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Konsumgesellschaft: Wider den Wegwerf-Wahnsinn!

Die Kartoffel ist zu groß, die Gurke zu krumm und das Brot zu trocken: Jährlich landen in Deutschland Millionen Tonnen Essen im Müll, weil viele*Kunden nur makellose*Lebensmittel kaufen. Doch es gibt Wege aus der Wegwerfgesellschaft.

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olli0816 17.10.2011, 09:04
20. Wie zu Hause der alte Spruch: Iss auf, die Kinder in Afrika haben nichts

Ja, es ist richtig, dass wir viele Lebensmittel verschwenden und das ist wirklich nichts neues. Wenn man sich die Verpackungsgrößen anschaut, in denen Lebensmittel z.T. angeboten werden, ist das für kleine Haushalte fast zwangsläufig so, dass man etwas wegwirft. Passiert mir leider auch immer wieder.

Trotzdem ist es so, dass durch Einsparung keinem afrikanischen Land geholfen ist. Wenn wir hier z.B. nur die Hühnerbrüste essen, dann gehen die Hühnerbeine nach Afrika, was ziemlich absurd ist. Da es für unsere Hersteller Abfall ist, können sie es extrem preisgünstig dorthin verkaufen, was deren Lebensmittelproduktion einschränkt. Wenn wir also unsere 50% Lebensmittel, die wir verschwenden, gleich nach Afrika verschicken würden, dann hätten die Bauern dort unten überhaupt keine Chance mehr.

Etwas anderes ist mir an dem Artikel aufgefallen: Warum werden die Lebensmittel, die unverkäuflich sind, nicht an die armen Menschen in Deutschland ausgegeben? Das heißt, der "Überschuß", also krumme Gurken, zu große Kartoffeln etc. von der Quelle nicht an die Tafeln weiter gegeben? Gleiches mit den Lebensmitteln, die beim Discounter im Container vergammeln. Selbst in unserem reichen München haben wir nicht wenige Obdachlose oder arme Menschen, die sicher gerne diese Lebensmittel nutzen möchten.

Ich denke, das liegt z.T. daran, dass ein H4-Empfänger die 350 EURO im Monat zur Verfügung hat und diese auch für perfekte Lebensmittel beim Discounter ausgeben soll. Da es sehr viele H4-Empfänger gibt und diese in Zukunft eher mehr werden, ist das viel Kaufkraft für die Wirtschaft. Trotzdem wäre es eine schöne Hilfe für diese Menschen, wenn sie Zugang zu diesen Lebenmitteln hätten. Auch die Einrichtung von mehr Küchen mit warmen Essen, geführt durch H4-Empfänger wären wünschenswert. Wir sind beileibe nicht so arm, dass wir das nicht leisten könnten. Und einige sind dann wieder beschäftigt. In jedem Missstand liegt auch eine Chance.

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Cephalotus 17.10.2011, 09:06
21. .

[QUOTE=Leser161;8932412...Auch sind die Lebensmittelpackungsgrößen derart bemessen, das in einem Unter-3-Personenhaushalt leicht etwas überbbleibt und daher verdirbt (Welcher Single futtert schon allein einen 3-Kilo-Sack Kartoffeln auf?)[/QUOTE]

Die "Bio"-Portionen sind meist kleiner, bei Kartoffeln z.B. 1,5kg. Man zahlt dann zwar dasselbe wie für die 3kg konventionellen Kartoffeln, aber wenn man ansonsten die 1,5kg Überschuss eh wegwerfen würde ist das doch eine Alternative.

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Cephalotus 17.10.2011, 09:11
22. .

Zitat von nataliadirks@gmail.com
Ich kenne das aus eigener Erfahrung in meinem Haushalt. Die Kinder reißen eine Packung auf bedienen sich und sind dann zu faul die Folie über den Käse, die Wurst etc. zu ziehen. Ergebnis: Das Lebensmittel.....
Dann kaufen Sie doch mal ein paar Tage keine frische Wurst, wenn noch die alte im Kühlschrank liegt.
Wo ist das Problem?
Wenn Sie das Verhalten belohnen wird sich auch nichts daran ändern.

