Forum: Wirtschaft
Konzept der Regierungskommission: Das sind die Folgen des Kohleausstiegs
DPA

Der Kohleausstieg wird die Republik stark verändern. Steigen die Strompreise? Bleibt die deutsche Industrie wettbewerbsfähig? Und wie teuer wird die Umstellung für die Steuerzahler? Der Überblick.

Seite 4 von 17
tinnytim 26.01.2019, 15:38
30.

Zitat von spon_7741955
Deutschland macht sich mal wieder zum Deppen, indem wir uns 2 komplette Stromversorgungssysteme nebeneinander leisten. Eigentlich sollte es auch jeder noch so grünen Seele einleuchten, daß wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht, kein Strom aus Photovoltail-Anlagen oder von landschaftsverschandelnden Windrädern kommt. Da nützt es auch nichts, wenn noch so viele Spargel in die Landschaft gestellt werden. Das ist eine Luftnummer im wahrsten Sinn des Wortes. Ebenso ist bekannt - auch wenn es oft negiert wird - daß Speichkapazitäten auch in ferner Zukunft nicht zur Verfügung stehen werden. Selbst dann, wenn es sie theoretisch gäbe, steht der immense erforderliche Platz dafür gar nicht zur Verfügung. Ergebnis: Der Musterschüler Deutschland wird von allen gelobt werden - jedenfalls erwartet er dies. Im Leben aber wird er scheitern.
Der Musterschüler ist 2011 in die Pubertät gekommen und hat sich seitdem erstmal gemütlich zurück gelehnt und nur noch das nötigste gemacht.
Das zum politischen Stand der Dinge.
Zum Technischen bitte ich Sie, sich zu informieren bevor Sie grünen Seelen, zu denen ich mich definitiv zähle, obwohl ich wohl zu viel Fleisch esse, die Techniknähe absprechen.
Deutschland kann sich ohne weiteres einen Backup Kraftwerkspark leisten, wenn diese Kraftwerke derartig ausgelegt sind, dass sie nur einen Teil des Jahres laufen müssen, um rentabel zu sein. Das sind derzeit nur Gaskraftwerke in den Bauformen Gas und Dampf Kombikraftwerk und Gasturbinen-Kraftwerk.
2010 hat der VDE bereits in einem Papier klargestellt, dass die zukünftige Stromwirtschaft bei geplantem Ausbau der EE nicht mehr aus EE-Einspeisung, Grund-, Mittel- und Spitzenlastkraftwerken und Speichern bestehen kann, sondern aus volatiler EE-Einspeisung und flexiblen Kraftwerken und Speichern, die die Residuallast decken.
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Residuallast
Diese flexiblen Kraftwerke sind definitiv keine Braunkohlekraftwerke und nur eingeschränkt Kohlekraftwerke. Das lässt sich auch nicht technisch lösen, weil hier einfach systembedingte Totzeiten bei der Verbrennung und anschließenden Verstromung von Feststoffen entstehen.
Speicherkapazitäten haben wir genug und sind absehbar genügend ausbaubar:
https://www.diw.de/de/diw_01.c.591126.de/presse/diw_aktuell/die_energiewende_wird_nicht_an_stromspeichern_sche itern.html

Über Atomkraft diskutier ich nicht mehr, fragen Sie mal die Franzosen, wie sie in 20 Jahren 50 Atomkraftwerke neubauen und gleichzeitig die bestehenden innerhalb der selben Zeit abbauen wollen und wo sie gedenken dafür die Fachkräfte und - Firmen herzubekommen.
Sie werden nur Stammeln zu hören bekommen

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bebreun 26.01.2019, 15:46
31. Das mit dem dummen Volk stimmt,

