger bekannt. Verkehrsminister Dobrindt schwieg.

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zensurgegner2017 26.08.2017, 15:32
100.

Zitat von interessierter Laie
Das ist formal korrekt. Aber eine mautpflichtige Straße erzielt Einnahmen aus der Maut und hat Ausgaben - genauso wie jeder staatliche Betrieb. Bei einer privaten Betreibergesellschaft sind beide Beträge transparent und auch der Saldo. Das hat noch nicht das geringste mit Rendite zu tun. Nur private Gesellschaften haben die Pflicht, beides regelmäßig zu veröffentlichen. Der Staat tut das nicht. Die deutsche Bundesbahn hatte keinerlei Konkurrenz. Billigfluglinien oder Fernbusse gab es nicht. Steuern musste sie nicht zahlen. Obendrein hatte sie satte garantierte Einnahmen - bspw. durch die deutsche Post, die als Staatsbetrieb ebenfalls (ohne nachzurechnen) alles mit der Bahn transportiert hat. Und trotzdem hat sie den Steuerzahler jährlich viele Milliarden gekostet... Sie hat dreimal soviel Personal beschäftigt, sich einen Sch*** um Service gekümmert, war starr und unflexibel. Ich bin kein Fan der Bahn AG, aber vieles läuft heute besser.
Na ja, was läuft denn heute so viel besser?


Diese ganzen Privatisierungsfans nehmen als Beispiel immer so gerne die Post und die Telekom her, lassen aber weg , dass zum Beispiel die Post, die Bahn, die Telekom 100.000ende von Stellen an Billigunternemer ausgelagert haben.
Und auch derjenige, der nichts mit den Berufsgruppen am Hut hat, leidet darunter, denn solvente Kundschaft bricht weg.

Und auch genau deswegen verdienen 50% des Volkes nahe dem Existenzminimum.

Was sicherlich korrekt ist, ist die Tatsache, dass Wettbewerb den Service stärkt, aber inweiweit ist es Wettbewerb wenn UPS via lauter "freiberufliche Fahrer" den Sozialstaat bescheißt?
Wenn die Post Dienstleistungen ebenso auslagert, um Presie zu drücken`?
Wenn ein Postzusteller deswegn 30% weniger bekommt wie Kollege Briefträger...?
Letztendlich wurde für die Kunden der Service nicht billiger, die Ware nicht güstiger,(Telekom und Berufssarten, die einem technischen Wandel unterliegen sind ein schlechtes Beispiel) aber die nun privaten Unternehmen erzielen Gewinne, die nicht mehr dem Staat gehören

Wir als Steuerzahler müssen mehr Arbeit aufstocken, mehr soziales elend finanzieren....aber die Shareholder machen mit Dumpinglohn fett Gewinne

Wer ist der Gewinner der Privatisierung?
Der Bürger?
oder doch eher die Wirtschaft?

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sachgerecht 26.08.2017, 15:39
101. Straßenverkehr ist keine Privatsache

Die Bundesregierung nimmt mit der Kfz.- und Mineralölsteuer rund 60 Milliarden Euro jährlich ein. Wenn auch für Steuereinnahmen allgemein das Gesamtdeckungsprinzip gilt, so bestehen in einigen Fällen doch gewisse gesetzlich geregelte Zweckbindungen, wie beim Straßenbau. Laut Artikel 1 des StrBauFG (Straßenbaufinanzierungsgesetz) ist die Regierung verpflichtet, ca. die Hälfte der Mineralölsteuer für den Straßenbau zu verwenden, was sie allerdings regelmäßig missachtet. Diese Ausnahmeregelung unterstreicht die gesellschaftliche Bedeutung des Straßenverkehrs, dennoch verscherbelt die Regierung ihre hoheitlichen Pflichten an irgend welche undurchsichtigen Investorengruppen, die nur den Profit einstreichen und die Verluste sozialisieren möchten. Selbstverständlich wäre es Sache des Staates gewesen, die Kosten des Straßenbaus zu tragen, doch wenn man sich schon auf dieses privatwirtschaftliche Abenteuer eingelassen hat, dann sollte es auch nach privatwirtschaftlichen Regeln beendet werden und das bedeutet im konkreten Fall die Insolvenz der Heuschrecken und die Übernahme der unfertigen Bauprojekte zu günstigen Preisen. Bilfinger verkaufte z.B. seine 34 Mio. Euro-Investition für einen symbolischen Euro an eine andere Baufirma.

