Forum: Wirtschaft
Konsum: Deutsche bezahlen erstmals mehr mit Karte als mit Bargeld
DPA

Für manchen stellt sie das ultimative Werkzeug dar, um Konsumenten zu kontrollieren - doch die meisten Deutschen sehen das offenbar nicht so eng: Die Karte hat dem Bargeld den Rang abgelaufen.

Seite 10 von 21
frietz 07.05.2019, 11:02
90.

Zitat von astat
Von mir aus könnte Bargeld abgeschafft werden. Ich zahle nur noch mit Karte. Aber ich weiß, dass viele Menschen Bargeld bevorzugen. Von daher ist es mir recht, dass es auch weiterhin Bargeld gibt. Ich nehme mal an, dass sich das in zehn, zwanzig Jahren dann aber erledigt hat. Letztendlich gibt es kein stichhaltiges Argument für Bargeld. Dass bedrucktes Papier nicht werthaltig sein muss, haben meine Großeltern in Deutschland zu genüge erlebt.
sie glauben das ernsthaft, was sie da schreiben? Was glauben sie denn, was ihre Karte wert ist, wenn Bargeld nichts mehr wert sein sollte? Fantasten gibts hier, schauerlich.
keine Argumente für Bargeld? stromunabhängig, netzunabhängig, bezahlen sie doch mal mit leerem Handy. wenn die Bank zumacht, ist ihre Karte was wert und wie viel mein Bargeld?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dweird 07.05.2019, 11:04
91. Weniger Selbstkontrolle bei Kartenzahlung

Abgesehen von der Auswertung der Kartendaten - was mir durchaus negativ aufstößt - ist mir persönlich aufgefallen, dass ich bei Kartenzahlung immer seltener auf den Zahlbetrag achte. Gerade durch die Einführung der Zahlung mittels NFC-Chip - also nur durch Auflegen der Karte - schaue ich oft gar nicht mehr hin, wieviel ich eigentlich bezahlen muss. Bei Beträgen unter 30 € muss man in der Regel ja noch nicht mal den Betrag bestätigen. Dabei geht es mir gar nicht mal darum, dass ich dem/r Kassierer/in nicht traue, dass alles richtig eingegeben wurde, sondern vielmehr den Kontrollverlust über die eigenen Finanzen feststelle. Gar nicht mal, dass ich über meine Verhältnisse lebe - aber schon oft verwundert bin, was ich alles in welcher Höhe per Karte bezahlt habe, wenn ich dann nach 4 Wochen die Abrechung sehe. Es wird einem halt deutlich weniger bewusst, wieviel man ausgibt, wenn das Bargeld im Portomonnaie kaum weniger wird.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jujo 07.05.2019, 11:08
92. ...

Zitat von Hamberliner
In Schweden soll es ja sogar Systeme geben, um Bettlern bargeldlos Almosen zu geben. Man kann sich lebhaft vorstellen, dass die "zuständigen" Behörden das mitbekommen und dem Bettler entsprechend die Sozialhzilfe oder das Arbeitslosengeld kürzen, oder er das zumindest versteuern muss. Schweden lieben den gläsernen Menschen, den Überwachungsstaat, den Totalitarismus, die Bevormundung. Sie halten das für Gemeinsinn, für gegenseitige Verantwortung füreinander. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber AFAIK darf in Schweden sogar jeder die Steuererklärung seines Nachbarn einsehen. Wenn es ihr Ziel ist von vorne herein zu vereiteln, dass irgendjemand dem Staat oder anderen Menschen gegenüber finanzielle Geheimnisse hat und durchzusetzen, dass jeder seine Privat- und Intimsphäre offenlegt, dann ist es aus ihrer Sicht natürlich gar nicht dumm, sondern sehr intelligent, das Bargeld abzuschaffen. Es steht übrigens jedem Bargeldhasser frei, nach Schweden auszuwandern. Man sollte Reisende nicht aufhalten. Vaya con Dios.
Schweden ist immer noch eine offene Gesellschaft. Die Privatsphäre ist aber heilig. Warum sollte mein Nachbar sich meine Steuerdeklaration anschauen? Täte er das würde ich darüber informiert. Er müßte mir dann erklären warum er das tut. Im Gegenzug würde ich mir seine anschauen. Ich lebe seit 2005 dauerhaft in Schweden. Seit 1976 war ich regelmäßig dort. Ich habe noch nie gehört das jemand das gemacht hat!
Andersherum ist die Presse sehr wachsam. Vor Jahren war mal eine Ministerin auffällig, hat betrügerisch abgerechnet, sie mußte zurücktreten. Ich bin viel herumbekommen. In Schweden gibt es so gut wie keine Korruption.Sagte einen Handwerker das ich keine Rechnung brauche. Er knapp: "Ich aber!" Seitdem lasse ich das.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
cabeza_cuadrada 07.05.2019, 11:10
93. Trinkgeld ist Kultur?

