Forum: Wirtschaft
Kostenexplosion: Zusatzbeiträge der Krankenkassen steigen drastisch
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Das Gesundheitssystem wird immer teurer - und die Versicherten müssen zahlen. Laut neuen Berechnungen dürfte auf Durchschnittsverdiener ein Zusatzbeitrag von mehr als 50 Euro im Monat zukommen.

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tpro 15.08.2016, 14:18
140.

Zitat von Realist111
... hilft manchmal. Es gab/gibt eine Vielzahl von Fällen, in denen man nicht in die "private gewechselt ist", sondern in denen man von vornherein gezwungen war, Mitglied einer PKV zu werden. ...
Wenn Sie Angestellter sind, können Sie sich bei der AOK versichern. Die AOK darf niemanden ablehnen.
Anders sieht es aus, wenn Sie über dem Beitragsbemessungssatz liegen und vorher schon bei einer PKV waren.

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Willi Wacker 15.08.2016, 14:19
141.

Zitat von CommonSense2006
Da ist der hausarzt ja noch gut bedient. Mein Urologe kriegt pro Patient im Quartal eine Flat Rate von 19,- € Das muss man sich mal vorstellen: 19 € und dafür muss der Patient einmal im Quartal dagewesen sein. Geld verdienen tut er damit natürlich nicht mehr, as Geld verdient er mit den Privatpatienten, mit den Kassenpatienten hält er nur gerade seine ganze Struktur am Laufen (Arztehelferinnen, Miete, Geräte, kleines Labor.)
Och, ich kann die Tränen nur mühsam zurückhalten.

Aber weil es so ist, wie Sie beschreiben, verlangen inzwischen alle Ärzte, dass die Patienten auch für ein Rezeptchen einmal im Quartal vorbeikommen - mit der Karte.

Das ganze System ist allen möglichen Ecken und Enden korrupt. Aber solange noch Geld da ist, viel Geld...

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danenffm 15.08.2016, 14:20
142. Kein Wunder....

....denn in den vergangenen Jahren der Kanzlerschaft von Frau Merkel wurde auch bei diesem Thema das gemacht, was sie am besten kann: Schweigen, Verschleiern, Aussitzen und Lobbyagenda durchwinken. Anstatt das System zukunfts- und krisenfest zu machen, durften sich Ärzte auf bis 16% Honorarzuwachs freuen und Apotheker freuten sich über das Plattmachen der Konkurrenz (Doc Morris). Wie auf anderen Polikikfeldern, entzaubert jetzt die Migrationsproblematik (Anlaufkosten von 1 Milliarde Euro im Gesundheitswesen), was im System bislang schief lief. Wer im Wahljahr 50 Euro und mehr im Monat für die Krankenversicherug draufzahlen wird, keine bezahlbare Wohnung findet, oder keinen Job findet, weil die Betriebe genötigt werden politisch korrekt einzustellen, wird seiner Wut auf dem Wahlzettel freien Lauf lassen und später wird man sich wieder wundern.......die Quitung zahlen mal wieder die, die es am wenigsten verdient haben- die armen und Schwachen, sowie die Migranten die bitter enttäuscht werden.

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Havel Pavel 15.08.2016, 14:21
143. Es ist nicht alle Gold was glänzt

Zitat von lilelile
der gesetzl. Krankenkassen, aber wo bleiben alle *Aussenstehende* mit ihrem Solidarbeitrag, aber das kennen wir ja seit dem Mauerfall, die Ost-Rentner wurden vom Geld der West-Rentner mit entlohnt - auch da kein Solidarbeitrag der *Aussenstehen* wie Freiberufler, Selbständige, Politiker, Beamte.
Das was Sie anstossen sind reine Neiddebatten, privat krankenversicherte zahlen pro Versicherten mindestens das fünffache der gesetzlich Versicherten und können daher auch bessere Leistungen und eine angemessenere Bezahlung medizinischer Leistungen erwarten. Ohne die Leistungen der privaten Krankenversicherungen käme es zu extremen Einnahmeeinbrüchen bei Kliniken und auch bei vielen Ärzten. Der gesetzlich Versicherte dem dies nicht einleuchtet kann sich ja gerne privat versichern, allerdings werden diese Überschlauen sehr schnell Abstand davon nehmen, wenn sie erfahren dass sie ein mehrfaches ihren gegenwärtigen Beitrages zahlen müssen, jedes Familienmitglied extra versichern müssen und zudem auch noch alle Rechnungen zunächst in Vorlage selber zu begleichen haben. Ups, also doch lieber gesetzlich!

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eulenspiegel1979 15.08.2016, 14:22
144.

Zitat von pauli96
- Eigenbeteiligung der Patienten (wie z.B. Schweden). Je höher, desto mehr Anreiz besteht bei Bagatellerkrankungen auf Tee und Wadenwickel zurückzugreifen. - Positivliste: Möglichst Wirkstoffe. Diese Medikamente bezahlen die GKV, alle anderen nicht. - Arztrechnung auch......
Eigenbeteiligung gibt es schon. Nennt sich individuelle Gesundheitsleistungen. Positivliste gibt es ebenfalls. Arztrechnung für Kassenpatienten ist auch schon seit eh und je möglich. Nennt sich Kostenerstattungsprinzip, kennt nur kaum jemand und nutzt kaum jemand, weil die Leistungseinbußen nur über ein PKV-Ergänzung gedeckt werden können, was allein ca. 100 Euro im Monat zusätzlich kostet. Krankenkassenfremde Leistungen sind doch raus aus dem Katalog. Die GKV zahlt keine unnötigen Aufklärungs- und Präventionskampagnen. Welche meinen Sie denn bitte? Wollen Sie die ohnhein schon unzureichenden Vorsorgeuntersuchungen streichen?

