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Konzept der Regierungskommission: Das sind die Folgen des Kohleausstiegs
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Der Kohleausstieg wird die Republik stark verändern. Steigen die Strompreise? Bleibt die deutsche Industrie wettbewerbsfähig? Und wie teuer wird die Umstellung für die Steuerzahler? Der Überblick.

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TomTheViking 26.01.2019, 14:50
10. Hier sind nur noch Ideologen am Werk

Derzeit liegt der Anteil der Kohlekraftwerke bei der sicheren Kraftwerkskapazität bei 60 Prozent, die der noch betrieben Kernspaltungskraftwerke bei 20 Prozent. 8 Prozent der sicheren Kraftwerkskapazitäten liegen bei Wasserkraftwerken.
Die meisten Gaskraftwerke sind nur zum Teil sicher, da die meisten nur in der kalten Jahreszeit als BHKW betrieben werden.
Der Anteil der Biomassekraftwerke ist gering und auch nur zum Teil sicher da ebenfalls als BHKW betrieben.

Photovoltaik und Windkraftanlagen spielen aus Sicht der Energiewirtschaft keine Rolle, stellen eher ein Problem bei der Netzsicherheit dar.

Mit heutigen Technologieansätzen (also denen die realistisch umsetzbar sind) könnte man die Kohlekraftwerke nur nur GUD Gaskraftwerke ersetzen die kontinuierlich am Netz sind.
Wer glaubt damit Turbinenjonglerie betreiben zu können und der volatilen Windkraft und Sonne hinterher fahren zu können irrt.

Das würde die Wirkungsgrade von 60 Prozent der Gas Und Dampf Kraftwerke drastisch nach unten fahren. Ein wirtschaftlicher Betrieb wäre absolut nicht möglich selbst bei weiterhin billigen Erdgaspreisen.

Ja und da kommen wir zum nächsten Problem, der weiteren Erhöhung der Energieabhängigkeit, von wem auch immer.

Aus meiner Sicht ist für die Schonung der einheimischer Braunkohle und dem Absenken der Steinkohleimporte ein drastische Neuaufbau von modernen Kernkraftwerken mit einer Kapazität von 40.000 MW
notwendig. Die fehlenden 20.000 bis 30.000 MW würden durch Wasserkraft (ca. 5.000 MW vorhanden aber nicht weiter ausbaubar), Müllheizkraftwerke (ca. 5.000 MW vorhanden) weiteren Kleinanlagen und Biomassekraftwerke (die aber im höchsten Maße unökologisch sind) and dann etwa 15.000 MW GUD Gaskraftwerke abgedeckt werden.

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berndig 26.01.2019, 14:51
11. In UK und Frankreich schon längst erledigt

Die Kohlekraftwerke sind in UK und Frankreich schon längst stillgelegt. Daher ist die CO2-Emission pro Kopf zurzeit in Deutschland doppelt so hoch wie in Frankreich und um 60% höher als in UK.

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deb2011 26.01.2019, 14:51
12. Ich habei nur eine Frage:

Wie wird die Versorgungssicherheit garantiert? Das ist mit Sonne und Wind nicht möglich, also geht es um Erdgas ( = Abhängigkeit von Dritten steigt massiv) und/oder um Importe von Strom aus Kernenergie/Braunkohle (= dann haben wenigsten die Ökos hier ein gutes Gewissen ...). Ach ja, hinzu kommt der Strombedarf der ganzen Elektroautos, die dann auf den Straßen rollen sollen.

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gunpot 26.01.2019, 14:55
13. Sollte der Kohleausstieg teuer werden,

dann sollte man auch unkonventionelle und nicht eben marktkonforme Lösungen in den Raum stellen. Ich denke hier an eine Verstaatlichung des Energieträgers Kohle. Sie sollten dann mal sehen, wie schnell die Energiekonzerne von ihrem hohen Ross heruntersteigen. Auf einmal wird der Ausstieg nichts kosten. Warum auch, da wir ja angeblich so teuer fördern, können doch Drittweltländer in die Bresche springen, die die Kohle im Tagebau fördern und somit einmalig konkurrenzfähig sind. Auch das Gespenst "Arbeitsplatzverluste" dürfte seinen Schrecken innerhalb der nächsten 20 Jahre verloren. So lange bleibt Zeit bis zum Umstellen. Auch so, die Industrie schafft das nicht. Na, dann doch eine Verstaatlichung.

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bhr 26.01.2019, 14:59
14. drei Worthülsen in einen Nebensatz

…. Deutschland bald grüner, moderner und zukunftsfester ... Wie sich das auf Kohleausstieg reimt erschließt sich nicht ohne weitere Erklärung. Unter Grün kann, wer möchte, alles verstehen wollen, aber moderner und zukunftsfester hat mit dem Kohleausstieg nun wirklich nichts zu tun. Ohne Energiespeicher oder Energietransformation (Strom zu Gas) werden uns die abgeschalteten Kraftwerke egal von welchem Primärenergieträger, bald den Rücken rauflaufen. Und wer ernsthaft mit der Vorstellung leben will, Industrie brauchen wir nicht, na denn, ade schöne grüne Welt.

