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Kostendruck in Kliniken: Mehrheit der Ärzte fehlt Zeit für Patienten
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Deutschlands Gesundheitssystem gilt als leistungsfähig, doch in den Krankenhäusern gibt es Probleme: Viele Ärzte stehen unter zeitlichem Druck - und immer mehr Mediziner kritisieren die Qualität der Versorgung als schlecht.

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Lieschenmüllermalwieder 09.10.2019, 13:36
1. Rettungsstellen ...

... der Krankenhäuser sind auch deshalb überlaufen, weil man beim Facharzt keine Termine mehr bekommt, auch wenn man den Kopf unter dem Arm trägt. Unerträgliche Bauchschmerzen? "Magenspiegelungen gibt es erst wieder ab März". Wenigstens einen Termin? "Erst ab November". Selbst wenn man in seiner Not den ärztlichen Bereitschaftsdienst anruft, hängt man eine Stunde in der Warteschleife. Wie diese relativ guten Bewertungen zustande gekommen sind, ist mir ein Rätsel. Oder waren das alles Privatpatienten?

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Yokohama987 09.10.2019, 13:55
2.

Ich wurde am 15.6 operiert. Im Aufwachraum sagte mir der Chirug, er komme auf mein Zimmer und erklärt, was gemacht wurde.
Auf den wart ich heute noch. Nur Stück für Stück erfuhr ich durch die ständig wechselnden Ärzte bei der 2-Minuten-Visite morgens, wie die Op "ausgegangen" ist... Das Pflegepersonal, dass die Krankenakte auch einsehen kann, darf mir nix sagen...
Im Entlassbrief stand auch nur lapidares drin... Und dann sch***t mich mein Orthopäde (war eine Knochen-OP am Oberschenkel) zusammen, warum ich keine Befunde hätte...oder warum ich nix wüßte....

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spontanistin 09.10.2019, 13:56
3. Alles absehbar...

... und im Buch „Die Gesundheitsfalle“ nachlesbar! Das Gesundkeitsbewusstsein des Großteils der Bevölkerung beschränkt sich halt darauf, bei jeder Kleinigkeit Praxen und Krankenhäuser aufzusuchen Kasse zahlt ja! Gesunde Lebensweise und Prävention werden dagegen weiter klein geschrieben. Und die profitorientierte und auf Wachstum ausgerichtete Gesundheitsindustrie ist höchst kreativ im Erfinden immer neuer behandlungsbedürftiger Diseases!

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r.voelckel 09.10.2019, 13:59
4. Interessant

Wird auch berücksichtigt, dass dann viele Herzinfarkte oder Geburten es dann gar nicht in das tolle Zentrum schaffen. So sterben vermutlich mehr Im Krankenwagen oder bekommen ihr Kind ohne fachliche Betreuung in demselben.

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Yokohama987 09.10.2019, 14:02
5.

Zitat von Lieschenmüllermalwieder
... der Krankenhäuser sind auch deshalb überlaufen, weil man beim Facharzt keine Termine mehr bekommt, auch wenn man den Kopf unter dem Arm trägt. Unerträgliche Bauchschmerzen? "Magenspiegelungen gibt es erst wieder ab März". Wenigstens einen Termin? "Erst ab November". Selbst wenn man in seiner Not den ärztlichen Bereitschaftsdienst anruft, hängt man eine Stunde in der Warteschleife. Wie diese relativ guten Bewertungen zustande gekommen sind, ist mir ein Rätsel. Oder waren das alles Privatpatienten?
Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass ALLE urplötzlich Mittwoch nachmittag, Freitag Nachmittag oder am WE krank werden.
Meine Nichte wurde ZU RECHT dort zusammen geschissen... ging wegen unerträglichen Kopfschmerzen hin (Samstag abends)...auf die Frage, wielange sie die Kopfschmerzen denn schon hätte, sagte sie: "Seit drei Wochen"..... sagt ja schon alles, oder ? Ich war im Sommer im Krankenhaus (OP), und fuhr mit meinem Rolli durch die Gegend...kam auch an der Notaufnahme vorbei... sorry...Sonnenbrand....da geht man nicht in die Notaufnahme... (war nur gerötet, keine Blasen ).Da geht man in die Apotheke und lässt sich kühlende Creme geben oder man macht Quark drauf. Weibchen mit "hüstel hüstel" "starke Bronchitis" "hüstel hüstel"...starke Bronchitis hört sich anders an.. Von den 15 Leuten, die dort saßen, hätten gut ein drittel gleich in die Apotheke gehen können, ein Teil am nächsten Tag zum Hausarzt (haben auch viele gesagt bekommen, die sich dann hinterher tierisch aufregten, da sie "extra Urlaub" nehmen müssten) . Die, die wirklich ne Notaufnahme gebraucht haben, haben erst mal ne weile warten müssen, ehe der Armbruch oder die tiefeSchnittwunde versorgt werden konnte...

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Barfüsser 09.10.2019, 14:14
6. Privatisierte

Kliniken, die nicht für die Kranken, sondern für die Aktionäre arbeiten, irrsinniger Papierkrieg, Fallpauschalen, mangelnde Kontrolle durch die Behören. Nur einige Minuspunkte im Gesundheitswesen.
Hauptproblem bleibt der Kostendruck, der voll am Personal ausgelassen wird. Miese Löhne, zu viele Patienten pro Kopf, dadurch überarbeitetes Personal, dadurch Nachwuchsmangel und und und...

Wie Gesundheitswesen geht zeigen uns Nachbarn wie die Niederlande oder die Schweiz. Aber bei uns haben sich in den letzten Jahrzehnten zu viele unfähige Minister im Resort Gesundheit ausgetobt, mit immer noch realitätsferneren Flickschustereien.

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Supra Renin 09.10.2019, 14:21
7. Skandinavien und kleine Krankenhäuser

Sterben in Skandinavien mehr Notfallpatienten auf dem Weg in die (wenigen) Kliniken? Wir wissens nicht. Kleine Krankenhäuser haben nur den einen Vorteil, dass Besucher eine einfachere Anreise haben. Deshalb wurde bei uns ein Bürgerbus eingerichtet, als das kleine NachbarKrankenhaus schloss.

Im Übrigen: Inanspruchnahme einer medizinischen Leistung in Deutschland: 18 mal im Jahr. Dänemark: 3 mal.

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Patenting 09.10.2019, 14:21
8. Falsche Prioritäten

Ein Krankenhaus, zumal in öffentlicher Hand, darf nicht primär auf möglichst hohen Gewinn ausgerichtet sein. Im Vordergrund sollte die optimale Versorgung der Bevökerung stehen. Von der Polizei verlangt ja auch niemand, dass sie Gewinn abwirft.

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Schartin Mulz 09.10.2019, 14:22
9. Dass

die Reduzierung der Krankenhäuser "nachweislich" die Qualität steigert, empfinde ich schon als sehr gewagte Behauptung.
Ich lebe in der Stadt, ich werde kein Probleme bekommen, wenn es hier ein paar Krankenhäuser weniger gibt.
Aber ein paar Kilometer entfernt ist die Lage schon ganz anders. Wenn in kleineren Städten Abteilungen oder ganze Krankenhäuser geschlossen werden, ist das fatal. Es muss nicht jede Klinik jede noch so komplizierte OP durchführen können. Aber die Grundversorgung muss vor Ort vorhanden sein. Was nützt im Notfall eine super ausgerüstete Klinik, die aber 1 Stunde entfernt ist?
Es geht allein ums Geld, da sollte man wenigstens so ehrlich sein. Und nicht die angeblichen Interessen der Patienten vorschieben.

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