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Kostensteigerung auf 135 Millionen Euro: Korruptionsverdacht bei "Gorch Fock"-Reparat
DPA

Zehn Millionen Euro waren für die Sanierung der "Gorch Fock" veranschlagt, dann liefen die Ausgaben völlig aus dem Ruder. Nun hat sich ein Preisprüfer selbst angezeigt.

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aforch 13.12.2018, 07:59
1.

Der Neubau der größeren und luxuriöseren ROYAL CLIPPER kostete offensichtlich USD 55 Millionen. Es ist weder nachvollziehbar, noch Wählern und Steuerzahlern vermittelbar wie unbesorgt und unsanktioniert durchgängig im öffentlichen Rahmen doppelte Vergütung gegenüber privaten Aufträgen gezahlt wird.

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Aquifex 13.12.2018, 08:07
2.

Ich bin ja sonst gegen solche ketzerischen Fragen, aber warum braucht die Bundesmarine ein "Segelschulschiff"?
Ist das in heutigen Zeiten wirklich nötig? Für 135 Mio Euro kann man eine Menge funktionierende Panzer oder Hubschrauber kaufen....

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dasfred 13.12.2018, 08:16
3. Korruption ist kein schönes Wort

Früher nannte man sowas nützliche Aufwendungen. Nun gibt es dabei immer zwei Seiten. Die eine zahlt, die andere hält die Hand auf. Hier ist die Frage, wer die treibende Kraft war. Jemand, der dringend einen günstigen Kredit benötigt und durchblicken lässt, dass die fälligen Abschläge mal schneller oder auch langsamer ausgezahlt werden können oder die Prüfung vielleicht viel mehr Zeit in Anspruch nimmt, als man gedacht hat, wird sicher Unterstützung finden. Wo sich ein Kostenvoranschlag verzehnfacht, müssen strengste Prüfungen erfolgen. Da darf keine Schraube, die nicht nachgewiesen verbaut wurde, durchrutschen. Die Informationen bisher sind für eine voreilige Schuldzuweisung zu wage.

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iman.kant 13.12.2018, 09:11
4. 135 Mio. Euro? Für was?

Stoppt diesen Bau! Für die Verteidigung Deutschlands brauchen wir kein Segelschiff. Einige Generäle bauen sich auf Staatskosten eine Hobbyyacht aus, so meine Vermutung. Wer hat so etwas genehmigt? Auf der einen Seite hat die Truppe in den Auslandseinsätzen kein Material - auf der anderen Seite solch eine Luxusverschwendung.

Das Schiff sollte verkauft werden - weg mit diesem Ding.

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kritischerdenker2 13.12.2018, 09:21
5.

Ein Ja zur Segelausbildung für angehende Marineoffiziere. Wer selbst mal auf einem Rahsegler, auch bei echt miesem Wetter, Segelmanöver gefahren hat, der weiss das diese Erfahrung einen Menschen prägen kann. Auf einem Rahsegler ist der einzelne machtlos, nur in der Gruppe kann man überhaupt etwas bewegen und selbst dann ist man den Elementen ausgeliefert, von ihnen abhängig. Diese Form von Demut ist für Menschenführung unter extremen Bedingungen, wie sie ein Seekrieg sicherlich wäre, ein unschätzbarer Vorteil. Allerdings ist das Verteidigungsministerium offenbar unfähig von Erfahrungen anderer zu lernen. Vor einigen Jahren wurde die "Alexander von Humboldt" neu gebaut, weil der Trägerverein erkannte das ein Neubau viel günstiger ist als die Instandhaltung von alten Schiffen. Aber beim Militär wird eben NIE auf Geld geachtet. DAS ist das Problem. Jetzt wäre es Zeit für einen Schnitt. Sofortiger Abbruch der Sanierung und Neubau. Aber dazu bedürfte es einer fähigen Führung des Ministeriums und die scheint es nicht zu geben.

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hoeffertobias 13.12.2018, 09:24
6. Sie wollen also ...

Zitat von Aquifex
Ich bin ja sonst gegen solche ketzerischen Fragen, aber warum braucht die Bundesmarine ein "Segelschulschiff"? Ist das in heutigen Zeiten wirklich nötig? Für 135 Mio Euro kann man eine Menge funktionierende Panzer oder Hubschrauber kaufen....
.... auf einem Panzer Seeleute ausbilden? Wird schwer! Ich denke, ein Segelschulschiff ist eine sehr gute Ausbildungsmöglichkeit, weil man dort die Grundlagen der Seefahrt vermittelt bekommt. Problematisch wird es erst, wenn man die Ausbildung aus Sicherheitsgründen so verhutzelt, dass kaum eine Ausbildung mehr möglich ist. Angeseilt übers Deck zum laufen, ist extrem sicher, aber weitab jeglicher menschlicher Vernunft. Es gibt eben Gefahren, mit denen muss man leben, wenn man sich auf ein Schiff begibt. Dass bei der Restaurierung derart abgezockt wird, geht natürlich gar nicht. Liegt aber auch an der Ahnungslosigkeit der Marine unter der Quotenfrau Uschi. Dass bei der Reparatur weitere Mängel entdeckt werden, ist absolut absehbar, wenn man am Anfang eben nicht so genau hinsieht. Ist das Schiff erstmal eingedockt, fällt es schwer, die weiteren Reparaturen anderweitig zu vergeben. Jeder vernünftige Kaufmann hätte aber zuerst den Reparaturbedarf ermittelt und dann ausgeschrieben. Ist zwar am Anfang etwas aufwändiger, lohnt sich aber allemal. Selbst mit einer zweiwöchigen Liegezeit im Dock dürften die Kosten dafür deutlich unter 1 Mio liegen. Die Frage ist aber, ob man es wirklich wissen wollte. Wohl eher nicht...

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RalfBukowski 13.12.2018, 09:29
7. Ich als Segler...

...sehe den Sinn dieses Schiffes nicht, insofern hätte ich auch 10 Millionen für zu viel gehalten. Aber irgendwer muss diese irrwitzigen Summen ja bewilligt haben, sonst hätten die beteiligten Firmen die Arbeiten nicht begonnen. Da hat man den/die Verantwortlichen doch schnell gefunden. Tja, und wer nun denkt, es sei außergewöhnlich, dass bei Bundeswehraufträgen immer etwas mehr Geld fließt, als eigentlich notwendig wäre, ist doch sehr blauäugig. Ich habe damals beim Bund deutlich mitbekommen, wieviel Geld für sinnlose Projekte verpulvert wurde.

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sven2016 13.12.2018, 09:35
8. @dasfred

Das was sue beschreiben, stellt genau den Tatbestand der unzulässigen Vorteilsnahme dar und ist strafbewehrt.

Als Angestellter/Beamter kommt zusätzlich ein Verfahren wegen Herbeiführung finanziellen Schadens auf den Mann zu.

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bogedain 13.12.2018, 09:35
9. Es ist ja genug Geld in der Kasse

Was sind schon 135 Millionen Euro bei den riesigen Steuereinnahmen?Die sind in einigen Stunden schon wieder in der Kasse,da kann man unbegrenzt Geld rausschmeissen.Was solls? In ein paar Tagen spricht doch eh niemand mehr über diesen kleinen Vorfall.

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