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chaman 17.10.2011, 09:12
23. ...

Es ist natürlich einfach, dem Verbraucher die Schuld zu geben. Es ist doch aber so, dass dieses Verhalten gewünscht ist. Es muss immer sinnlos konsumiert und weggeworfen werden, da machen Lebensmittel keine Ausnahme. Die Industrie kann das gut über das Mindesthaltbarkeitsdatum regulieren. Übrigens ist die Menge an Obst und Gemüse, die beim Verbraucher entsorgt wird, ein Witz gegenüber den Mengen, welche bereits kurz nach der Produktion entsorgt werden, weil sie nicht irgendwelchen absurden EU Richtlinien entspricht.

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taiga 17.10.2011, 09:15
24. gggg

Zitat von nataliadirks@gmail.com
Ich kenne das aus eigener Erfahrung in meinem Haushalt. Die Kinder reißen eine Packung auf bedienen sich und sind dann zu faul die Folie über den Käse, die Wurst etc. zu ziehen. Ergebnis: Das Lebensmittel trocknet an der Kante aus, bleibt dann liegen weil unappetitlich und landet 2 Tage später im Müll. .....
Bei uns (jetzt sind alle 3 Kinder aus dem Haus) gestaltete sich das Problem ähnlich, bis wir das Angebot veränderten. Frischwaren nur noch in kleinen Mengen, dafür Vorhaltung von Dauerware, damit "immer was da war" (Salami, Bergkäse, Geräuchertes etc.). Das Wichtigste dabei: die ständige leichte Verknappung des Angebots, es durfte NIE die Anmutung eines Schlaraffenlands vorherrschen. Dann pickten sich die Kinder nur die Rosinen raus. Wenn dann mal wieder Frischware gekauft wurde, schätzte man die umso mehr.
Die ganze Wohlfühlpädagogik bringt nichts, das führt nur ins Chaos. Und – keine Angst davor haben, die Kinder NICHT zu verwöhnen.

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hazadeur 17.10.2011, 09:15
25. Konsumgesellschaft: Wider den Wegwerf-Wahnsinn!

Zitat von sysop
Die Kartoffel ist zu groß, die Gurke zu krumm und das Brot zu trocken: Jährlich landen in Deutschland Millionen Tonnen Essen im Müll, weil viele*Kunden nur makellose*Lebensmittel kaufen. Doch es gibt Wege aus der Wegwerfgesellschaft.
Ui, wer hat sich das denn ausgedacht, der kleine Sozialist?

Wenn die westliche Welt ihren Lebensmittelkonsum einschränkt werden die Preise für Lebensmittel nur moderat sinken. Die Ärmsten der Armen haben davon aber Nichts, denn mit Nichts kann man sich auch keine günstigeren Lebensmittel kaufen. Profitieren würde nur der Konsument aus der westlichen Welt, der jetzt seine Lebensmittel billiger bekommt.
Die Lebensmittelindustrie wird daher eher ihre Produktion einschränken, so dass Angebot und Nachfrage wieder ihr altes Gleichgewicht erreichen.
Das bedeutet, dass in der Lebensmittelerzeugung Arbeitsplätze wegfallen. Und wo fallen sie weg? Genau, in den Ländern wo schon die Ärmsten der Armen leben. Dann gibts halt ein paar Arme mehr.
Aber auch Lebensmittelproduzenten in den armen Ländern, die bisher am Existenzminimum prodiziert haben müssen ihr Geschäft aufgeben, da sie durch den moderaten Preisverfall eben das Existenzminimum nicht mehr erreichen. Auch hier trifft es wieder die ärmeren Länder, die dann um ein paar Arme reicher sind.