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rainer_daeschler 26.08.2017, 15:40
102. Servile Wirtschaftspolitik

Zitat von yvowald@freenet.de
Der Bundesrechnunghof, sicherlich nicht der Lobbyarbeit verdächtig, hat immer wieder in vergleichenden Untersuchungen darauf hingewiesen, daß die sogenannte Öffentlich-private Partnerschaft (PPP) - korrekt bewertet - für die öffentlichen Haushalte ein Verlustgeschäft ist, während Privatunternehmen nur darauf lauern, aus diesen Geschäften möglichst hohe Profite (Gewinne) zu akquirieren. Warum gibt es denn überhaupt noch diese PPP-Aktivitäten?
Weil die Politik, die letztendlich die Entscheidung trifft, nicht ihre Aufgabe darin sieht dem Steuerzahler Geld zu sparen, sondern Investoren Anlagemöglichkeiten zu schaffen und ausführenden Unternehmen sichere Gewinne.

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Denkt mal selber nach 26.08.2017, 15:44
103.

Warum schwieg man und warum spielt man jetzt die Überraschten? Weil man noch im Sommer die Verfassungsänderungen durchdrücken wollte, bevor die Legislaturperiode endet und evtl. keine 2/3-Mehrheit mehr vorhnaden wäre. Wir können sicher sein, dass die neuen Regelungen solche Fehlschläge für zuküntige Projekte verhindern.
Am Ende steht die schwarze null und wir bauen Autobahnen und andere Infrasturktur teurer, um die geforderte Dividende zu bezahlen. Ein Land voller Schildbürger.

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marcaurel1957 26.08.2017, 15:46
104.

Zitat von jujo
Doch es geht bei privatwirtschaftlich immer(!) um das Geld verdienen, das ist in Ordnung so und richtig. Aber nochmals, mit Infrastruktur für die Grundversorgung der Bevölkerung muss(!) kein Geld verdient werden. Kostendeckung reicht! Das staatliche Versagen scheint mir häufiger der Fall zu sein als das private, aber darum geht es hier eigentlich nicht.
Auch das ist kein Naturgesetz, grundsätzlich KANN überall Geld verdient werden, aber das ist eine politische Entscheidung.

Im übrigen kann es durchaus sein, das Privatunternehmen soviel günstiger sind, dass sie trotz Profit, die Leistung billiger anbieten können.

Wir gesagt, dass ist alles eine Einzelfallbetrachtung.

In jedem Fall ist die Autobahn noch da, die Autos können fahren und niemand ist zu Schaden gekommen. Außer den Kapitalgebern des Unternehmens.

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klausbrause 26.08.2017, 15:51
105.

"er Baukonzern Bilfinger stieg aus A1 Mobil aus, schrieb sein investiertes Kapital in Höhe von 34 Millionen Euro als wertlos ab und verkaufte seine Anteile für einen symbolischen Euro an eine mittelständische Baufirma. "

Und jetzt klagt die mittelständische Baufirma, zusammen mit anderen, um den Wert ihrer Investition zu sichern.
Da könnte man sich doch direkt auf eine symbolische Vergleichssumme von 1,38 Euro einigen. (Das eingesetzte Kapital will ja schließlich verzinst werden)

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Harald Schmitt 26.08.2017, 15:56
106. Verträge offen legen

Das muss mir mal jemand erklären, 650Millionen Kosten, die kassieren schon 10 Jahre von 30 Jahren Mautgebühren und wollen immer noch 640 Millionen einklagen?
Wenn ich mir so den LKW Verkehr heutzutage anscheue, die machen schon mit ihren Elefantenrennen 2 von 3 Spuren der Autobahnen unbenutzbar, dann müssten die Mauteinnahmen sprudeln.
Die Betreibergesellschaft für die Mauteinnahmen hat auch noch Millionen veruntreut.
Auch die Zinsen sind auf historischem Tiefstand, wie kann man da solch ein Projekt versemmeln?
So ein Projekt muss doch auch der Bund stemmen können, warum nur gibts keine Vertragsstrafen bei Verzug, müssen Baustellen wirklich so lange bestehen damit die LKWs auf den Umleitungen auch noch die Infrastruktur komplett zerstören?
Diese Bummelbaustellen kosten der Wirtschaft Millarden und mich jede Menge Nerven!

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zensurgegner2017 26.08.2017, 16:12
107.