Zitat von Der Experte
Wieder mal einer dieses typisch industriegesteuerten Artikel. Der Strompreis steigt sowieso permanent. Das liegt schlicht und ergreifend daran, dass die Quasi-Strommonopolisten wie EON, RWE und Co. das so wollen. Eine Aufsicht, die das verhindern könnte, gibt es nicht. Das wiederum liegt daran weil die Politik eben von diesen genannten Lobbyisten gemacht wird und nicht wie gemeinhin vermutet wird, von Politikern. Diese haben nämlich gar keine Ahnung von Stromnetzen und den ganzen energiewirtschaftlichen Zusammenhängen. Ein doofes Volk lässt sich eben einfacher regieren. Wir zahlen jetzt schon für die Kilowattstunde Atomstrom etwa 4 €, da die Entsorgungskosten vom Atommüll nicht auf der Stromrechnung stehen sondern von unseren Steuergeldern bezahlt werden. Dummes Volk, gutes Volk!
wenn man Ihren Artikel liest. Bei meinem Stromprovider waren die EEG-Umlagen der verteuernde Faktor in den letzten Jahren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bauklotzstauner 26.01.2019, 15:47
32.

Zitat von spon_7741955
Deutschland macht sich mal wieder zum Deppen, indem wir uns 2 komplette Stromversorgungssysteme nebeneinander leisten.
Aus Sicht der Redundanz ist das doch gut? Wir bräuchten sogar noch viel mehr! Vor allem alternative Netzkapazitäten.

Erinnern Sie sich noch an den großen Stromausfall im Jahr 2006 in weiten Teilen Europas? Auslöser war die geplante (!!) Abschaltung einer Freileitung über der Ems, weil wieder mal eines dieser obszön großen Schiffe der Meyerwerft in Papenburg zur Nordsee verschifft werden mußte. Von den Blödsinn, diese Riesenpötte 40km landeinwärts zu bauen, statt direkt am Meer, mal abgesehen, ergab sich durch das Abschalten der Leitung eine Überlastung des restlichen Netzes - und bumms, wars dunkel!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bertholdgross 26.01.2019, 15:47
33. Wie soll die Energie in Zukunft erzeugt werden?

Es wird von der Kohlekommission nicht erwähnt, wie der Strom für die Grundlast und für Zeiten der Dunkelflaute (ca. 1 bis 2 Monate im Jahr) erzeugt werden soll.
Zugegeben, für das Erreichend er Klimaziele brauchen wir tatsächlich keinen Strom. Die E-Automobile können dann alle im Ausland tanken.

Wir ist völlig unklar, wie eine solch blinde und verantwortungslose Energiepolitik betreiben kann.
Erstaunlicherweise fordern gerade auch Kinder und junge Leute, dass die Kraftwerke für die Grundlast abgeschaltet werden sollen, wenn sie mit in ihrem Berufsleben stehen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
basileus97 26.01.2019, 15:56
34. Beendet es.

Endlich werden keine Dörfer mehr abgebaggert. Was das z. B. mit der sorbischen Kultur in der Lausitz gemacht hat ist nie wieder gut zu machen.

Man kann nicht immer nur auf andere (China, USA) zeigen und sagen die sollen mal machen. Jeder muss seinen eigenen Anteil tragen, auch Deutschland. Gut dass wir vorweg gehen. Denn im Vergleich zu den finanziellen Schäden durch den Klimawandel werden die jetzigen Ausstiegskosten lächerlich sein.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ghdstz 26.01.2019, 16:02
35. Umwandlung der Arbeit besser organisieren !

In dem jetzt vorgestellten Papier wird vieles bedacht und geplant, aber die in der Kohleindustrie Beschäftigten erscheinen irgendwie doch nur als lästige Randgröße. Da soll sich im wesentlichen der Markt drum kümmern, oder die lokale Arbeitsagentur, oder es geht eben - ganz einfallsreich - in die Frühverrentung. Ganz toll ist dann noch die famose Idee, in den betroffenen Gebieten neue Bundesbehörden aus dem Boden zu stampfen und dort 5000 bisher produktiv Arbeitende zu Bürokraten zu machen.

