Forum: Wirtschaft
Kostensteigerung: Bahn will über Stuttgart 21 neu verhandeln
REUTERS

Im Streit um Stuttgart 21 erhöht die Deutsche Bahn den Druck auf ihre Partner. Das Unternehmen hat die sogenannte Sprechklausel gezogen - und will nun neu über die Mehrkosten in Milliardenhöhe verhandeln.

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DonCarlos 20.02.2013, 12:04
50. Der Filderdialüg

Es wird immer so berichtet, als wäre der Filderdialog für die Mehrkosten verantwortlich. Das kann aber gar nicht sein. Die Prämisse des Dialogs waren kostenneutrale Alternativen zu betrachten. Das haben die Bürger auch gemacht und für einen Ausbau des Bahnhofs in Stuttgart-Vaihingen gestimmt.

Die Lösung "Filderbahnhof Plus" stammt von der DB AG und war eben nicht die Lösung der Bürger. Filder-Dialog S21: Aktuelles
Zitat von schwabensporty1
In diesem Betrag sind Kosten für vereinbarte und angedachte Veränderungen der Planung, insbesondere im Flughafenbereich, nicht enthalten.
Wenn die DB AG dort umplant, weil sie ihre alte Planung über 15 Jahre nicht genehmigt bekam, dann trägt nur die DB AG selbst die Verantwortung für Mehrkosten.
Zitat von schwabensporty1
Außerdem werden zugleich mögliche zusätzliche Mehrkosten aufgrund von Bauverzögerung, Schlichtungskosten, Filderdialog und anderen Risiken in Höhe von bis zu 1,2 Milliarden Euro postuliert, welche die Bahn aber nicht den eigentlichen Projektkosten zuordnen will. In der Summe ergeben sich so mögliche Gesamtkosten von ca. 6,8 Milliarden Euro.
Wie gesagt, der Filderdialog ist nicht der Grund für die Mehrkosten des geplanten Filderbahnhofs. Stadt und Land haben der DB AG schon gesagt, wie sie dazu stehen: wenn es teurer wird, dann wird eben nichts geändert. Jetzt muss aber die DB AG erst ihre alte Planung aber genehmigt bekommen...

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Vernunft-Bürger 21.02.2013, 09:59
51. Bitte mal überdenken !

S21 ist ein komplexes, kontroverses Thema, über das jeder wunderbar polemisiert und politisiert.
S21 muss allerdings vernunftbegabt, professionell und objektiv geführt und vertreten werden.
Gemessen an den Zielvorgaben gemäß EU-Förderung für die Hochgeschwindigkeitsstrecke Paris-Bratislava ist der Baufortschritt noch sehr bescheiden.
Wenn jetzt schon nach nicht einmal 5-10% der Bauzeit die Angaben zu den bisherigen Ausgaben und zu den Baustopp-Kosten um das 2- bis 5-fache schwanken, kann man sich ja die weitere Kostenentwicklung ausmalen.
Warum jetzt nicht unter den neuen und besseren Erkenntnissen mit vereinten Kräften (nochmals) sämtliche Alternativen prüfen?
Ist der Wirtschaftsstandort wirklich gefährdet, wenn nicht alle Magistralen durch Stuttgarts Stadtmitte führen?
Könnten mit dem Ausbau des bestehenden VVS-Netzes und dessen Express-Anbindung an neue Bahnhöfe außerhalb des Talkessels die Ziele und Akzeptanz nicht sogar viel besser erreicht werden?
Besser jetzt ein ergebnisoffenes Projekt-Review, als mit gewahrten Prinzipien und Gesichtern in eine belastete Zukunft mit langwierigen Gerichtsverfahren und ungewissem Ausgang.

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DonCarlos 21.02.2013, 10:29
52. Verkehrstechnischer Unsinn

Zitat von Vernunft-Bürger
Ist der Wirtschaftsstandort wirklich gefährdet, wenn nicht alle Magistralen durch Stuttgarts Stadtmitte führen? Könnten mit dem Ausbau des bestehenden VVS-Netzes und dessen Express-Anbindung an neue Bahnhöfe außerhalb des Talkessels die Ziele und Akzeptanz nicht sogar viel besser erreicht werden?
Einen Bahnhof auf gerader Strecke an irgendeiner Weide halten zu lassen, weil hinter der Landesgrenze auch ein Halt auf freier Wiese liegt, mag noch angehen. Nur eine Großstadt zu umfahren macht keinen Sinn. Die Leute steigen zu über 90 % in Stuttgart um oder aus. Die Wenigsten bleiben sitzen. Der Fahrzeitgewinn wäre marginal aber der Komfort für viele Reisenden erheblich schlechter, da diese einmal mehr umsteigen müssten.

Zitat von Vernunft-Bürger
Gemessen an den Zielvorgaben gemäß EU-Förderung für die Hochgeschwindigkeitsstrecke Paris-Bratislava ist der Baufortschritt noch sehr bescheiden.
TEN-T Executive Agency || 2007-DE-17200-P
Da steht zum Beispiel
State of progress 31 October 2012:

Zitat von
The Action is ongoing. Building permits have already been granted for the following: 'Anteil Neue Verkehrsstation', 'Anteil Teil Gleisvorfeld', 'Flughafenbereich' and 'Filderbereich bis Wendlingen' have already been granted.
Am "Flughafenbereich" ist das Planfeststellungsverfahren noch nicht einmal im Anhörungsverfahren. Da ist noch kein "Building permit" "granted".

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Vernunft-Bürger 23.02.2013, 01:21
53. Dank an Don Carlos

für den Link und die Infos. Weiß man, wieviele von den 90% ihr Ziel vom Hbf aus dann anlaufen? Ich bin aber fast sicher, dass ein von allen Beteiligten und Streitparteien in ergebnisoffenenen Runden gefundener neuer Kompromiss in einer zentralen GU-Verantwortung trotz neuer Verfahren schneller und günstiger fertig wäre. Ich schlage einen neuen oberirdischen Bahnhof im Rosensteinpark oder Bad-Cannstatt-Ausbau vor. HBF Gleisvorfeld und S21-Rest kann weg, keine Tunnel. Nur zusätzl. Neckarbrücke und Express-S-Lang-Bahnen zur Stadtmitte und zum Flughafen.

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DonCarlos 25.02.2013, 10:37
54. Nix umsteigen.

Zitat von Vernunft-Bürger
fIch schlage einen neuen oberirdischen Bahnhof im Rosensteinpark oder Bad-Cannstatt-Ausbau vor. HBF Gleisvorfeld und S21-Rest kann weg, keine Tunnel. Nur zusätzl. Neckarbrücke und Express-S-Lang-Bahnen zur Stadtmitte und zum Flughafen.
Der ÖPNV wird durch bequeme Verbindungen attraktiv. Der Hauptbahnhof liegt heute am Arnulf-Klett-Platz, wo sich alle U- und S-Bahnlinien kreuzen. Es macht keinen Sinn die Pendler einmal zusätzlich umsteigen zu lassen.

Es gibt keine Gründe für eine Verlagerung des Bahnhofs außer ein bis zwei Minuten Zeitersparnis für die Züge. Die Reisenden benötigen längere Reisezeiten bei jeder Lösung, die nicht am heutigen Platz nicht am heutigen Platz liegt. Viele werden dadurch wieder den Pkw nutzen...

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