Zitat von Hamberliner
Ich gebe in der Kneipe, im Restaurant, im Hotel grundsätzlich Trinkgeld, und zwar um zu vermeiden, dass lauter Kleingeld liegenbleibt (stellt in Spanien eine Beleidigung dar) indem ich zum Aufrunden auffordere. Trinkgeld hat nicht den Zweck, das Finanzamt für den Überwachungsstaat zu belohnen, es hat nicht den Zweck, den Chef für die Ausbeutung zu belohnen. Beiden steht es nicht zu, auszuspionieren ob und wieviel Trinkgeld ich gebe und sich daran zu vergreifen. Es geht das Finanzamt und den Chef nichts an. Nur Bargeld garantiert mir, dass das Trinkgeld genau so, wie ich es entschieden habe, vor den Krallen des Finanzamts und des Chefs geschützt bleibt und zur Gänze den belohnt, den ich für Freundlichkeit, Aufmerksamkeit, Schnelligkeit und guten Service belohnen will. Trinkgeld ist Kultur. Wer keines gibt oder wem es egal ist wer sich daran vergreift hat keine.
auf jeden Fall, zumindest Kultur in Schwellen und Entwicklungsländern wo ohne "Trinkgeld" keiner einen Zeh krumm macht. Und in Deutschland ist Trinkgeld eine Kultur der Jobsubvention. Man verdient im Friseurhandwerk, Gastronomie usw. nicht ohne Grund viel zu wenig, aber der AG argumentiert dass da ja noch das Trinkgeld dazu kommt. Und auf das Trinkgeld werden realistisch keine Steuern erhoben, das mag ihnen gut gefallen, allerdings auch keine Beiträge zur Sozialversicherung und! zur Rente, die sieht dann halt schlecht aus obwohl man mit Trinkgeld dachte ja gar nicht so schlecht zu verdienen. Tolle Kultur!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
yabba-dabba-doo 07.05.2019, 11:12
94.

@71 Hamberliner. Ich habe nicht geschrieben, dass ich auswandern will. Was ich will , ist das Deutschland moderner, zukunftsfähiger wird. Und sei es nur durch wegweisende Beiträge hier im Forum. Bezahlen sie bar. Ich nutze die andere Variante. So wie immer mehr Menschen auf der Welt, ja sogar in Deutschland. Unglaublich...aber auch so einfach.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
cabeza_cuadrada 07.05.2019, 11:12
95. Bequemlichkeit

Zitat von uhrentoaster
Vielen Menschen scheint Bequemlichkeit wichtiger als Unabhängigkeit zu sein. Häufig sind diese Menschen auch ungeduldig. Hinzu kommt die Verlockung, die Ware selbst einzuscannen, um damit die Arbeit der Kassiererin zu übernehmen. Die Supermärkte forcieren dies, in dem sie weniger Kassen besetzen. Da sich die Anzahl der Abhängigen elektronischer Drogen vergrößern wird, ist die Abschaffung des Bargelds die logische Konsequenz sein. Letztendlich kann dies dem Staat und der Industrie nur recht sein.
Es hat auch etwas mit Bequemlichkeit zu tun sich neuen Technologien zu verweigern. War es erst der Sachbearbeiter der "auf meinen Schreibtisch" kommt kein so ein Computer Dingens, so sind es jetzt die Bargeldbefürworter die Angst haben beklaut und ausspioniert zu werden. Die Deutschen sind schon ein eigenes Völkchen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
DJ Doena 07.05.2019, 11:15
96.

Ich zahl seit Ewigkeiten mit Karte und seit es geht mit "Auflegen". Bei Beträgen unter 20 Euro brauchts dann keine PIN, keine Unterschrift mehr und eh ich meine 3 Sachen zusammengepackt habe, ist der Zahlvorgang ohne mein weiteres Zutun beendet.

Trotzdem versuche ich immer, 50 bis 100 Euro in bar in der Tasche zu haben, die ich aber nur nutze, wenn Kartenzahlung nicht geht.

Dummerweise waren meine Barvorräte aber bis auf 15 Euro zusammengeschrumpft, als ich neulich in einem Restaurant war, welches aus Prinzip nur Bargeld nimmt. Das war natürlich richtig doff.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
fletcherfahrer 07.05.2019, 11:16
97. Da braucht es dann aber auch...