Konkreter Vorschlag für das geplante und bis Ende April auszuarbeitende Maßnahmengesetz: Irgendwelche Beihilfen, Entlastungen und sonstige Staatsknete an die Kohleindustrie gibt es nur, wenn diese sich aktiv in die notwendige Transformation der Arbeitsplätze engagiert - und zwar durch Ausgründung von Tochterunternehmen (gern auch als Joint Venture mit anderen Unternehmen welche Knowhow und ggf. weiteres Kapital einbringen) welche aus den derzeit noch bestehenden nunmehr zukunftssichere Arbeitsplätze machen. Das Ziel muss sein, allen Beschäftigten die weiterarbeiten wollen adequate Jobs in der Region anzubieten und auch deren Fortbildung zu unterstützen.

Mögliche Geschäftsfelder gibt es genug, so gibt es - nur ein Beispiel - im Zuge der Energiewende hohen Bedarf an neuen Speichersystemen. Die neuen Tochterunternehmen können bei gutem Management bald profitabel werden.

Die in der Kohleindustrie Beschäftigten sind schon lange nicht mehr mit Spitzhacke und Schaufel unterwegs, sondern technische Experten die mit komplizierten Maschinen arbeiten oder auch andere qualifizierte Tätigkeiten ausüben die in jedem moderne Betrieb gebraucht werden. Sie arbeiten in bestehenden Teams die weitgehend erhalten bleiben sollten, nur deren Tätigkeit würde sich verändern und ggf. noch anspruchsvoller werden. SO lassen sich Zukunftsängste verhindern sowie bedrohte Regionen stabilisieren und neu beleben. Für die Menschen und auch die politischen Stabilität in diesem Land wäre das sicher vorteilhaft.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
spon_7741955 26.01.2019, 16:05
36. Unabhänigkeit des DIW

@tinnytim

nur soviel zur Unabhängigkeit des DIW:

https://www.wiwo.de/politik/deutschland/ratschlaege-an-die-politik-unabhaengigkeit-der-wirtschaftsforschung-vom-staat/9677634-2.html

Die derzeit verfügbaren Speicherkapazitäten sind praktisch zu vernachlässigen. Das wird sich auch so schnell nicht ändern, da hilft auch Schönreden nichts.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
heidelbeere0815 26.01.2019, 16:06
37. #3

Es ist Quatsch, daß durch E-Autos der Strom“verbrauch“ signifikant steigt. Die Energie, die benötigt wird, um den Sprit vom Bohrloch in den Tank zu bekommen, reicht fast zum elektrisch fahren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mikko11 26.01.2019, 16:08
38.

Zitat von tinnytim
Über Atomkraft diskutier ich nicht mehr, fragen Sie mal die Franzosen, wie sie in 20 Jahren 50 Atomkraftwerke neubauen und gleichzeitig die bestehenden innerhalb der selben Zeit abbauen wollen und wo sie gedenken dafür die Fachkräfte und - Firmen herzubekommen. Sie werden nur Stammeln zu hören bekommen
Das entspricht ziemlich genau dem Tempo, mit dem die Chinesen ihre Kernkraftwerksflotte ausbauen wollen. Bislang liegen sie im Plan.

Ob es Sie freut oder nicht: Die Franzosen denken auch intensiv über Verlängerungen der Betriebsdauer nach.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
desktopper 26.01.2019, 16:18
39. Netzstabilität?

Das Thema der Netzstabilität wird, für mich völlig unverständlich, nach wie vor kaum angesprochen, dabei ist es eines der wesentlichen. Selbst wenn die erneuerbaren Energien weiter ausgebaut werden und rein quantitativ die Kohle ersetzen könnten, werden sie es real nicht können, wenn der Netzausbau Richtung Süden nicht endlich in Gang kommt! Bisher gibt es wegen für mich völlig unverständlicher lokaler Widerstände dafür keine Anzeichen. Obwohl die Trassengegner ja schon einen weitgehend unterirdischen Bau zu einem Mehrfachen der Kosten (Strompreis!) durchgesetzt haben. Die erneuerbaren Energien werden im Süden definitiv ohne Einspeisung vom Norden nicht ausreichen. Wahrscheinlich wird man sogar (Atom)Strom aus dem Ausland importieren müssen. Man kann einfach nicht alles gleichzeitig haben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 4 von 17