Zum vorletzten Punkt: Was glauben Sie denn, wie das aktuell finanziert wird? Die GKV bekommt jedes Jahr beriets 10 Mrd. Euro aus Steuergelden als Zuschuss, sonst wäre die schon lange pleite. 15 Milliraden hätten es zu Röslers Zeiten übrigens pro Jahr sein müssen. Danke Schäuble für die Kürzung.
Zum letzten Punkt: eine bundesweite GKV wäre begrüßenswert. Eine Bürgerversicherung wäre der finanzielle Tod für Ihre Praxis.
Das schreibt ein KV-Versicherungsexperte.

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guertzi 15.08.2016, 14:23
145. Parität wieder einführen!

Nur wenn die Arbeitgeber auch an den steigenden Kosten beteiligt werden - und zwar zu gleichen Teilen wie die Arbeitnehmer! - wird sich eventuell ja etwas ändern.
Die haben wenigstens eine Lobby, welche sich dann schon Gehör verschaffen würde, indem sie wie üblich erstmal die gute, alte Arbeitsplatzkeule herausholt.
Die würde natürlich auch bei der Wiedereinführung der Parität geschwungen.

Aber vielleicht wäre das ja mal ein Thema, mit dem die Parteien wieder bei den Wählern punkten könnten und deshalb auf dem Lobbyohr ausnahmsweise schwerhörig würden?

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eulenspiegel1979 15.08.2016, 14:24
146.

Zitat von spon-1185811822017
Klabauterbach und Was'n? eiern lustig systemimmanent von einem Reförmchen zum anderen. Beitragsbemessungsgrenze, Bürgerversicherung, paritätische Aufteilung der GKV-Beiträge auf Arbeitnehmer und Arbeitgeber - alles Konzepte aus der Mottenkiste. Man sollte die Axt ans System legen und fragen: Brauchen wir das Sachleistungsprinzip? Brauchen.....
Na Klasse, das schweizer System ist eines der teuersten der Welt. Übrigens auch für die dort Versicherten.

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seilerpauli 15.08.2016, 14:25
147. Der Irrsinn mit einer Krankenkasse

Immer wieder der gleich Irrsinn hier im Forum: EINE gesetzliche Krankenkasse wäre die Lösung und würde Verwaltungskosten sparen. Genau das Gegenteil ist der Fall: Seit man wechseln kann, sind die KK bei den Verwaltungskosten stark unter Druck - der beträgt über alle Kassen nur noch rund 5%. Und die bei denen er höher ist (DAK) sind gezwungen radikal zu sparen (keine Neueinstellungen o. sogar Entlassungen, Filialen auf dem Land schließen etc.) oder zu fusionieren, denn die Versicherten reagieren extrem auf auch nur kleine Unterschiede im Zusatzbeitrag. Bei einer Umstellung auf nur eine KK wäre das eine Garantie für explodierende Verwaltungskosten. Ein Blick in die Realität von Zwangsbehörden oder in die Vergangenheit der GKV reicht vollkommen aus um das zu verstehen.

Weiterhin das Thema Vorstände - wo sollen die bitte sein? Die Vorstandgehälter der GKV bei den großen bei um die 200Tsd und bei kleinen BKKs bei unter 100 Tsd - Damit ist gerade bei den KKs der Unterschied zwischen normalen Angestellten und Führung mit am geringsten.
Aber es ist ja so einfach auf die KKs zu hauen - haben keine Lobby. Während die Ärzte als die Armen ("so lange studiert") gelten - keine Ahnung was Eure Kollegen da falsch machen. Die ich betreue (eigene Praxis), verdienen alle mindestens so viel wie die Vorstände. Wer ein MVZ aufgebaut hat - naja darüber schweigen wir lieber :)

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l.armistead 15.08.2016, 14:25
148. Bananenrepublik?!

Kein Wunder, wenn die Lobby der Pharmaindustrie und Gesundheitskonzerne unsere Gesetze schreiben und diese von den von uns gewählten "Volksvertretern" in Fraktionszwang oder mit Prädikat "Gewissensentscheidung" abgesegnet werden. Aber wen soll man wählen - ich sehe keine Alternativen...
Gibt es eigentlich eine Übersicht, wie welcher Abgeordnete bei welcher Abstimmung gestimmt hat?

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Willi Wacker 15.08.2016, 14:26
149.

Zitat von eulenspiegel1979
Bevor das gebashe wierder losgeht. Es ist völlig unsinnig, die Abschaffung der PKV zu fordern, weil 10% Versicherte keine 90% sanieren können. Zumal das Rückstellungskapital nicht einfach so der GKV übertragen werden darf, dass wäre eine Enteignung und steht der GKV nicht zu, auch dem Bund nicht
Ich erinnere mich noch deutlich an Ulla Müller, die anstelle von Reformen (anstrengend) ganz begehrlich auf den gut gefüllten Honigtopf der Privaten KV starrte.
Immerhin war seinerzeit von 100 Mia die Rede.

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