Im Grunde kann sich die Lebensmittelindustrie über den Überkonsum freuen. Welcher Wirtschaftszweig kann schon über den Bedarf der Konsumenten hinaus wirken?
Das wäre ja so, als ob ich ins Kino gehe und zwei statt nur einer Karte kaufe. Eien 4-köpfige Famile bucht Urlaub, für 6 Personen. Statt eines neuen Bettes werden eben zwei gekauft und eines gleich wieder weggeschmissen. Von solchen paradiesischen Umständen können andere Wirtschaftszweige nur träumen.

Der Markt läßt sich nich betrügen - auch wenn Sozialisten oder Kommunisten das immer wieder glauben.

Schlußendlich liegt die Hungersnot auch gar nicht am Überkonsum verwöhnter Westeuropäer oder Amerikaner, sondern an den Mißständen in den Hungerländern. Kapital hat's da genug, es ist nur ungerecht verteilt. Die Hungerländer wären theoretisch in der Lage, sich selbst zu helfen. Dazu müßten sie aber auf Korruption und Vetternwirtschaft verzichten und das Vermögen der Reichen auf die Armen umverteilen.
Es ist jedenfalls putzig, dass es Kritik am Konsumverhalten der Westeuropäer gibt, während sich die Bonzen der Hungerländer die Taschen voll stecken, in Saus und Braus leben und vom Leid ihrer Landsleute profitieren.

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Cephalotus 17.10.2011, 09:17
26. .

Zitat von olli0816
Etwas anderes ist mir an dem Artikel aufgefallen: Warum werden die Lebensmittel, die unverkäuflich sind, nicht an die armen Menschen in Deutschland ausgegeben? Das heißt, der "Überschuß", also krumme Gurken, zu große Kartoffeln etc. von der Quelle .......
Wenn Sie B-Ware zu reduziertem Preis auf denselben Märkten anbieten zerstören Sie sich die Nachfrage für Ihre A-Ware zum regulären Preis. Unterm Strich verdienen Sie dann nicht mehr sondern weniger...

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ich_bins 17.10.2011, 09:18
27. Käse

"Noch am Abend liegt frisches Brot in den Regalen,..."

Genau das erwarte ich.
Ich kenne allerdings eher das Gegenteil:
Wenn ich morgens zur Arbeit gehe, dann sind die Läden noch zu. Und wenn ich abends um 18 Uhr nach Hause komme, dann möchte ich bitte noch was zu Essen kaufen können. Den Weg zu Aldi kann ich mir schon sparen, Gemüse und Brot gibt es nach 17 Uhr kaum noch. Wenigstens Freitags komme ich dank frühem Feierabend gegen 15 Uhr hin, aber auch da ist es schwierig. Brot ist manchmal aus, Obst und Gmüse aussortiert. Nur noch die angegammelten Teile liegen rum. Ich musste schon manches mal den Wochenendspeiseplan ändern, weil es keine Kartoffeln/Brokoli/Rosenkohl (je nach Saison) mehr gab.

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senfdazu 17.10.2011, 09:22
28. Es gibt....

Zitat von Cephalotus
Die "Bio"-Portionen sind meist kleiner, bei Kartoffeln z.B. 1,5kg. Man zahlt dann zwar dasselbe wie für die 3kg konventionellen Kartoffeln, aber wenn man ansonsten die 1,5kg Überschuss eh wegwerfen würde ist das doch eine Alternative.
...mittlerweile so viele Single-Packungen...und Kartoffeln halten in der Regel mehrere Wochen bei richtiger Lagerung...die meisten Singles könne aber keine Kartoffeln mehr schälen und kaufen sie sodann geschält und abgepackt !!

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senfdazu 17.10.2011, 09:24
29. Mit H4 .....

Zitat von olli0816
Ja, es ist richtig, dass wir viele Lebensmittel verschwenden und das ist wirklich nichts neues. Wenn man sich die Verpackungsgrößen anschaut, in denen Lebensmittel z.T. angeboten werden, ist das für kleine Haushalte fast zwangsläufig so, dass man etwas wegwirft. Passiert mir leider auch immer wieder. Trotzdem ist es so, dass durch Einsparung .....
4 köpfige Fam. kann für 70 EURO pro Woche ausgewogen einkaufen !

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