Zitat von marcaurel1957
Im übrigen kann es durchaus sein, das Privatunternehmen soviel günstiger sind, dass sie trotz Profit, die Leistung billiger anbieten können. Wir gesagt, dass ist alles eine Einzelfallbetrachtung.
Nein, da bedarf es keiner Einzelfallbetrachtung , das ist typisches Lobbyistengeschwätz

Wenn die öffentlichen Bauträger und die privaten Baufirmen unter denselben Voraussetzungen arbeiten, (gleiche Löhne, gleiche Auflagen), dann schenkt es sich nicht viel.

Nur: Wenn Politiker Bauherr spielen, oder wenn man fair und ordentlich bezahlte Staatsangestellte mit rumänischen Betonstahlflechterlöhnen vergleicht, dann ist Privat billiger

ABER:
Wieviele Miliarden an Steuergeldern werden aufgewändet, um die Dumpinglöhne der Privatkonzerne aufzustocken, gegenzufinanzieren?
Wieviele Steuermilliarden entgehen dem Staat, weil die mies bezahlten, beim Privatkonzern arbeitenden Menschen , zuwenig verdienen?

Diese Milliarden tauchen in der PPP Rechnung nie auf
Warum wohl

Glaubt denn irgendeiner, dass die Klitsche Postagentur um die Ecke, die neben Hot Dogs Döner und Benzin auch noch Pakete vertickt, und Niedrigstlöhner beschäftigt, dass dieser Beschäftigte keine Staatsunterstützung benötigt?
Ist dann nicht die Paketannahme nur deswegen so billig machbar, weil der Staat über H4 und Co mitbezahlt?

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zensurgegner2017 26.08.2017, 16:16
108.

Zitat von Harald Schmitt
Das muss mir mal jemand erklären, 650Millionen Kosten, die kassieren schon 10 Jahre von 30 Jahren Mautgebühren und wollen immer noch 640 Millionen einklagen? Wenn ich mir so den LKW Verkehr heutzutage anscheue, die machen schon mit ihren Elefantenrennen 2 von 3 Spuren der Autobahnen unbenutzbar, dann müssten die Mauteinnahmen sprudeln. Die Betreibergesellschaft für die Mauteinnahmen hat auch noch Millionen veruntreut. Auch die Zinsen sind auf historischem Tiefstand, wie kann man da solch ein Projekt versemmeln? So ein Projekt muss doch auch der Bund stemmen können, warum nur gibts keine Vertragsstrafen bei Verzug, müssen Baustellen wirklich so lange bestehen damit die LKWs auf den Umleitungen auch noch die Infrastruktur komplett zerstören? Diese Bummelbaustellen kosten der Wirtschaft Millarden und mich jede Menge Nerven!
Wer sich dei deutschen Autobahnen und Baustellen ansieht kann eigentlich nur noch heulen.
8 Jahre Bauzeit für ein 20 km Stück, China baut in derselben Zeit Millionenstädte
Und egal wann man an der Baustelle vorbeifährt, es sind immer extrem wenig Personen (oder keine) vor Ort
Abends: Sowieso niemald
Wochenende? Haha
Alleine die Staustunden kosten den Steuerzahler mehr Geld als rund um die Uhr arbeitende Konzerne
Aber das ist ja eine objektive Betrachtung, der Verkehrs(machtnix)Minister Dobrint schaut nur auf sein Budget, nicht auf den des Kompletthaushaltes.
Und von so einem zu verlangen, dass mn sinnig Baustellen betreibt daswäre in etwa, wie wenn man den Hasen zum Jagen tragen muss

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freddygrant 26.08.2017, 16:17
109. Wenn das nur so einfach wäre!

Zitat von marcaurel1957
Auch das ist kein Naturgesetz, grundsätzlich KANN überall Geld verdient werden, aber das ist eine politische Entscheidung. Im übrigen kann es durchaus sein, das Privatunternehmen soviel günstiger sind, dass sie trotz Profit, die Leistung billiger anbieten können. Wir gesagt, dass ist alles eine Einzelfallbetrachtung. In jedem Fall ist die Autobahn noch da, die Autos können fahren und niemand ist zu Schaden gekommen. Außer den Kapitalgebern des Unternehmens.
Sie scheinen ja die Abmachungen zwischen Staat und
Investoren bestens zu kennen? Warten sie ganz ruhig
mal ab, wie die Investoren und Straßenbauer sich finanziell
beim Steuerzahler schadlos halten.

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