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cosmopolitan75 26.01.2019, 15:00
15. ambitionierte Ziele

In diesem Zusammenhang könnte es sich noch als schwerer Fehler erweisen, dass die Regierung in einer Kurzschlussreaktion den Ausstieg aus der klimafreundlichen Kernenergie beschlossen hat. Denn wie der Wegfall von 30% der Stromproduktion (Kohle+Kernkraft) kompensiert werden soll, wurde nicht dargelegt. Schön ist sicher, dass der Hambacher Forst entgegen dem Beschluss der seinerzeitigen rot-grünen Landesregierung NRW wahrscheinlich nicht abgeholzt wird.

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Idinger 26.01.2019, 15:00
16. Na,

da bin ich aber wirklich beruhigt, dass zumindest für unsere arme energieverbrauchende Industrie - inklusive der Bahn - weitere Entlastungen vorgesehen sind. Deren Finanzierung übernimmt dann der Endverbraucher, für den hat schon unser ehemaliger Wirtschaftsminister Gabriel gekämpft (Energie muss bezahlbar werden): die dann wegen der Ausweitung der begünstigten Industrie steigenden Energiepreise waren ja auch bezahlbar. Diese "erfolgreiche" Methode soll jetzt offenbar fortgesetzt werden - mit Herrn Pofalla an der Spitze wird die GROKO das wohl vollinhaltlich übernehmen; wenn ich dessen F..... schon sehe..

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spon_7741955 26.01.2019, 15:04
17. Musterschüler Deutschland

Deutschland macht sich mal wieder zum Deppen, indem wir uns 2 komplette Stromversorgungssysteme nebeneinander leisten.

Eigentlich sollte es auch jeder noch so grünen Seele einleuchten, daß wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht, kein Strom aus Photovoltail-Anlagen oder von landschaftsverschandelnden Windrädern kommt. Da nützt es auch nichts, wenn noch so viele Spargel in die Landschaft gestellt werden. Das ist eine Luftnummer im wahrsten Sinn des Wortes.

Ebenso ist bekannt - auch wenn es oft negiert wird - daß Speichkapazitäten auch in ferner Zukunft nicht zur Verfügung stehen werden. Selbst dann, wenn es sie theoretisch gäbe, steht der immense erforderliche Platz dafür gar nicht zur Verfügung.

Kohlekraftwerke "in Reserve" zu halten ist praktisch so gut wie unmöglich, denn ich kann den Ofen nicht mal eben anwerfen, wie einen Gartengrill. Daher werden wir dann, wenn mal wieder Flaute ist, zu Höchstpreisen Strom aus Kernkraftwerken in Frankreich, Belgien, Tschechien usw. importieren sowie Kohlestrom aus Polen. Gleichzeitig ist die ehemals führende Kernkraftforschung in Deutschland abgewürgt worden. Deshalb ist jetzt nicht der beste sonder der zweitbeste Kandidat im Weltmarkt führend. Der Weltmarkt wiederum wird ganz sicher nicht aus der Kernkraft aussteigen. Deutschland ist die einzige Industrienation, die sich den Luxus erlaubt, sowohl aus der Kernkraft als auch aus der Kohleverstromung auszusteigen. Ergebnis: Selbst wenn Deutschland seinen CO²-Ausstoß auf 0 bingen würde, kostet das zwar Unsummen an Geld, bringt aber im Weltmaßstab nicht auch nur einen überhaupt meßbaren Rückgang. Über die Mär, daß der Mensch die CO²-Bilanz durcheinanderbringe, will ich jetzt mal nicht diskutieren.

Ergebnis: Der Musterschüler Deutschland wird von allen gelobt werden - jedenfalls erwartet er dies. Im Leben aber wird er scheitern.

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oinarc 26.01.2019, 15:12
18. "Wie teuer

wird die Umstellung für die Steuerzahler?"
Gemessen an den globalen Langzeitfolgen sicherlich eine Lachnummer.
Und zudem, da weder beim Kohle,- noch beim Atomstrompreis die Folgekosten mit eingerechnet sind, werden uns diese eines Tages wie ein Bummerang treffen müssen.
Daher ist jeder eingesparte Tag langfristig für den Steuerzahler ein gewonnener Tag

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holger.becker 26.01.2019, 15:14
19. @bhr #14

Ich verstehe Ihren Unmut nicht. Sie erwähnen die Lösung ja bereits. Kein Mensch sagt, dass der Kohleausstieg ohne Speicher auskommt. Umgekehrt wird ein Schuh draus. Wenn die Kohlestrom zurückgefahren wird, werden die Lücken anders besetzt. Keine Sorge, ich glaube an die Ingenieurskunst. Wer meint, das "Problem" ließe sich nicht technisch lösen, beleidigt einen ganzen Berufsstand und mehrere Forschungsfelder.

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