Zitat von RedOrc
In dem Fall brauch man sich aushelfen zu lassen, sondern lässt sich eine Rechnung schreiben und überweist den fälligen Betrag dann später - genau wie bei dem Fall dass man nicht genügend Bargeld dabei hat (der wird auch gerne ausgeklammert). Normales Prozedere.
...viel Vertrauen. Da würden dann aber viele auf die Tour reiten ("Meine Karte geht nicht! Schreiben Sie mir einen Rechnung!") und geben einen falsche Adresse an.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
weltverkehrt 07.05.2019, 11:27
98.

Es ist geradezu irre, wenn ich gerade hier im Forum von SpOn lese, wo die Foren regelmäßig mit Kapitalismus-Schelte und Revoluzzer-Romantik zugepostet werden, wie begeistert die Leute mit Karte oder Handy zahlen. Über 200 Mrd Euro in Deutschland mit Karte gezahlt. Da schreiben Leute, wie praktisch es gerade bei Kleinstbeträgen ist.

Vielleicht bin ich bei der falschen Bank mit meinem Konto. Ich empfehle jedem Nutzer einmal seine Kontoauszüge bzw. Abrechnungen zu überprüfen. Bei mir kostet jede Kartenzahlung (bei der einen Bank) mindestens 30 Cent. Dazu zahle ich noch den Anteil, der vom Händler für den Service eingepreist wurde. Bei 200 Mrd in Deutschland frage ich mich, was die Leute aus diesem Forum den Banken so für gar nichts in den Rachen geschmissen haben.

Wie kann man sich z.B. beim Bäcker ein paar Brötchen für 1 Euro und X kaufen und mit Karte bezahlen? So blöd kann man doch nicht sein.

Man stelle sich vor, man geht zur Kasse mit seinen drei Brötchen und der Kassierer sagt, "Das macht 90 Cent für die Brötchen. Natürlich müssen Sie das Bezahlen extra bezahlen. Bei Ihrer Geldbörse aus braunem Leder macht das dann noch mal 45 Cent extra."

Beitrag melden Antworten / Zitieren
cabeza_cuadrada 07.05.2019, 11:28
99. Wehret den Anfängen

Zitat von 1948-2008
Jede Woche wieder ein Artikel, der uns die ach so tollen Vorzüge des bargeldlosen Bezahlens vermitteln soll, und wir dummen Deutschen kapieren es einfach nicht. Ach herrje! Und wenn die Medien es täglich bringen: Ich werde niemals bargeldlos zahlen, wenn ich die Möglichkeit habe, mit Bargeld zu zahlen. Ich ärgere mich jeden Tag über all die Leute, die meinen, cool oder modern zu sein, wenn sie an der Kasse den unvermeidlichen Halbsatz von sich geben: "Mit Karte!" Und dann geht für alle anderen die Warterei los, bis beim zweiten Versuch endlich die PIN korrekt eingegeben wurde oder der Thermodrucker die ewig lange Quittung für die Unterschrift ausgedruckt hat und der Kunde seinen Servus draufgekritzelt hat. Einfach nervtötend und zeitraubend für die anderen Kunden, die in der Schlange warten. Ich frage mich auch, wie das in 10, 20 Jahren werden soll, wenn lauter alte und demente Menschen mit Karte zahlen sollen ... die vergessen doch ihre PIN! Mit Bargeld kann notfalls auch der Kassierer aushelfen, indem er den Geldbeutel einer alten Dame selbst in die Hand nimmt und die entsprechenden Münzen und Scheine heraussucht, wenn die alte Dame dazu zu zittrige Finger hat. Mit der PIN klappt das nicht! Wehret den Anfängen, heisst es doch immer. Ich bleibe daher und aus allen anderen bekannten Gründen beim Bargeld.
Welche Anfänge denn? Wie lange haben sie geschlafen? Ihre Wahrnehmung täuscht sie offensichtlich. Barzahler brauchen zu 99% länger bei dem Bezahlvorgang. Mal ganz abgesehen der " ich glaub ich habs passend, ach doch nicht" Fraktion. Wenn ich mit meinem Smartphone bezahle brauche ich nicht mal eine Pin eingeben. Ich sage nur dass ich mit Karte zahlen will, halte mein Smartphone an das Lesegerät und der Bon wird ausgedruckt, fertig. Das ist nun mal die Zukunft, auch wenn es in Deutschland üblicherweise immer etwas länger dauert bis wir neue Technologien annehmen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 10 von 21